Das Wetter wollte uns nicht aufs Wasser lassen

Noch schwimmen die Bretter auf der Bilge nicht auf. Damit das auch gar nicht erst passiert, greift die Crew zu Ösgefäßen. Foto: har

Es war absehbar, dass die schönen Pläne für diesen Segeltag nichts werden. Bereits am Vortag hatte die Wettervorhersage wenig Gutes ahnen lassen. Optimistisch wie gewohnt waren die Opti- und die Jollen-Gruppe zwar pünktlich am Vereinsheim angerückt. Aber dort warteten schon die Betreuer mit der Hiobsbotschaft, dass die Segelei diesmal ausgeschlossen ist. Die ersten Gewitter waren schon am Morgen über die Kieler Förde gezogen. Nun folgten heftige Regengüsse, gepaart mit weiteren Gewittern und dem passende Starkwind. Was tun? Ohne Gewitter blieb ja wenigstens das Kuttersegeln als Alternative. Auf diese Möglichkeit hatten viele gehofft. Allein die absehbaren Pausen zwischen den Gewitterfeldern erschienen deutlich zu kurz. Immer wieder beugten sich besorgte Gesichter über die Bildschirme, um im Minutentakt das Wetterradar zu befragen. Es half alles nichts: In bedrohlichem Dunkelrot oder Lila rauschte tief gestaffelt ein Gewitter nach dem anderen durch die kurzfristigen Vorhersagen.

Die Masten in der Bootshalle lagern immer ganz weit oben. Ohne Leiter geht da gar nichts. Foto: har

Dieser Gruppennachmittag musste also irgendwie anders genutzt werden. Ein Boot aufzutakeln, wäre vergebliche Liebesmüh gewesen. Da Segeln jedoch pro Stunde Segeln jeweils etliche Stunden Basteln bedeutet – bei uns jedenfalls –, gab es durchaus Beschäftigungsmöglichkeiten im trockenen Vereinsheim. Einige holten mit Jugendwart Jörn Mast und Baum eines 420ers aus den Regalen, um diese durchzusehen und falls nötig zu reparieren. Andere machten sich in eine der so genannten Lasten auf, um Segel neu zusammenzulegen. Wieder andere setzten sich an Rechner, um technische Details zu klären. Niemand musste angesichts von Blitz und Donner die Zeit totschlagen, wenngleich alle lieber mit dem Wind draußen auf der Förde gewesen wären.

Wo wir gerade dabei sind … Der Flieger des Kutters hat eine viel zu schwere Schot. Die wird gleich mal eben ausgetauscht. Foto: har

Am späten Nachmittag tat sich dann doch ein Zeitfenster auf. Nicht zum Segeln, bei weitem nicht, dafür war es zu kurz. Aber es langte, die Kiellinie entlang zum Liegeplatz unseres Kutters zu laufen, um das Wasser auszuösen, das sich bis zu diesem Zeitpunkt darin angesammelt hatte. Und wenn wir schon mal dabei waren, konnten auch gleich Schoten getauscht werden, die Batterie geladen … Mit vielen Helferinnen und Helfern ging das alles ganz schnell – zum Glück, denn kaum mit diesen Aufgaben fertig, wurde es am Himmel wieder sehr, sehr dunkel.

Stephan nutzt die Regenpause dazu, die Batterie auf unserem Kutter „Fritjof“ ans Ladegerät anzuschließen. Foto: bür

Lustigerweise dauerte der Gruppennachmittag ohne das Segeln sogar länger als mit. Auf der Suche nach möglichen „Indoor“-Tätigkeiten hatten sich mehr Aufgaben aufgetan als erwartet. Selbstverständlich blieb auch Zeit für eine ausgiebige Pause an diesem trüben Tag, um Tee, Kaffee, Schorle und viele Kekse „abzuarbeiten“. Aber immerhin hatten wir nicht mittags nach einem traurigen Blick zum Himmel umdrehen und wieder nach Haus fahren müssen. Und die nächsten Segeltermine stehen ja schon. In wenigen Tagen geht es erneut los. Und dieses Mal ist die Wettervorhersage auch sehr günstig.
Klaas

Pause: Auch Nichtsegeln kann anstrengend sein – also raus aus den dicken Klamotten und ein paar Kekse in Angriff genommen. Foto: har

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