Jahreswechsel mit Wein und „Dinner for One“

Blick von der Segelyacht „Gegenwind“: Über Dili in Ost-Timor feieren die Menschen das neue Jahr mit einem Feuerwerk. Foto: Asha Reich und Helge Aßmann

In der Zeit, in der wir in Deutschland auf recht hohem Niveau über die Corona-Einschränkungen jammern, sitzen unser Mitglied Helge Aßmann gemeinsam mit Asha Reich und der Segelyacht „Gegenwind“ noch immer vor Dili in Timor-Leste fest. Nicht einmal an Heiligabend konnten die Beiden von Bord. Das Wetter war zu schlecht. Und so bestand das Festessen aus Linsenbratlingen, Kartoffelpüree-Knödeln und dem seit einem Jahr gebunkerten Rotkohl. Immerhin: Die legendäre Sendung „Gruß an Bord“ konnten Asha und Helge hören. Und zu Silvester gab es auf dem Bildschirm „Dinner for One“ und dazu eine Flasche Wein. Die ganze Geschichte findet Ihr wie immer im Logbuch der „Gegenwind“.
Klaas

Wiederauferstehung für den „Großen Preis“

Gute Quizformate kann man durchaus für den vereinsinternen Unterricht recyclen. Foto: Finja

„Ich glaube, dass wohl jeder weiß, es läuft jetzt hier der große Preis. Es geht mal wieder um Moneten. Mal hat man sie, mal gehen sie flöten.“ Diesen Spruch kennen wohl einige der Älteren. Und doch passte er diesmal zum samstäglichen Treffen im virtuellen Vereinsheim, wo auch Mitglieder einschalteten, die durch ihr Studium momentan in Niedersachsen wohnen. Zwar ging es nur um den Spaß und nicht um Moneten, aber etwas Wissen mitbringen sollte man trotzdem.

Ohje, wie ist die Lösung zu dem Rätsel an der Wand? Auch wenn die „grauen Zellen“ qualmten, machte es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Riesenspaß. Foto: Finja

Ich hatte mir überlegt, mal wieder „der Große Preis“ zu spielen, um die Theorie in Teilen zu wiederholen. Das jüngste Mal hatten wir es im Vereinsheim gespielt, und ich hatte die Multivisionswand an unsere Tafel gemalt; doch dieses mal gab es eine digitale Variante. Nach der Erklärung, wie diese Wand mit den sechs Kategorien funktioniert, konnten wir auch schon starten. Drei Teams traten gegeneinander an. Jagd wurde als erstes auf die 50-Punkte-Fragen gemacht, wobei allerdings auch taktisch vorgegangen wurde. Letztes Mal gab es bei „Kiel 50“ die Frage: „Wann war die erste Kieler Woche?“, wusste Janek noch und schloss diese Kategorie systematisch für sein Team aus. Deswegen wurde es dann „Allgemeinwissen 40“, und das Team musste überlegen, wie viele Stacheln ein Igel ungefähr hat. Ob diese Frage so viel besser war als die Frage bei „Kiel 50“, wo es um das Baujahr des Bülker Leuchtturms ging, blieb offen. Nach der Frage „Marine Jugend 50“ wurde erstmal gerechnet. Wer war jetzt eigentlich schon wie lange im Verein? Zudem habe ich bereits beim Erstellen der Fragen festgestellt: Die Marine-Jugend Kieler Förde wird in diesem Jahr im Dezember schon 65 Jahre alt. Somit ist unser Stiftungsfest bereits fünf Jahre her.

Aaaah, das sollte man mit einigem Überlegen herausbekommen … Antwort d ist richtig. Foto: Finja

Schnell waren alle 50-Punkte-Fragen beantwortet, und die nächsten Punkte wurden in Angriff genommen. Ein Team wollte die komplette Kategorie „Knoten“ nehmen. Ein großer Bogen wurden erst um die Kategorien „Kiel“ und „Marine-Jugend“ gemacht. Die Ausreden waren: „Ich komme nicht direkt aus Kiel, deswegen kenne ich mich da nicht aus!“, „Marine-Jugend kann ich nicht, da kenne ich mich nicht aus“. Letzter Satz stammt von dem Vereinsmitglied, welches am längsten von den anwesenden Jugendlichen im Verein ist. Doch irgendwann mussten auch diese Fragen beantwortet werden, um Punkte zu bekommen. Und siehe da, so schlimm waren die Fragen nicht. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, machten wir uns auf, um noch etwas zu segeln. Von Dubai über Kiel, Frankreich und New York war alles dabei, und wir hatten noch einige lustige Wettfahrten. Und schnell war es dann auch schon halb sechs … und wir beendeten den Tag.

