Wiederauferstehung für den „Großen Preis“

Gute Quizformate kann man durchaus für den vereinsinternen Unterricht recyclen. Foto: Finja

„Ich glaube, dass wohl jeder weiß, es läuft jetzt hier der große Preis. Es geht mal wieder um Moneten. Mal hat man sie, mal gehen sie flöten.“ Diesen Spruch kennen wohl einige der Älteren. Und doch passte er diesmal zum samstäglichen Treffen im virtuellen Vereinsheim, wo auch Mitglieder einschalteten, die durch ihr Studium momentan in Niedersachsen wohnen. Zwar ging es nur um den Spaß und nicht um Moneten, aber etwas Wissen mitbringen sollte man trotzdem.

Ohje, wie ist die Lösung zu dem Rätsel an der Wand? Auch wenn die „grauen Zellen“ qualmten, machte es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Riesenspaß. Foto: Finja

Ich hatte mir überlegt, mal wieder „der Große Preis“ zu spielen, um die Theorie in Teilen zu wiederholen. Das jüngste Mal hatten wir es im Vereinsheim gespielt, und ich hatte die Multivisionswand an unsere Tafel gemalt; doch dieses mal gab es eine digitale Variante. Nach der Erklärung, wie diese Wand mit den sechs Kategorien funktioniert, konnten wir auch schon starten. Drei Teams traten gegeneinander an. Jagd wurde als erstes auf die 50-Punkte-Fragen gemacht, wobei allerdings auch taktisch vorgegangen wurde. Letztes Mal gab es bei „Kiel 50“ die Frage: „Wann war die erste Kieler Woche?“, wusste Janek noch und schloss diese Kategorie systematisch für sein Team aus. Deswegen wurde es dann „Allgemeinwissen 40“, und das Team musste überlegen, wie viele Stacheln ein Igel ungefähr hat. Ob diese Frage so viel besser war als die Frage bei „Kiel 50“, wo es um das Baujahr des Bülker Leuchtturms ging, blieb offen. Nach der Frage „Marine Jugend 50“ wurde erstmal gerechnet. Wer war jetzt eigentlich schon wie lange im Verein? Zudem habe ich bereits beim Erstellen der Fragen festgestellt: Die Marine-Jugend Kieler Förde wird in diesem Jahr im Dezember schon 65 Jahre alt. Somit ist unser Stiftungsfest bereits fünf Jahre her.

Aaaah, das sollte man mit einigem Überlegen herausbekommen … Antwort d ist richtig. Foto: Finja

Schnell waren alle 50-Punkte-Fragen beantwortet, und die nächsten Punkte wurden in Angriff genommen. Ein Team wollte die komplette Kategorie „Knoten“ nehmen. Ein großer Bogen wurden erst um die Kategorien „Kiel“ und „Marine-Jugend“ gemacht. Die Ausreden waren: „Ich komme nicht direkt aus Kiel, deswegen kenne ich mich da nicht aus!“, „Marine-Jugend kann ich nicht, da kenne ich mich nicht aus“. Letzter Satz stammt von dem Vereinsmitglied, welches am längsten von den anwesenden Jugendlichen im Verein ist. Doch irgendwann mussten auch diese Fragen beantwortet werden, um Punkte zu bekommen. Und siehe da, so schlimm waren die Fragen nicht. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, machten wir uns auf, um noch etwas zu segeln. Von Dubai über Kiel, Frankreich und New York war alles dabei, und wir hatten noch einige lustige Wettfahrten. Und schnell war es dann auch schon halb sechs … und wir beendeten den Tag.

