Mit mehr Optis auf dem Wasser wurde die Regatta spannender als früher. Foto: har
Höhepunkt zum Ende des Jahres mit Punsch, Kakao, Kartoffelsuppe und vielen, vielen süßen Waffeln: die Nikolausregatta der Marine-Jugend Kieler Förde. Diesmal trafen wir sogar den richtigen Tag, denn der erste Sonnabend im Dezember war tatsächlich der 6. Dezember. Mit knapp 50 Mitgliedern und Gästen war die Veranstaltung gut besucht. Viele Freunde der MJK waren da: von der Arsenal Segel Gruppe „gegenüber“ auf der anderen Seite der Förde, von der Segelgemeinschaft der Marineflieger vom Plüschowhafen und natürlich aus Braunschweig von der dortigen Marine-Jugend.
Zur Nikolausregatta sind selbstverständlich auch Schiedsrichterinnen passend gestylt. Foto: har
Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre hatten Janek und Malte das Programm etwas straffer gestaltet und auf das Wurfleinewerfen verzichtet. Auch den Segelwettbewerb stellte er auf neue „Beine“ und schickte nicht wie bisher jeweils zwei Boote im direkten Vergleich auf die Bahn, sondern vier oder fünf. Es sei vorweggenommen: Tatsächlich wurde es auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer viel spannender als zuvor. Die Anteilnahme war groß, der Spaß bei allen Beteiligten riesig. Und am besten: Die Veranstaltung zog sich nicht unnötig in die Länge. Noch vor Anbruch der Dunkelheit war der Wettkampf erfolgreich beendet, die Boote allesamt aus dem Wasser gesäubert und verpackt. Selbstverständlich waren einige Unverbesserliche, Britta aus Braunschweig an der Spitze, nach Beendigung der Regatta in die eiskalte Förde gehüpft. Tradition verpflichtet halt. 😉 Die Preise für die Regatta teilten sich die Vereine gut auf: Bennet von der MJK vor Frank von der ASG und Timo von der MJ BS. Und nach getaner Arbeit durfte sich die durchgefrorene Truppe fröhlich am Tresen Heißgetränke und Essen abholen, das von Asha, Heinke, Tina und Dörte im Akkord ausgegeben wurde. Das neue Konzept kam gut an; es wird so mit Sicherheit im kommenden Jahr wiederholt. Klaas
Am Ende der Veranstaltung „dampfte“ der gesamte Gruppenraum. Kartoffelsuppe und Waffeln, Kakao und alkoholfreier Punsch waren heiß begehrt. Foto: har
Um in diesem Jahr ein wenig Organisation in die anstehende Winterarbeit zu bekommen, haben wir für alle Entscheidungsträgerinnen und -träger und vor allem unter Beteiligung unserer Expertinnen und Experten im Verein erstmals ein Planungstreffen anberaumt. Malte als Sportwart hatte die Sitzung vorbereitet. Und sogar Axel als Motoren-Spezialist war eigens aus Stadum dazugekommen. Nacheinander wurden alle verfügbaren Boote „abgearbeitet“. Überraschend fix einigte sich die gesamte Gruppe auf Einschnitte im Fahrzeugpark. Die Varianta „Regulus“ hat mittlerweile ein Alter und einen Sanierungsbedarf erreicht, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung einen Weiterbetrieb nicht mehr sinnvoll erscheinen lässt. Auch der Jollen-Bestand wird ausgedünnt. Es haben sich zu viele verschiedene Typen angesammelt, die nicht nachgefragt werden. Das gilt auch für die doch zu hohe Anzahl von Optimist-Jollen. Klar wurde auch schnell, dass mit diesen Entscheidungen die Arbeit nicht weniger wird. Denn sowohl die Kutter bergen einigen Aufwand als auch unser „Dickschiff“, die „Johanna“, die neben der Lösung ihrer Motorprobleme auch noch zwei, drei, vier weitere kleinere Baustellen hat. Aber der Winter ist ja noch lang. Klaas
Aber bitte beim Schrubben nicht in den Bach gehen … Die „Regulus“ wird gleich gesäubert. Foto: har
So schade es sein mag: Am Ende der Saison müssen die großen Boote eben raus aus dem Wasser. Und auch am Ende der Saison 2025 ließen wir uns nicht bis zum allerletzten möglichen Termin Zeit. Die Temperaturen sollten halbwegs stimmen. Und für den Fall, dass doch etwas schief geht, ist es gut, noch ein bisschen Luft nach hinten zu behalten.
Wir hatten uns dieses Mal auch gut vorbereitet, damit der eigentliche Tag des Kranens zeitlich nicht so ausufert wie schon einige Male zuvor. Die Halle war aufgeräumt, alles zusammengeschoben und verpackt, dass möglichst nichts im Wege steht. Die großen Kutterböcke standen schon so bereit, dass ein Kutter direkt dort abgesetzt werden konnte. Jens hatte rechtzeitig den großen Anhänger von „Aneesa“ zum Gelände gezogen; der Bootswagen von „Regulus“ war vom Trailer heruntergeholt, der stählerne Kutter-Bootswagen auf den Parkplatz gebracht und eine kleine Crew für das Kranen der „Johanna“ eingeteilt worden. Werkzeug, Schrubber. Schaber, Eimer – alles zurechtgelegt. Es konnte losgehen.