Zum Abschluss wird gesegelt – zurzeit natürlich leider ebenfalls nur am Rechner. aber dafür sitzen die Manöver nach einigem Üben auch schon sehr gut. Foto: Finja

Im Vereinsheim wurde währenddessen unter Einhaltung der Corona-Regeln auch gearbeitet. Unsere Rollläden wurden wieder gangbar gemacht. Nach dem letzten Herunterlassen hatte man sie plötzlich nicht mehr so nutzen können, wie es sich gehört. Doch Thomas und Guido behoben dieses ärgerliche mechanische Problem. Nun kommt wieder Tageslicht in unseren Gruppenraum. Nächstens werden wieder Schleifmaschinen heulen und Lacke gemischt. Denn auch unter Corona-Bedingungen müssen die „echten“ Segelboote fit gemacht werden für die nächste Saison.
Finja

Neues Jahr – neues Glück – und viele Vorhaben

Was ist über Weihnachten hängengeblieben? Finja lässt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gruppennachmittags den Diamantknoten üben. Screenshot: har

Länger als bis zum 2. Januar dauerte es bei der Kieler Marine-Jugend nicht in 2021, bis der erste Gruppennachmittag des neuen Jahres gestartet wurde. Nach Weihnachtsbraten und Silvesterfeier loggten sich ganz tapfer knapp 20 Mitglieder pünktlich gegen 14 Uhr ins Online-Vereinssystem ein, um die Vorhaben der kommenden Saison zu besprechen. Finja und Janek hatten sich für den heutigen Tag vorgenommen, bei den jüngeren Mitgliedern die Wünsche für mögliche Projekte abzufragen. Einhellige Zustimmung gab es bei dem Punkt, erstens mit größeren Booten längere Touren zu machen und zweitens diese Segelausflüge ohne die Begleitung der üblichen älteren Erwachsenen und – vor allem – ohne die Eltern zu gestalten … 😉 Da kommt die aktuell laufende Führerschein-Ausbildung gerade zur rechten Zeit, um diesen Wunsch hoffentlich bald auch erfüllen zu können.

Stephan hatte Material besorgt und Knotensets gebastelt, die rechtzeitig vor Weihnachten von Tina, Tinka und Stephan verpackt und am Marineheim verteilt worden waren. Nun werden die Sets in der Gruppenarbeit auch benutzt. Fotos: Stephan/Tina

Damit heute nicht nur geredet, sondern auch praktisch etwas umgesetzt wird, ließ Finja die Tau-Enden hervorholen, die vor Weihnachten verteilt worden waren. Und wieder hieß es, Gebrauchs- und Zierknoten zu üben. Die Weihnachtstage hatten nicht ausgereicht, um die wichtigen Knoten wie Weblein- oder Palstek zu vergessen; nach kurzer Erfolgskontrolle machten sich die Kinder und Jugendlichen dann an etwas Anspruchsvolleres wie den Diamantknoten.

Wo kommt das Wasser her, und warum kann es nicht abfließen? Diese „Floh“-Jolle gab schon in der vergangenen Saison Rätsel auf. Guido, Malte und Finja machen sich an die Erkundung. Foto: har

Noch kurz vor den Feiertagen hatten sich Finja, Malte und Guido an ein Rätsel in der Bootshalle gemacht. Eine unserer robusten „Floh“-Jollen hatte beim Bewegen an Land durch Geräusche ganz deutlich zu erkennen gegeben, dass sich Wasser im Boot befinden muss – das aber trotz geöffneter Lenzstopfen und Inspektionsluken nicht weniger zu werden schien. Das ist kein Zustand, den unser Bootswart auf sich sitzen lässt. Also rückte der kleine Erkundungstrupp der Jolle mit moderner Technik auf die Pelle: Mit einer an ein Laptop angeschlossenen Endoskop-Kamera und viel Licht wurde Hohlraum für Hohlraum untersucht. Fündig wurden die Drei wie von ihnen vermutet im Bugbereich, wo sich Wasser gestaut und wegen eines Querschotts nicht abgelaufen war. Der Geschmackstest verschaffte Erleichterung: Süß-, nicht Brackwasser. Also war die Feuchtigkeit von oben gekommen, nicht von unten, wahrscheinlich bei einer Kenterung durch die Stecköffnung des Mastes. Mit langem Arm und Schwamm reduzierte Malte die Nässe im Sperrholzboot so weit wie möglich. Der Rest muss nun bei geöffneten Inspektionsluken von allein verfliegen.

Das Schott ist dicht; das Wasser kann hier nicht heraus. Aber die gute Nachricht: Das getränkte Sperrholz hat trotz der stehenden Nässe keinen Schaden genommen. Foto: har

Und der heutige Gruppennachmittag? Der war inzwischen beim sportlich-gemütlichen Teil angekommen. Die Mitglieder hatten sich schon im ersten Abschnitt des Nachmittags geeinigt, in der kommenden Saison vermehrt Regatten angehen zu wollen. Bis das möglich ist, bleibt eben nur das eSailing. Und so versammelten sich auf den Bildschirmen etliche virtuelle Katamarane auf der virtuellen Regattabahn. Die verbissenen Duelle an den Tonnen waren übrigens zu Redaktionsschluss noch nicht beendet. Also: Schon am 2. Januar sind Enthusiasmus und Elan wieder zu hundert Prozent vorhanden. Es wird ein gutes Wassersport-Jahr. Bestimmt.
Klaas

Konzentration auf dem dritten von sechs Teilabschnitten des Regattakurses. Screenshot: har

Zu Weihnachten seit fast einem Jahr vor Timor-Leste

Da waren Asha, Helge und die „Gegenwind“ noch in Grenada: Aber seit fast einem Jahr dümpeln sie wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie über 10.000 Seemeilen von hier entfernt vor Dili in Timor-Leste und warten auf die Gelegenheit zur Weiterfahrt. Foto: Assmann/Reich

