Los-Glück und Turbo-Winde

Tatsächlich: Diese Flotte ist bei der zweiten Wettfahrt nicht vor, sondern hinter uns. Foto: Klaas

Eins gleich vorneweg: Von den spektakulärsten Situationen heute gibt es keine Bilder. Niemand an Bord des Kutters hätte dabei eine Hand frei gehabt, um auf einen Auslöser zu drücken. Kleinere „Badewannen“ gab es mehrfach bei Windstärken um fünf bis sechs Beaufort und entsprechenden Böen. Die im Training so gemütlich wirkende „Schüssel“ benahm sich, als hätte ihr jemand die Sporen gegeben. 7,7 Knoten Geschwindigkeit sprechen Bände.

Dennis am Ruder brachte uns mit traumwandlerischer Sicherheit über die Startlinie – meist mit Erfolg. 😎. Foto: har

Dennis hatte für diese ersten drei Wettfahrten die Pinne übernommen. Und wir waren extra früh auf die Bahn gegangen, um noch einige Schläge zu absolvieren. Bei der Kutter-Übernahme erlebten wir die erste Überraschung: Der am Trainingstag so gelobte Kutter „K-9“ war uns allen Ernstes gleich zugelost worden. Nach dem zügigen Auftakeln pullten wir aus dem Segelhafen – und hingen schon unter Besan und Fock auf der Kante …

Die nächste Böe ist schon in Sicht. Foto: har

Die erste Wettfahrt des Morgens ging zügig vonstatten. Das Tages-Team aus Dennis, Stephan, Tinka, Liv, Arne, Sönke, Kai und Klaas spielte sich gut und schnell aufeinander ein. Verwundert rieben wir uns nach der halben Strecke die Augen, fuhren wir doch selbstbewusst in der Mitte des Feldes mit und landeten bei der Zieldurchfahrt auf Platz fünf.

Wetter für den klassischen Marinekutter: Unseren zierlichen ZK-10 hätten wir unter diesen Bedingungen nicht segeln wollen. Foto: har

Bis zur zweiten Wettfahrt sollte es noch dauern. Der Wimpel für eine Startverschiebung wurde aufgezogen, und wir ritten unseren Kutter in heftigen Böen auf der Kante immer hin und her. Als es dann losging, lotste Dennis den „K-9“ mit Blick auf Timer und Segel erneut auf die Sekunde über die Linie. Etliche Kutter wurden nach Frühstarts und heftiger Wuhling von den Schiedsrichtern zurückgepfiffen. Die sich öffnende Lücke nutzten wir und rauschten geradezu berauscht auf einen dritten Platz in dieser zweiten Wettfahrt. Beim Anlegen gab es Lob vom Chef-Organisator der Regatta. Thomas Geburzky nahm beide Daumen hoch und sagte: „Eine Marine-Jugend, die so gut segelt – ich bin begeistert!“

Startschiff und Schiedsrichter: Chef-Organisator Thomas Geburzky (links) und sein Team. Foto: har

Nach einem kurzen und frugalen Mahl, das erneut Stephan gezaubert und Kai mit Wiener Würstchen ergänzt hatte, marschierten wir eilig von unserem Zelt zurück zum Bootshafen. Die Startverschiebung der zweiten Wettfahrt hatte die Pause verkürzt. Nun mussten wir eilen, damit wir rechtzeitig zum Startschuss wieder an der Linie wären. Der Wind hatte inzwischen sogar noch zugenommen. Noch beim Auslaufen berieten wir kurz, ob wir ein Reff ins Großsegel stecken müssten, entschieden uns jedoch dagegen.

Nach Stunden mit den Schoten in den Händen ging absolut nichts mehr. Foto: har

Nach den Überraschungs-Erfolgen der ersten beiden Wettfahrten folgte in der dritten Wettfahrt ein kleiner Dämpfer. Zwar waren wir wieder auf die Sekunde an der Startlinie; aber weil die Schiedsrichter (und wir auch) fanden, dass wir uns wohl ein wenig reingedrängelt hatten, folgte der Jury-Pfiff und die damit verbundene Aufforderung, einen 360-Grad-Kreis als Strafe zu fahren. Absolvierten wir natürlich, ohne zu murren. Immerhin kamen wir auf dem achten Platz ins Ziel. Hätte schlimmer kommen können. Der gesamte Kurs dieser Wettfahrt, der uns bei vergangenen Kieler Wochen in ZK-10-Regatten schon Stunden gekostet hatte, war heute nach nur 15 Minuten beendet. Müde und auf Gesamtplatz vier schlichen wir zurück zum Zelt. Morgen geht es dann auf die lange Strecke nach Schilksee. Und der Wind soll nicht weniger werden.

Klaas

Ein zurecht zufriedener Steuermann auf dem Weg zurück in den Marinestützpunkt. Foto: har
Aufräumen im Hafen nach der Wettfahrt: Aber wir haben schon die richtige Routine entwickelt. Foto: har

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