„Aneesa“ wird im Marinehafen aufgeklart, „Pisagua“ braucht noch Masten, und „Fritjof“ ist im Zulauf … Foto: har
Warm war es am Überführungstag und zunächst auch sehr, sehr laut. Direkt an den Liegeplätzen unserer Kutter im Sportboothafen Düsternbrook steht eine Kieler-Woche-Bühne. Und dort reizten Musikerinnen, Musiker und technisches Personal vor dem offiziellen Beginn der Kieler Woche offensichtlich die Grenzen der möglichen Lautstärke aus. In den Booten war die Verständigung schwierig, von Boot zu Boot sogar unmöglich. Kein Wunder, dass „Aneesa“ und „Fritjof“ zügig aus dem Hafen segelten. Ziel (mit kleinen Umwegen, weil das Wetter wirklich schön war): der Marinestützpunkt in der Wik, wo sich heute alle teilnehmenden Crews an der kommenden 137. Marinekutterregatta sammeln sollten. Auf dem Weg begleitete Heiko die Kutter und schaute sich Segelstellung und Riggs noch einmal genau an. Der Kommentar in Richtung „Aneesa“-Besatzung: „Für diese Segel seid Ihr wirklich gut unterwegs.“
Crew für heute komplett: „Fritjof“ legt im Sportboothafen ab. Foto: harLaut ist es hier: Auch „Aneesa“ sucht schnell das Weite. Foto: har
Im Marinestützpunkt sammeln sich die ZK-10- und Jugendwanderkutter. Die Marineflotte mit ihren grauen und weißen GfK-Booten ist schon seit ein paar Tagen einsatzbereit. Ein paar neue Gesichter sind auf der Mole zu sehen, erfreulicherweise auch etliche jüngeren Geburtsjahrgangs. 😉 Das Boots-Team der Marine ist eingespielt und zugewandt; alles klappt wie am Schnürchen. Im „Backoffice“ rauchen bei den Organisatoren die Köpfe. Viele kleinere Probleme müssen auf allerletzten Drücker noch beseitigt werden. Die Seglerinnen und Segler sollen keine Beeinträchtigung erleiden. Wenn viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wüssten, was das für eine Arbeit und Engagement bedeutet, um eine solche Regatta auf die Beine zu stellen. Kleiner Hinweis: Das funktioniert nur mit Einsatz bis kurz vor Selbstaufgabe …
Listen sind abgeglichen –Zugangsbändchen verteilt
Die Braunschweiger Freunde sind auch schon längst angekommen; die Zelte im Zeltlager stehen, die „Pisagua“ liegt friedlich neben „Aneesa“ im Päckchen. Die Zugangsbändchen sind verteilt, die Listen abgeglichen. Die Regatta kann beginnen. Wermutstropfen: Langfahrten wird es wahrscheinlich nicht geben können. Um die Regatta-Flotte begleiten zu können, bedarf es entsprechender Fahrzeuge. Die werden angesichts der aktuellen Sicherheitslage aber in anderer Weise benötigt. Aber wir mögen ja auch die Innenförde. 😉 Klaas
Leichter Wind, strahlender Sonnenschein: Die MJK-Kutter sind unterwegs. Foto: har
Und dann sind es mehr als sechs Knoten Fahrt am Wind. „Aneesa“ lernt das Laufen. Foto: har
Nur noch wenige Tage bis zur Kieler Woche und zur Marinekutterregatta. War das nicht alles vor kurzem noch so weit hin? Die Zeit zum Trainieren ist wie im Fluge verstrichen, und die Boote waren zudem ja noch gar nicht so lange im Wasser. Wer am späten Nachmittag in den vergangenen Tagen zum Sportboothafen ging und nach den beiden ZK-10-Kuttern schauen wollte, wurde öfter überrascht, dass die beiden Boote gerade für einen Schlag fertig gemacht wurden.