Zum Abschluss wird gesegelt – zurzeit natürlich leider ebenfalls nur am Rechner. aber dafür sitzen die Manöver nach einigem Üben auch schon sehr gut. Foto: Finja

Im Vereinsheim wurde währenddessen unter Einhaltung der Corona-Regeln auch gearbeitet. Unsere Rollläden wurden wieder gangbar gemacht. Nach dem letzten Herunterlassen hatte man sie plötzlich nicht mehr so nutzen können, wie es sich gehört. Doch Thomas und Guido behoben dieses ärgerliche mechanische Problem. Nun kommt wieder Tageslicht in unseren Gruppenraum. Nächstens werden wieder Schleifmaschinen heulen und Lacke gemischt. Denn auch unter Corona-Bedingungen müssen die „echten“ Segelboote fit gemacht werden für die nächste Saison.
Finja

Neues Jahr – neues Glück – und viele Vorhaben

Was ist über Weihnachten hängengeblieben? Finja lässt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gruppennachmittags den Diamantknoten üben. Screenshot: har

Länger als bis zum 2. Januar dauerte es bei der Kieler Marine-Jugend nicht in 2021, bis der erste Gruppennachmittag des neuen Jahres gestartet wurde. Nach Weihnachtsbraten und Silvesterfeier loggten sich ganz tapfer knapp 20 Mitglieder pünktlich gegen 14 Uhr ins Online-Vereinssystem ein, um die Vorhaben der kommenden Saison zu besprechen. Finja und Janek hatten sich für den heutigen Tag vorgenommen, bei den jüngeren Mitgliedern die Wünsche für mögliche Projekte abzufragen. Einhellige Zustimmung gab es bei dem Punkt, erstens mit größeren Booten längere Touren zu machen und zweitens diese Segelausflüge ohne die Begleitung der üblichen älteren Erwachsenen und – vor allem – ohne die Eltern zu gestalten … 😉 Da kommt die aktuell laufende Führerschein-Ausbildung gerade zur rechten Zeit, um diesen Wunsch hoffentlich bald auch erfüllen zu können.

Stephan hatte Material besorgt und Knotensets gebastelt, die rechtzeitig vor Weihnachten von Tina, Tinka und Stephan verpackt und am Marineheim verteilt worden waren. Nun werden die Sets in der Gruppenarbeit auch benutzt. Fotos: Stephan/Tina

Damit heute nicht nur geredet, sondern auch praktisch etwas umgesetzt wird, ließ Finja die Tau-Enden hervorholen, die vor Weihnachten verteilt worden waren. Und wieder hieß es, Gebrauchs- und Zierknoten zu üben. Die Weihnachtstage hatten nicht ausgereicht, um die wichtigen Knoten wie Weblein- oder Palstek zu vergessen; nach kurzer Erfolgskontrolle machten sich die Kinder und Jugendlichen dann an etwas Anspruchsvolleres wie den Diamantknoten.

Wo kommt das Wasser her, und warum kann es nicht abfließen? Diese „Floh“-Jolle gab schon in der vergangenen Saison Rätsel auf. Guido, Malte und Finja machen sich an die Erkundung. Foto: har

Noch kurz vor den Feiertagen hatten sich Finja, Malte und Guido an ein Rätsel in der Bootshalle gemacht. Eine unserer robusten „Floh“-Jollen hatte beim Bewegen an Land durch Geräusche ganz deutlich zu erkennen gegeben, dass sich Wasser im Boot befinden muss – das aber trotz geöffneter Lenzstopfen und Inspektionsluken nicht weniger zu werden schien. Das ist kein Zustand, den unser Bootswart auf sich sitzen lässt. Also rückte der kleine Erkundungstrupp der Jolle mit moderner Technik auf die Pelle: Mit einer an ein Laptop angeschlossenen Endoskop-Kamera und viel Licht wurde Hohlraum für Hohlraum untersucht. Fündig wurden die Drei wie von ihnen vermutet im Bugbereich, wo sich Wasser gestaut und wegen eines Querschotts nicht abgelaufen war. Der Geschmackstest verschaffte Erleichterung: Süß-, nicht Brackwasser. Also war die Feuchtigkeit von oben gekommen, nicht von unten, wahrscheinlich bei einer Kenterung durch die Stecköffnung des Mastes. Mit langem Arm und Schwamm reduzierte Malte die Nässe im Sperrholzboot so weit wie möglich. Der Rest muss nun bei geöffneten Inspektionsluken von allein verfliegen.

