Segeln in anderen Gefilden

Segeln in anderen Revieren ist immer eine Herausforderung. Und so wollte die Marinejugend Kieler Förde e.V. den Marine-Regatta-Verein Bielefeld besuchen und deren Segelrevier, das Steinhuder Meer, kennenlernen. Zum MRV haben wir in den letzten Jahren freundschaftliche Kontakte geschlossen durch die Kutterregatta zur Kieler Woche.

Im Kalender wurde ein geeigneter Zeitpunkt gesucht. Das Highlight sollte die Veranstaltung „Steinhuder Meer in Flammen“ vom 18. bis 20. August werden, die auch die seltene Gelegenheit zu nächtlichen Segeltörns auf dem sonst bei Dunkelheit gesperrten Binnengewässer geboten hätte. Leider wurde diese Veranstaltung im Frühjahr abgesagt, was uns aber von unserem Besuch nicht abgehalten hat.

Am Freitag ging es in aller Frühe los, um uns zum Frühstück im Örtchen Mardorf direkt am Haus und dem großen Grundstück in zweiter Reihe zum See zu treffen. Der MRV hat ein Kielschwert- Kajütboot, zwei Zugvögel und einen Laser16 dauerhaft am Steg liegen, eine herrliche Einladung. Der Wind war nach dem ausgiebigen Frühstück gut, so dass zwei Jollen klargemacht wurden und das Steinhuder Meer in einigen ersten Schlägen erkundet werden konnte. Ein Highlight für Malte: Wenn der Wind einschläft und man es nicht mehr segelnd in die Box schafft, dann schiebt man sein Boot eben durch das Wasser watend in die Box. Bei einer durchschnittlichen Tiefe des „Meeres“ von 1,30 m ist das kein Problem. Eine neue Erfahrung für uns Segler von der Förde. Am späten Nachmittag trafen auch noch weitere Mitglieder aus Bielefeld ein und der Abschluss eines schönen Tages fand in einem Restaurant mit herrlichem Blick über das Meer statt.

Wer sein Boot, liebt der zieht. Foto: Schmidt

Am folgenden Tag wurden tags zuvor erworbene Postkarten geschrieben (ja, Postkarten!), denn auf dem Steinhuder Meer gibt es eine offizielle Postboje mit einem Briefkasten. Die Post wird regelmäßig geleert und mit einem Sonderstempel versehen. Die Boote wurden erneut klargemacht, jetzt auch das Kajütboot, und es ging auf das Wasser. Leider wurde der Wind im Verlaufe der nächsten Stunden immer weniger, so dass es die Karten nicht in den Kasten schafften. Bevor abends in großer Runde ausführlich gegrillt wurde, machten sich Christiane, Malte und Ralf mit seinem Kanadier auf, um die Karten doch noch einzuwerfen.

Die Postkarten müssen noch eingeworfen werden. Foto: Schmidt

Das sonntägliche Segeln musste dann leider mangels Wind ausfallen. Das Meer war spiegelglatt. Also wurde in Ruhe aufgeräumt und die ansteigenden Temperaturen genossen.

Die Boote müssen noch fertig verpackt werden. Foto: Schmidt

Am Ende des Wochenendes waren alle der Meinung, im nächsten Jahr wiederkommen zu wollen, in der Hoffnung, dass dann die Veranstaltung stattfindet. Einen herzlichen Dank an den MRV-Stützpunkt Bielefeld für die Gastfreundschaft.

Die perfekte Abkühlung. Foto: Schmidt
Entspanntes Segeln. Foto: Schmidt

Rund Fanø

Nach den ersten Segelversuchen im Watt wurde Fritjof erstmal sicher mit vier Ankern im Hafen angeleint, um eine Sturmflut abzuwettern. Der Kutter hat den Sturm gut überstanden, nur die Spitze vom Windex ist abgebrochen und davongeflogen. Die Optimisten sind derweil fleißig gesegelt worden.