Tetris spielen mit Booten: Die „Regulus“ senkt sich auf einen Bootswagen, der auf dem Trailer der „Aneesa“ steht. Foto: Jörn
Wie immer kam Peer mit seinem riesigen Kranwagen auf die Kiellinie und nahm professionell das Szepter in die Hand, um alle MKJ-Boote nacheinander an Land zu stellen. „Regulus“ erhielt diesmal den größten Aufwand zugebilligt. Ihr Bootswagen stand auf dem Trailer des Kutters „Aneesa“. Als das Gespann sicher und fertig verzurrt war, übernahm Dirk die Fuhre, um die Varianta in eine Scheune bei Kiel zu bringen, immer Jens an der Seite. Die übrigen Schiffe waren in Windeseile auf dem Trockenen, untenrum geputzt und am jeweiligen Winterplatz abgestellt. Auch die „Johanna“ in Schilksee schwebte derweil ins Außenlager. Die umfängliche Vorbereitung machte sich bezahlt. Sogar das Aufräumen geriet so fix, dass die gesamte Aktion noch vor Dunkelwerden erledigt war – und im Gruppenraum noch ein kräftiger Schlag Nudeln mit Tomatensoße „vernichtet“ werden konnte, den Tina und Dörte unter den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern austeilte. Einzig die Planen mussten noch über die Kutter gezogen werden. Nils machte sich am selben Abend bei „Aneesa“ im Stockfinstern daran, Jörn und Jonas am darauffolgenden Tag bei „Fritjof“. Klaas
Langsam schwebt „Regulus“ zum Land – Segeln ist auch abseits des Wassers ein echter Teamsport. Foto: JörnDer lange Arm des Krans bringt „Aneesa“ sogar über die Hecke auf den Parkplatz. Foto: harPeer hat die ganze Aktion von Anfang bis Ende völlig im Griff. Foto: harEingepackt und schön trocken unter der Persenning: „Aneesa“ liegt auf den Böcken. Foto: JörnDer Bootswagen, den wir mit „Aneesa“ erworben haben, macht die Kutter auch auf dem Trockenen sehr beweglich. „Fritjof“ ist in Windeseile unter der Veranda. Foto: Jörn
„Fritjof“ kam beim Absegeln am schnellsten aus den Hafen. Foto: har
Eigentlich hatten wir mit den vier großen Booten im Sporthafen die gemeinsame Tour Richtung Außenförde in Angriffe nehmen wollen. Eigentlich. Das Wetter war schön sonnig; der Wind hielt sich in Grenzen. Die Laune war gut. Aber … Der gewählte Tag hatte sich dennoch als ungünstig herausgestellt, weil etliche Mitglieder kurzfristig absagen mussten: Beruf, Familie, Gesundheit. Also wurde die „Regulus“ direkt auf dem Steg aus dem Programm gestrichen. Beide Kutter und die Albin Vega „Johanna“ wurden schnell vorbereitet und verließen nacheinander die Boxen. Nur leider kamen sie nicht alle sehr weit. Während „Fritjof“ zügig den Hafen verließ, driftete „Aneesa“ seitwärts ab. Alle Versuche im Trimm halfen nichts; der zugegeben personell überbestückte Kutter ließ sich nicht in die Spur zwingen. Also zurück in die Box und wieder festgemacht.
Notfalls mit Motor auf das Wasser: Hauptsache gute Laune. 😉 Foto: har
Aus zu wenigen Mitseglerinnen und Mitseglern für alle Boote waren innerhalb einer halben Stunde ein bisschen zu viele Seglerinnen und Segler für zu wenige Boote geworden. „Fritjof“ war mittlerweile nur ein Punkt am Horizont. Also teilte sich die „Aneesa“-Crew auf die „Johanna“ und unser großes Schlauchboot auf. Not macht erfinderisch. Und so legte die wunderliche Truppe dann mit Verspätung doch in den Sonnenschein ab. Der restliche Tag verlief dann eher unspektakulär. Alle genossen einfach das gemütliche Segeln (oder Motoren) und ließen einige Stunden auf dem Wasser die Gedanken treiben. Die kleine Catering-Schar um Tina hatte derweil am Vereinsheim schon den Imbiss vorbereitet. Wind und Sonne machen hungrig: Kein Wunder, dass dann trotz des holperigen Starts am Morgen nicht viel von Würstchen, Salaten und Kuchen übrig blieb. 😉 Klaas
Nils, Sarah und Klaas sind noch wach. Alle anderen machen, nun ja, eine Pause … 😉 Foto: har
Janek und Jonas geben letzte Ratschläge vor dem Ablegen. Foto: mor
Nach den Sommerferien ist immer noch ein bisschen Zeit, um den Rest der Saison mit Segel-Stunden zu füllen. Zwar waren die Kutter auch in der vergangenen Urlaubszeit immer wieder unterwegs gewesen; die Jollen dagegen waren dagegen nach der Frühjahrsmüdigkeit auch gleich Opfer der Sommerpause geworden. Mangels Nachfrage hatten auch die Sonnabende im Vereinsleben in jüngster Zeit nicht mehr regelmäßig genutzt werden können. Nun gab es einen neuen Anlauf. Und der machte richtig Spaß.