Jörni verschafft der „Fritjof“-Crew die nötige Routine. Foto: Behling
Segeln lernt man durch Segeln. Vor allem die Routine-Abläufe sollen in jeder Situation „sitzen“. Jörni macht das in seiner ganz eigenen Routine mit liebevoller Wiederholung und Erklärung. Selbst wenn ihm doch etwas an Bord gegen den Strich geht, nutzt er selten das laute Wort, sondern vielmehr eine freundliche, doch eher rhetorische Frage … 😉 Auf dem Nachbarkutter ist es genauso ruhig. Das lautstarke gegenseitige Anbrüllen, das andernorts üblich ist, fehlt hier in Gänze. Sarah führt „Aneesa“ durch beginnende Manöver und notfalls eine gerunzelte Stirn. Sollte sie doch einmal laut werden, ist es wie bei Jörni auf „Fritjof“: Als angesprochene Person darf man sich „warm anziehen“. Beruhigend: Die Betroffenen sind eigentlich nie im eigenen Kutter … Noch ist das heimische Revier unser eigenes. Andere Kutter verirren sich doch selten hierher. Und deshalb sind die Tage vor der Kieler Woche sehr familiär. Einige Fotos vom Training liefern uns die Kieler Nachrichten: Redakteur Frank Behling, DIE Koryphäe für alles, was schwimmt, egal wie es angetrieben wird, hält die Kamera in unsere Richtung. Danke! 😉
Es sieht nach mehr Wind aus, als es ist; aber auch damit muss man fertig werden. Foto: Behling
Kleinigkeiten müssen geübt werden, gerade wenn sie noch ungewohnt sind – wie zum Beispiel ein funktionierendes Schwert auf „Aneesa“. Hat jemand das Schwert vor dem Wind hochgeholt? Ach ja, das geht ja nun … Nils, Christiane, Jörni und Klaas basteln zudem noch auf den letzten Pfiff. So hat die elende Plackerei beim Ausösen von „Aneesa“ ein Ende: Zwei mobile elektrische Bilgepumpen, eine Batterie und ein Schaltkasten später ist nicht mehr jeder Regenguss ein Schrecken. Die ungewollten Löcher im Boot, enstanden durch eine wackelige Fußraste, sind abgedichtet. Wird bis nach Ende der Regatta halten. „Fritjofs“ Pinne ist durch eine Pinnenverlängerung mal eben aufgewertet worden. Und der Spinnakerbaum-Beschlag am Großmast, der mit allen sechs Schrauben einfach so herausgezogen werden konnte, ist auch wieder fest.
Spinnaker steht! Jörni gibt an Bord von „Aneesa“ ein bisschen Nachhilfe-Unterricht. Foto: har
Auch ein bisschen Nachhilfe an Bord von „Aneesa“ in Sachen Spinnaker-Segeln ist unter Jörnis Aufsicht erfolgreich gewesen. Unser roter Kutter hat so einige Eigenheiten. Das nicht funktionierende Schwert war eine gewesen. Aber auch sonst hat das Boot „Charakter“. So ist der Spinnakerbaum-Beschlag ungewöhnlich hoch angebracht und vernietet, was bei jedem Setzen des Großsegels ein Kuddelmuddel mit der Reihleine verursacht. Der gebrauchte Spi-Baum stammt zudem vom „freien Markt“ aus den Kleinanzeigen. Aber nun passt es irgendwie alles zusammen. Und „Aneesa“ kommt plötzlich auch vor dem Wind auf mehr als sechs Knoten Fahrt. Aber bei allen Vorbereitungen zählt ab dem kommenden Wochenende nur eins, nämlich Jörnis Credo, das er vor jeder Kieler Woche ausgibt: „Wir wollen alle zusammen Spaß haben; nur darauf kommt es an!“ Dem ist, wie auch in 2025, 2024, 2023 …, nichts hinzuzufügen! Klaas
Gute Laune bei der gesamten Wettfahrt (von links): Arne, Oli und Jörni. Foto: privat
Am Freitag, dem 5. Juni 2026, hieß es für die Crew der „Spurlos“: Leinen los zur 24-Stunden-Regatta in Möltenort. Mit an Bord waren Skipper Oli sowie die Crewmitglieder Arne von der „Nyfiken“ (Spaekoker) und Jörni. Um 17:30 Uhr legten wir in Düsternbrook ab und erreichten pünktlich um 18:03 Uhr die Steuermannsbesprechung in Möltenort. Nach erfolgreicher Anmeldung nahmen wir unseren GPS-Tracker entgegen. Die wichtigste Voraussetzung für die Wertung war die Umrundung der ausgelosten Gefahrtonne 3 auf Höhe von Bagenkop auf der Insel Langeland. Vor dem Start verabschiedete uns Claire mit einem liebevoll zusammengestellten Proviantpaket und winkte uns zum Abschied hinterher. Um 19:00 Uhr fiel schließlich der Startschuss für insgesamt 15 teilnehmende Schiffe. Das größte Boot maß 50 Fuß, das kleinste war unsere „Spurlos“ mit ihren 26 Fuß.