Das Schott ist dicht; das Wasser kann hier nicht heraus. Aber die gute Nachricht: Das getränkte Sperrholz hat trotz der stehenden Nässe keinen Schaden genommen. Foto: har

Und der heutige Gruppennachmittag? Der war inzwischen beim sportlich-gemütlichen Teil angekommen. Die Mitglieder hatten sich schon im ersten Abschnitt des Nachmittags geeinigt, in der kommenden Saison vermehrt Regatten angehen zu wollen. Bis das möglich ist, bleibt eben nur das eSailing. Und so versammelten sich auf den Bildschirmen etliche virtuelle Katamarane auf der virtuellen Regattabahn. Die verbissenen Duelle an den Tonnen waren übrigens zu Redaktionsschluss noch nicht beendet. Also: Schon am 2. Januar sind Enthusiasmus und Elan wieder zu hundert Prozent vorhanden. Es wird ein gutes Wassersport-Jahr. Bestimmt.
Klaas

Konzentration auf dem dritten von sechs Teilabschnitten des Regattakurses. Screenshot: har

Zu Weihnachten seit fast einem Jahr vor Timor-Leste

Da waren Asha, Helge und die „Gegenwind“ noch in Grenada: Aber seit fast einem Jahr dümpeln sie wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie über 10.000 Seemeilen von hier entfernt vor Dili in Timor-Leste und warten auf die Gelegenheit zur Weiterfahrt. Foto: Assmann/Reich

In der legendären Sendung „Gruß an Bord“ des Norddeutschen Rundfunks konnte man sie hören, als sie „vom anderen Ende der Welt“ Grüße an weitere befreundete Segler schickten: Asha Reich und Helge Assmann von der Marine-Jugend Kieler Förde auf ihrer Segelyacht „Gegenwind“. Seit fast einem Jahr liegen die drei vor der Stadt Dili auf Timor-Leste und warten darauf, dass sie wieder Anker lichten dürfen. Die Corona-Pandemie hält sie noch immer in ihrem freundlichen Gastland fest. Und so müssen sie dort das Weihnachtsfest feiern – wenigstens schwächte sich der angekündigte Zyklon ab; aber eine kräftige Schaukelei an Bord war es wohl trotzdem. Und der Aufenthalt wird noch eine Weile dauern: Günstige Winde für ihre nächste Etappe nach Malaysia erwarten Asha und Helge frühestens im Mai. Und wann die möglichen nächsten Gastländer ihre Häfen wieder für ausländische Segler öffnen, steht ebenfalls noch in den Sternen. So bleibt es nur, den Dreien von Kiel aus ein frohes Fest und einen guten Rutsch zu wünschen. Wer über die Reise der „Gegenwind“ auf dem Laufenden bleiben möchte, schaut einfach zwischendurch in das Logbuch der Fernsegler.
Klaas

Knoten üben auf Distanz

Auf dem Programm stehen „Gebrauchsknoten“ – und selbst dieses eher nicht so unterhaltsame Thema funktioniert mit guter Laune. Screenshot: har

Das Land ist im Lockdown – na und? Der Gruppennachmittag bei der Marine-Jugend Kieler Förde findet dennoch statt. Und unter Finjas Anleitung machten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das, was sie sonst auch im Marineheim gemacht hätten – Ausbildung für die kommende Saison und/oder den Sportbootführerschein See. In diesem Fall bedeutet das: Knoten üben, also Handwerkszeug für den Alltag: An diesem Weihnachts-Segelnachmittag war, wie an jedem unser Online-Treffen, mal wieder viel los. Vor einiger Zeit hatten wir alle ein paar Tampen, je einen dicken und einen dünnen, bekommen. Und ich war schon gespannt, was wir damit machen würden. Ganz schnell wurde uns klar, das unsere „Fachkentnisse“ gefragt waren. Als allererstes sollten wir aufschreiben, welche Knoten wir kennen. Danach mussten wir alle tatkräftig erklären, wofür diese Knoten überhaupt gedacht sind. Zier- oder Nutzknoten. Und wenn Nutzknoten, dann wofür ist er da? Alle wussten aber irgendetwas, und so kamen wir schnell voran. Als nächstes kam der praktische Teil. Wir sollten die Knoten mit unseren Tampen nachmachen. Für wen das zu einfach war, tat dies mit einer Hand hinter dem Rücken. Dann ging es mit Vorfahrtsregeln weiter. Wer darf zuerst, wer ist im Recht? Und schließlich durften wir segeln – wieder am Computer natürlich. Die Meisten konnten es schon. Die, die es noch lernen mussten, hatten den Dreh beim eSailing ganz schnell raus. Zwar war ich am Ende nie besser als auf dem vorletzten Platz; aber es machte dennoch richtig Spaß. Jedenfalls freue mich schon auf die nächste Runde nach den Feiertagen.
Cathrine