Schlechtes Wetter gibt es nicht, zeigen Ole und Jonas und jagen einen „Floh“ über die Förde. Foto: mor
Optimisten raus, eine „Floh“-Jolle raus, die Motoren der Begleitboote betankt, alles zu Wasser gelassen. Und schon konnte es losgehen. Fast. Das große Schlauchboot war gerade von Stefan fit gemacht worden und schnurrte wieder; aber das Rigg eines Optis musste schnell nachgearbeitet werden. Dann startete der Segelnachmittag wirklich: Das Handling ihrer Boote hatten alle noch verinnerlicht, auch wenn die Bewegungsabläufe das eine oder andere mal ein bisschen „eingerostet“ war. Aber immerhin lief es gleich so gut, dass man sich auch auf äußere Umstände wie Vorfahrtsregeln konzentrieren konnte. In der Ferne hatte sich eine andere Gruppe mit Kutter „Fritjof“ auf den Weg gemacht, der dann „majestätisch“ die schnelleren Jollen vorbeiziehen ließ. Fazit des Tages: Bei stetiger Beteiligung könnte auch der Jollennachmittag am Sonnabend wieder an Schwung gewinnen. Klaas
Nach dem Abendessen noch eine Runde Stockbrot an der Oker. Foto: har
Zwei Kutter und zwei Kanadier schieben sich um die Biegung des rechten Oker-Arms auf dem Weg in die Braunschweiger Innenstadt. Eine bunte Truppe der Marine-Jugend Braunschweig und der Marine-Jugend Kieler Förde ist auf dem Fluss unterwegs. Für die Kieler ist es wieder einmal eine kleine Entdeckungsreise: keine Möwen, keine Strandläufer, keine Austernfischer – dafür Rallen, Graureiher, Eisvögel, rote Milane und diverse Falken. Viele der Uferbrüter sind gerade noch mit ihrem Nachwuchs auf der Oker unterwegs. Die MJK ist mal wieder zum Sommerlager bei der MJBS – ein verlängertes Wochenende ohne Segeln, dafür aber Paddeln und Kutterpullen. Wenig Wellengang, dafür Strömung, nicht elf Meter Tiefgang, sondern eher zwei Meter bis 30 Zentimeter.
Einige paddeln, Christiane fährt die Strecke lieber mit dem SUP. Foto: mor
Wie immer hatten sich die Braunschweiger Freundinnen und Freunde richtig ins Zeug gelegt, um ihren Kieler Gästen ein Rundum-sorglos-Paket zu liefern. Zugegeben: Die äußeren Bedingungen von Räumen und Gelände in Braunschweig sind und bleiben traumhaft. Gemeinsames Essen im großen Vereinsraum mit angeschlossener Kombüse, auf der Halbinsel gegenüber des Vereinsheims ein fertig aufgebautes Zeltlager mit Stromanschlüssen. Campingplätze können für derlei Luxus hohe Summen verlangen. 😉 Einer der ersehnten Höhepunkte: selbst gemachte Kartoffel- und Gemüsepuffer vom Grill – eine Mahlzeit, die bereits bei der Anreise nach Braunschweig Thema gewesen ist.
Nicht über die Mauer auf den Steg springen. Unfallgefahr! Britta passt auf. Foto: har
Zwischen den Touren auf dem Fluss gibt es auch genug Freizeit – zum Vergnügen auf dem Wasser und daneben. Ein Floß verbindet die beiden Geländeteile des Vereins. Foto: har
Manchmal nimmt sich auch ein Vereinsvorsitzender die Zeit, einfach mal für eine Stunde zu verschwinden. Auf der Oker ist das leicht. 😉 Foto: mor
Viel Arbeit, aber soooo lecker: Schon vor Beginn des Wochenendes haben sich alle auf die Kartoffelpuffer vom Grill gefreut. Foto: har
Am und auf dem Fluss gibt es viele seltene Vogelarten. Aber der einsame Schwan „Lohengrin“, der seine Kreise in Heinrichshafen zieht, gewinnt ganz schnell alle Herzen. Foto: mor
Komfortables Zelt mit Stromversorgung, die Transportmittel gleich daneben: purer Luxus. Foto: har
Hier sehen sie ganz harmlos aus. Aber einige Paddler aus diesem Boot gehen auch noch auf Beutetour: Sie haben große Brombeervorräte direkt am Ufer gesehen. Foto: mor
Erkundungstour per Kanadier: Diese Boote und kleine Kutter sind ideal für das Erkunden des Flusses. Foto: mor
Eine letzte Tour durch Braunschweigs Innenstadt vor der Rückreise an die Ostsee. Foto: mor
Ein Tag klingt gemütlich am Ufer der Oker aus. Alle wissen, was sie in den Stunden davor gepaddelt und gepullt haben. Foto: har
Christiane bevorzugt den Individualverkehr auf der Oker. Foto: mor
Zwei Kutter, zwei Kanadier gemeinsam unterwegs. Die Kielerinnen und Kieler bekommen erstmals ein paar Feinheiten des Pullens mit. Foto: har
Es wird eine völlig entspannte Freizeit. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen sich schon aus den vergangenen Jahren; noch am Wochenende werden Pläne für die nächste Treffen besprochen – die Nikolausregatta in Kiel zum Beispiel. Aber natürlich geht es auch diesmal vor allem um die Bewegung auf dem Wasser. Der Bootspark der Marine-Jugend Braunschweig ist an das Revier angepasst: Kanadier in verschiedenen Größen, SUPs … und vor allem die kleineren wendigen Kutter, die auf dem Fluss aber traditionell ganz schön Eindruck schinden, wenn sie vor einem auftauchen.