In der legendären Sendung „Gruß an Bord“ des Norddeutschen Rundfunks konnte man sie hören, als sie „vom anderen Ende der Welt“ Grüße an weitere befreundete Segler schickten: Asha Reich und Helge Assmann von der Marine-Jugend Kieler Förde auf ihrer Segelyacht „Gegenwind“. Seit fast einem Jahr liegen die drei vor der Stadt Dili auf Timor-Leste und warten darauf, dass sie wieder Anker lichten dürfen. Die Corona-Pandemie hält sie noch immer in ihrem freundlichen Gastland fest. Und so müssen sie dort das Weihnachtsfest feiern – wenigstens schwächte sich der angekündigte Zyklon ab; aber eine kräftige Schaukelei an Bord war es wohl trotzdem. Und der Aufenthalt wird noch eine Weile dauern: Günstige Winde für ihre nächste Etappe nach Malaysia erwarten Asha und Helge frühestens im Mai. Und wann die möglichen nächsten Gastländer ihre Häfen wieder für ausländische Segler öffnen, steht ebenfalls noch in den Sternen. So bleibt es nur, den Dreien von Kiel aus ein frohes Fest und einen guten Rutsch zu wünschen. Wer über die Reise der „Gegenwind“ auf dem Laufenden bleiben möchte, schaut einfach zwischendurch in das Logbuch der Fernsegler.
Klaas

Knoten üben auf Distanz

Auf dem Programm stehen „Gebrauchsknoten“ – und selbst dieses eher nicht so unterhaltsame Thema funktioniert mit guter Laune. Screenshot: har

Das Land ist im Lockdown – na und? Der Gruppennachmittag bei der Marine-Jugend Kieler Förde findet dennoch statt. Und unter Finjas Anleitung machten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das, was sie sonst auch im Marineheim gemacht hätten – Ausbildung für die kommende Saison und/oder den Sportbootführerschein See. In diesem Fall bedeutet das: Knoten üben, also Handwerkszeug für den Alltag: An diesem Weihnachts-Segelnachmittag war, wie an jedem unser Online-Treffen, mal wieder viel los. Vor einiger Zeit hatten wir alle ein paar Tampen, je einen dicken und einen dünnen, bekommen. Und ich war schon gespannt, was wir damit machen würden. Ganz schnell wurde uns klar, das unsere „Fachkentnisse“ gefragt waren. Als allererstes sollten wir aufschreiben, welche Knoten wir kennen. Danach mussten wir alle tatkräftig erklären, wofür diese Knoten überhaupt gedacht sind. Zier- oder Nutzknoten. Und wenn Nutzknoten, dann wofür ist er da? Alle wussten aber irgendetwas, und so kamen wir schnell voran. Als nächstes kam der praktische Teil. Wir sollten die Knoten mit unseren Tampen nachmachen. Für wen das zu einfach war, tat dies mit einer Hand hinter dem Rücken. Dann ging es mit Vorfahrtsregeln weiter. Wer darf zuerst, wer ist im Recht? Und schließlich durften wir segeln – wieder am Computer natürlich. Die Meisten konnten es schon. Die, die es noch lernen mussten, hatten den Dreh beim eSailing ganz schnell raus. Zwar war ich am Ende nie besser als auf dem vorletzten Platz; aber es machte dennoch richtig Spaß. Jedenfalls freue mich schon auf die nächste Runde nach den Feiertagen.
Cathrine

Draußen ist es kalt – drinnen läuft die Regatta

„Virtual Regatta“ macht es möglich: Nach dem Theorie-Teil können die Wettfahrt-Regeln in einer Regatta am Bildschirm nachvollzogen werden. Screenshot: har

Wir bekommen immer mehr das Gefühl, dass wir alle zu Profis werden – nicht nur, was seglerische Inhalte angeht, sondern auch in der Technik: Durch super aufgebaute Online-Treffen bleiben wir gut im Bilde und können trotz Coronas immer noch sehr viel lernen. Auch in der jüngsten Gruppenstunde war es wieder fantastisch: Emily, Hannes, Michel, Jan, Simon, Malte, Liv und ich haben von Janek und Finja Einiges erfahren. Stephan, Klaas, Dieter und Kai guckten uns dabei ein bisschen über die virtuelle Schulter.

Draußen ist es lausig kalt. Aber Cathrine sitzt in ihrem warmen Zimmer und beschäftigt sich online in der Gruppenstunde mit Begriffen aus der Regatta. Foto: har

Unser aktuelles Thema war diesmal die Regatta. Als Erstes sollten wir aufschreiben, welche Begriffe wir bezüglich einer Regatta kennen. Da wurde das „Blatt“ auf dem Schirm plötzlich ziemlich bunt. Jede/r durfte online gleichzeitig im Team seine oder ihre Begriffe „loswerden“. Anschließend sollten alle ihre jeweiligen Begriffe, die sie beigetragen hatten, erläutern. Jeder von uns wusste etwas, sodass wir uns gut ergänzten und alle Teilnehmer etwas Neues lernen konnten.

