Bald ist Heiligabend? Und? Die Winterarbeit muss weitergehen. 😉 Foto: har
Es ist lausig in der Bootshalle in den Tagen kurz vor Weihnachten. Das eigens aufgehängte Thermometer zeigt unbestechlich 12 Grad Celsius. Aber selbst am Tag vor Heiligabend wird hier noch fleißig gearbeitet. Die Freitagsgruppe krempelt trotz der wenig gemütlichen äußeren Bedingungen die Ärmel hoch und repariert und bessert aus. Das Projekt in diesen Wochen ist eine Optimist-Jolle, die durch viele gut gemeinte Reparaturversuche und zugegeben auch durch offensichtliche Vernachlässigung in einem Zustand gewesen ist, der auch das Kleinsägen und das Verpacken in Müllsäcke gerechtfertigt hätte. Durch den Bootsboden ragende Schrauben, offene Kanten der Schwimmkörper, kaputter Schwertkasten, ausgerissene Löcher von Beschlägen, eine gebrochene und schlecht ausgebesserte Mastducht und vieles mehr. Vom Zustand des Lacks und des Gelcoats gar nicht zu sprechen.
Die Kiste muss bald schwimmen. Also sorgfältig alles am Kutter „Aneesa“ abdichten, wo künftig bitte kein Wasser mehr reinkommen soll. Foto: har
Nebenbei wird nach und nach auch am ZK-10-Kutter „Aneesa“ gearbeitet, der endlich in dieser Saison länger als zehn Minuten in der Kieler Förde schwimmen soll – hier teilen sich aber etliche Vereinsmitglieder an unterschiedlichen Tagen die Gewerke, die noch in Angriff genommen werden müssen. Der untere Rand des Schwerkastens wird ausgebessert, Teile des Kiels werden aufgebaut, eine neue Kielleiste aus Aluminium wird gefertigt, die Schwimmkörper abgedichtet, der Schwerttisch aufgebaut und mit einer zweiten Winsch ausgestattet.
In grauer Vorzeit hatte jemand die Idee, den Mastfuß mit Schrauben zu befestigen, die aus dem Boden des Bootes herausschauen. Das wird rückgängig gemacht. Foto: har
Den Optimisten haben Emma, Mayte, Linnea, Leonie, Sarah und Cathrine soweit zerlegt, soweit es überhaupt möglich ist. Die Beschläge sind entfernt und werden, wo nötig, ersetzt. Mittlerweile ist auch ein Plastikrohr, das als Mastführung gedient und mehr Schaden angerichtet als geholfen hat, entfernt; das Holz wurde abgebaut und gründlich geschliffen, um wieder lackiert zu werden; die Kanten der Schwimmkörper sind geschliffen, die ersten Spalten mit GfK-Matte und Epoxid abgedichtet, die Löcher im Bootsboden ebenfalls mit Epoxid verfüllt.
Vor dem Lackieren entfettet Sarah das Holz gründlich mit Isopropanol. Foto: har
So viel Arbeit der Optimist auch macht, hat das Projekt einen großen Vorteil: Die Schäden machen es erforderlich, sich mit allen Bereichen des Jollen-Refits auseinanderzusetzen – mit Holz, mit GfK, mit Metall, mit Tauwerk. Deshalb wird am Schluss nicht nur eine Jolle wieder einsatzfähig sein, sondern alle Beteiligten werden – hoffentlich – eine Menge gelernt haben, um künftig auch an anderen Booten sofort zu wissen, was bei welchem Schaden zu tun ist. Aber nun ist erstmal Pause – bis Anfang Januar. Dann wird wieder geschliffen, Epoxid gemischt und lackiert. Klaas
Das Schwert von „Fritjof“ summt; also sind die fünf Knoten erreicht – nur unter Genua und Besan. Gute Bedingungen auf der Kieler Förde. Foto: Dieter
Windstärke 4, zunehmend 5 aus West und Böen deutlich darüber. Nicht unbedingt Optimisten-Wetter, aber auf jeden Fall richtige Bedingungen für einen Kutter. Und so ging es mit „Fritjof“ bei strahlendem Sonnenschein auf die Förde. Mangels ausreichenden Crew-Gewichts beließen wir es bei Genua und Besan. Aber auch die reichten aus, den Kutter immer wieder auf der Kante fahren zu lassen. Abwechslungsreich waren die beiden Stunden auf dem Wasser allemal. Denn Nachbarvereine an der Kiellinie hatten das hervorragende Wetter offensichtlich noch einmal zu einer internen Wettfahrt genutzt. So hätte man an diesem Nachmittag beinahe trockenen Fußes von der West- auf die Ostseite der Förde gelangen können. Denn viele Seglerinnen und Segler wollten es vielleicht noch ein letztes Mal in dieser Saison wissen. Für uns blieb es einfach ein richtig schöner Segel-Nachmittag. 🙂 Klaas
Gar nicht so leicht, einen großen Kanadier zu kentern. Foto: har
Was für ein schönes verlängertes Wochenende! Nach dem Besuch der Marine-Jugend Braunschweig an der Kieler Förde im Sommer 2022 folgte nun der Gegenbesuch der Kieler per Bahn und Pkw an die Oker. Dreieinhalb Tage Wassersport mit viel Wasser von oben und von unten. Hier im norddeutschen Binnenland beides aber Süßwasser. Die schnell durchziehenden Schauerfronten wechselten sich immer wieder mit langen Sonnenschein-Phasen ab. Das Wetter war an diesen Tagen kein wirkliches Problem.