Nach zwei Wochen, am Montag, 14. August, stand der Wind und die Tide richtig, eine Crew mit vier Kindern und drei Erwachsenen war bereit, Fritjof brach auf zu einem Tørn rund um die Insel, erste Etappe bis Nordby Havn. Der Weg ist gut mit Priggen markiert. Bei Hochwasser sind wir gut durchgekommen. Vor Erreichen des Esbjerger Fahrwassers mussten wir unter der Stromversorgungsleitung von Fanø durchfahren. Die junge Crew wurde etwas nervös. Der Ewer Regina aus Schlüttsiel fährt dort regelmäßig durch, mit knapp 12m Masthöhe, für Fritjof ist das also keine Problem. Trotzdem sind wir so weit wie möglich nach Norden gefahren und haben die Leitung nahe am Strommasten passiert, wo die Leitung höher hängt. Im Fahrwasser von Nordby mussten wir kreuzen, aber das Wasser stand hoch genug, um weite Schläge über die Sandbank zu machen um der Fähre auszuweichen.

Vier Nächte lag Fritjof am Kai von Nordby Havn. Drei Tage kostenfrei, die vierte Nacht haben wir im Rådhus bezahlt. An jedem Tag sind wir mit dem Kutter los. Einmal nur zum Spaß, Richtung Blåvand, aber da kam Tide und Wind entgegen, wir kreutzen auf der Stelle, also ging es zurück in den Hafen. Am Mittwoch das gleiche Spiel nur, daß wir früh Morgens nach dem Hochwasser losgefahren sind, um dann vor der Insel nach Sønderho zu segeln. Das ging prima mit der Tide. Wir dachten, die Sandbanken vor der Insel seien hinter uns, da belehrte unser Schwert uns gegenteiliges. Eine Wende gelang, um ins Fahrwasser zurückzukehren, und dann stand uns die See zwei Meter hoch gegenan. Eine Wende Richtung Westen erschien aussichtslos, also fielen wir ab und sind vor dem Wind gegen die Ebbe nach Nordby zurückgesegelt. In beiden Richtungen haben wir bei hohem Wasserstand das alte Fahrwasser von Nordby genutzt.

Am Donnerstag war der Plan bei Nordost Wind hinter der Insel nach Sønderho zurück zu kehren. Um bei Hochwasser in Sønderho anzukommen wollten wir kurz nach dem Niedrigwasser los fahren. Leider haben wir es gegen Wind und Tide nicht aus dem Fahrwasser von Nordby heraus geschafft. Das alte Fahrwasser hatte zu wenig Wasser. Ein Kutter der Esbjerg Havneskole hatte uns Hilfe angeboten. Dies Bestand aber darin, ein SAR-Boot zu rufen, das uns dann nach Nordby zurückgeschleppt hat. Das war widersinnig, weil wir das locker in Minuten aus eigener Kraft geschafft hätten. Aber man will mit solchen Leuten natürlich nicht diskutieren, die kennen sich hier besser aus. Die Aussage war, bei Ostwind sei hinter der Insel zu wenig Wasser. Ich denke, wir hätten das geschaft, aber es war natürlich nicht an einen zweiten Versuch zu denken. In der kommenden Nacht wurden starke Böen aus Ost erwartet, die unserem Kutter am Kai von Nordby Havn schwer zugesetzt hätten. Also haben wir Fritjof in den Nordby Lystbådehavn an einen schwimmenden Steg verlegt.

Fritjof im Watt

Kaum war der Segelkutter Frijof im Hafen von Sønderho aufgetakelt, da haben wir erste Erkundungen des Priels gestartet. Weit sind wir nicht gekommen, entweder standen der Wind und die Strömung einer Weiterfahrt entgegen, oder eine Sandbank. Schwert hoch, Schwert runter, Segel hoch, Segel runter, Riemen ein, Riemen hoch, Riemen zum Staken verwenden. Das alles hat geholfen die Techniken zu üben, die im Wattenmeer gebraucht werden. Die Lehren sind: der Wind sollte nicht mehr als 3 Bft stark sein, und wenn die Stömung von vorne kommt, dann sollte der Wind besser von direkt von achtern kommen. Am Ende war Fritjof wieder sicher im Hafen verankert, und es gab die weltberühmten Rippchen von Slagter Christiansen.