Der Einstieg – eine „Begriffswolke“ zum Thema Regatta. Screenshot: har

Danach gingen Janek und Finja ins Detail. Wir lernten, auf welchen Strecken man segeln kann, und wie die einzelnen Formen heißen. Außerdem erklärten sie uns, warum man welche Technik benutzt (Weshalb drängeln sich vor dem Start die Boote meistens auf der Steuerbordseite an der Linie und Anderes?) und welche Startsignale es gibt. Das war nicht unkompliziert, aber sehr spannend.

Wie funktioniert bei einer Wettfahrt ein Start, wie segele ich das olympische Dreieck, wie laufen „Up and Down“ und andere Feinheiten der Regatta? Foto: Cathrine

Danach haben wir das Gelernte gleich in die Praxis umgesetzt – nach dem Absegeln und unter Corona-Bedingungen natürlich nicht selbst auf der Kieler Förde, sondern in mehreren E-Sailing-Wettfahrten auf der virtuellen Innenförde. Das hat super viel Spaß gemacht, aber es ist sehr, sehr schwer so zu segeln, wenn man es sonst gewohnt ist, Pinne und Schot selbst in der Hand zu halten. Man hat am Bildschirm aber zumindest die gleichen Probleme wie auf dem echten Wasser und muss lernen, diese zu bewältigen. Natürlich ist es nicht ganz so wie in „echten Booten“; vor allem ist E-Sailing nicht so nass. Aber: Es ist das Beste, was wir zurzeit tun können, um „im Stoff zu bleiben“. Und wir Kinder haben jedenfalls viel Freude daran. 😉
Pushy

Der Start ist schon mal gelungen. Nun müssen die virtuellen „Laser“-Jollen möglichst unfallfrei die ausgelegte Bahn absegeln. Foto: Cathrine
Wo es mit einem Segel je Boot schon ganz gut geklappt hat, probieren es einige Teilnehmer zum Schluss noch in einer größeren Klasse… Foto: Cathrine

Segeln aus dem heimischen Cockpit

Michel und Hannes (vorn) sind in der Gruppenstunde sogar mit unterschiedlichen Themen gleichzeitig im virtuellen Marineheim unterwegs. Wenn die beiden Jungen nicht am „Ruder“ stehen, ist Papa Mirco hier dabei, den Sportbootführerschein zu lernen. Foto: Mirco

An diesem Vereinsnachmittag waren Jörni, Liv, Arne, Michel, Stephan, teilweise Dieter, n kurz Pushy und Klaas dabei – und natürlich ich selbst. Ich habe mich sehr darüber gefreut , endlich mal wieder einige Freundinnen und Freunde aus dem Verein zu sehen. So konnten wir mal wieder ein bisschen quatschen und Späße miteinander machen. Es hat alles sehr gut geklappt und hat mir wieder viel Spaß gemacht. Zwischendurch brachte Papa uns – Michel und mir – auch unser verspätetes Mittagessen; da hab ich mal eben den Ton und die Kamera ausgestellt. War echt lecker… 😊

Aufbau eines „Optimisten“ besprochen

Wir haben den Aufbau eines Optis besprochen. Da war dann auch Michel gefragt und musste – mit meiner Hilfe – schon mal ein paar Fragen von Jörni beantworten. Später hatte Michel aber keine Geduld mehr, und das darf er als Siebenjähriger dann ja auch. Da ist er doch lieber eine Regatta am Laptop gesegelt. Wir Größeren haben noch Anlegemanöver besprochen und uns außerdem Ausschnitte von Regatten wie der „Vendée Globe“ angeguckt. Um kurz nach 16 Uhr war dann leider schon wieder Schluss. Aber ich freue mich schon aufs nächste Mal.
Hannes

Den Kutter auch von innen trockenlegen

Die Einzelteile des Gestells für den Kutter „Fritjof“ sind noch von der vergangenen Wintersaison vorhanden – zum großen Teil jedenfalls. Foto: har

Die Pandemie-Vereinswochenenden ruckeln sich wieder langsam zurecht: Die Kinder und Jugendlichen büffeln bei sich jeweils zu Haus – aber gemeinsam am Bildschirm – Segeltheorie. Derweil findet sich die kleine Werkstatt-Gemeinschaft im Marineheim ein, um mit der „praktischen Winterarbeit“ voranzukommen. Auch wenn die Personenzahl vor Ort gering scheint, ist es erstaunlich, wie viele Gewerke sich gleichzeitig bearbeiten lassen, wenn nur genug Ellenbogen-Freiheit vorhanden ist.

Stephan hat die Pumpen in Betrieb genommen. Nun wird der Kutter gelenzt, lustig angesichts der Tatsache, dass er hoch und trocken an Land weilt … der Kutter, Stephan natürlich auch. 😉 Foto: har

Sehr spontan haben sich die Kutterführer verabredet, um sich „Fritjof“ an diesem Tage vorzunehmen. Der Winterplan sieht vor, den Kutter trockenzulegen, um dann zu Beginn des neuen Jahres mit den vergleichsweise geringen Ausbesserungsarbeiten weiterzumachen. Gesagt. Getan. Unter den Bodenbrettern ist reichlich Flüssigkeit vorhanden – Süßwasser zum Glück, denn der Kutter steht seit dem Kranen wie ein Regenfass vor dem Vereinsheim. Das Lenzen mit Ösgefäßen erweist sich für Jörn und Stephan als recht mühsam. Also wirft letzterer eine Elektropumpe an und befördert reichlich klares Wasser außenbords. Anschließend zimmern und sägen die Beiden das robuste Holzgestell passend zusammen, das anschließend die großen Winterplanen über dem Boot hält.

