Fröhliches Ferien-Segeln

Aufklaren nach dem Anlegen: Wir kommen mit den Ferienpass-Gästen von einer Kuttertour zurück. Foto: har

Eine Woche lange „Ferienpass-Segeln“ – dieses Angebot für das Ferienpass-Angebot in Kiel hat schon Tradition bei der Marine-Jugend Kieler Förde. Dabei gab es in diesem Jahr durchaus einiges Warten und etwas Unsicherheit, konnten die fleißigen Planerinnen und Planer bei der Stadt Kiel doch lange nicht absehen, wie es mit der Corona-Pandemie weitergehen würde. Doch rechtzeitig vor den Sommerferien kam der nach oben gerichtete Daumen. Unsere Segelei in den den letzten Tagen der Sommerferien durfte stattfinden.

Kein Unfall, sondern Absicht: Kentern gehört zum Segeln zumindest bei den Jollen nun einmal dazu. Foto: Malte

Pünktlich versammelten sich Teilnehmer und Helfer vor dem Marineheim am Düsternbrooker Weg. Und wieder einmal stellten wir fest, dass wir an unserem Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit durchaus noch ein bisschen schrauben müssen. Zwar ist die Kieler Ausgabe der Marine-Jugend schon deutlich über 60 Jahre alt; aber unsere jungen Gäste und ihre Eltern hatten bis zur Veröffentlichung des Ferienpass-Angebots noch nie etwas von uns gehört. Aber das sollte sich nun umgehend ändern.

Kuttersegeln: Ein Haufen verschiedener Teile ist an diesem Boot erst zu lernen. Und erst die vielen seltsamen Begriffe! Unsere Ferienpass-Gäste fuchsten sich aber ganz schnell ein. Foto: har

Wie fängt man am besten mit dem Kuttersegeln an? Man setzt sich einfach in das Boot und fährt mit einer erfahrenen Crew los. So haben wir es auch in diesem Jahr gehandhabt. Viele Mitglieder wechselten sich über die Tage ab; aber einer behielt wie schon so einige Male die Zügel in der Hand: Janek Balster, unsere Allzweckwaffe, wenn es um die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen geht. Zugute kommt ihm nicht nur seine Segelerfahrung. Als angehender Lehrer weiß er auch, wie man die jungen Gäste richtig „anspricht“. Und das ist ihm auch richtig gut gelungen. Im Kutter herrschte von Anfang an richtig gute Laune. 😉

Kräftiger Wind, der gebietet, nicht alle Segel zu setzen – und strahlender Sonnenschein: Die Bedingungen zum Segeln auf der Förde ließen nichts zu wünschen übrig. Foto: har

Drei Tage kreuzten wir über die Kieler Förde: Unsere Ferienpass-Gäste nahmen die Schoten in die Hand, durften unter Aufsicht auch die Pinne des kleinen Zweimasters führen. Und natürlich waren sie auch bei allen Segelmanövern dabei, hissten und bargen die Segel, lernten, wie man das Ganze zum Ende des Ausflugs auch wieder fachgerecht verstaut. Das i-Tüpfelchen waren zudem die Rahmenbedingungen in dieser Woche – sprich: kein „Kieler-Woche-Wetter“ (Wind plus Regen oder Sonne plus Flaute). Wechselnde Winde in unterschiedlicher Stärke und durchgehend Sonnenschein über der Förde machten das Ferienpass-Segeln zu einer sehr angenehmen Angelegenheit.

„Begleitetes Opti-Segeln“: Zwei Tage in den kleinen Flitzern machten den Teilnehmern eine ganze Menge Freude. Foto: Malte

Um den Gästen das Gefühl zu geben, die absolute Oberhoheit über ein Wasserfahrzeug zu erlangen, wechselte die Truppe in den letzten beiden Tagen an den Steg vor dem Vereinsheim: Segeln in Optimist-Jollen zeigte den Kindern das Zusammenspiel aus Wind und robuster Technik hautnah. Zunächst ging es unter Begleitung unserer motorisierten Schlauchboote quer über die Förde in Richtung Arsenal und Schwentine-Mündung. Dabei war auch der Perspektiv-Wechsel beachtlich: Bedeuteten vorbeiziehende Fähren vom Kutter aus noch eine sanfte Schaukelei, mussten Pinne und Schot im kleinen Optimisten fester angepackt werden. Später kam noch die Kurzeinweisung in das Thema: „Was ich mache, wenn die ,Mühle‘ umkippt und ich im Wasser lande“ … Sagen wir es einmal so: Dieser Teil der Ausbildung machte angesichts der Hitze so viel Spaß, dass wir das am letzten Tag wiederholen mussten.