Kleinere Defizite beim Kutterpullen können die Kielerinnen und Kieler hier einmal systematisch angehen. Die Braunschweiger Boote haben den Kielern gegenüber für das Training einen unschätzbaren Vorteil. Die Riemen lagern nicht in Runzeln, sondern in Dollen. Und das verlängert die Reichweite bei jedem einzelnen Schlag erheblich – und reduziert die Ausreden, weshalb man nur ganz kurz durch das Wasser ziehen kann … Nach einer ausgiebigen Tour in die Stadt mit einer schönen Picknickpause am Theaterwall wuchs bei den Bedienerinnen und Bedienern an den Riemen der Respekt vor dieser Fortbewegungsart. Auch die Vorführung der Möglichkeit, mit einem gemeinsamen korrekt ausgeführten Schlag der Crew die Rudergängerin beinahe über Bord zu befördern, blieb in Erinnerung. Klar ist aber auch, dass es bei einer Einführung bleiben musste. Bis zu einer möglichen Beteiligung am Kutterrace der Kieler Woche wären da noch einige Hürden zu nehmen.
Ein wunderschönes Wochenende ging leider viel zu früh zu Ende – aber in der Gewissheit, die Freundinnen und Freunde aus Braunschweig schon Anfang Dezember wiederzusehen, und natürlich in Vorfreude auf der nächste Sommerlager. Dann wieder an der Kieler Förde unter Segeln. Klaas
Regen in der Vorbereitung – dafür strahlender Sonnenschein beim „scharfen Durchgang“ zu den Wettfahrten in der Kieler Woche. Foto: Pushy
Jörn brachte es als Kutterführer von „Fritjof“ gleich zu Beginn der Marinekutterregatta mit einer Ansage auf den Punkt: „Wir können uns hier mit den Hightech-Booten nicht messen, aber wir sind hier, um gut zu segeln. Und alle sollen hier ihren Spaß haben. Darum geht es!“ Und genau das passierte in den folgenden Tagen auch. Wie immer hatten wir „Aneesa“ und „Fritjof“ bereits am Freitag vom Sportboothafen in den Marinestützpunkt überführt. Der nicht ganz passende Wind verleitete uns dazu, noch den einen oder anderen kleinen Schlag auszuführen, um das gute Wetter zu genießen.
Im Stützpunkt angekommen, warteten wir auf die Freundinnen und Freunde von der Marine-Jugend Braunschweig, die schon bei der Anfahrt ziemliches Pech hatten: Es war ein falsches „Zugfahrzeug“ für den Kuttertrailer von der Leihfirma bereitgestellt worden – ohne Anhängerkupplung. Dutzende Telefonate später hatte sich eine Lösung gefunden: der Camper eines Freundes einer Kollegin eines MJ-Mitglieds … Der Wagen musste natürlich wie ein rohes Ei behandelt werden. Die „Pisagua“ schaffte es gerade so nach Kiel, fünf Minuten bevor der Kran abgeschaltet wurde.
Die „Pisagua“ konnte wenigstens am zweiten Tag in die Regatta mit einsteigen: Finja übernahm die Pinne des Kutters, nachdem Sven so unglücklich ausgefallen war. Foto: Caroline
Der nächste Morgen verlief auch anders als gewohnt: Die Besprechung der Steuerleute fand erstmals seit längerer Zeit wieder in einem geschlossenen Raum statt – und der war diesmal so klein, dass eben nicht die Crews mit zuhören konnten. Kürzer als sonst war die Besprechung allerdings auch nicht … 😉 Als es mittags an die Startvorbereitung für die erste Wettfahrt ging, passierte das Unglück: Steuermann Sven von der Marine-Jugend Braunschweig stürzte so unglücklich im Kutter, dass der Bruch des Fußes ziemlich offensichtlich war. Den Steuermann an der Kuttermole zwei Meter aus dem Boot zu ziehen, war für den Verletzten unzumutbar; also pullten Momo und Klaas die „Pisagua“ ins Nachbarbecken zum niedrigeren Bootssteg. Der Wind war an diesem Tag eher mau, sodass die „Pisagua“ mit zwei Riemen unterwegs mehrere Kutter unter voller Besegelung überholte. Im Gedränge des „Open Ships“ des Marinestützpunkts wurde Sven versorgt und ins Krankenhaus gebracht, gefolgt von Franzi und Tochter Milja – was nun eine echte Lücke im Braunschweiger Boot bedeutete. Die Crew verzichtete auch schockiert von den Ereignissen auf eine Teilnahme an den Wettfahrten dieses Tages. Franzi und Sven brachen nachvollziehbar ihre Teilnahme ab und fuhren nach der ersten Versorgung nach Braunschweig zurück. Am nächsten Tag stieg Finja auf der „Pisagua“ ein und übernahm dort die Pinne. Zwei Wettfahrten waren zwar nicht mehr aufzuholen, aber: siehe Jörnis Anmerkung am Beginn dieses Textes.
Nein, kein Party-Boot: Aber die Stimmung an Bord von „Fritjof“ war hier so gut wie das Wetter. 😉 Foto: Caroline
„Fritjof“ und „Aneesa“ schlugen sich derweil wacker auf der Förde und ließen zumindest den Abstand zur übrigen Flotte nicht zu groß werden, hielten gut mit, segelten aber eben vor allem gegeneinander und gegen die „Pisagua“. Die drei Kutter blieben folgerichtig auch immer nah beieinander. Da die ZK-10-Kutter und die Offene Klasse in kurzem zeitlichen Abstand gestartet wurden, kam es an den Wendemarken öfter zu Fast-Kollisionen. So wurde „Aneesa“ bei einer Gelegenheit dermaßen die Vorfahrt genommen, dass nur ein „Letztes-Augenblick“-Manöver und viele Hände zum Abhalten des Marinekutters größere Schäden verhinderten. Auf einen Protest verzichtete die „Aneesa“-Crew. An der eigenen Platzierung hätte dieses Verfahren ja nichts geändert.