Ungewohnt aus Kieler Sicht: Gleichgewicht halten im Kanadier und Zusammenspiel mit mehreren anderen Paddlerinnen und Paddlern. Foto: Tina
Die Braunschweigerinnen und Braunschweiger um Gruppenleiterin Britta Ronge hatten ein tolles Programm vorbereitet, um den Küstenbewohnern das Befahren von Binnengewässern etwas näher zu bringen. Nach einem ersten kleinen Ausflug an Riemen und mit Paddeln am Donnerstag ging es am Freitag richtig auf Tour: Mit vier Kanadiern okeraufwärts startete die gemischte Gruppe mit rund 25 Personen den Fluss entlang, überquerte mit den Booten zwei Wehre, bestaunte die in den vergangenen Jahrzehnten immer wilder gewordene Natur des renaturierten Gewässers. Durch lange Wasserrosen- und Wassergras-Felder ging es um in den Fluss gefallene Baumstämme herum. Schwanenfamilien, Graureiher, Bisamratten, Nutrias und viele Fische begegneten mehr oder weniger neugierig den Eindringlingen in ihren bunten Booten.
Pause in Stöckheim: Die morgens beim Frühstück im Marineheim geschmierten Brote sind nach der halben Strecke des Tages schnell verzehrt. 😉 Foto: Britta
Sonnabend stand dann im Zeichen des Kutters – der kleinen Fluss-Variante, in der das Pullen allerdings nicht weniger anstrengend ist als in den großen Segelkuttern. Mit zwei Booten und den obligatorischen Broten für die Mittagspause im Gepäck pullte die Gruppe diesmal flussabwärts mitten durch die Stadt. Kurz vor dem Wendenwehr wurde gedreht und eine Anlegestelle nahe der Brücke am Staatstheater angesteuert. Hier gab es, richtig, eine verdiente Pause, bevor die Kutter und ein Begleitkanadier wieder flussaufwärts getrieben wurden.
Wendig und schnell – die sechsriemigen Kutter auf der Oker. Da der Fluss in den vergangenen Jahren immer mehr zugewachsen ist, wird das Befahren allerdings langsam schwierig. Foto: mor
Bei der Kuttertour zeigten sich allerdings einige Schwierigkeiten, mit denen die Sportlerinnen und Sportler beim Pullen immer mehr zu kämpfen haben. Zum einen wächst der Fluss zu. Pflanzenmassen und wuchernde Sandbänke engen den Spielraum immer mehr ein; zum anderen haben kommerzielle Anbieter riesige Flöße für Partygesellschaften auf den Fluss gelegt, die oft fast die ganze Gewässerbreite einnehmen und nur schwer zu manövrieren sind. Verbunden mit einer ganzen Flotte von Tret- und Paddelbooten sowie SUPs, die wild hin und her über die Oker gescheucht werden (gesteuert wäre hier der völlig falsche Begriff), ist eine Fahrt mit Ruderkuttern schon eine echte Herausforderung geworden.
Klapp- oder steckbare Dollen statt Runzeln für die Aufnahme der Riemen: Die Kieler Besucher müssen sich an einige neue Details gewöhnen. Foto: mor
Aber noch sind die Hindernisse mit ein bisschen Kopfschütteln umschiffbar. Abends wird es dann ruhiger auf der Oker. Und da das Pullen in der Nacht seinen ganz besonderen Reiz hat, machten sich zwei Kutter um kurz nach halb zehn erneut auf vom Steg des Marineheims in der Bucht mit dem Namen Heinrichshafen. Die Crews genossen die Stimmung in vollen Zügen, begrenzten sich aber und kehrten nach einer halben Stunde wieder um, damit die jüngeren Mitglieder eine Chance bekamen, ausreichend Schlaf zu tanken.