Üblicherweise ist Kentern nicht das erste Ziel beim Segeln. Wenn die Sonne scheint, Wasser und Luft schön warm sind, kann sich diese Ansicht allerdings auch ändern. Foto: Krug

Als eine Erkenntnis stellte sich jedenfalls heraus, dass selbst in einen vollgelaufenen Optimisten bis zu sechs Kinder und Jugendliche passen, alles natürlich in Schwimmwesten, die das Vergnügen in der Förde noch steigerten. Am Rande präsentierte Malte anschaulich den Unterschied zwischen den für Jollen üblichen Regatta- und auf größeren Booten eher genutzten Automatik-Westen. Mit einem Exemplar letzterer Variante sprang er ins Wasser und ließ sich nach der Auslösung vergnügt wieder an den Steg treiben. Für den Hinterkopf: Mit ausgelöster Automatikweste ist das Auf-den-Steg-Kommen nicht sehr lustig. Der „Ballon“ am Hals hält zwar zuverlässig den Kopf über Wasser, behindert aber die nötigen Kletterbewegungen. Mit ein paar kräftigen Händen wurde unser „Vorzeige-Havarist“ aber schnell wieder ins Trockene gehievt.

Malte hat es geschafft und ist mit der ausgelösten Automatik-Weste wieder an Land. Nun muss noch die Luft heraus … Foto: har

Ganz schnell waren die fünf Segeltage herum. Die jungen Gäste bewegten sich immer sicherer und selbstbewusst auf und in der Förde. Nach dem letzten Aufklaren kamen wir wie immer am Marineheim am Düsternbrooker Weg zusammen. Aber es sollte kein sang- und klangloser Abschied werden. Deshalb gab es für alle Gäste jeweils eine kleine Teilnehmer-Urkunde. Und weil man davon nicht satt wird, hatten Kati und Dörte eine Runde dänische Hotdogs für alle vorbereitet. Etwas müde, aber zufrieden saßen alle Seglerinnen und Segler noch eine ganze Weile zusammen, bevor sie sich ins Wochenende verabschiedeten. Dass man am Segeln durchaus hängenbleiben kann, zeigte sich dann gleich anschließend, als die ersten Anmeldungen für das Kuttersegeln eintrudelten.
Dieter + Klaas

Da kommt eine Menge Wasser heraus … Nach dem Kentertraining wird der Optimist kurzerhand auf dem Steg umgekippt. Foto: Malte
Hilft nichts: Zum Segel-Vergnügen gehört auch das anschließende Aufklaren und Saubermachen. Die Optimist-Jollen sind mit Süßwasser gespült und danach abgetrocknet worden. Foto: har
Strahlende Gesichter: Stefan und Liv nach einer Ferienpass-Kuttertour: Die Steuerfrau hat selbstverständlich im Anschluss auch den Eintrag in das Logbuch von Kutter „Fritjof“ geschrieben. Foto: har
Zum Abschluss der Woche gibt es Hotdogs für alle: Dörte und Kati hatten rechtzeitig das Zubehör herangeschafft und natürlich auch die Pølser heiß gemacht. Foto: har
An der langen Leine … Jonas hält die munteren Schwimmer und ihren Opti an dessen Vorleine fest. Foto: Krug

Eine Antwort auf „Fröhliches Ferien-Segeln“

  1. Das ist ein sehr erfreulicher Bericht, lieber Klaas, mit fast schon gewohnten schönen Bildern. Dank allen aktiven Helfern und Betreuern!!!
    Wenn die „Neuen“ begeistert mitgemacht haben, wieder kommen und weitermachen, ist das eine echt gute Leistung. Gut für den Verein, die beste Werbung.

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