Was tun mit dem angefangenen Sonnabend?

Wenn die Kieler Woche beginnt, muss man wohl aufs Wasser – egal, welche Beschäftigungsmöglichkeiten vielleicht sonst noch im Raume schweben. Foto: Kai

Wenn das Programm des sonnabendlichen Gruppennachmittags in Frage gestellt wird, beginnt der Zweifel meist mit der unterschiedlichen Interpretation der Windvorhersage für diesen Tag … Dieses Wochenende war es wieder einmal soweit: Ob es regnet oder nicht, ist eher von untergeordneter Bedeutung; aber diverse Apps sagten Böen bis Windstärke 7 voraus. Also war es vielleicht besser, zumindest Alternativen im Hinterkopf zu haben. Malte, einer der Jugendsprecher, bereitete sich auf Theorie-Unterricht vor, um Kinder und Jugendliche nicht nach Haus schicken zu müssen. Letztlich setzte sich allerdings Kutterführer Jörn durch. Denn ein Blick morgens aus dem Fenster rief in Erinnerung, was an diesem Tag eigentlich in der Stadt los war – nämlich der Beginn der Kieler Woche. Ehrensache, dass der eigene Verein nicht im Gruppenraum über Finessen von Wenden und Halsen brüten sollte.

Der Kutterführer schaut aus dem Fenster – und sieht Folgendes … der Moment, in dem sich die Ideen, sich an diesem Tag an Land mit theoretischen Grundlagen zu befassen, in Luft auflösen. 😉 Foto: Jörn

Bei dem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Kieler Förde haben sich Jollen aller Größen auch erledigt. Kurzerhand wird umdirigiert: Opti-Gruppe und Jollen-Gruppe werden zur gemeinsamen Kutter-Gruppe. Alle Seglerinnen und Segler, die an diesem Tag aufs Wasser möchten, werden am Vereinsheim am Düsternbrooker Weg gesammelt und dann zum Liegeplatz des Kutters „Fritjof“ dirigiert. Jörn spricht noch einige mahnende Worte in verschiedene Richtungen; dann geht es auch schon los.

Optis, 420er, Laser und Flöhe bleiben an diesem Wochenende im Gruppenraum. Foto: Kai

Jörn wählt aber angesichts der Böen das sichere Drei-Segel-Modell: Flieger, Genua und Besan – für die Kreuzerei auf der Innenförde die ideale Variante; das Großsegel bleibt an seinem Baum eingerollt. Am ersten Tag der Kieler Woche kommt es nicht auf Show an, sondern auf die sichere Kenntnis der Vorfahrtsregeln auf dem Wasser. Die Crew verbringt einige schöne Stunden auf der Förde. In der kommenden Woche werden wir uns mit einem fremden Kutter zufriedengeben müssen: Die Wettfahrten der „Regatta mit Marinekuttern“ werden in diesem Jahr ausschließlich mit von der Marine gestellten und täglich zugelosten Booten bestritten. „Fritjof“ wird also Pause haben bis zur abschließenden Windjammer-Parade am kommenden Wochenende.

So ruhig es sonst auf der Innenförde zugehen mag: Zur Kieler Woche gelten andere Spielregeln. Foto: Cathrine

An Land wird derweil dennoch gearbeitet. Die Saison ist mit der Kieler Woche noch nicht zu Ende. Guido, Malte, Cathrine und Klaas kümmern sich in der Bootshalle ums „Schwarzbrot“. Segel werden gestaut, ein „Floh“ und ein 420er repariert. Kleines Ärgernis: Wenn alle Beschläge an einer Jolle wieder verschraubt sind und plötzlich die Deckel für die Inspektionsluken fehlen, weil es mal wieder unterschiedliche Auffassungen vom Aufräumen gegeben hat. Nach längerer Zeit und fruchtloser Suche tauchen schließlich besagte Deckel wieder auf. Das hätte noch gefehlt, dass ein Boot nicht mehr genutzt werden kann, weil die – sehr speziellen – Deckel nicht mehr aufzufinden sind. Die Bootshalle wird aufgeräumt; nach und nach kommen die Besatzungsmitglieder von „Fritjof“ auch wieder fröhlich zum Vereinsheim, und alle besprechen ihre Pläne für die Regattawoche. Da Liv, Tinka und Cathrine spitzbekommen haben, dass es wenigstens einige wenige Buden an der Kiellinie zur Festwoche gibt, müssen sie das nicht einmal ohne die erforderliche Zuckerdosis tun – zufälligerweise werden Mutzenmandeln direkt vor dem Vereinsheim ganz frisch zubereitet. 😉
Klaas

Letzte Handgriffe an einem „Floh“: Guido hat das Boot wieder auf Hochglanz gebracht – da fehlen plötzlich drei ordinäre Schraubdeckel … Foto: Cathrine
Nass-Schleifen am Spiegel des alten Lanaverre-420ers: Malte müht sich um eine Sperrholzleiste. Foto: Cathrine
Wenn Jugendsprecher und erster Vorsitzender so gucken, will man eigentlich gar nicht wissen, was sie da gerade sehen … Foto: Cathrine
Hat die Marine-Jugend Kieler Förde am ersten Tag der Kieler Woche 2020 würdig vertreten: Kutter „Fritjof“ mit Besatzung. Foto: Cathrine
Süßigkeiten gehören nun mal auch zur Kieler Woche – Liv und Cathrine haben die frischen Mutzenmandeln mit untrüglichem Gespür sofort aufgestöbert. Foto: Klaas

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