Noch ist das Revier geschützt und die See nicht ruppig. Foto: Jörn
Trotz der überschaubaren Teilnehmerzahl herrschte an der Startlinie reger Betrieb. Bereits am Abend entwickelte sich die Regatta zu einem wunderschönen Segelerlebnis. Der Wind wehte aus Westnordwest und ermöglichte uns bei Halbwind bis Raumschotskursen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von etwa fünf Knoten auf dem Weg zur Tonne.
Die typische Ostseewelle zeigte sich zwar etwas ruppig und brachte die „Spurlos“ gelegentlich ins Schlingern, doch zum Glück hatten wir für das Abendessen vorgesorgt: Kassler, Sauerkraut und Kartoffeln stärkten die Mannschaft für die Nacht.
Ein besonderes Highlight war der Sonnenuntergang auf Höhe des Kieler Leuchtturms. Dabei konnten wir beobachten, wie die Kreuzfahrtschiffe „Norwegian Sun“ und „Costa“ offenbar ebenso wie wir den spektakulären Anblick genossen. Faszinierend war erneut die Erfahrung einer Sommernacht auf der Ostsee: Es wird nie wirklich dunkel, und ein heller Dämmerungsschimmer wandert die ganze Nacht über am Horizont entlang.
Sonnenuntergang am Kieler Leuchtturm. Foto: Jörn
Gegen 1:00 Uhr nachts erreichten wir die Tonne, umrundeten sie und traten sofort den Rückweg an. Die Wettervorhersage hatte angekündigt, dass der Wind ab etwa 5:00 beziehungsweise 6:00 Uhr deutlich nachlassen und von West über Süd auf Südost drehen würde.
Auf dem Rückweg mussten wir mehreren Containerschiffen sowie einem Schlepper ausweichen. Mit dem verbleibenden Wind erreichten wir schließlich wieder die deutsche Küste. Doch auf Höhe von Kalifornien bei Schönberg herrschte nahezu Flaute. Nun galt es, einzelne Windfelder aus der Thermik des Morgengrauens aufzuspüren.
Mit der einsetzenden Winddrehung nahmen wir Kurs auf den Nordhafen von Kiel-Schilksee. Dort zeigte die Rollfockanlage beim Bergen der Genua erste Schwächen. Anschließend liefen wir Wendtorf an, wo Oli die Anlage kurzerhand reparierte. Da der Wind inzwischen wieder aufgefrischt hatte, wechselten wir gleichzeitig von der Genua auf die Fock.
Und es wird nie so richtig dunkel. Foto: Jörn
Mittlerweile machte sich die Müdigkeit bemerkbar. Doch die Spannung der Regatta und das Regattafieber hielten uns wach. Zwar döste gelegentlich der eine oder andere kurz vor sich hin, doch mindestens zwei Crewmitglieder waren jederzeit aufmerksam und einsatzbereit.
Von Wendtorf aus segelten wir erneut nach Schilksee, diesmal in den Südhafen, um weitere Bonusmeilen zu sammeln. Dabei galt die Regel, dass zwischen den angelaufenen Häfen jeweils mindestens vier Seemeilen liegen mussten. Nach dem Auslaufen aus Schilksee schlief der Wind jedoch erneut ein. Unsere ursprüngliche Idee, in der verbleibenden Zeit noch vom Wiker Hafen nach Laboe zu segeln, mussten wir daher begraben. Stattdessen liefen wir erstmals den Wiker Hafen an und schafften es anschließend noch bis zur Spitze der Heikendorfer Bucht.