Draußen ist es kalt – drinnen läuft die Regatta

„Virtual Regatta“ macht es möglich: Nach dem Theorie-Teil können die Wettfahrt-Regeln in einer Regatta am Bildschirm nachvollzogen werden. Screenshot: har

Wir bekommen immer mehr das Gefühl, dass wir alle zu Profis werden – nicht nur, was seglerische Inhalte angeht, sondern auch in der Technik: Durch super aufgebaute Online-Treffen bleiben wir gut im Bilde und können trotz Coronas immer noch sehr viel lernen. Auch in der jüngsten Gruppenstunde war es wieder fantastisch: Emily, Hannes, Michel, Jan, Simon, Malte, Liv und ich haben von Janek und Finja Einiges erfahren. Stephan, Klaas, Dieter und Kai guckten uns dabei ein bisschen über die virtuelle Schulter.

Draußen ist es lausig kalt. Aber Cathrine sitzt in ihrem warmen Zimmer und beschäftigt sich online in der Gruppenstunde mit Begriffen aus der Regatta. Foto: har

Unser aktuelles Thema war diesmal die Regatta. Als Erstes sollten wir aufschreiben, welche Begriffe wir bezüglich einer Regatta kennen. Da wurde das „Blatt“ auf dem Schirm plötzlich ziemlich bunt. Jede/r durfte online gleichzeitig im Team seine oder ihre Begriffe „loswerden“. Anschließend sollten alle ihre jeweiligen Begriffe, die sie beigetragen hatten, erläutern. Jeder von uns wusste etwas, sodass wir uns gut ergänzten und alle Teilnehmer etwas Neues lernen konnten.

Der Einstieg – eine „Begriffswolke“ zum Thema Regatta. Screenshot: har

Danach gingen Janek und Finja ins Detail. Wir lernten, auf welchen Strecken man segeln kann, und wie die einzelnen Formen heißen. Außerdem erklärten sie uns, warum man welche Technik benutzt (Weshalb drängeln sich vor dem Start die Boote meistens auf der Steuerbordseite an der Linie und Anderes?) und welche Startsignale es gibt. Das war nicht unkompliziert, aber sehr spannend.

Wie funktioniert bei einer Wettfahrt ein Start, wie segele ich das olympische Dreieck, wie laufen „Up and Down“ und andere Feinheiten der Regatta? Foto: Cathrine

Danach haben wir das Gelernte gleich in die Praxis umgesetzt – nach dem Absegeln und unter Corona-Bedingungen natürlich nicht selbst auf der Kieler Förde, sondern in mehreren E-Sailing-Wettfahrten auf der virtuellen Innenförde. Das hat super viel Spaß gemacht, aber es ist sehr, sehr schwer so zu segeln, wenn man es sonst gewohnt ist, Pinne und Schot selbst in der Hand zu halten. Man hat am Bildschirm aber zumindest die gleichen Probleme wie auf dem echten Wasser und muss lernen, diese zu bewältigen. Natürlich ist es nicht ganz so wie in „echten Booten“; vor allem ist E-Sailing nicht so nass. Aber: Es ist das Beste, was wir zurzeit tun können, um „im Stoff zu bleiben“. Und wir Kinder haben jedenfalls viel Freude daran. 😉
Pushy

Der Start ist schon mal gelungen. Nun müssen die virtuellen „Laser“-Jollen möglichst unfallfrei die ausgelegte Bahn absegeln. Foto: Cathrine
Wo es mit einem Segel je Boot schon ganz gut geklappt hat, probieren es einige Teilnehmer zum Schluss noch in einer größeren Klasse… Foto: Cathrine