Literweise Wasser im Zwischenboden: Die Baustelle in diesem Youngster ist doch größer als ursprünglich gedacht. Foto: mor
Zwischendurch gab es in den kleinen Pausen die Gelegenheit zum „fachlichen Austauch“. In der Hellegat genannten Werkstatt der Braunschweiger wartete bereits eine Youngster-Jolle mit einem GFK-Problem im Cockpit, das gemeinsam angegangen werden sollte. Beim Prüfen der besagten Stelle stellten wir jedoch schnell fest, dass es hier mit einer fixen Reparatur leider nicht getan sein würde. Gemeinschaftlich und mit roher Gewalt wurde das Cockpit großflächig geöffnet. Zum Vorschein kam eine gewaltig aussehende und vor allem klatschnasse Baustelle. Aber ganz „zufälligerweise“ hatte die Kieler Gruppe einen Werkzeugkoffer mit (fast) allem benötigten Material dabei. Mit etwas Geduld, einer kurzen Anleitung an der Tafel im Hellegat – samt einiger Kieler Telefonnummern – sollte auch dieser Youngster bald wieder auf dem Braunschweiger Südsee schwimmen…
Traumhafte Bedingungen in einem traumhaften Vereinheim. Foto: harWenn es draußen regnet, findet sich notfalls ein trockenes Plätzchen in einer Spielplatz-Hütte. Foto: TimoSchichtwechsel: Britta (links) und Tina übernehmen den Platz am Grill. Foto: morWer grillen kann, kann auch Kartoffelpuffer. Sven zeigt, wie man es macht. Foto: morKnochenarbeit: Sigrid verührt die Zutaten für die Kartoffelpuffer. Foto: mor
Apropos Pausen: Unterbringung und Verpflegung erhielten großes Lob. Gelände und Vereinsheim der Braunschweiger Marine-Jugend suchen ihresgleichen. Auf einer grünen Halbinsel zwischen der Oker und einer kleinen Bucht waren Zelte für die Übernachtung aufgebaut; per Floß ließ sich ein Pendelverkehr zum Vereinsheim mit seinem riesigen Versammlungsraum und der Küche bewerkstelligen. Das vom MJBS-Team vorbereitete Essen war reichhaltig und lecker … und nicht einmal ungesund 😉 Zwischendurch probierten Freiwillige erste Stehversuche auf vereinseigenen SUPs aus. Ganz wichtig: Die Fraktionsbildung nach Vereinsz ugehörigkeit brach ganz schnell auf, nicht zuletzt durch die langen gemeinsamen Spielerunden. Gemeinsam wurden auch Fragen geklärt, die zum Beispiel wie folgt lauteten: Kann ein großer Kanadier eigentlich leicht kentern? Antwort; nein, aber wie das Experiment zeigt, geht es mit etwas Mühe. Im sauberen Wasser der Oker war das jedoch kein Projekt mit hohem Risiko. 😉
Eine eigene Runde fand sich immer zum Spielen … … oder einfach zum gemeinsamen Chillen …, höchstens unterbrochen vom „Eis-Fassen“. Fotos: mor/har
Die Kielerinnen und Kieler stellten an diesem Wochenende fest, dass das Pullen im Kutter nicht der Notbehelf in der Fortbewegung ist, wenn das Segeln gerade mal aus irgend einem Grund nicht funktioniert – sondern eine sportliche Herausforderung, die sehr viel Technik, Kraft und Übung erfordert. Die eine oder der andere bekamen jedenfalls Lust auf mehr. Und den Braunschweiger Freundinnen und Freunden konnten die Kieler noch mehr Lust auf Kieler Woche und deren Wettbewerbe machen, die eben nicht nur Segeln bieten, sondern auch ein Kutterrace über 1.000 Meter auf der Innenförde. Da müsste doch eigentlich etwas gehen…
Die Kieler Gruppe verließ die Freunde in Braunschweig durchaus mit anderthalb weinenden Augen. Die Wiederholung ist fest geplant. Und vielleicht ergibt sich möglichst bald das nächste gemeinsame Projekt. Erstmal freuen wir uns auf die Nikolausregatta in Kiel. Denn die Einladung für die Braunschweiger Marine-Jugend haben wir gleich vor Ort ausgesprochen. Klaas
Flauten-Wettfahrt bei der Kieler Woche 2021 im Herbst – wenig Wind, aber trotzem schöne Erlebnisse auf dem Wasser. Foto: har
Das Jahr 2022 ist noch nicht vorbei. In den verbleibenden Tagen bleiben noch einige Vorhaben im Verein – die Nikolaus-Regatta (weniger jugendfrei, aber noch bekannter: „Eisarsch“- … ;-)), ein Film-Nachmittag und etliche Arbeitsstunden an den Booten. Und auch das neue Jahr soll neben Winterarbeit schon im Januar mit einem Grünkohl-Essen verschönert werden; über die Notwendigkeit von süßen Kartoffeln wird hinter den Kulissen noch heftig debatiert. Aber Kiel wäre nicht Kiel, wenn nicht schon jetzt an der Kieler Woche des kommenden Jahres gearbeitet werden würde. Und da der Ursprung dieses Welt-Segelereignisses nicht zuletzt die Kutterregatten sind, wird auch dort bei den Organisatoren kräftig geplant. Sehr früh sind sogar die Anmelde-Unterlagen fertiggestellt. Sie finden sich unter anderem auf der Seite www.marinekutterregatta.de – nur so angemerkt, falls jemand von außerhalb mitliest, der/die auch gern an dieser schönen Regatta teilnehmen möchte. Die Marine-Jugend Kieler Förde hat im kommenden Jahr ein Luxus-Problem. Dank des Erwerbs eines neuen gebrauchten ZK-10-Kutters von der Marinekameradschaft Bottrop können eventuell sogar drei Mannschaften an den Start gehen. Auch hier wird noch geplant und überlegt. Aber wie auch immer die Entscheidung fällt: Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird es sich lohnen. Und die Zeit rennt: In 197 Tagen verlegen die ersten Kutter in den Kieler Marinestützpunkt … Klaas
Knochenarbeit: Mit der Heißluftpistole wird das Material Zentimeter für Zentimeter erwärmt, um es so mit dem Farbkratzer abschaben zu können. Bennet und Nils arbeiten sich voran. Foto: har
Seit die Marine-Jugend Kieler Förde mit Mannschaften in der Offenen Klasse bei der Marinekutterregatta zur Kieler Woche teilnimmt, ist das Wissen um einen gewissen mörderischen Belag auf GfK-Oberflächen immer weiter gewachsen. Mörderisch für Hosen aller Gewebe und unangenehm für die Haut. Auf den Sitz- und Laufflächen der Marinekutter ist eine rutschfeste Oberfläche ausgebracht, die aus einer dicken, mit Sand vermischten Farbschicht besteht. Prädikat: Schürfwunde. Die Crews, die in besagter Offener Klasse antreten, verabschieden sich bereits vor Beginn der Regatta innerlich von einem Teil ihrer Kleidung. Seit kurzem haben wir dieses Problem allerdings auch im Verein, denn der schöne ZK-10-Kutter, den wir von der Marinekameradschaft Bottrop erstanden haben, ist ebenfalls mit besagter Hosenraspel versehen. Da wir kleinere Risse ausbessern müssen, nutzen wir die Gelegenheit, uns auch von dieser rutschfesten Beschichtung zu trennen.