Der Kutter fährt an die Nordsee

Am letzen Monatg im Juli wurde der Segelkutter Fritjof nach Silksee gesegelt, dort auf dem Bootwagen aus dem Wasser gezogen und auf dem Trailer verbracht. Außerdem wurden zwei Optimisten für den Transport auf einen kleinen Anhänger verschnürt.

Drei Tage später ging es auf die Reise nach Fanø. Der Kutter vorneweg, ein zweites Auto hinterher. Gemütlicht über Eckernförde, Schleswig, Tønder, Ribe, Esbjerg, unter Vermeidung jeglicher Autobahn. Ab und an musste gelenzt werden. Dann ging es auf die Fähre nach Nordby, Fanø.

Am selben Tag wurde der Kutter abgeladen und in das Hafenbecken von Sønderho gesetzt.

Am Freitag haben wir Fritjof aufgeriggt. Dann ging es los. Eine halbe Seemeile Richtung Norden, bis eine Biegung des Slagters Lo pullen gegen den Wind von fünf Bft erfordert hätte. Also ging es mit Fock und Besan vor dem Wind zurück, am Hafen vorbei in das Løb, die ursprüngliche Zufahrt nach Sønderho. Die Unkenntnis der Untiefen im Priel und der starke Wind zwangen uns auch hier nach einer halben Seemeile zur Umkehr. Wer seinen Kutter liebt, der schiebt.

Wir sind in Sønderho sehr herzlich empfangen worden. Der Hafenmeister Christian hat uns große Anker zur Verfügung gestellt, um Fritjof im Hafen sicher zu vertäuen. Die 2. Vorsitzende des Hafenvereins hat uns Willkommen geheißen. Sie wird uns eine Hafenaktie aushändigen an der Sønderhoer Børse. Alle sind begeistert, daß hier wieder gesegelt wird. Jeder bietet Hilfe und Unterstützung an. Kutter haben hier auch Tradition.

Ein paar Tage Süßwasser

Gar nicht so leicht, einen großen Kanadier zu kentern. Foto: har

Was für ein schönes verlängertes Wochenende! Nach dem Besuch der Marine-Jugend Braunschweig an der Kieler Förde im Sommer 2022 folgte nun der Gegenbesuch der Kieler per Bahn und Pkw an die Oker. Dreieinhalb Tage Wassersport mit viel Wasser von oben und von unten. Hier im norddeutschen Binnenland beides aber Süßwasser. Die schnell durchziehenden Schauerfronten wechselten sich immer wieder mit langen Sonnenschein-Phasen ab. Das Wetter war an diesen Tagen kein wirkliches Problem.

Ungewohnt aus Kieler Sicht: Gleichgewicht halten im Kanadier und Zusammenspiel mit mehreren anderen Paddlerinnen und Paddlern. Foto: Tina

Die Braunschweigerinnen und Braunschweiger um Gruppenleiterin Britta Ronge hatten ein tolles Programm vorbereitet, um den Küstenbewohnern das Befahren von Binnengewässern etwas näher zu bringen. Nach einem ersten kleinen Ausflug an Riemen und mit Paddeln am Donnerstag ging es am Freitag richtig auf Tour: Mit vier Kanadiern okeraufwärts startete die gemischte Gruppe mit rund 25 Personen den Fluss entlang, überquerte mit den Booten zwei Wehre, bestaunte die in den vergangenen Jahrzehnten immer wilder gewordene Natur des renaturierten Gewässers. Durch lange Wasserrosen- und Wassergras-Felder ging es um in den Fluss gefallene Baumstämme herum. Schwanenfamilien, Graureiher, Bisamratten, Nutrias und viele Fische begegneten mehr oder weniger neugierig den Eindringlingen in ihren bunten Booten.