Nach 24 Stunden dann doch zu müde für eine große Feier
Inzwischen war es Samstag, der 6. Juni 2026, und die Uhr zeigte 18:45 Uhr. Nach und nach trafen auch die übrigen Regattateilnehmer in der Kieler Innenförde ein. Um 18:50 Uhr überquerten wir schließlich erschöpft, aber glücklich die Ziellinie. Die Auswertung und Siegerehrung begannen erst um 21:30 Uhr. Die Freude war groß, als Oli den Preis für unseren Gruppensieg entgegennehmen durfte. Gegen 22:30 Uhr verließen wir die Veranstaltung und machten uns auf den Weg zurück in unseren Heimathafen, den wir gegen 23:00 Uhr erreichten. Den ursprünglich geplanten Besuch im „Tucholsky“, um dort andere Regattateilnehmer zu treffen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen, verwarfen wir schließlich angesichts unserer Müdigkeit. Nach 24 Stunden auf See, vielen gesegelten Meilen, wenig Schlaf und einer gehörigen Portion Teamgeist bleibt vor allem die Erinnerung an eine großartige Regatta und eine starke Crew. Jörni
Plötzlich erhebt sich querab in der Nähe des Marinestützpunkts ein weißer Rücken aus der Kieler Förde. Ein Schweinswal? Falsche Farbe. Delphin und Tümmler passen auch nicht ins Schema. Als sich der Kopf kurz abzeichnet, ist jedoch klar, dass es sich hier in jedem Fall um einen Wal handelt, der gerade parallel zu unserem Kutter „Aneesa“ unterwegs ist. Die Crew reagiert fix und hebt ein Smartphone; denn diese Sichtung ist nun doch reichlich ungewöhnlich. Schnell wird die Begegnung bei Instagram hochgeladen und ein Journalist unseres Vertrauens markiert. Die Redaktion der Kieler Nachrichten meldet sich ganz schnell, und Frank Behling fragt alle nötigen Daten für eine Veröffentlichung ab. Ob es ein Beluga ist, vielleicht sogar das selbe Tier, das vor einigen Wochen in der Flensburger Förde gesichtet worden ist, muss zunächst Spekulation bleiben. Spektakulär ist das Ereignis für die „Aneesas“ jedoch in jedem Fall.
Pfingstwochenende bedeutet Segeln und vor allem Vorbereitung für die Marinekutterregatta. Pfingsten bedeutet allerdings auch Urlaubszeit, und in diesem Jahr heißt das: Die Beteiligung ist, nun ja, übersichtlich. Die Crew der „Aneesa“ ist zumindest so zahlreich dabei, dass zumindest ein Kutter alle drei Tage auf die Förde kann. „Fritjof“ bleibt dagegen frisch überholt, repariert, mit allerlei neuen Beschlägen ausgerüstet, segelfertig im Hafen liegen. Manöver Kutter gegen Kutter müssen deshalb in diesem Jahr leider ausfallen.
Wo ist der verflixte Schraubenschlüssel geblieben? Christiane, Malte und Nils versuchen sich in intensiver „Recherche“. Foto: mor
Freitag und Sonnabend hatten zunächst kleine Restarbeiten an den Kuttern erledigt werden müssen. Und wie Murphy’s Law es verlangt, gingen dabei auch zwei Schraubendreher und ein ziemlich teurer Schraubenschlüssel über Bord. Nils schaffte es dann mit einem Kescher zumindest einen Schraubendreher wieder an Land zu holen. Der war sehr aufsehenerregend beim Drehen des Spanners im Vorstag von „Aneesa“ wie ein Geschoss weggeflogen – glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen.
Zunächst stand ganz entspanntes Manöverfahren auf dem Programm: Wende, Halse, Wende, Halse … Und natürlich hieß es, das frisch von Nils und Helfer:innen-Crew eingebaute neue Schwert zu testen. Und? Es funktioniert. Zum ersten Mal seit Jahren läuft dieser Kutter vor dem Wind wieder mit aufgeholtem Ballast – ohne Furcht haben zu müssen, das Schwert nicht wieder herunterlassen zu können.