Finja versucht es mit einem Spachtel, die noch mühsamere Variante. Foto: har
Dabei standen wir allerdings zunächst vor einem Riesenproblem: Wie lässt sich eine Farbschicht beseitigen, die aufgrund ihrer Struktur sämtliche Schleifmaterialien, egal ob billig oder teuer, sofort dermaßen selbst abschleift, dass die Wirkung im Ziel irgendwo bei Null ist? Schwingschleifer, Exenterschleifer, Bandschleifer, Flex mit Schleifaufsatz – alle weitest gehend wirkungslos. Eine gezielte Anfrage bei der Bootsgruppe im Marinestützpunkt bleibt ebenfalls ohne Erfolg, weil die Marinekutter inzwischen in zivilen Werftbetrieben überholt werden. Glücklicherweise gibt es immer noch ein paar „alte Hasen“, die Rat wissen und uns sagen können, dass der einzige Feind des Belags im Boot die hohe Temperatur ist. Und tatsächlich sind Heißluftpistolen die Lösung.
Nur noch wenige Quadratzentimeter sind übrig. Dann geht es an den Neuaufbau der Oberflächen. Foto: har
Es bleibt aber zunächst immer noch Knochenarbeit, denn die Metallspachtel, die wir unter die erwärmte Farbe schieben, kommen nur im Millimeterbereich vorwärts. Bis, ja bis unser Vereinsmitglied Stefan „Crazy“ Bürger zum massiven Farbschaber greift und in den Kutter steigt. Nicht, dass es damit richtig einfach wird; aber es geht nun schlagartig viel zügiger weiter. Nicht mehr Milli-, sondern Zentimeter messen die Fortschritte. Und nach dem vierten Arbeitseinsatz an der „Aneesa“ trennen uns nur noch wenige Quadratzentimeter von dem Abschluss dieses Arbeitsschritts. Wir können uns nun schon um die Weitung der vorhandenen Risse im Laminat und in Spachtelstellen kümmern, Voraussetzung dafür, dem Kutter möglichst bald ein neues Farbkleid verpassen zu können. Klaas
Perspektive für die nächste Arbeits-Einheit: Nils und Klaas suchen nach bestimmten Aufsätzen für die Flex – und bestellen sie sofort, Sicher ist sicher. Foto: mor
Der Mast der „Gegenwind“ muss inspiziert werden. Helge macht auf halber Höhe mal eine Pause. Foto: Asha
Unsere Weltumsegler Asha und Helge mit ihrer Yacht „Gegenwind“ haben das Mittelmeer von Ost nach West durchquert und wollen sich demnächst auf den Weg rund Spanien begeben. Noch allerdings warten sie an der spanischen Mittelmeer-Küste ab. Denn das Seegebiet, das sie mit der „Gegenwind“ durchqueren müssen, ist seit Juli 2020 für Überfälle berüchtigt. Die Gefahr droht aber nicht von Piraten, sondern von Wegelagerern im Wasser: Orcas vor Spanien und Portugal greifen immer wieder Segelyachten an; zwei Boote sind bereits durch die großen Säugetiere versenkt worden. Die Wissenschaft hat diverse Theorien entwickelt, die dem Verhalten der Orcas auf den Grund gehen sollen. Aber den Crews der Segler hilft das natürlich zunächst nicht weiter. Da die Orcas ab Ende November dieses Revier vor der iberischen Halbinsel für einige Monate verlassen , wollen Asha und Helge bis dahin diesen Gewässern vorsichtshalber fern bleiben. Mehr erfahrt Ihr wie immer im Logbuch der „Gegenwind“. Klaas
Holz will gut gepflegt sein: Stephan, Merle und Jonas schleifen und lackieren Duchten und Riggteile des Kutters „Fritjof“. Foto: har
Ich betrete die Bootshalle wie jeden Sonnabend. Schlagartig steigt mir der typische Geruch von Holz und Lack in die Nase. Es ist wieder so weit, denke ich. Die Saison ist zu Ende und die Winterarbeit hat begonnen. Seit kurzem steht ja der ZK-10-Kutter „Aneesa“ in der Bootshalle. Was neu ist: Es befinden sich Leute darin. Natürlich nicht zum Segeln – Wasser in der Halle wäre nicht so gut –, sondern zum Arbeiten. Mit Föhnen und Spachteln bewaffnet sitzen Johanna und Nils im Kutter. Sie hatten sich zur Aufgabe gemacht, den Anti-Rutsch-Belag von den Sitzen zu entfernen. Diese Arbeit ist sehr mühsam und wird wohl noch eine Weile dauern. Guido sitzt mit einer Flex daneben und hilft den beiden die Risse frei zu legen.