Das berühmte Kieler-Woche-Wetter, das schon in den Bereich der Legenden verbannt war, schlug bei dieser Regatta allerdings zu. Sonnenschein und wenig Wind oder Regen und viel Wind. Die ZK-10-Kutter erhielten die erste Variante; aber am Ende des zweiten Tages zog es zu, und der Wind frischte ebenfalls auf, verbunden mit der Warnung vor Gewitterzellen. Folgerichtig brach die Wettfahrtleitung die Regatta vor dem Start zur sechsten Wettfahrt ab und blieb auch am nächsten Morgen bei dieser Entscheidung. Die Konsequenz: Keine Wettfahrt konnte für das Gesamtergebnis gestrichen werden. Ein ganz ehrliches Ergebnis sozusagen.
Das Spi-Manöver bei „Aneesa“ hat sauber geklappt. Aber das riesige Segel kann das Manko der generell uralten Tücher des Bootes nicht ausgleichen. Foto: Caroline
Erfahrungsgemäß haben die Alltagsboote der Marine-Jugend-Vereine bei der Kutterregatta vorn nichts mitzureden. Zu groß ist der technische Abstand zu den reinen Regattabooten. In den Pausen zwischen den Wettfahrten staunten wir über Spinnakerschot-Führungen mit Rollen unter den Sülls, aufwändige Rollanlagen, gewalzte Edelstahlschwerter, riesige gebogene Traveller für Groß und Besan, Ausreitgurte, Taljen für jedes Want, diverse lange Schienen zur Verstellung von Holepunkten etc. Die Schiedsrichter lobten unsere Vereine angesichts dieser Umstände ausdrücklich. Es habe in der Vergangenheit sogar Gedanken gegeben, wegen dieser Unterschiede eine Teilung der Klasse in Erwägung zu ziehen. Aber das Bootsfeld wäre dann einfach zu klein.
Vor diesem Hintergrund und als Motivation für andere Marine-Jugend-Vereine, zur Kieler Marinekutterregatta zu kommen, hatten wir vor einigen Jahren ja die Wanderpreise für MJ-Crews in der Offenen Klasse und der Klasse ZK-10 gestiftet. In diesem Jahr hatte „Fritjof“ hier die Nase vorn. „Fritjof“ hatte exakt die gleiche Punktzahl wie „Aneesa“ ersegelt, war zwei Mal schlechter, aber eben auch ein Mal besser gewesen. Und dieser siebte Platz gab dann den Ausschlag. 😉
In der Offenen Klasse hatten wir in diesem Jahr auf einen Start nach den Erfahrungen von 2024 verzichtet, weil wir den möglichen Kutterführerinnen und -führern nicht mehr zumuten wollten, an jedem Wettfahrtmorgen hinter einzelnen Besatzungsmitgliedern hinterherzutelefonieren und nicht zu wissen, ob ein Start überhaupt möglich ist. Aber zum Glück starten ja noch andere Marine-Jugenden in dieser Klasse. Und so durften wir unseren Wanderpreis für die beste MJ-Besatzung in der Offenen Klasse in diesem Jahr an die Marine-Jugend Wertheim überreichen, deren Crew sich riesig über die Auszeichnung freute. Der Verein segelt seit 30 Jahren bei der Marinekutterregatta, aber immer irgendwo in der Mitte. Und unser Wanderpreis war der erste in der Vereinsgeschichte. Im Vorjahr hatte die Marine-Jugend Helmstedt hier die Nase vorn gehabt.
Nachdem wir unserer Kutter in den Sportboothafen zurückgebracht, mit den Braunschweigern Zelte abgebrochen und ausgiebig gefrühstückt hatten, versammelten wir uns mit mehreren hundert Seglerinnen und Seglern schließlich zur würdigen Siegerehrung im Filmsaal des Stützpunktes. Und wir werden sicher der Aufforderung der Wettfahrtleitung folgen, die allen zurief: „Auf Wiedersehen bei der 137. Marinekutterregatta im Jahr 2026!“
Urkunden für die Besatzungen von „Aneesa“ und „Pisagua“ und für die Crew der Letztern noch ein kleines Kieler Trostpflaster. Foto: mor
Für Braunschweig hatten wir uns noch schnell einen ganz kleinen „Sonderpreis“ zurechtgebastelt, denn das Pech der MJ BS war in diesem Jahr wirklich außerordentlich. Und die Braunschweigerinnen und Braunschweiger zeigten sich sehr dankbar für die Unterstützung, die sie trotz allem bekommen hatten. Alle Ergebnisse finden sich auf www.marinekutterregatta.de/aktuelles Klaas
An der Wendemarke wird es eng. Hier setzt sich mal „Fritjof“ gegen die größeren Marinekutter durch. Foto: Caroline
Warten auf den nächsten Start. Foto: har
Das Briefing für die Steuerleute. Foto: har
Einchecken der Crews vor Beginn der Regatta. Foto: har
Das traditionelle flüssige Dankeschön für die Helferinnen und Helfer im Boots- und Kutterhafen sowie für die Wettfahrtleitung. Foto: mor
Schnell noch die Zelte abbrechen, bevor der nächste Regen kommt. Foto: mor
Der Wettfahrttag ist vorbei. Die Kutter liegen wieder im Päckchen an der Mole. Foto: har
Kopf an Kopf mit der „Pisagua“. Foto: Pushy
Die letzten Meter in den Hafen per Muskelkraft. Foto: Pushy
„Fritjof“ meldet sich beim Startboot zur Wettfahrt an. Foto: Caroline
Das feuchte Wetter bei der Kieler-Woche-Vorbereitung sind alle aus dem Vorjahr schon gewohnt. Foto: Pushy
Im vergangenen Jahr hatten wir erstmals ein ganzes Trainings-Wochenende als Vorbereitung für die Kieler Woche angesetzt. Damals war es feucht, windig und ziemlich kalt. Mit drei Kuttern hatten wir Starts und Tonnenmanöver geübt und waren dabei an jedem Tag klatschnass geworden. In diesem Jahr suchten wir die Pfingsttage für eine ähnliche Vorbereitung aus, um einfach einen Tag mehr zum Segeln zur Verfügung zu haben.
