Das „Blaue Band“ für die Marinekutter-Regatta

Gute Laune an Bord des Marine-Jugend-Kutters „Fritjof“: Ministerpräsident Daniel Günther und der geehrte Marinekutterregatta-Organisator, Kapitänleutnant Thomas Geburzky, unterhalten sich mit Jörn und Stephan. Foto: mor

Es ist DIE Auszeichnung des Landes Schleswig-Holstein für Verdienste um den Wassersport: das „Blaue Band“. Äußeres Zeichen des 2007 geschaffenen Preises ist ein stilisiertes Segel aus durchsichtigem Acryl mit einem eingelassenen Band in den Farben des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Schriftzug „Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein“. Siebenmal wurde die Auszeichnung seit ihrer Stiftung verliehen. Nun kommt ein achter Preisträger hinzu – die Organisation der Marinekutter-Regatta zur Kieler Woche. Die der „Kutter-Community“ bestens bekannten Gesichter dieser Organisation gehören seit vielen Jahren einem eingespielten Duo: Kapitänleutnant Thomas Geburzky und Oberstabsbootsmann Bodo von Reth. Mit ihrem Team aus Helfern, Schiedsrichtern, Wettfahrtleitern müssen sie den Überblick über den Mastenwald im Bootshafen des Kieler Marinestützpunkts und die rund 1.400 Seglerinnen und Segler bei diesen Regatten behalten.

Der offizielle Akt: Ministerpräsident Daniel Günther übergibt Kapitänleutnant Thomas Geburzky die Ehrung „Blaues Band“ im Gästehaus der Landesregierung Schleswig-Holsteins. Foto: har

„Die Marinekutterregatta hat eine über 130-jährige Tradition in Kiel. Sie ist sozusagen der maritime Kern, um den herum sich die Kieler Woche seit ihrem Beginn entwickelt hat“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei der Verleihung der Auszeichnung im Gästehaus von Landtag und Staatskanzlei, das direkt neben dem Parlament an der Kieler Förde gelegen ist. Viele Menschen steckten ihre Kraft und Zeit in die Organisation der Wettfahrten, betonte der Ministerpräsident: „Die haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten eine ganze Menge: für die vielen begeisterten Kuttersegler, für Generationen mitfiebernder Zuschauer sowie für den Wassersport in Kiel und Schleswig-Holstein.“ Günther verwies auch auf die aktuellen Umstände, indem er sagte: „Den geplanten Rahmen aus Live-Regatta und buntem Kieler-Woche-Programm können wir heute leider nicht bieten. Die Regatta steht für viele Dinge, auf die wir wegen der Corona-Pandemie verzichten müssen: sportlicher Wettkampf mit treuen Fans, Austausch über Grenzen hinweg und gemeinsames Feiern.“ In ihrer langen und bewegten Geschichte habe die Marinekutterregatta schon manche Krise überstanden: „Sie werden mit Sicherheit auch diese Krise überstehen und uns noch viele spannende Segelwettbewerbe bieten“, so der Ministerpräsident.

Zum Kuttersegeln bei der Marine-Jugend gekommen

In der Tat ist die Arbeit an der Marinekutter-Regatta ein Jahres-Projekt und beginnt gleich nach Ende der aktuellen Wettfahrten. Ein Konzept muss aufgestellt werden, Befehle wollen geschrieben sein, Dienststellen und Verbände um Material und Personal gebeten werden. Der Schriftverkehr im Zusammenhang mit der Regatta-Vorbereitung könnte ausgedruckt ganze Aktenschränke füllen. Steht das Seglerlager? Sind die Einladungen rausgeschickt? Was ist mit der Verpflegung, dem Kranen der Boote, den Zufahrtsberechtigungen? Sind alle, die sich sonst auf den Schlips getreten fühlen könnten, informiert? Und Vieles mehr …

Beweisfoto… Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrtausends ist der kleine Thomas Geburzky (2. von links) schon mit der Marine-Jugend Braunschweig unterwegs. Hier geht es gerade mit der Bahn ins Sommer-Segellager nach Mittelschweden. Foto: Gunther Hartmann