Johanna und Giudo spielen mit hohen Temperaturen: Risse in der Oberfläche werden erweitert, um sie anschließend besser reparieren zu können. Und auch der Anti-Rutsch-Belag lässt sich nur mit Wärme vom Untergrund lösen. Foto: har
Währenddessen sitzen Gerd, Stephan, Jan, Jonas und Merle im anderen ZK-10-Kutter „Fritjof“ und schrauben alles, was aus Holz ist, aus dem Rumpf. Duchten, Runzelblätter, die Pinne, Schwerttisch und Klüverbaum landen im Vereinsheim. Dort macht sich Birgit daran, diese abzuschleifen und neu zu lackieren. Helmut kümmert sich derweil darum, die Beschläge, welche noch aus Fritjof gebracht werden, zu säubern.
Helmut geht die Metall-Beschläge von „Fritjof“ an, befreit sie von Schmutz und Rost. Foto: har
Nachdem ich allen guten Tag gesagt hatte, machte ich mich auf den Weg in Richtung Steg. Dort lagen zwei aufgetakelte Optis, bereit dazu ins Wasser gelassen zu werden. Die vier Segler stehen davor und teilen sich in zwei Gruppen ein. Merle und Jonas begeben sich in die Boote, während Bennet und Constantin darauf warten, dass Malte ihnen dass okay gibt, ins kleine Schlauchboot zu steigen. Nach einer Weile auf dem Wasser geht es dann wieder an den Steg und es wird durchgetauscht.
Klirrende Kälte hindert nicht am Segeln: Bennet, Constantin, Merle und Jonas machen einen kleinen Ausflug auf den „Fjord“. Foto: har
Nach einer Weile auf dem Steg verzog ich mich ins Vereinsheim, um mir dort eine Beschäftigung zu suchen. Die Anderen sah ich erst in der späteren Pause wieder, bei der sich alle zu dem von Birgit frisch gebackenen Apfelkuchen gesellten, von welchem nichts übrig blieb. Kai hatte sich den ganzen Tag um einen Topf bemüht, mit welchem er den ausgekühlten Seglerinnen und Seglern einen Kakao kochte. Und so hatte die Winterarbeit begonnen, und ich muss sagen: So schlecht ist es bisher nicht.
Die Neigung des Kutters muss stimmen – auf das Grad genau. Sonst ist es nichts mit der beschädigungslosen Durchfahrt in die Halle. Foto: Fe
Man nehme: einen hölzernen Bootswagen, diverse Keile und Balken, einen Bootswagen und ein gutes Dutzend kräftiger Vereinsmitglieder. Und dann noch möglichst ein oder zwei Leute mit Übersicht und einer Vita, in der im Physikunterricht nicht nur Kreide geholt wurde. Dann kann es klappen, 1000 Kilogramm ZK-10-Kutter mit 2,15 Meter Breite und 7,50 Länge durch ein Tor zu zerren, das mehr für die Durchfahrt eines VW Käfer oder Fiat Panda gedacht gewesen sein mag.
Und immer wieder kommt der Wagenheber zum Einsatz, um die Räder unter dem Bootswagen in die richtige Richtung zu stellen. Foto: Fe
Eins sei vorweggenommen: Es fehlte nur ein- oder zweimal ein passender Holzkeil; der wurde aber fix mit Hilfe des passenden Werkzeugdenkens höher entwickelter Primaten durch Fundstücke im Regal ersetzt. Alles andere waren Planung, Logistik und brutale Muskelkraft. „Aneesa“, der betroffene Kutter, musste zunächst von seiner Persenning befreit und auf seinem hölzernen Bootswagen in Stellung gebracht werden. Weil das Schwesterboot „Fritjof“ noch eine Weile im Freien verbringen wird, verschwand dieses also zunächst unter der frei gewordenen Plane. Schritt zwei: den Kutter „Aneesa“ vor dem Hallentor in Stellung zu bringen. Wichtigstes Hilfsmittel hier war der große Werkstattwagenheber aus dem Betrieb unseres Mitglieds Rolf Mückenheim. Bei jeder Änderung der Fahrtrichtung des Bootswagens wanderte der Wagenheber um das Gestell, um die Räder des Gefährts auszurichten, Vor dem Tor angekommen, folgte die Sicherung des Kutters durch Tauwerk, um das Abrutschen vom Wagen zu verhindern.