Segeln aus dem heimischen Cockpit

Michel und Hannes (vorn) sind in der Gruppenstunde sogar mit unterschiedlichen Themen gleichzeitig im virtuellen Marineheim unterwegs. Wenn die beiden Jungen nicht am „Ruder“ stehen, ist Papa Mirco hier dabei, den Sportbootführerschein zu lernen. Foto: Mirco

An diesem Vereinsnachmittag waren Jörni, Liv, Arne, Michel, Stephan, teilweise Dieter, n kurz Pushy und Klaas dabei – und natürlich ich selbst. Ich habe mich sehr darüber gefreut , endlich mal wieder einige Freundinnen und Freunde aus dem Verein zu sehen. So konnten wir mal wieder ein bisschen quatschen und Späße miteinander machen. Es hat alles sehr gut geklappt und hat mir wieder viel Spaß gemacht. Zwischendurch brachte Papa uns – Michel und mir – auch unser verspätetes Mittagessen; da hab ich mal eben den Ton und die Kamera ausgestellt. War echt lecker… 😊

Aufbau eines „Optimisten“ besprochen

Wir haben den Aufbau eines Optis besprochen. Da war dann auch Michel gefragt und musste – mit meiner Hilfe – schon mal ein paar Fragen von Jörni beantworten. Später hatte Michel aber keine Geduld mehr, und das darf er als Siebenjähriger dann ja auch. Da ist er doch lieber eine Regatta am Laptop gesegelt. Wir Größeren haben noch Anlegemanöver besprochen und uns außerdem Ausschnitte von Regatten wie der „Vendée Globe“ angeguckt. Um kurz nach 16 Uhr war dann leider schon wieder Schluss. Aber ich freue mich schon aufs nächste Mal.
Hannes

Den Kutter auch von innen trockenlegen

Die Einzelteile des Gestells für den Kutter „Fritjof“ sind noch von der vergangenen Wintersaison vorhanden – zum großen Teil jedenfalls. Foto: har

Die Pandemie-Vereinswochenenden ruckeln sich wieder langsam zurecht: Die Kinder und Jugendlichen büffeln bei sich jeweils zu Haus – aber gemeinsam am Bildschirm – Segeltheorie. Derweil findet sich die kleine Werkstatt-Gemeinschaft im Marineheim ein, um mit der „praktischen Winterarbeit“ voranzukommen. Auch wenn die Personenzahl vor Ort gering scheint, ist es erstaunlich, wie viele Gewerke sich gleichzeitig bearbeiten lassen, wenn nur genug Ellenbogen-Freiheit vorhanden ist.

Stephan hat die Pumpen in Betrieb genommen. Nun wird der Kutter gelenzt, lustig angesichts der Tatsache, dass er hoch und trocken an Land weilt … der Kutter, Stephan natürlich auch. 😉 Foto: har

Sehr spontan haben sich die Kutterführer verabredet, um sich „Fritjof“ an diesem Tage vorzunehmen. Der Winterplan sieht vor, den Kutter trockenzulegen, um dann zu Beginn des neuen Jahres mit den vergleichsweise geringen Ausbesserungsarbeiten weiterzumachen. Gesagt. Getan. Unter den Bodenbrettern ist reichlich Flüssigkeit vorhanden – Süßwasser zum Glück, denn der Kutter steht seit dem Kranen wie ein Regenfass vor dem Vereinsheim. Das Lenzen mit Ösgefäßen erweist sich für Jörn und Stephan als recht mühsam. Also wirft letzterer eine Elektropumpe an und befördert reichlich klares Wasser außenbords. Anschließend zimmern und sägen die Beiden das robuste Holzgestell passend zusammen, das anschließend die großen Winterplanen über dem Boot hält.