Seit 30 Jahren ist Thomas Geburzky bei der Marinekutter-Regatta von der Partie – als Schiedsrichter, als Wettfahrtleiter, als Organisator. Seit 1995 ist auch Bodo von Reth dabei. Geburzky lernte bereits als Jugendlicher das Kutterpullen, das Kuttersegeln und alles, was so dazugehört. Wo? Bei der Marine-Jugend natürlich, in seinem Fall in Braunschweig. Als er sich seinen Berufswunsch, zur Marine zu gehen, erfüllte, holte ihn die Leidenschaft für das Segeln wieder ein. Mit allen Konsequenzen und einem Engagement, das nun das Land Schleswig-Holstein gewürdigt hat.

Preisverleihung um ein Jahr verschoben

Eigentlich hatte die Preisverleihung bereits im Zuge der Kieler Woche 2019 stattfinden sollen, zur 130. Jubiläums-Regatta. Allerdings wurde die Feier kurzfristig abgesagt. Bei einem Zusammenstoß zweier „Eurofighter“ über Mecklenburg-Vorpommern war ein Pilot ums Leben gekommen. Aus Rücksicht auf die Bundeswehr verschob die Kieler Staatskanzlei den Festakt – auf den theoretischen Kieler-Woche-Termin in diesem Jahr. Der ist zwar ausgefallen, dieses Mal wegen der Corona-Pandemie; aber wenigstens die Auszeichnung sollte in dieser Zeit übergeben werden.

Ihre gute Laune ist eins ihrer Markenzeichen. Und nun haben sie allen Grund, fröhlich zu sein: Thomas Geburzky (rechts) und Bodo von Reth erhalten stellvertretend für die Marinekutterregatta die Auszeichnung „Blaues Band“ des Landes Schleswig-Holstein. Foto: Junge

Kleine Schummeleien bei der Zählung

In diesem Jahr leidet auch die Marinekutter-Regatta massiv unter der Pandemie: Offiziell abgesagt, werden Anfang September innerhalb der ebenfalls verschobenen, übrigen Segelwettkämpfe nur einige Wettfahrten der Marinekutter stattfinden können. Dass 2020 die 131. Marinekutter-Regatta ansteht, aber die 138. Kieler Woche ist übrigens nichts anderes als eine kleine Kieler Schummelei. Denn ihren Ursprung hat die Kieler Woche tatsächlich in den Marinekutter-Regatten, deren Beobachtung 1881 zu den ersten Yacht-Wettfahrten ein Jahr später führte. In der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs fand die Kieler Woche nicht statt. Aber es wurde einfach munter durchgezählt. Die Marinekutter-Regatten legten ihrer Zählweise dagegen die tatsächlich stattgefundenen Veranstaltungen zugrunde… 😉

Ein Preis für die Organisation der Marinekutteregatta ohne Beteiligung eines Kutters? Unmöglich. Deshalb kam „Fritjof“ eigens zum Landeshaus gesegelt. Foto: har

Bei der Übergabe des „Blauen Bands“ war das „Auftauchen“ unseres Marine-Jugend-Kutters „Fritjof“ der Höhepunkt der Veranstaltung. Mit sichtlicher Begeisterung setzten sich Ministerpräsident Günther und Kapitänleutnant Geburzky in den blauen Kutter, um ein bisschen die Atmosphäre an Bord – direkt vor dem Landeshaus – zu genießen.
Klaas

4 Antworten auf „Das „Blaue Band“ für die Marinekutter-Regatta“

  1. Unsere Fritjof ist zwar nicht der schnellste Marinekutter (wat nich is, kann ja noch werden!), aber sicherlich ist er einer der schönsten.

  2. Da kann mann ja auch mal gratulieren.
    Solch eine hohe Auszeichnung bekommt man ja nicht so ohne Weiteres.
    Also: meinen herzlichen Glückwunsch und wie üblich: immer ne Handbreit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.