Langsam, ganz langsam bewegt sich der Kutter Richtung Eingang. Foto: Fe
An dieser Stelle folgte der heikelste Punkt der Aktion: das Boot auf einige Grad genau in der Neigung so auf die Seite zu legen, dass Kutter und Tor-Umfassung die Einfahrt ohne Kratzer überstehen. Vor, zurück, drücken, ziehen, schieben, Keile unterlegen, mit Augenmaß den Fortschritt einschätzen. Und es funktionierte. Zentimeter für Zentimeter schoben und zogen die Helferinnen und Helfer das Gefährt in die Halle. Ein Teilerfolg. Denn um später am Kutter arbeiten zu können, musste er erst wieder zurück in die Waagerechte. Also erneut drücken, ziehen, Keile unterlegen oder herausnehmen. Zu guter Letzt schob die Crew die „Aneesa“ so weit zur Seite (Einsatz Wagenheber …), dass der Fluchtweg durch das Gebäude wieder geöffnet wurde. Fazit: Grundsätze der Mechanik und die Hebelgesetze sitzen wieder. Der Muskelkater wird wieder abflauen. Und wenn die renovierte „Aneesa“ mit „Fritjof“ die Plätze tauscht, wird es sicher noch schneller gehen. Klaas
Jörn, einer unserer Kutterführer von „Fritjof“, hat eine tragende Rolle in dieser Angelegenheit. Foto: FeWenn unten jemand arbeitet, sollten oben viele festhalten… Foto: FeDer Kutter ist drin. Und der Ausschnitt in der Mauer sieht nicht anders aus als vorher. Foto: Fe„Aneesa“ ist in der Halle. Nun muss sie nur wieder auf ebenen Kiel gestellt werden. Foto: FeDie letzten Keile, Klötze und Balken werden gerichtet. Dann können die Arbeiten am Kutter beginnen. Foto: Fe
„Fritjof“ kommt aus der Förde. Thomas, Jan, Christiane, Guido, Malte und Stephan warten gespannt darauf, dass der Kutter an Land kommt, um den Bewuchs abzuschrubben. Foto: Fe
Wenn die großen Boote am Ende der Saison aus dem Wasser müssen, ist das einerseits ziemlich traurig. Aber auf der anderen Seite ist das Kranen auch immer ein richtiges „Happening“. Traditionell sammelt sich die Arbeits-Crew an einem Freitag, um Yachten und Kutter aus der Förde zu holen. In diesem Jahr klappte alles wie am Schnürchen. Das Wetter war sonnig und kaum windig. Dem Ruf nach vielen starken Händen waren mehr motivierte Vereinsmitglieder gefolgt als gedacht. Und schließlich machte sich die Routine in den Abläufen bemerkbar – gekrönt von dem ruhigen Kranführer Peer, der mit seinem Können ein Boot nach dem anderen an seinen riesigen Ausleger hängte.
Und nun greift sich der Kran zu guter Letzt die Varianta „Regulus“. Foto: Fe„Kurz-Reinigung“ vor dem Verladen auf den Trailer: Der Muschel-Bewuchs der Saison muss ganz fix abgeschabt werden. Foto: Fe
Morgens hatte die „Colombina“ den schon abgeriggten Kutter „Fritjof“ an seinem Liegeplatz abgeholt und zum Vereinssteg geschleppt. Die „Regulus“ war dem Schleppzug gefolgt – mit der Kraft ihres E-Außenborders. Als der Kranwagen die Kiellinie entlang kam, waren auch „Colombina“ und „Regulus“ bereits „entmastet“. Auch hier zeigte sich die jahrelange Erfahrung in routinierten Alle-Frau-und-Mann-Manövern. 😉
Boote im Päckchen? Kein Problem für unseren Kranfahrer Peer. 😉 Foto: Fe
Mit dem Kranen selbst war es natürlich nicht getan. In Windeseile wurde jedes Boot von seinem Bewuchs befreit, bevor der Kran es sanft auf den jeweiligen Trailer bugsierte. Letzte Einstellungen mussten an den Auslegern der Bootswagen vorgenommen werden. In schier endloser Geduld hob Peer Boot um Boot immer wieder an, um es nach mühselig verstellten Halterungen wieder abzusenken … mal hier zehn Zentimeter nach vor … mal dort zehn Zentimeter nach hinten … mal hier das Heck ein Stück nach Backbord … mal dort der Bug ein Stück nach Steuerbord. Und selbstverständlich gab es die üblichen Stolpersteine: Vor allem der Kielschwerter „Regulus“ mit seinem berüchtigten Schwert zickte wie immer herum. Auch in diesem Jahr wollte die Stahlplatte sich nicht in den Rumpf einziehen lassen und benötigte viel Zuspruch und reichlich Nachhilfe mit Hammer und langen Sägen, bis sie schließlich aufgab und in ihrem Stummelkiel verschwand.