Ablegen: „Aneesa“ geht wieder auf Tour. Foto: har
Unterschied Nummer zwei zu den vorhergehenden Jahren: Das Wetter ist gut. Waren alle Beteiligten in 2025 und 2024 jeden Tag nass bis auf die Haut, muss in diesem Jahr heftig Sonnenmilch verteilt werden. Zwischendurch eine kleine ausgedehnte Pause mit Dörtes Schokoladenkuchen am Vereinssteg – es kann einem wirklich schlechter gehen beim Segeltraining. Am ersten Tag war der Wind passend schwach, um einfach mal alles auszuprobieren; am zweiten Tag reichte es, um am Wind schon ziemlich nass im Boot zu werden. Ohne Regen wohlgemerkt.
„Aneesa“ kommt nach einem langen Segeltag zurück. Video: har
Neben der Walsichtung freuten wir uns alle über ein zweites außergewöhnliches Ereignis: Stefan „Logge“ Kienberger und Axel Baas hatten von früh bis spät in der kochend heißen „Johanna“ gewerkelt, um dort am Innenborder zu arbeiten. Und zunächst sah es nicht gut aus. Die Bilge im Motorraum stand voll altem Öl, und der Anlasser produzierte das Knacken eines Relais und dann viel zu viel Wärme – sprich: einen heftigen Kurzschluss. Und auch wenn an der Elektrik noch zu arbeiten ist, der Spritschlauch noch Luft zieht und ein Impeller gewechselt werden muss: Die beiden bekamen es hin, den Motor nach Jahren wieder zum Laufen zu bekommen. Chapeau!!! Wer es hören möchte, kann es hier tun. 😉 Klaas
Hier entstehen Rohlinge aus Holz für die Abdeckung sogenannter Runzeln eines Kutters. Foto: har
Die ersten Segelboote sind schon auf der Förde in Betrieb. Kleine Vereine wie unsere brauchen für das Fitmachen der Flotte immer ein bisschen länger – und deshalb wird an vielen Stellen in der MJK noch gewerkelt, damit im Mai auch unsere Boote wieder sicher auf dem Wasser unterwegs sein können.
Bennet weiß, wie Schäden professionell beseitigt werden: Hier schließt er eine Öffnung, die da nicht hingehört. Foto: Nils
Da der überdachte Raum endlich ist, müssen etliche kleine Reparaturen und Verschönerungsarbeiten nacheinander bewerkstelligt werden. Die Holzteile an den beiden Kuttern verlangen nach Aufmerksamkeit; aber für die Lackierarbeiten müssen erst die passenden Temperaturen für die Verabeitung der Farben vorhanden sein. Gleiches gilt für alle Ausbesserungen am glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK). Der Winter war lausig kalt. Wir merken es an der To-do-Liste.
Vor allem Holz bedarf der Pflege: Jörn streicht Duchten des Kutters „Fritjof“. Foto: har
Der eine oder andere Schaden braucht für seine Beseitigung zudem durch die vielen kleinen nötigen Schritte besonders viel Zeit. Ein Loch im Rumpf einer Jolle, bei der sowohl Holz als auch Kunststoff betroffen sind, lässt sich leider nicht im Handumdrehen schließen. Aber der „Floh“, um den es konkret geht, ist inzwischen wieder so professionell behandelt worden, dass es die Betrachterinnen und Betrachter nur staunen lässt. Gleiches gilt für den erneuerten Lukendeckel aus dem Kutter „Aneesa“, dessen Holzkern leider in der vergangenen Saison das Zeitliche gesegnet hatte. Schon bei „Fritjof“ hatten wir dieses Teil ausgiebig verstärken müssen. Nils hat bei „Aneesa“ sogar einen Komplett-Neuaufbau hingelegt.
Dieses Holz hat seine beste Zeit hinter sich. Nils entkernt eine Luke des Kutters „Aneesa“ und baut sie neu wieder auf. Foto: Schäle
Nun kommt hoffentlich bald auch das neue Kutter-Schwert, das bei dem Handwerksbetrieb unseres Vertrauens in Auftrag gegeben worden ist. Dann hat „Aneesa“ endlich eine Chance, vor dem Wind mit aufgeholtem Gewicht etwas schneller zu werden.