Pause in Stöckheim: Die morgens beim Frühstück im Marineheim geschmierten Brote sind nach der halben Strecke des Tages schnell verzehrt. 😉 Foto: Britta

Sonnabend stand dann im Zeichen des Kutters – der kleinen Fluss-Variante, in der das Pullen allerdings nicht weniger anstrengend ist als in den großen Segelkuttern. Mit zwei Booten und den obligatorischen Broten für die Mittagspause im Gepäck pullte die Gruppe diesmal flussabwärts mitten durch die Stadt. Kurz vor dem Wendenwehr wurde gedreht und eine Anlegestelle nahe der Brücke am Staatstheater angesteuert. Hier gab es, richtig, eine verdiente Pause, bevor die Kutter und ein Begleitkanadier wieder flussaufwärts getrieben wurden.

Wendig und schnell – die sechsriemigen Kutter auf der Oker. Da der Fluss in den vergangenen Jahren immer mehr zugewachsen ist, wird das Befahren allerdings langsam schwierig. Foto: mor

Bei der Kuttertour zeigten sich allerdings einige Schwierigkeiten, mit denen die Sportlerinnen und Sportler beim Pullen immer mehr zu kämpfen haben. Zum einen wächst der Fluss zu. Pflanzenmassen und wuchernde Sandbänke engen den Spielraum immer mehr ein; zum anderen haben kommerzielle Anbieter riesige Flöße für Partygesellschaften auf den Fluss gelegt, die oft fast die ganze Gewässerbreite einnehmen und nur schwer zu manövrieren sind. Verbunden mit einer ganzen Flotte von Tret- und Paddelbooten sowie SUPs, die wild hin und her über die Oker gescheucht werden (gesteuert wäre hier der völlig falsche Begriff), ist eine Fahrt mit Ruderkuttern schon eine echte Herausforderung geworden.

Klapp- oder steckbare Dollen statt Runzeln für die Aufnahme der Riemen: Die Kieler Besucher müssen sich an einige neue Details gewöhnen. Foto: mor

Aber noch sind die Hindernisse mit ein bisschen Kopfschütteln umschiffbar. Abends wird es dann ruhiger auf der Oker. Und da das Pullen in der Nacht seinen ganz besonderen Reiz hat, machten sich zwei Kutter um kurz nach halb zehn erneut auf vom Steg des Marineheims in der Bucht mit dem Namen Heinrichshafen. Die Crews genossen die Stimmung in vollen Zügen, begrenzten sich aber und kehrten nach einer halben Stunde wieder um, damit die jüngeren Mitglieder eine Chance bekamen, ausreichend Schlaf zu tanken.

Literweise Wasser im Zwischenboden: Die Baustelle in diesem Youngster ist doch größer als ursprünglich gedacht. Foto: mor

Zwischendurch gab es in den kleinen Pausen die Gelegenheit zum „fachlichen Austauch“. In der Hellegat genannten Werkstatt der Braunschweiger wartete bereits eine Youngster-Jolle mit einem GFK-Problem im Cockpit, das gemeinsam angegangen werden sollte. Beim Prüfen der besagten Stelle stellten wir jedoch schnell fest, dass es hier mit einer fixen Reparatur leider nicht getan sein würde. Gemeinschaftlich und mit roher Gewalt wurde das Cockpit großflächig geöffnet. Zum Vorschein kam eine gewaltig aussehende und vor allem klatschnasse Baustelle. Aber ganz „zufälligerweise“ hatte die Kieler Gruppe einen Werkzeugkoffer mit (fast) allem benötigten Material dabei. Mit etwas Geduld, einer kurzen Anleitung an der Tafel im Hellegat – samt einiger Kieler Telefonnummern – sollte auch dieser Youngster bald wieder auf dem Braunschweiger Südsee schwimmen…