Guidos hervorragende Feinmotorik verhilft einer „Floh“-Jolle nach der anderen wieder zu einer glatten Oberfläche. Foto: har

Guido nimmt sich inzwischen erneut die „Floh“-Jollen vor. Sorgfältig werden die Schrammen der vergangenen Saison ausgebessert, gefüllt, geschliffen, lackiert. Inzwischen könnte man auf den Bootsrümpfen wieder ausrutschen, so glatt sind sie. Allerdings soll sich ja niemand beim Klettern auf den Jollen erwischen lassen … 😉 Im Lauf der kommenden Woche werden zwei von drei „Flöhen“ fertig sein; dann können sie die Halle räumen und zum verdienten Winterschlaf unter einer dicken Persenning in unserem kleinen Außenlager Platz nehmen. Der dritte „Floh“ macht uns dagegen Sorgen. Beim ersten Begutachten hatten wir festgestellt, dass sich Wasser im Bugbereich der Jolle gesammelt hat. Leider ist durch die durchaus vorhandenen Inspektionsluken nichts festzustellen. Alles trocken. Aber das leise Hin- und Herschwappen des Wassers ist dummerweise eindeutig zu hören. Also werden wir in den nächsten Wochen dem Geheimnis wohl mit Laptop und Endoskop-Kamera auf die Spur kommen müssen. Die Version „einfach ein paar Löcher reinbohren“ kommt jedenfalls nicht in Frage.

Nirgends ist man sicher: Mit den Worten „Hier näht der Chef selbst“ überrascht Guido Klaas bei seinen Versuchen, einen kleinen Vorrat an Segeltaschen zu nähen. Foto: Guido

Bei den vergangenen Arbeitseinsätzen hatten Janek und Malte endlich einmal Grund in unser Zubehör gebracht. Eins ihrer Ergebnisse: Wir haben mehr Segel im Bestand, als wir gedacht hatten – zumindest für Jollen aller Größen; allerdings ist ein Teil der Tücher ausgeweht und hat mehr Beulen als ein Fahrzeug nach einem Stock-Car-Rennen. Also wurde aussortiert – die Guten auf die eine Seite und die nicht so Guten … Zum Wegschmeißen sind auch die zu schade. Denn uns fehlen noch einige Segelsäcke, in denen die besseren Tücher schonend aufbewahrt werden können. Also hat sich der Vorsitzende mal selbst an die Nähmaschine gesetzt, damit wir nicht mehr mit Stapeln lose gefalteter Segel, die ständig verrutschen, leben müssen. Prompt kommen auch Sonderwünsche. „Kannst Du nicht mal einen 2.2 Meter langen Beutel nähen, in dem wir ein ganzes Rigg unterbringen können?“ Ja, geht – aber nicht heute. Der Winter kommt ja erst noch …

Zumindest reicht es, um die „verwaisten Segel“ wieder halbwegs adäquat unterzubringen. Foto: har

Derweil hat es sich der seglerische Nachwuchs der Marine-Jugend Kieler Förde in Teilen wieder jeweils zu Haus am Rechner gemütlich gemacht. Finja und Janek unterhalten die muntere Truppe aber nicht nur, sondern fordern sie auch. Mit dem BigBlueButton-System lässt sich ja mehr erreichen, als nur ein bisschen zu daddeln. Diesmal ist also Segeltheorie dran. Wie war das doch gleich mit den Vorfahrts- und Ausweich-Regeln? Da wird durchaus gewusst, aber auch kräftig drauflos geraten. Einige Dinge muss man eben immer wieder ins Gedächtnis rufen. Einen Vorteil hat das „Homeoffice“ allerdings. Es lässt sich gut nebenher verpflegen. Cathrine bekommt Sandwiches geliefert. Kuttersteuerin Liv holt sich zwischendurch die gewohnten „Manöverkekse“.

Gruppennachmittag online: Wer es theoretisch nicht beherrscht, bekommt nachher auch auf dem Wasser Schwierigkeiten. Also werden mal wieder Vorfahrt- und Ausweich-Regeln gebüffelt. Screenshot: Finja

Das Online-System muss aber nicht nur zum Lernen genutzt werden, obwohl es sich inzwischen selbst bei der Führerschein-Vorbereitung bewährt. Auch Kreativität ist möglich. Schon mal eine Optimist-Jolle gezeichnet? Am Bildschirm? Gemeinsam? Und das alle gleichzeitig? Das Ergebnis sieht sehr gut aus, beweist zumindest, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer schon bewusst einen „Opti“ angeguckt hat. Und nächstes Mal malen wir unseren Kutter „Fritjof“ … oder so … 😉 Die neuen medialen Errungenschaften helfen dabei, ein wenig zusammenzukommen, ohne die rechtlichen Vorgaben zu verletzten. Und das ist doch wirklich etwas Feines.
Klaas

Zur Entspannung muss auch ein bisschen kreativer Spaß erlaubt sein: einen Opti zu zeichnen, ist eine Sache. Aber wenn es alle gleichzeitig am selben Bild machen … 😉 Foto: Cathrine

Kann man damit noch segeln oder soll es weg?

