Zweiter Tag: gemischte Bilanz

Die Stimmung an Bord hat noch ein bisschen Luft nach oben. Foto: har

Derweil die Crews von „Fritjof“ und „Pisagua“ am Ende des zweiten Wettfahrttages die Ergebnisse mit einem freundlichen Schulterzucken abhaken, ist die Stimmung auf „Aneesa“ (übersetzt = „die Freundliche“) höflich gesagt frustriert. Mit zwei letzten Plätzen in den vier Wettfahrten hatte die Crew nach dem Verlauf des Vortages nicht rechnen müssen. Dass sich beim Start zur dritten Wettfahrt die eigenen Kutter gegenseitig in die Quere kommen – geschenkt. In der vierten Wettfahrt lief es dann auch wieder besser. Kurzfristig.

Sieht zumindest schön aus: Die ZK-10-Klasse macht sich auf den Weg. Foto: har

Denn ausgerechnet in der Regatta ließen „Aneesas“ teils 40 Jahre alte Segel dramatisch nach. Der stärkere Wind beulte das Groß dermaßen aus, dass mit den eingebauten Trimm-Möglichkeiten nichts mehr zu regulieren war, Christiane sich mit den Händen in die Reihleine hängte, um wenigstens noch etwas vortriebgebende Form im Segel zu bewahren. Entsprechend schlecht war dann auch die sechste Wettfahrt des Tages; hier kam noch hinzu, dass sich „Aneesa“ mit dem Heck festsaugte. Nichts half. Gewichtsverlagerung noch vorn, gleichmäßiges Trimmen im Rahmen der noch vorhandenen Möglichkeiten: der Kutter bewegte sich, als ob er einen Treibanker hinter sich herzieht. Oft ist es ja das berühmte „Hintern“-Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Und so wechselten sich die Steuerleute ab, um festzustellen, ob der eine etwas merkt, was die andere übersehen haben könnte. Aber es waren sich alle einig, dass hier etwas nicht stimmen kann.

„Fritjof“ läuft zur Wettfahrt aus. Foto: har
„Pisagua“ macht sich auf den Weg. Foto: har
Da ist „Aneesa“ noch „Die Freundliche“ auf dem Weg zum Startschiff. Foto: har

Unterwegs werden die Inspektionsluken vorsichtshalber geöffnet, jeder erreichbare Hohlraum kontrolliert. Ergebnis: Das Boot ist noch trocken. Später im Hafen wird „Aneesa“ mit Körpergewicht gekrängt und mit einem Schrubber Ruder, Kiel und Schwert kontrolliert. Alles in Ordnung. Immerhin. Für alle anderen gab es durchaus sehr aufregende Momente, weil an diesem Tag mal wieder eine Wettfahrt der 12-m-R-Klasse diagonal durch das Wettfahrtfeld der Marinekutterregatta kreuzte. Schwer für einige, sich nicht auf diese Yachten hinüberzuträumen. 😉

Kleine Größenunterschiede, wenn sich zwei Wettfahrten begegnen. Foto: har
Trau, schau, wem: Skipper Sven steckt die Pinne der „Pisagua“ noch einmal fest. Foto: har

Zur Überraschung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verkündet die Wettfahrtleitung, dass am nächsten Tag auch noch gesegelt werden wird. Einige Crews hatten direkt im Anschluss an die sechste Wettfahrt bei Anlegen im Hafen ihre Riggs bereits heruntergenommen und verstaut… Manchmal sollte man wenigstens die Abschlussbilanz des Tages abwarten. 😉 Mit der Marine-Jugend Braunschweig war vereinbart worden, dass der Kutter „Pisagua“ bis zum Sommercamp in einigen Wochen bei uns in Kiel bleibt. Da der Liegeplatz im Sportboothafen von Klaas noch frei ist, verzichteten wir auf das Herauskranen und das Abstellen des Kutters in einem Gewerbegebiet, bis wir ihn nach der Kieler Woche hätten unter die Veranda schieben können. So werden für einige Zeit drei ZK-10-Kutter bei uns gemütlich nebeneinander im Hafenbecken schaukeln können.
Klaas

Drei Kutter, drei Crews: die Besatzungen von „Aneesa“, „Fritjof“ und „Pisagua“ am Ende des zweiten Regatta-Tages. Foto: har

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