Apropos Pausen: Unterbringung und Verpflegung erhielten großes Lob. Gelände und Vereinsheim der Braunschweiger Marine-Jugend suchen ihresgleichen. Auf einer grünen Halbinsel zwischen der Oker und einer kleinen Bucht waren Zelte für die Übernachtung aufgebaut; per Floß ließ sich ein Pendelverkehr zum Vereinsheim mit seinem riesigen Versammlungsraum und der Küche bewerkstelligen. Das vom MJBS-Team vorbereitete Essen war reichhaltig und lecker … und nicht einmal ungesund 😉 Zwischendurch probierten Freiwillige erste Stehversuche auf vereinseigenen SUPs aus. Ganz wichtig: Die Fraktionsbildung nach Vereinsz ugehörigkeit brach ganz schnell auf, nicht zuletzt durch die langen gemeinsamen Spielerunden. Gemeinsam wurden auch Fragen geklärt, die zum Beispiel wie folgt lauteten: Kann ein großer Kanadier eigentlich leicht kentern? Antwort; nein, aber wie das Experiment zeigt, geht es mit etwas Mühe. Im sauberen Wasser der Oker war das jedoch kein Projekt mit hohem Risiko. 😉

Die Kielerinnen und Kieler stellten an diesem Wochenende fest, dass das Pullen im Kutter nicht der Notbehelf in der Fortbewegung ist, wenn das Segeln gerade mal aus irgend einem Grund nicht funktioniert – sondern eine sportliche Herausforderung, die sehr viel Technik, Kraft und Übung erfordert. Die eine oder der andere bekamen jedenfalls Lust auf mehr. Und den Braunschweiger Freundinnen und Freunden konnten die Kieler noch mehr Lust auf Kieler Woche und deren Wettbewerbe machen, die eben nicht nur Segeln bieten, sondern auch ein Kutterrace über 1.000 Meter auf der Innenförde. Da müsste doch eigentlich etwas gehen…

Die Kieler Gruppe verließ die Freunde in Braunschweig durchaus mit anderthalb weinenden Augen. Die Wiederholung ist fest geplant. Und vielleicht ergibt sich möglichst bald das nächste gemeinsame Projekt. Erstmal freuen wir uns auf die Nikolausregatta in Kiel. Denn die Einladung für die Braunschweiger Marine-Jugend haben wir gleich vor Ort ausgesprochen.
Klaas

Samstags Segeln mit ein paar Lektionen

Am Samstag haben Merle und Jonas Opti gesegelt. Aber es ist nicht alles so gelaufen wie es laufen sollte. Als erstes hat Jonas gelernt, dass es bei starken Böen keine gute Idee ist, das Spritefall zu trimmen. Daraufhin gab es eine ungewollte Kenterübung. Währenddessen hat sich der Baumniederholer und eine Reihleine vom Mast bei Merles Boot gelöst. Nachdem Gerd im 5 PS – Schlauchboot und Stephan im 2 PS – Schlauboot die Optis zurückgezogen haben, gab es erstmal eine Pause. Gestärkt von Keksen wurde weiter in Richtung AIDA gesegelt. Dann gab es eine richtige Kenterübung. Beide haben die Kenterübung geschafft, mit Publikum an der Kiellinie. Nach ein paar Mal Kentern ging es dann wieder zum Steg zurück und die Boote wurden sauber gemacht.