Aber auch die ersten Arbeiten für den nächsten Winter können wir bereits in unser Lastenheft schreiben. Bei der Albin Vega „Johanna“ besteht immer noch das Problem mit dem Einbaumotor, und das erinnert langsam an den legendären „Blutfleck“ aus der Oscar-Wilde-Geschichte „Das Gespenst von Canterville“. Aber darüber hinaus haben Malte und Marcel beim Aufarbeiten des Antifoulings festgestellt, dass das Unterwasserschiff nach der Saison komplett neu aufgebaut werden muss – und zwar möglichst in einer Halle. Das Problem werden wir auch lösen, wenn auch nicht in Kiel, weil hier am Ort passende Hallenplätze schon mit so langen Wartelisten versehen sind, dass sich das „Anstellen“ nicht einmal mehr lohnt. 😉 Klaas
Mit mehr Optis auf dem Wasser wurde die Regatta spannender als früher. Foto: har
Höhepunkt zum Ende des Jahres mit Punsch, Kakao, Kartoffelsuppe und vielen, vielen süßen Waffeln: die Nikolausregatta der Marine-Jugend Kieler Förde. Diesmal trafen wir sogar den richtigen Tag, denn der erste Sonnabend im Dezember war tatsächlich der 6. Dezember. Mit knapp 50 Mitgliedern und Gästen war die Veranstaltung gut besucht. Viele Freunde der MJK waren da: von der Arsenal Segel Gruppe „gegenüber“ auf der anderen Seite der Förde, von der Segelgemeinschaft der Marineflieger vom Plüschowhafen und natürlich aus Braunschweig von der dortigen Marine-Jugend.
Zur Nikolausregatta sind selbstverständlich auch Schiedsrichterinnen passend gestylt. Foto: har
Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre hatten Janek und Malte das Programm etwas straffer gestaltet und auf das Wurfleinewerfen verzichtet. Auch den Segelwettbewerb stellte er auf neue „Beine“ und schickte nicht wie bisher jeweils zwei Boote im direkten Vergleich auf die Bahn, sondern vier oder fünf. Es sei vorweggenommen: Tatsächlich wurde es auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer viel spannender als zuvor. Die Anteilnahme war groß, der Spaß bei allen Beteiligten riesig. Und am besten: Die Veranstaltung zog sich nicht unnötig in die Länge. Noch vor Anbruch der Dunkelheit war der Wettkampf erfolgreich beendet, die Boote allesamt aus dem Wasser gesäubert und verpackt. Selbstverständlich waren einige Unverbesserliche, Britta aus Braunschweig an der Spitze, nach Beendigung der Regatta in die eiskalte Förde gehüpft. Tradition verpflichtet halt. 😉 Die Preise für die Regatta teilten sich die Vereine gut auf: Bennet von der MJK vor Frank von der ASG und Timo von der MJ BS. Und nach getaner Arbeit durfte sich die durchgefrorene Truppe fröhlich am Tresen Heißgetränke und Essen abholen, das von Asha, Heinke, Tina und Dörte im Akkord ausgegeben wurde. Das neue Konzept kam gut an; es wird so mit Sicherheit im kommenden Jahr wiederholt. Klaas
Am Ende der Veranstaltung „dampfte“ der gesamte Gruppenraum. Kartoffelsuppe und Waffeln, Kakao und alkoholfreier Punsch waren heiß begehrt. Foto: har
Um in diesem Jahr ein wenig Organisation in die anstehende Winterarbeit zu bekommen, haben wir für alle Entscheidungsträgerinnen und -träger und vor allem unter Beteiligung unserer Expertinnen und Experten im Verein erstmals ein Planungstreffen anberaumt. Malte als Sportwart hatte die Sitzung vorbereitet. Und sogar Axel als Motoren-Spezialist war eigens aus Stadum dazugekommen. Nacheinander wurden alle verfügbaren Boote „abgearbeitet“. Überraschend fix einigte sich die gesamte Gruppe auf Einschnitte im Fahrzeugpark. Die Varianta „Regulus“ hat mittlerweile ein Alter und einen Sanierungsbedarf erreicht, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung einen Weiterbetrieb nicht mehr sinnvoll erscheinen lässt. Auch der Jollen-Bestand wird ausgedünnt. Es haben sich zu viele verschiedene Typen angesammelt, die nicht nachgefragt werden. Das gilt auch für die doch zu hohe Anzahl von Optimist-Jollen. Klar wurde auch schnell, dass mit diesen Entscheidungen die Arbeit nicht weniger wird. Denn sowohl die Kutter bergen einigen Aufwand als auch unser „Dickschiff“, die „Johanna“, die neben der Lösung ihrer Motorprobleme auch noch zwei, drei, vier weitere kleinere Baustellen hat. Aber der Winter ist ja noch lang. Klaas
Aber bitte beim Schrubben nicht in den Bach gehen … Die „Regulus“ wird gleich gesäubert. Foto: har
So schade es sein mag: Am Ende der Saison müssen die großen Boote eben raus aus dem Wasser. Und auch am Ende der Saison 2025 ließen wir uns nicht bis zum allerletzten möglichen Termin Zeit. Die Temperaturen sollten halbwegs stimmen. Und für den Fall, dass doch etwas schief geht, ist es gut, noch ein bisschen Luft nach hinten zu behalten.