Guidos hervorragende Feinmotorik verhilft einer „Floh“-Jolle nach der anderen wieder zu einer glatten Oberfläche. Foto: har

Guido nimmt sich inzwischen erneut die „Floh“-Jollen vor. Sorgfältig werden die Schrammen der vergangenen Saison ausgebessert, gefüllt, geschliffen, lackiert. Inzwischen könnte man auf den Bootsrümpfen wieder ausrutschen, so glatt sind sie. Allerdings soll sich ja niemand beim Klettern auf den Jollen erwischen lassen … 😉 Im Lauf der kommenden Woche werden zwei von drei „Flöhen“ fertig sein; dann können sie die Halle räumen und zum verdienten Winterschlaf unter einer dicken Persenning in unserem kleinen Außenlager Platz nehmen. Der dritte „Floh“ macht uns dagegen Sorgen. Beim ersten Begutachten hatten wir festgestellt, dass sich Wasser im Bugbereich der Jolle gesammelt hat. Leider ist durch die durchaus vorhandenen Inspektionsluken nichts festzustellen. Alles trocken. Aber das leise Hin- und Herschwappen des Wassers ist dummerweise eindeutig zu hören. Also werden wir in den nächsten Wochen dem Geheimnis wohl mit Laptop und Endoskop-Kamera auf die Spur kommen müssen. Die Version „einfach ein paar Löcher reinbohren“ kommt jedenfalls nicht in Frage.

Nirgends ist man sicher: Mit den Worten „Hier näht der Chef selbst“ überrascht Guido Klaas bei seinen Versuchen, einen kleinen Vorrat an Segeltaschen zu nähen. Foto: Guido

Bei den vergangenen Arbeitseinsätzen hatten Janek und Malte endlich einmal Grund in unser Zubehör gebracht. Eins ihrer Ergebnisse: Wir haben mehr Segel im Bestand, als wir gedacht hatten – zumindest für Jollen aller Größen; allerdings ist ein Teil der Tücher ausgeweht und hat mehr Beulen als ein Fahrzeug nach einem Stock-Car-Rennen. Also wurde aussortiert – die Guten auf die eine Seite und die nicht so Guten … Zum Wegschmeißen sind auch die zu schade. Denn uns fehlen noch einige Segelsäcke, in denen die besseren Tücher schonend aufbewahrt werden können. Also hat sich der Vorsitzende mal selbst an die Nähmaschine gesetzt, damit wir nicht mehr mit Stapeln lose gefalteter Segel, die ständig verrutschen, leben müssen. Prompt kommen auch Sonderwünsche. „Kannst Du nicht mal einen 2.2 Meter langen Beutel nähen, in dem wir ein ganzes Rigg unterbringen können?“ Ja, geht – aber nicht heute. Der Winter kommt ja erst noch …

Zumindest reicht es, um die „verwaisten Segel“ wieder halbwegs adäquat unterzubringen. Foto: har

Derweil hat es sich der seglerische Nachwuchs der Marine-Jugend Kieler Förde in Teilen wieder jeweils zu Haus am Rechner gemütlich gemacht. Finja und Janek unterhalten die muntere Truppe aber nicht nur, sondern fordern sie auch. Mit dem BigBlueButton-System lässt sich ja mehr erreichen, als nur ein bisschen zu daddeln. Diesmal ist also Segeltheorie dran. Wie war das doch gleich mit den Vorfahrts- und Ausweich-Regeln? Da wird durchaus gewusst, aber auch kräftig drauflos geraten. Einige Dinge muss man eben immer wieder ins Gedächtnis rufen. Einen Vorteil hat das „Homeoffice“ allerdings. Es lässt sich gut nebenher verpflegen. Cathrine bekommt Sandwiches geliefert. Kuttersteuerin Liv holt sich zwischendurch die gewohnten „Manöverkekse“.

Gruppennachmittag online: Wer es theoretisch nicht beherrscht, bekommt nachher auch auf dem Wasser Schwierigkeiten. Also werden mal wieder Vorfahrt- und Ausweich-Regeln gebüffelt. Screenshot: Finja

Das Online-System muss aber nicht nur zum Lernen genutzt werden, obwohl es sich inzwischen selbst bei der Führerschein-Vorbereitung bewährt. Auch Kreativität ist möglich. Schon mal eine Optimist-Jolle gezeichnet? Am Bildschirm? Gemeinsam? Und das alle gleichzeitig? Das Ergebnis sieht sehr gut aus, beweist zumindest, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer schon bewusst einen „Opti“ angeguckt hat. Und nächstes Mal malen wir unseren Kutter „Fritjof“ … oder so … 😉 Die neuen medialen Errungenschaften helfen dabei, ein wenig zusammenzukommen, ohne die rechtlichen Vorgaben zu verletzten. Und das ist doch wirklich etwas Feines.
Klaas

Zur Entspannung muss auch ein bisschen kreativer Spaß erlaubt sein: einen Opti zu zeichnen, ist eine Sache. Aber wenn es alle gleichzeitig am selben Bild machen … 😉 Foto: Cathrine

Kann man damit noch segeln oder soll es weg?