Guido und Dieter machen eine Jolle nach der anderen noch einmal gründlich sauber, bevor die Boote unter einer dicken Plane in den Winterschlaf geschickt werden. Foto: Malte

Während das Gruppenleben im Verein in virtuelle Sphären ausgelagert werden kann, bleiben in der Realität Aufgaben übrig, die sich leider nicht am Bildschirm erledigen lassen: die Arbeit an den Booten und der Ausrüstung, die im Winterhalbjahr anfällt. Und da wir ganz positiv gestimmt davon ausgehen, dass in der kommenden Saison wieder gesegelt wird, müssen diese Aufgaben abgearbeitet werden – auch unter Corona-Bedingungen. Praktisch bedeutet dies, dass nur noch nach Anmeldung im Vereinsheim gearbeitet werden darf, um die Zahl der Personen dort in geforderter Weise begrenzen und die nötigen Abstände einhalten zu können.

Mühsam: Janek und Malte sichten und sortieren Dutzende Segel, bevor sie sorgfältig zusammengelegt in Segelsäcken sortiert abgelegt werden. Foto: har

An diesem Wochenende hatten sich Malte, Janek, Guido und Dieter am Marineheim getroffen, um die in der Vorwoche schon begonnenen Arbeiten weiterzuführen. In den Monaten, in denen das praktische Segeln den absoluten Vorrang genießt, bleiben etliche Dinge liegen. Und so machten sich Malte und Janek daran, unsere Lasten von Grund auf aufzuräumen, Segel und Riggs zu sichten und zu sortieren, neue Träger an den Wänden zu befestigen, um Spieren, Masten und Bäume vernünftig zu stauen. Dabei fielen den Beiden etliche Dinge beim Begutachten auf, deren weitere Verwendung erstmal zu klären war – frei nach dem Motto: „Kann man damit noch segeln oder soll es gleich weg?“ So fanden sie beispielsweise Segel von Booten, die schon längst den Weg alles Irdischen gegangen waren, und Tücher, die beim besten Willen nicht mehr an einem Mast hochgezogen werden sollten. Nach kurzer Diskussion stopften Janek und Malte die alten Tücher in einen brüchigen Beutel. Uns fehlen noch etliche Segelsäcke; dafür wiederum sollten die Alt-Segel nach einer Umarbeitung mit der Nähmascheine noch zu gebrauchen sein.

Guido, der Herr der Werkstatt, nimmt sich zu ersten Ausbesserungsarbeiten gleich drei „Floh“-Jollen auf einmal vor. Frisch angerührt ist halb gewonnen. Foto: har

In der Bootshalle hatte sich derweil wieder Guido an die Arbeit gemacht. Am Tag des Kranens hatten wir drei „Floh“-Jollen in die Bootshalle geschoben. An diesen Booten sind diverse Ausbesserungen zu machen – nichts Grundsätzliches wie im Winter zuvor, aber immerhin. Und so nahm Guido alle drei Boote auf einmal in Angriff. Schleifen, Epoxy anrühren, ausbessern – der nächste „Kahn“. Unser Boots- und Werkstatt-Meister durfte/musste in der Stille der weitestgehend menschenleeren Halle arbeiten. Andererseits: Es stand ihm auch nicht ständig jemand mit Fragen „auf den Füßen“. 😉

Knoten rein, aber den richtigen: Dieter legt noch Hand an die Abdeckplanen an. Dann sind die Boote in unserem „Außenlager“ verstaut. Foto: har

Vor dem Vereinsheim machte die kleine Truppe gemeinsam mit Schriftwart Dieter das draußen liegende Material noch einmal gründlich sauber. Mit Schrubbern und Hochdruck-Reiniger kam nach und nach der ganze Modder, der von den herbstlichen Bäumen abgeworfen worden war, von Jollen und Persennigen. Erst nach dieser Reinigung packten Dieter, Guido, Janek und Malte die gesamte „Außenlast“ in dicke Planen und verzurrten sie winterfest. Und nächste Woche geht es wieder drinnen weiter. Wir bekommen die dunkle Jahreszeit schon herum.
Klaas

Na? Na? Na???? Das sieht doch wohl so gut aus wie lange nicht mehr. Einen langen Arbeitsnachmittag später sind Janek und Malte einen gehörigen Schritt weitergekommen mit unseren „Sortier-Einheiten“. Foto: Malte

Online durch Kiel segeln und für den Führerschein üben

Die ersten haben sich dazugeschaltet: Einführung ins eSailing –wenn man schon nicht gemeinsam ins Boot darf, geht gemeinsames Segeln dennoch, wenn auch online. Finja führt in die Programme ein. Screenshot: har