Wir hatten uns dieses Mal auch gut vorbereitet, damit der eigentliche Tag des Kranens zeitlich nicht so ausufert wie schon einige Male zuvor. Die Halle war aufgeräumt, alles zusammengeschoben und verpackt, dass möglichst nichts im Wege steht. Die großen Kutterböcke standen schon so bereit, dass ein Kutter direkt dort abgesetzt werden konnte. Jens hatte rechtzeitig den großen Anhänger von „Aneesa“ zum Gelände gezogen; der Bootswagen von „Regulus“ war vom Trailer heruntergeholt, der stählerne Kutter-Bootswagen auf den Parkplatz gebracht und eine kleine Crew für das Kranen der „Johanna“ eingeteilt worden. Werkzeug, Schrubber. Schaber, Eimer – alles zurechtgelegt. Es konnte losgehen.
Tetris spielen mit Booten: Die „Regulus“ senkt sich auf einen Bootswagen, der auf dem Trailer der „Aneesa“ steht. Foto: Jörn
Wie immer kam Peer mit seinem riesigen Kranwagen auf die Kiellinie und nahm professionell das Szepter in die Hand, um alle MKJ-Boote nacheinander an Land zu stellen. „Regulus“ erhielt diesmal den größten Aufwand zugebilligt. Ihr Bootswagen stand auf dem Trailer des Kutters „Aneesa“. Als das Gespann sicher und fertig verzurrt war, übernahm Dirk die Fuhre, um die Varianta in eine Scheune bei Kiel zu bringen, immer Jens an der Seite. Die übrigen Schiffe waren in Windeseile auf dem Trockenen, untenrum geputzt und am jeweiligen Winterplatz abgestellt. Auch die „Johanna“ in Schilksee schwebte derweil ins Außenlager. Die umfängliche Vorbereitung machte sich bezahlt. Sogar das Aufräumen geriet so fix, dass die gesamte Aktion noch vor Dunkelwerden erledigt war – und im Gruppenraum noch ein kräftiger Schlag Nudeln mit Tomatensoße „vernichtet“ werden konnte, den Tina und Dörte unter den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern austeilte. Einzig die Planen mussten noch über die Kutter gezogen werden. Nils machte sich am selben Abend bei „Aneesa“ im Stockfinstern daran, Jörn und Jonas am darauffolgenden Tag bei „Fritjof“. Klaas
Langsam schwebt „Regulus“ zum Land – Segeln ist auch abseits des Wassers ein echter Teamsport. Foto: JörnDer lange Arm des Krans bringt „Aneesa“ sogar über die Hecke auf den Parkplatz. Foto: harPeer hat die ganze Aktion von Anfang bis Ende völlig im Griff. Foto: harEingepackt und schön trocken unter der Persenning: „Aneesa“ liegt auf den Böcken. Foto: JörnDer Bootswagen, den wir mit „Aneesa“ erworben haben, macht die Kutter auch auf dem Trockenen sehr beweglich. „Fritjof“ ist in Windeseile unter der Veranda. Foto: Jörn
„Fritjof“ kam beim Absegeln am schnellsten aus den Hafen. Foto: har
Eigentlich hatten wir mit den vier großen Booten im Sporthafen die gemeinsame Tour Richtung Außenförde in Angriffe nehmen wollen. Eigentlich. Das Wetter war schön sonnig; der Wind hielt sich in Grenzen. Die Laune war gut. Aber … Der gewählte Tag hatte sich dennoch als ungünstig herausgestellt, weil etliche Mitglieder kurzfristig absagen mussten: Beruf, Familie, Gesundheit. Also wurde die „Regulus“ direkt auf dem Steg aus dem Programm gestrichen. Beide Kutter und die Albin Vega „Johanna“ wurden schnell vorbereitet und verließen nacheinander die Boxen. Nur leider kamen sie nicht alle sehr weit. Während „Fritjof“ zügig den Hafen verließ, driftete „Aneesa“ seitwärts ab. Alle Versuche im Trimm halfen nichts; der zugegeben personell überbestückte Kutter ließ sich nicht in die Spur zwingen. Also zurück in die Box und wieder festgemacht.