Bereits am Freitag vor Pfingsten wurde in der normalen Gruppenstunde alles Nötige für das Pfingstsegeln und die Kieler Woche vorbereitet: Die Mitglieder räumten die Bootshalle aus, machten sauber, riggten die Jollen auf dem Parkplatz ab und verfrachteten alles zurück in die Halle. Der Gruppenraum wurde vorbereitet – Erbsensuppe, Ravioli, Nudeln und Tomatensoße sowie ausreichend Getränke eingekauft und aufgestellt. Schwimmwesten wurden bereitgelegt, Wäscheleinen aufgespannt, Letzteres aber nicht wegen des möglichen Kenterns, sondern angesichts der Wettervorhersage: Es sollte wieder kräftigen Regen geben, nur nicht an zwei, sondern an drei Tagen.
Die Auswahl für das Wochenende war an diesem Wochenende nur knapp über Fastfood anzusiedeln, kam aber an und ging vor allem schnell. 😉 Foto: harMittagspause: Zeit zum Aufwärmen von innen mit Ravioli und von außen mit lauwarmen Heizkörpern. Foto: har
Obwohl Pfingsten in diesem Jahr nah an der Kieler Woche gelegen war, hatten wir uns dennoch in einer Hinsicht gründlich vertan: Denn Pfingsten ist in dieser Marine-Jugend im Gegensatz zu andere MJs kein etabliertes Vereinswochenende, das sich die Mitglieder für Segel-Aktivität frei halten. Und so waren die ersten beiden Tage von der Beteiligung her auch unter dem Motto „Aneesa plus“ zu verbuchen – sprich: die Freitagsgruppe segelte, ergänzt um einige weitere Interessierte mit unserem roten Kutter von Regenschauer zu Regenschauer. Am Ende des Tages kündeten tropfende Segelbekleidung und nasse Schwimmwesten vom Training, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten sich sichtlich müde bis zum nächsten Morgen.
Es gibt kein schlechtes Wetter: Axel und Stefan reparieren unter den Augen von Jonas des Außenborder vom großen Schlauchboot. Foto: har
Aber an diesem verlängerten Wochenende wurde nicht nur gesegelt: Während sich die Kuttercrews auf der Förde von Wetterphänomen zu Wetterphänomen segelten – Schweinswalsichtungen inklusive –, arbeiteten Dennis sowie Axel und Stefan, jeweils bis zu den Ellenbogen in Motoröl an anderen Gewerken. Dennis war auf Fehlersuche am „Johanna“-Motor im Sportboothafen, Axel und Stefan beim Austauschen von Dichtungen am Motor des großen Schlauchboots am Vereinsheim. Letzterer wurde auch tatsächlich fertig, und in einer gemeinsamen Kraftanstrengung ging das Boot am Vereinssteg über die Kante. Nachdem sich Axel in einer kurzen Probefahrt davon überzeugt hatte, dass die Reparatur auch wirklich erfolgreich gewesen war, tuckerte das Boot ebenfalls an seinen angestammten Liegeplatz im Sportboothafen.
Manches Mal war der Wind so gering, dass problemlos schon im Hafen alle Segel hochgingen. Regen aber gab es zuverlässig die ganze Zeit. Foto: mor
Vorsichtig, ganz vorsichtig weg von den Dalben. Foto: mor
An einem Tag konnte „Fritjof“ dann auch mit von der Partie sein. Foto: mor
Jeden Tag das gleiche Spiel: Die Boote mussten von dem Wasser befreit werden, das sich über Nacht von oben den Weg ins Innere gesucht hatte. Foto: mor
Gute Laune im Bug. Foto: Pushy
Und im Heck hatte Sarah alles im Blick. Foto: Pushy
So manches Mal wurde der Regen auch durch Hagel „ergänzt“. Foto: Christiane
Jeden Tag Begleiter im Hafenbecken: Hunderte von Quallen. Foto: Finja
Nach drei Tagen durften sich alle sicher sein, wieder zu wissen, wie unsere Kutter einzuschätzen sind, welche kleinen Tücken das Heimatrevier aufweist – und dass selbst das berüchtigte „Kieler Woche“-Wetter der 70er bis 90er Jahre kein Hemmnis sein kann, falls es in diesem Jahr wieder auftauchen sollte. Eins ist klar: Auch im kommenden Jahr werden wir wieder ein gemeinsames Kutter-Wochenende vor der Kieler Woche anbieten. Und da es dann nicht die Pfingsttage sind, haben vielleicht auch wieder mehr Mitglieder Zeit. Klaas
Voller Einsatz beim „Segel-Yoga“: Jonas überredet den Kiel der „Regulus“, das Schwert des Bootes wieder freizugeben. Foto: Jörn
Endlich, endlich sind die ersten großen Boote im Wasser. Die Arbeiten für die Renovierung des Gruppenraums in der vergangenen Wintersaison haben eben doch ihren Tribut erhalten. Die Kutter „Aneesa“ und „Fritjof“ liegen in der Förde an ihren Liegeplätzen – sie können zwar eingesetzt werden; von einem rundum zufriedenstellenden Zustand mit poliertem „Finish“ sind sie jedoch ein paar Faden entfernt. Gleiches gilt für die Varianta „Regulus“, die wir in dieser Saison ursprünglich gar nicht hatten nutzen wollten, weil das Cockpit in einer Halle überholt werden sollte. Aber auch das muss noch ein bisschen warten.