Guido und Dieter machen eine Jolle nach der anderen noch einmal gründlich sauber, bevor die Boote unter einer dicken Plane in den Winterschlaf geschickt werden. Foto: Malte

Während das Gruppenleben im Verein in virtuelle Sphären ausgelagert werden kann, bleiben in der Realität Aufgaben übrig, die sich leider nicht am Bildschirm erledigen lassen: die Arbeit an den Booten und der Ausrüstung, die im Winterhalbjahr anfällt. Und da wir ganz positiv gestimmt davon ausgehen, dass in der kommenden Saison wieder gesegelt wird, müssen diese Aufgaben abgearbeitet werden – auch unter Corona-Bedingungen. Praktisch bedeutet dies, dass nur noch nach Anmeldung im Vereinsheim gearbeitet werden darf, um die Zahl der Personen dort in geforderter Weise begrenzen und die nötigen Abstände einhalten zu können.

Mühsam: Janek und Malte sichten und sortieren Dutzende Segel, bevor sie sorgfältig zusammengelegt in Segelsäcken sortiert abgelegt werden. Foto: har

An diesem Wochenende hatten sich Malte, Janek, Guido und Dieter am Marineheim getroffen, um die in der Vorwoche schon begonnenen Arbeiten weiterzuführen. In den Monaten, in denen das praktische Segeln den absoluten Vorrang genießt, bleiben etliche Dinge liegen. Und so machten sich Malte und Janek daran, unsere Lasten von Grund auf aufzuräumen, Segel und Riggs zu sichten und zu sortieren, neue Träger an den Wänden zu befestigen, um Spieren, Masten und Bäume vernünftig zu stauen. Dabei fielen den Beiden etliche Dinge beim Begutachten auf, deren weitere Verwendung erstmal zu klären war – frei nach dem Motto: „Kann man damit noch segeln oder soll es gleich weg?“ So fanden sie beispielsweise Segel von Booten, die schon längst den Weg alles Irdischen gegangen waren, und Tücher, die beim besten Willen nicht mehr an einem Mast hochgezogen werden sollten. Nach kurzer Diskussion stopften Janek und Malte die alten Tücher in einen brüchigen Beutel. Uns fehlen noch etliche Segelsäcke; dafür wiederum sollten die Alt-Segel nach einer Umarbeitung mit der Nähmascheine noch zu gebrauchen sein.

Guido, der Herr der Werkstatt, nimmt sich zu ersten Ausbesserungsarbeiten gleich drei „Floh“-Jollen auf einmal vor. Frisch angerührt ist halb gewonnen. Foto: har

In der Bootshalle hatte sich derweil wieder Guido an die Arbeit gemacht. Am Tag des Kranens hatten wir drei „Floh“-Jollen in die Bootshalle geschoben. An diesen Booten sind diverse Ausbesserungen zu machen – nichts Grundsätzliches wie im Winter zuvor, aber immerhin. Und so nahm Guido alle drei Boote auf einmal in Angriff. Schleifen, Epoxy anrühren, ausbessern – der nächste „Kahn“. Unser Boots- und Werkstatt-Meister durfte/musste in der Stille der weitestgehend menschenleeren Halle arbeiten. Andererseits: Es stand ihm auch nicht ständig jemand mit Fragen „auf den Füßen“. 😉

Knoten rein, aber den richtigen: Dieter legt noch Hand an die Abdeckplanen an. Dann sind die Boote in unserem „Außenlager“ verstaut. Foto: har