Notfalls mit Motor auf das Wasser: Hauptsache gute Laune. 😉 Foto: har
Aus zu wenigen Mitseglerinnen und Mitseglern für alle Boote waren innerhalb einer halben Stunde ein bisschen zu viele Seglerinnen und Segler für zu wenige Boote geworden. „Fritjof“ war mittlerweile nur ein Punkt am Horizont. Also teilte sich die „Aneesa“-Crew auf die „Johanna“ und unser großes Schlauchboot auf. Not macht erfinderisch. Und so legte die wunderliche Truppe dann mit Verspätung doch in den Sonnenschein ab. Der restliche Tag verlief dann eher unspektakulär. Alle genossen einfach das gemütliche Segeln (oder Motoren) und ließen einige Stunden auf dem Wasser die Gedanken treiben. Die kleine Catering-Schar um Tina hatte derweil am Vereinsheim schon den Imbiss vorbereitet. Wind und Sonne machen hungrig: Kein Wunder, dass dann trotz des holperigen Starts am Morgen nicht viel von Würstchen, Salaten und Kuchen übrig blieb. 😉 Klaas
Nils, Sarah und Klaas sind noch wach. Alle anderen machen, nun ja, eine Pause … 😉 Foto: har
Janek und Jonas geben letzte Ratschläge vor dem Ablegen. Foto: mor
Nach den Sommerferien ist immer noch ein bisschen Zeit, um den Rest der Saison mit Segel-Stunden zu füllen. Zwar waren die Kutter auch in der vergangenen Urlaubszeit immer wieder unterwegs gewesen; die Jollen dagegen waren dagegen nach der Frühjahrsmüdigkeit auch gleich Opfer der Sommerpause geworden. Mangels Nachfrage hatten auch die Sonnabende im Vereinsleben in jüngster Zeit nicht mehr regelmäßig genutzt werden können. Nun gab es einen neuen Anlauf. Und der machte richtig Spaß.
Schlechtes Wetter gibt es nicht, zeigen Ole und Jonas und jagen einen „Floh“ über die Förde. Foto: mor
Optimisten raus, eine „Floh“-Jolle raus, die Motoren der Begleitboote betankt, alles zu Wasser gelassen. Und schon konnte es losgehen. Fast. Das große Schlauchboot war gerade von Stefan fit gemacht worden und schnurrte wieder; aber das Rigg eines Optis musste schnell nachgearbeitet werden. Dann startete der Segelnachmittag wirklich: Das Handling ihrer Boote hatten alle noch verinnerlicht, auch wenn die Bewegungsabläufe das eine oder andere mal ein bisschen „eingerostet“ war. Aber immerhin lief es gleich so gut, dass man sich auch auf äußere Umstände wie Vorfahrtsregeln konzentrieren konnte. In der Ferne hatte sich eine andere Gruppe mit Kutter „Fritjof“ auf den Weg gemacht, der dann „majestätisch“ die schnelleren Jollen vorbeiziehen ließ. Fazit des Tages: Bei stetiger Beteiligung könnte auch der Jollennachmittag am Sonnabend wieder an Schwung gewinnen. Klaas