Janek passt von oben auf, dass die anderen unter der „Regulus“ beim Ausbessern des Antifoulings auch wirklich alles richtig machen. Foto: Jörn
Als „Fritjof“ sich vom Bootswagen in die Lüfte hebt, wird das nicht fest sitzende Profil am Kiel sichtbar. Schnell ausbessern... Foto: Jörn
Die Ente, nein, das Schwert bleibt draußen ... Dauerzustand für „Aneesa“. Die Talje zum Aufholen des Schwerts ist mal wieder Deko. Foto: Jörn
Wer Kutter segeln will, muss stark sein. Christiane macht Kniebeugen mit Mast ... Foto: Malte
Cool as ... Kranführer Peer bringt Klaas zum Lachen, ohne selbst aus der Ruhe zu kommen. Wie immer. 😉 Foto: Jörn
Die Masten stehen. „Fritjof“ ist unterwegs zu seinem Liegeplatz. Foto: Nils
Feinarbeiten beendet: „Regulus“ schwebt zum Steg. Foto: mor
Nun gilt es: Ist der Kutter wirklich dicht? „Aneesa“ vor der Wasserberührung. Foto: mor
Schnell noch Hand angelegt, damit „Fritjof“ in der Saison nicht zu viel an Gewicht zulegt. Foto: mor
„Fritjof“ wird am langen Arm über die Hecke gezirkelt. Foto: mor
Experten-Gremium beim Begutachten der getanen Arbeit ... Foto: mor
Die letzten Tage vor dem Kranen waren im Verein noch einmal richtig hektisch geworden. Der Kutter „Fritjof“ musste aus der Halle – aufrecht unmöglich, weil das Tor zu klein ist. Also musste er mit viel Muskelkraft und den grundsätzlichen Hebelgesetzen so weit auf die „Backe“ gelegt werden, dass es passte. Und anschließend alles wieder zurück. Schwesterschiff „Aneesa“ ärgerte uns wieder mit ihrem Schwert, das repariert schien, nach dem Einbau des Schwerttischs aber nicht mehr einzuholen war. Dazu waren noch allerhand Punkte auf der Elektrik-Liste abzuhaken. „Regulus“ war weitgehend gesäubert, wenn auch nicht zur Zufriedenheit aller. 😉 Zudem waren zwei weitere Boote nicht fertiggeworden; die kommen wohl 14 Tage später nach.
Aber es half alles nichts: Der Termin mit unserem Kranfahrer Peer war gemacht und bestätigt. Der Countdown lief unerbittlich. Wie in jedem Jahr waren wir sicher, dass irgendwas übersehen worden war. Und wie in jedem Jahr klappte es dennoch. Asha und Dörte hatten Proviant für den Krantag beschafft. Und so gab es vor, während und nach der Veranstaltung „Hotdogs“ bis zum Abwinken. Bei allen Booten wurde mittags schnell das Antifouling vervollständigt. Und wie in den Vorjahren zeigte sich „Regulus“ mit dem Schwert zickig: Mit Hammer, Schraubenzieher, Säge, Zange und den einfallsreichen Methoden von Jonas kam das stählerne Anhängsel dann doch zum Vorschein. Ein falsch angebauter Ruderbeschlag bei „Fritjof“ wurde schleunigst umgebaut, eine Lücke im Kiel-Profil spontan geschlossen. „Aneesa“ schwebte wie in den Vorjahren mit ausgefahrenem Schwert Richtung Förde.
Um den Aufwand in Grenzen zu halten, verzichteten wir darauf, unsere „Varianta“ ohne Mastkran aufzuriggen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Stellen der Riggs bei den beiden Kuttern erwies sich als komplizierter als gewohnt. Wantenspanner mussten ausgetauscht, nicht mehr ganz zuverlässige Beschläge an den Spieren sinnvoll „umschifft“ werden. Finja hatte zum Schleppen ein großes Motorschlauchboot im benachbarten „Camp“ ausgeliehen, so dass wir uns auch hier auf der sicheren Seite fanden.