Vor dem Vereinsheim machte die kleine Truppe gemeinsam mit Schriftwart Dieter das draußen liegende Material noch einmal gründlich sauber. Mit Schrubbern und Hochdruck-Reiniger kam nach und nach der ganze Modder, der von den herbstlichen Bäumen abgeworfen worden war, von Jollen und Persennigen. Erst nach dieser Reinigung packten Dieter, Guido, Janek und Malte die gesamte „Außenlast“ in dicke Planen und verzurrten sie winterfest. Und nächste Woche geht es wieder drinnen weiter. Wir bekommen die dunkle Jahreszeit schon herum.
Klaas

Na? Na? Na???? Das sieht doch wohl so gut aus wie lange nicht mehr. Einen langen Arbeitsnachmittag später sind Janek und Malte einen gehörigen Schritt weitergekommen mit unseren „Sortier-Einheiten“. Foto: Malte

Online durch Kiel segeln und für den Führerschein üben

Die ersten haben sich dazugeschaltet: Einführung ins eSailing –wenn man schon nicht gemeinsam ins Boot darf, geht gemeinsames Segeln dennoch, wenn auch online. Finja führt in die Programme ein. Screenshot: har

Zugegeben, bei den sinkenden Temperaturen denkt auch bei uns nicht jede/r mehr daran, unbedingt ein Boot in die Kieler Förde zu werfen und ein paar Stunden über das Wasser zu gleiten. Aber das Vereinsleben soll ja weitergehen. Und wenn wir uns in den vergangenen Jahren regelmäßig zum „Updaten“ unserer Theorie-Kenntnisse sowie zum Ausbessern der Boote im Marineheim getroffen hatten, wird daraus wegen der Pandemie in naher Zukunft nichts werden. Das ist aber immer noch kein Grund zu weinen und gar nichts zu tun. Für den Gruppennachmittag hatte Finja sich schon ein Programm mit Spielen und, tatsächlich, Segeln ausgedacht. Und da die Kinder und Jugendlichen des Vereins schon aus der vergangenen Lockdown-Phase im Frühjahr durch Online-Unterricht „gestählt“ sind, probieren wir die Zusammenkunft ebenfalls an digitalen Endgeräten. Dank der Vorarbeit unseres in diesen Dingen versierten Kassenwarts Stephan ist das Zusammenschalten tatsächlich kein großes Problem: Egal, ob die jugendlichen Nutzer/innen am PC oder Notebook, am Tablet oder Smartphone unterwegs sind – alle können sich in die Gruppenstunde „hacken“. Dank des Programms „Virtual Regatta“ lässt es sich nun auch virtuell und für eine Simulation sehr lebensnah am Rechner segeln, und das sogar auf unserem bekannten Hausgewässer. Finja forderte die Gruppe aber nicht nur, sondern ließ zur Entspannung auch spielen – „Montagsmaler“ zum Beispiel unter großem Vergnügen. Die Premiere des Online-Gruppennachmittags ist jedenfalls sehr gut gelungen.

Zur Entspannung wird beim Gruppennachmittag noch ein bisschen „Montagsmaler“ gespielt. Auch das geht am Bildschirm: Foto: Tina

Ebenfalls entspannt hatte sich eine Runde unter völlig anderen Vorzeichen einen Tag zuvor zusammengefunden – jeweils von zu Hause aus und am Bildschirm. Denn auch die theoretische Ausbildung für den Sportbootführerschein See hat bei der Marine-Jugend Kieler Förde begonnen. Und nun geht es in die Vollen. Rechtliche Voraussetzungen, Geltungsbereiche, Signale bei Tag und Nacht, Lichterführung sind die ersten Themen gewesen. In vierzehntäglichem Rhythmus geht die Online-Unterweisung weiter. Das nächste Mal fragen wir auch die Themen der ersten Runde ab. Mal sehen, wer alles fleißig gelernt hat … 😉
Klaas

Corona verhindert Präsenz-Lernen; aber das ist kein großartiges Hindernis. Da Kassenwart Stephan ein Rundumsorglos-Onlinepaket aufgesetzt hat, üben die Führerscheinanwärter eben online – und trotzdem gemeinsam. Screenshot: har