Zugegeben, bei den sinkenden Temperaturen denkt auch bei uns nicht jede/r mehr daran, unbedingt ein Boot in die Kieler Förde zu werfen und ein paar Stunden über das Wasser zu gleiten. Aber das Vereinsleben soll ja weitergehen. Und wenn wir uns in den vergangenen Jahren regelmäßig zum „Updaten“ unserer Theorie-Kenntnisse sowie zum Ausbessern der Boote im Marineheim getroffen hatten, wird daraus wegen der Pandemie in naher Zukunft nichts werden. Das ist aber immer noch kein Grund zu weinen und gar nichts zu tun. Für den Gruppennachmittag hatte Finja sich schon ein Programm mit Spielen und, tatsächlich, Segeln ausgedacht. Und da die Kinder und Jugendlichen des Vereins schon aus der vergangenen Lockdown-Phase im Frühjahr durch Online-Unterricht „gestählt“ sind, probieren wir die Zusammenkunft ebenfalls an digitalen Endgeräten. Dank der Vorarbeit unseres in diesen Dingen versierten Kassenwarts Stephan ist das Zusammenschalten tatsächlich kein großes Problem: Egal, ob die jugendlichen Nutzer/innen am PC oder Notebook, am Tablet oder Smartphone unterwegs sind – alle können sich in die Gruppenstunde „hacken“. Dank des Programms „Virtual Regatta“ lässt es sich nun auch virtuell und für eine Simulation sehr lebensnah am Rechner segeln, und das sogar auf unserem bekannten Hausgewässer. Finja forderte die Gruppe aber nicht nur, sondern ließ zur Entspannung auch spielen – „Montagsmaler“ zum Beispiel unter großem Vergnügen. Die Premiere des Online-Gruppennachmittags ist jedenfalls sehr gut gelungen.

Zur Entspannung wird beim Gruppennachmittag noch ein bisschen „Montagsmaler“ gespielt. Auch das geht am Bildschirm: Foto: Tina

Ebenfalls entspannt hatte sich eine Runde unter völlig anderen Vorzeichen einen Tag zuvor zusammengefunden – jeweils von zu Hause aus und am Bildschirm. Denn auch die theoretische Ausbildung für den Sportbootführerschein See hat bei der Marine-Jugend Kieler Förde begonnen. Und nun geht es in die Vollen. Rechtliche Voraussetzungen, Geltungsbereiche, Signale bei Tag und Nacht, Lichterführung sind die ersten Themen gewesen. In vierzehntäglichem Rhythmus geht die Online-Unterweisung weiter. Das nächste Mal fragen wir auch die Themen der ersten Runde ab. Mal sehen, wer alles fleißig gelernt hat … 😉
Klaas

Corona verhindert Präsenz-Lernen; aber das ist kein großartiges Hindernis. Da Kassenwart Stephan ein Rundumsorglos-Onlinepaket aufgesetzt hat, üben die Führerscheinanwärter eben online – und trotzdem gemeinsam. Screenshot: har

Alles für den Winter-Lockdown vorbereitet

„Fritjof“ schwebt an Land. Spätestens jetzt wird allen klar, dass die Segelsaison beendet ist. Foto: har

Rechtzeitig vor den neuerlichen Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist der Vereinsbetrieb „winterfest“ gemacht worden – in diesem Jahr natürlich nicht als „gesellschaftliches Ereignis“ mit fröhlichem Beisammensein nach dem Kranen der großen Boote, sondern als reiner Arbeitseinsatz. Entsprechend wenig interne „Reklame“ hatten wir gemacht. Aber wie immer waren genug fleißige Hände vor Ort, die einen reibungslosen Ablauf ermöglichten.

Nicht nur beim Segeln immer dabei, sondern auch dann, wenn ein Arbeitseinsatz gefordert ist: Liv und Arne kümmern sich um die Gurte, die den Kutter aus dem Wasser heben – unter den aufmerksamen Blicken unseres Kranfahrers Thomas, der nach und nach die Boote mit viel Gefühl und Routine aus dem Wasser holt. Foto: har

Als Thomas mit seinem Kran die Kiellinie entlang rollte, waren die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen. Nacheinander kamen „Regulus“, „Fritjof“ und unser großes Schlauchboot aus der Förde, wurden umgehend gesäubert und auf ihre Trailer und Gestelle verfrachtet. Der „Pirat“, der noch vor dem Vereinsheim wartete, wurde dagegen mit schierer Muskelkraft von seinem Holzgestell auf den bereits wartenden Trailer umgehoben, damit der Kutter die Position unter dem Balkon des Vereinsheims einnehmen konnte – man merkte der beteiligten Crew nicht nur ihre Einsatzfreude, sondern auch die jahrelange Routine an. Hier schon einmal ein ganz herzliches Dankeschön!

Es mögen Kleinigkeiten sein; aber sie müssen auch erledigt werden: Janek spült die Masten vor ihrer Einlagerung mit Süßwasser. Foto: har

Mit dem Kranen war die Arbeit an diesem Wochenende allerdings noch nicht getan. An insgesamt zwei Tagen wurden auch der überwiegende Rest der Boote sowie die Bootshalle für die Winterarbeit vorbereitet, um in den kommenden Wochen komplett auf Ansammlungen von Vereinsmitgliedern verzichten zu können. Masten, Bäume, Spieren, Riemen, Ruder, Schwerter laufendes und stehendes Gut – alles, was ging, wurde verstaut. Drei Jollen, die bearbeitet werden müssen, wurden gesäubert und in die Bootshalle geschoben. Segel, Polster und Bootswagen fanden ihre jeweiligen Wege in Lasten und Regale, die draußen auf dem Gelände lagernden Jollen wurden schon passend „gestapelt“.