Gegen 19 Uhr waren die Boote an ihren Liegeplätzen, die meisten Hinterlassenschaften aufgeräumt – und die Verabredung für den folgenden Morgen stand ebenfalls. 😉
Gute Laune mit allen Segeln, aber ohne Wind beim „Ansegeln“. Foto: Christiane
Gemütlich raus, unter Spinnaker sogar zurück in den Hafen. Die „Fritjof“-Crew machte das Beste aus der Flaute. Foto: Nils
Jeder Quadratmeter zählt bei einer Geschwindigkeit von 0 Knoten über Grund – auch auf „Aneesa“. Foto: Nils
Kein Wind, dafür aber ein Spinnaker: „Fritjof“ gibt wirklich alles. Foto: Nils
Malte wirkte fleißig am Grill. Asha, Birgit und Helge gaben alles beim Catering im Gruppenraum. Foto: Christiane
Damit „Fritjof“ sicher vorankommt: Christiane gibt mit ihrem Zeigefinger „Hilfestellung“. Foto: har
Müde und satt: Würstchen, Salate, Baguettes mit Kräuterbutter und Grillkäse fordern sichtbar ihren Tribut. Foto: Christiane
Wenigstens fünf PS ans Heck gehängt: „Johanna“ hatte beim Ansegeln immer noch eine „Option B“ für die Rückkehr in den Hafen. Foto: har
Am Folgetag war die Situation natürlich wieder entspannter. Immerhin ging es „nur noch“ um gemeinsames Segeln und Essen. Morgens um halb zehn wurde die letzte Ausrüstung vom Verein zum Hafen geschleppt oder per Bollerwagen gefahren. Nacheinander verteilten sich alle Seglerinnen und Segler auf die Kutter und die „Johanna“. Und als schließlich die Crews vollzählig waren, legten die Boote Richtung Förde ab. „Fritjofs“ Besatzung hatte es am eiligsten und bekam deshalb die letzte Brise an diesem Morgen mit. Die anderen kamen erstmal gerade so aus dem Hafenbecken und dümpelten ganz, ganz langsam Richtung Marinestützpunkt. Natürlich kam der nicht vorhandene Wind aus Nord, wenn er denn mal kam. Und so wurde dieser verlängerte Vormittag zum ausgedehnten Sonnenbad irgendwo zwischen 0.0 und 2.6 Knoten. Letztere erreichten die beiden Kutter „Aneesa“ und „Fritjof“, weil der Heimweg Richtung Grillwurst etwas zügiger genommen wurde – jeweils mit Spinnaker übrigens.
Wind und Strömung waren am Wochenende keine Themen: Und dehalb haben wir auch diesen Fender wieder einfangen können. Foto: mor
Der übrige Tag verging wie im Flug mit Klönen, Essen und Aufräumen der Reste vom Vortag. Die Kutterböcke wurden ordentlich aufgestellt, der hölzerne Bootswagen in der Halle wieder unter die Decke gezogen. Und Asha, Birgit, Helge und Malte „schmissen“ die Pantry und den Grill. Fazit: Es wurde doch noch ein schöner, wenn auch etwas verspäteter Start in unsere Segelsaison. Klaas
Wortmeldungen: Wenn es um Satzungsfragen geht, wird es immer ein bisschen kompliziert. Foto: har
Die Marine-Jugend Kieler Förde e.V. hat eine neue Satzung. Im Lauf der vergangenen Jahre hatten sich viele kleine nötige redaktionelle Änderungen gesammelt. Und dazu hatte der Vorstand entschieden, sich dafür einzusetzen, den kleinen Segelverein etwas unabhängiger von Verbänden aufzustellen. Insgesamt liefen dann so viel Überarbeitungsbedarf auf, dass es mit einer Änderung der Satzung nicht mehr getan war. Jonas Zumkeller hatte sich die Mühe gemacht, die schriftliche Grundlage der Vereinsarbeit akribisch durchzuarbeiten und der Vollversammlung einen Entwurf vorzulegen. Um einen Vergleich zu ermöglichen, stellte er gleich drei bisherige Satzungen des Vereins daneben, um die beabsichtigten Änderungen trennscharf sichtbar zu machen. Eine tolle Arbeit, die auch mit entsprechendem Applaus gewürdigt wurde.
In einer engagierten Diskussion besprachen die Mitglieder mögliche Folgen der beabsichtigten Änderungen, die es dem Verein unter anderem ermöglichen, sich im Fall einer Änderung der Ausrichtung des Dachverbands von diesem zu lösen. Die neue Satzung wurde schließlich einstimmig verabschiedet, wie auch das neue Kinderschutzkonzept, das von der Satzung getrennt behandelt wurde, um nicht bei jeder gesetzlichen Änderung die Satzung gleich mit ändern zu müssen. Die entsprechenden Dokumente sind auf dieser Homepage im Bereich Service zu finden.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendlichen im Verein hatten ihr eigenes Treffen vor der Jahreshauptversammlung. Foto: har
Änderungen gab es auch bei den Wahlen zum geschäftsführenden Vorstand. Stephan Böttcher hatte nach vielen Jahren der Tätigkeit als Kassenwart entschieden, diese Aufgabe abzugeben. Als Nachfolger wählte die Versammlung Marcel Kröncke. Stephan bleibt dem erweiterten Vorstand als IT-Wart – der sich unter anderem um die technische Funktion dieser Seite kümmert – erhalten. Geehrt wurden Stefan Bürger und Malte Schmidt für jeweils zehn Jahre Zugehörigkeit zum Verein, Heiko Heß für sechzig – eigentlich einundsechzig 😉 – Jahre. Nach zweieinhalb Stunden endete die Jahreshauptversammlung, und alle, die bis zu diesem Zeitpunkt tapfer durchgehalten hatten, durften sich am gespendeten und sehr reichhaltigen Kuchenbuffet stärken. 🙂 Klaas