Neu war das Rangieren unseres Kutters „Fritjof“. Denn sein eigener hölzerner Bootswagen war von dem baugleichen Neu-Zugang „Aneesa“ besetzt. Der flexibel einstellbare Holzunterbau ist Voraussetzung, um einen Kutter in die Bootshalle zu manövrieren. Und da zunächst „Aneesa“ dort saison-fein gemacht werden soll, thronte also dieser Kutter auf dem Holz. „Fritjof“ dagegen musste auf dem neuen Edelstahl-Bootswagen von „Aneesa“ platziert werden. Und dabei stellten wir fest, dass es durchaus Unterschiede zwischen baugleich und baugleich gibt. Nach einer knappen halben Stunde saß dann aber auch „Fritjof“ bombenfest auf seinem Vehikel. Und nach einer weiteren halben Stunde Rangiererei stand dieser Kutter an seinem Platz unter der Terrasse des Vereinsheims. Ein sonniger Tag, viele fleißige Helfer – und ein gutes Ergebnis. Die Winterarbeit kann beginnen. Klaas
Auch mit dem neuen Bootswagen ist das Rangieren eines Kutters keine leichte Angelegenheit. Foto: Fe„Fritjof“ wird auf den Bootswagen von „Aneesa“ herabgelassen. Foto: FeSehen gelassen ein Boot vorbeischweben: Sportwart Janek (links) und Jugendsprecher Malte. Foto: FeNoch auf der Kiellinie eine erste Säuberung. Danach wird natürlich mit Schrubber und Besen sauber gemacht. Foto: FeBoot steht, Gurte sind gelockert. Der Kran kann sich dem nächsten Schiff widmen. Foto: FeHätten die Miesmuscheln noch ein paar Wochen bekommen, wäre das noch ein richtiges Menü geworden … Foto: Fe„Fritjof“ hängt am Haken: Liv und Stephan prüfen das Hebegeschirr. Foto: Fe
Merle hat den praktischen Segelanteil für den Jüngstenschein schon einmal geschafft. Finja nimmt den erfolgreichen Prüfling am Steg an. Foto: har
Wenn jüngere Seglerinnen und Segler sich alle wichtigen Kenntnisse über ihren Sport angeeignet haben, ist es Zeit für den ersten „Führerschein“, den Nachweis, selbstständig mit dem Boot umgehen und vielleicht auch schon einmal an einer Regatta teilnehmen zu können. Und so waren nun vier Mädchen und Jungen an der Reihe, die praktische Prüfung für den Jüngstensegelschein abzulegen. Unter den wachsamen Augen von Finja, Janek und Christiane hieß es ab- und anzulegen, zu wenden zu halsen, das jeweils eigene Boot sauber auf- und abzutakeln, zu „versorgen“, die wichtigen Knoten knüpfen und vorzeigen zu können. Das Wetter war kühl und mäßig angenehm; aber auch unter diesen Bedingungen muss das Handwerkszeug ja sicher beherrscht werden. Kurze Zusammenfassung eines langen Nachmittags: Alle Vier haben sich souverän geschlagen und sind gut durch die praktische Prüfung gekommen. Herzlichen Glückwunsch!
Mit dem Segeln allein ist es nicht getan. Anschließend müssen die Boote und das Zubehör mit Süßwasser gespült, gesäubert und abgetrocknet werden. Das ist nicht nur Teil der Prüfung; das gehört immer dazu. Foto: harHalten sich ausnahmsweise beim selbst Zupacken zurück. Weil es eine Prüfungssituation ist, schauen Finja und Janek nur aufmerksam zu. Foto: harPalstek, Schotstek, Kreuzknoten und so Einiges mehr: Die Knoten gehören zur praktischen Prüfung dazu. Foto: har
Aber auch der ganz normale Gruppen- und Segelbetrieb läuft weiter. Vor allem Kutter „Fritjof“ darf sich in dieser Saison wirklich nicht über mangelnden „Auslauf“ beklagen. Mehrfach in jeder Woche trifft sich eine unermüdliche Seglergemeinschaft um Kassenwart Stephan und verschafft „Fritjof“ Seemeile um Seemeile unter dem Kiel – (fast) egal bei welchem Wind und welchem Wetter. Dass für die Crews am Rande öfter einmal das eine oder andere Fischbrötchen herausspringt, gehört wie jedes Jahr einfach dazu. 😉
Kurze Kaffeepause am Vereinsheim gemacht, und gleich geht es wieder los. „Fritjof“ ist in dieser Saison viel unterwegs. Foto: har
Neben dem eigentlichen Segel-Genuss haben sich allerdings seit dem Ende der Sommerferien auch ein paar ärgerliche Kleinigkeiten angesammelt, die umgehende Beschäftigung des jeweiligen „Fachpersonals“ erforderlich machten. Wie gut, dass sich immer wieder Mitglieder und Angehörige bereit erklären, hier zuzufassen. Quell unerschöpflicher „Freude“ ist vor allem das Auftreten von Motor-Macken. Drei Außenborder verlangten Reparaturen. Am ärgerlichsten dabei zeigte sich der Totalausfall unseres großen Motorboots. Das RHIB (Rigid Hull Inflatable Boat) oder einfach Schlauchboot mit festem Boden ließ aus zunächst unerfindlichen Gründen Luft (aus den Schläuchen) raus und Wasser (in den Zwischenboden) hinein. Da zudem der Motor des Bootes einen „Clown gefrühstückt“ und das Personal am Ruder mit seinen Zicken über Wochen schier in den Wahnsinn getrieben hatte, musste das Schlauchboot raus aus dem Wasser. Eine Reparatur im Hafenbecken schien nicht sehr erfolgversprechend. Da am Westufer der Förde keine Slipanlage in erreichbarer Nähe ist, kam der Koloss mit seinen paar hundert Kilogramm Gewicht also per Muskelkraft am Vereinssteg aus dem Wasser und dort gleich auf seinen Trailer.