Jonas

Merle bei der Kenterübung. Foto: Gerd
Jonas bei der Kenterübung. Foto: Gerd

Die Schlauchbootflotte ist fertig zum Auslaufen

Im Frühjahr waren wir beschäftigt, die Kutter für die Marinekutterregatta fertig zu machen. Dazu vielleicht anderswo mehr. Nun sind auch alle Schlauchboote einsatzbereit. Zur Sicherung des Segelbetriebs musste bisher nur das kleine 5PS Schlauchboot her halten. Nun ist das große 25PS Schlauchboot auch einsatzbereit. Und es gibt ein weiteres Boot. Neu kann man nicht sagen, schätzungsweise 40 Jahre hat es auf dem Buckel. Aber das kleinste 2PS Boot ist neu in unsere Flotte aufgenomen worden und wurde in der vergangenen Woche von unseren Seglern getestet. Der Motor hatte fünf Jahre in einer Garage gestanden, mit einem Rest Zweitaktmischung im Tank. Nun wurde einmal an der Anlasserleine gezogen, und der unverwüstliche Motor schurrte wie am ersten Tag. Das Boot wird im Sommer auf einer Segelfreizeit an der Nordsee zum Einsatz kommen.

Schlauchbootflotte

Noch 197 Tage …

Flauten-Wettfahrt bei der Kieler Woche 2021 im Herbst – wenig Wind, aber trotzem schöne Erlebnisse auf dem Wasser. Foto: har

Das Jahr 2022 ist noch nicht vorbei. In den verbleibenden Tagen bleiben noch einige Vorhaben im Verein – die Nikolaus-Regatta (weniger jugendfrei, aber noch bekannter: „Eisarsch“- … ;-)), ein Film-Nachmittag und etliche Arbeitsstunden an den Booten. Und auch das neue Jahr soll neben Winterarbeit schon im Januar mit einem Grünkohl-Essen verschönert werden; über die Notwendigkeit von süßen Kartoffeln wird hinter den Kulissen noch heftig debatiert. Aber Kiel wäre nicht Kiel, wenn nicht schon jetzt an der Kieler Woche des kommenden Jahres gearbeitet werden würde. Und da der Ursprung dieses Welt-Segelereignisses nicht zuletzt die Kutterregatten sind, wird auch dort bei den Organisatoren kräftig geplant. Sehr früh sind sogar die Anmelde-Unterlagen fertiggestellt. Sie finden sich unter anderem auf der Seite www.marinekutterregatta.de – nur so angemerkt, falls jemand von außerhalb mitliest, der/die auch gern an dieser schönen Regatta teilnehmen möchte. Die Marine-Jugend Kieler Förde hat im kommenden Jahr ein Luxus-Problem. Dank des Erwerbs eines neuen gebrauchten ZK-10-Kutters von der Marinekameradschaft Bottrop können eventuell sogar drei Mannschaften an den Start gehen. Auch hier wird noch geplant und überlegt. Aber wie auch immer die Entscheidung fällt: Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird es sich lohnen. Und die Zeit rennt: In 197 Tagen verlegen die ersten Kutter in den Kieler Marinestützpunkt …
Klaas

Winterarbeit: Maßnahmen gegen kaputte Hosen

Knochenarbeit: Mit der Heißluftpistole wird das Material Zentimeter für Zentimeter erwärmt, um es so mit dem Farbkratzer abschaben zu können. Bennet und Nils arbeiten sich voran. Foto: har

Seit die Marine-Jugend Kieler Förde mit Mannschaften in der Offenen Klasse bei der Marinekutterregatta zur Kieler Woche teilnimmt, ist das Wissen um einen gewissen mörderischen Belag auf GfK-Oberflächen immer weiter gewachsen. Mörderisch für Hosen aller Gewebe und unangenehm für die Haut. Auf den Sitz- und Laufflächen der Marinekutter ist eine rutschfeste Oberfläche ausgebracht, die aus einer dicken, mit Sand vermischten Farbschicht besteht. Prädikat: Schürfwunde. Die Crews, die in besagter Offener Klasse antreten, verabschieden sich bereits vor Beginn der Regatta innerlich von einem Teil ihrer Kleidung. Seit kurzem haben wir dieses Problem allerdings auch im Verein, denn der schöne ZK-10-Kutter, den wir von der Marinekameradschaft Bottrop erstanden haben, ist ebenfalls mit besagter Hosenraspel versehen. Da wir kleinere Risse ausbessern müssen, nutzen wir die Gelegenheit, uns auch von dieser rutschfesten Beschichtung zu trennen.

Finja versucht es mit einem Spachtel, die noch mühsamere Variante. Foto: har

Dabei standen wir allerdings zunächst vor einem Riesenproblem: Wie lässt sich eine Farbschicht beseitigen, die aufgrund ihrer Struktur sämtliche Schleifmaterialien, egal ob billig oder teuer, sofort dermaßen selbst abschleift, dass die Wirkung im Ziel irgendwo bei Null ist? Schwingschleifer, Exenterschleifer, Bandschleifer, Flex mit Schleifaufsatz – alle weitest gehend wirkungslos. Eine gezielte Anfrage bei der Bootsgruppe im Marinestützpunkt bleibt ebenfalls ohne Erfolg, weil die Marinekutter inzwischen in zivilen Werftbetrieben überholt werden. Glücklicherweise gibt es immer noch ein paar „alte Hasen“, die Rat wissen und uns sagen können, dass der einzige Feind des Belags im Boot die hohe Temperatur ist. Und tatsächlich sind Heißluftpistolen die Lösung.

Nur noch wenige Quadratzentimeter sind übrig. Dann geht es an den Neuaufbau der Oberflächen. Foto: har

Es bleibt aber zunächst immer noch Knochenarbeit, denn die Metallspachtel, die wir unter die erwärmte Farbe schieben, kommen nur im Millimeterbereich vorwärts. Bis, ja bis unser Vereinsmitglied Stefan „Crazy“ Bürger zum massiven Farbschaber greift und in den Kutter steigt. Nicht, dass es damit richtig einfach wird; aber es geht nun schlagartig viel zügiger weiter. Nicht mehr Milli-, sondern Zentimeter messen die Fortschritte. Und nach dem vierten Arbeitseinsatz an der „Aneesa“ trennen uns nur noch wenige Quadratzentimeter von dem Abschluss dieses Arbeitsschritts. Wir können uns nun schon um die Weitung der vorhandenen Risse im Laminat und in Spachtelstellen kümmern, Voraussetzung dafür, dem Kutter möglichst bald ein neues Farbkleid verpassen zu können.
Klaas

Perspektive für die nächste Arbeits-Einheit: Nils und Klaas suchen nach bestimmten Aufsätzen für die Flex – und bestellen sie sofort, Sicher ist sicher. Foto: mor

Warten auf die Winterpause der Orcas …

Der Mast der „Gegenwind“ muss inspiziert werden. Helge macht auf halber Höhe mal eine Pause. Foto: Asha

Unsere Weltumsegler Asha und Helge mit ihrer Yacht „Gegenwind“ haben das Mittelmeer von Ost nach West durchquert und wollen sich demnächst auf den Weg rund Spanien begeben. Noch allerdings warten sie an der spanischen Mittelmeer-Küste ab. Denn das Seegebiet, das sie mit der „Gegenwind“ durchqueren müssen, ist seit Juli 2020 für Überfälle berüchtigt. Die Gefahr droht aber nicht von Piraten, sondern von Wegelagerern im Wasser: Orcas vor Spanien und Portugal greifen immer wieder Segelyachten an; zwei Boote sind bereits durch die großen Säugetiere versenkt worden. Die Wissenschaft hat diverse Theorien entwickelt, die dem Verhalten der Orcas auf den Grund gehen sollen. Aber den Crews der Segler hilft das natürlich zunächst nicht weiter. Da die Orcas ab Ende November dieses Revier vor der iberischen Halbinsel für einige Monate verlassen , wollen Asha und Helge bis dahin diesen Gewässern vorsichtshalber fern bleiben. Mehr erfahrt Ihr wie immer im Logbuch der „Gegenwind“.
Klaas