Das Motorboot ist glücklich aus dem Wasser. Nun muss noch der Motor ab … und will nicht … Foto: harDas RHIB ist „nackt“. Der Schlauch ist runter und wird sauber gemacht – Bedingung, um rauszufinden, wo die Luft entweicht. Foto: harHalali! Die fröhlichen Gesichter können allerdings nicht die heftige Anstrengung ausdrücken, die nötig war, um den Motor abzubauen. Foto: har
Stunde um Stunde schweißtreibender Arbeit mit diversen Werkzeugen und vielen neuen Einfällen folgten, um den Motor vom Boot zu trennen, der sich trotz der dafür vorgesehenen, entsprechenden Halterung nicht bewegen lassen wollte. Nils, Nils, Christiane, Thomas, Kirstine, Jörn, Kai und Guido waren schon kurz davor aufzugeben, als es schließlich doch gelang. Ein Glück, denn der Ausbau der Maschine ist sowohl Bedingung für deren Reparatur als auch für die Überholung des Rumpfes selbst.
Für die Begleitung der Optis reicht ein kleines Schlauchboot. Foto: harAber wenn die Zahl der Optis größer wird, kann auch ein kleines Schlauchboot nicht überall sein. Foto: harSpätestens zur Begleitung der größeren Jollen ist mehr nötig. Und so kommt eine kleine Yacht zum Zuge. Foto: har
Mit dem Trockenlegen unseres RHIBs zeigte sich aber ein weiteres Problem: Das kleine Schlauchboot reicht als Begleitung der Optimisten auf dem Wasser. Mit der Beaufsichtigung der größeren Jollen oder auch nur einer größeren Opti-Anzahl ist so ein „Wasser-Hutschefiedel“ aber völlig überfordert. Die zunächst angedachte Lösung, auf Jollen für den Rest der Saison zu verzichten, war nicht so ganz durchzuhalten. So musste das große Schlauchboot halt übergangsweise ersetzt werden. Welches Boot ist im Allgemeinen schneller als ein großes Segelboot? Ein noch größeres Segelboot. Und so zockelte neben dem kleinen Schlauchboot also im Gruppenbetrieb auch noch eine Yacht mit. Nur für den Fall der Fälle. 😉
Kommt ihrem Einsatz immer näher: Nils repariert eine delaminierte Europe-Jolle. Foto: harZu den seemännischen Fähigkeiten gehört auch der Umgang mit der Wurfleine. Cathrine und Jan verbessern ihre Technik. Foto: harDas Wasser aus der Decke in der Mädchenlast ist inzwischen gestoppt. Dafür tropft über lange Zeit Öl aus der Decke der Jungenlast … Foto: har
Aber auch an Land tut sich eine Menge. So sind Guido und Nils fleißig dabei, eine Europe-Jolle mit etlichen Löchern und Schaum wieder zum Leben zu erwecken. Harte, staubige, nicht immer gut riechende Tätigkeit. Aber wenn der Flitzer auf dem Wasser ist, wird es sich zeigen, dass sich der Aufwand lohnt. Nebenbei haben wir auch das Tätigkeitsfeld ein bisschen erweitert. Zur Segeltheorie und -praxis kommen weitere seemannschaftliche Fähigkeiten, die in der Vergangenheit etwas gelitten haben. Spätestens im kommenden Jahr, wenn wir den Schwesterverein in Braunschweig besuchen, müssen die aber sitzen, wenn wir uns nicht blamieren wollen: Und so werden zum Beispiel wieder Wurfleinen aufgeschossen und geworfen. Nicht ganz so einfach übrigens, wie sich das der Eine oder die Andere vorgestellt haben.
Und dann tropft es aus der Decke …
Aufwand haben wir auch immer noch mit unseren Räumlichkeiten. Tropfte über Monate hinweg Wasser aus der Decke der Mädchenlast, das dem Raum das Klima einer Champignonzucht verschaffte und wahrlich nicht zur Lagerung irgendwelcher Stoffe geeignet war, haben wir nach Ende des einen Übels im Nachbarraum – der Jungenlast – über weitere Monate ein anderes Phänomen zu bekämpfen: Aus dessen Decke tropft feines Öl. Inzwischen literweise. Und niemand ist in der Lage, die Herkunft festzustellen. Viele lustigen Ideen sind daraus entstanden: zum Bsiepiel, daraus Treibstoff für unsere Motoren zu gewinnen oder eine Ölquelle anzumelden; nur müssen wir der Sache in den nächsten Wochen schon Herr werden. Denn spätestens zu Beginn der Wintersaison sind wir auf diese Räume angewiesen.
Neue Seite im Aufbau: Wir haben die Domain www.kuttersegeln.de übernommen. Foto: har
Nicht nur dort werden wir uns auch um eine neue Seite im Internet kümmern. Denn neben unseren Vereinsseiten der Marine-Jugend Kieler Förde betreiben wir auch www.marinekutterregatta.de und seit Neuestem auch www.kuttersegeln.de. Letztere Homepage war vor vielen Jahren von dem ehemaligen Braunschweiger Marine-Jugend-Mitglied Joachim Glatzel aufgebaut und betreut worden. Auf seinen Vorschlag hin haben nun die Kieler das Projekt übernommen und möchten in Zusammenarbeit mit anderen Kuttersegel-Begeisterten eine neue Seite aufbauen, auf der nicht nur die Geschichte dieser besonderen Bootsklasse geschildert, sondern auch gezeigt wird, wie viel Leben noch in der Kuttersegelei ist. Klaas