Auch das gehört zum Aufräumen: Kontrollieren und Verpacken der Segel (links), Stapeln der verbliebenen Jollen (Mitte) und kleine Erklärungen zum vereinsinternen Messenger-System (rechts). Fotos: Cathrine

Natürlich gibt es noch ausstehende Restarbeiten. Und die Winterarbeit an den Booten muss ebenfalls nach und nach in Angriff genommen werden. Aber das Marine-Jugend-Kiel-Team ist in jedem Fall darauf vorbereitet, in diesen Wintermonate notfalls wie auch im vergangenen Frühjahr unter Lockdown-Bedingungen voranzukommen. In den kommenden Wochen werden nur einzelne Personen im Marineheim arbeiten dürfen. Aber die begonnene Führerschein-Ausbildung läuft ausschließlich online weiter. Und für den Gruppenbetrieb gibt es schon spannende Vorschläge, die ebenfalls im „virtuellen Marineheim“ umgesetzt werden. Also packen wir es an! 🙂
Klaas

Nun ist er wieder „nackt“. Kutter „Fritjof“ trocknet unter dem Vereinsbalkon, damit er für die kommende Saison überarbeitet werden kann. Foto: Cathrine
Schnell noch die Teile des Gestells für die Planen der Varianta „Regulus“ retten, bevor Jollen in die Bootshalle geschoben werden. Foto: Cathrine
Es füllt sich wieder: Drei „Floh“-Jollen, die diverse Ausbesserungsarbeiten vor sich haben, werden in die Bootshalle gebracht. Danach kann das Rolltor der Bootshalle (notfalls) für die kommenden Monate geschlossen bleiben. Foto: har

Die allerallerallerletzte Fahrt der Saison

Bisschen frisch an Bord – aber jede Kabellänge auf dem Wasser zählt. Foto: Mirco

Es ging vergangene Woche mit „Fritjof“ vom Liegeplatz zum Vereinssteg, um den Kutter abzutakeln und für das Kranen vorzubereiten. Klar, dass dieser Weg etwas länger wurde als die Luftlinie, um wirklich noch möglichst viel Zeit vor dem endgültigen Saison-Ende auf dem Wasser zu verbringen. Kutterführer und Jugendwart Jörn hatte schon in den Tagen zuvor alle Segelinteressierten immer wieder zusammengetrommelt, um mit „Fritjof“ auszulaufen. Die ausgedehnten Touren auf der Förde hatten allerdings Begegnungen zur Folge, die es in den Wochen vorher nicht gegeben hatte: So schauten die Kutterseglerinnen und -segler beispielsweise nach Einbruch der Dunkelheit plötzlich an der Bordwand des Küstenstreifenboots „Falshöft“ empor. Freundliche Beamte der Wasserschutzpolizei lobten die kleine Truppe unten im Kutter dafür, dass sie daran gedacht hatte, die grüne und die rote Positionsleuchte anzuschalten – aber wo denn das weiße Hecklicht sei … Mist, kaputt. Eine Taschenlampe musste dann eben als Notbehelf herhalten. Nächste Saison wird die Beleuchtung wieder vollständig sein. 😉
Klaas

Die letzten Möglichkeiten nutzen

Kutterführer Jörn und Steuerfrau Liv – ein schöner Nachmittag Ende Oktober ist auf dem Wasser doch noch viel schöner als an Land. Foto: Simon

Es wird kälter draußen; am Horizont winkt schon in der Ferne die Weihnachtszeit. Das Gelände rings ums Marineheim ist von bunten Blättern bedeckt. Und das Kranen der größeren Vereinsboote steht in wenigen Tagen ebenfalls an. Aber da freundliche Winde angekündigt sind, nutzt unser Kutterführer jede kleine Gelegenheit, noch einmal aufs Wasser zu kommen. Gemeinsam mit Liv und Simon lässt Jörn unseren Kutter „Fritjof“ an diesem Nachmittag wieder auf die Kieler Förde gleiten.

Dick einpacken und los: Auch Simon lässt sich nicht von spätherbstlichen Bedingungen abschrecken, wenn es ums Kuttersegeln geht. Foto: Jörn

Kurz nach 14 Uhr waren die drei losgefahren – nicht wegen des Windes, aber wegen des geringen „Personalumfangs“ an Bord unter Fock und Besan, Liv an der Pinne. Jörn nutzte die Ruhe, um Simon gleich ein bisschen Unterricht an der Fockschot zu geben. Vor dem Ostufer kreuzte der Kutter dann vor dem Gelände der Werften entlang – an einem Unterseeboot vorbei. Das wiederum nutzten Simon und Liv für ein paar Selfies mit dem dunklen Koloss im Hintergrund. Livs Anmerkung: „Simon hat posiert wie ein Weltmeister – man weiß ja nie, ob weibliche Fans in der Nähe sind … “ 🙂 Aber schließlich wendeten die drei Seglerinnen und Segler ihren Kutter und machten sich auf den Heimweg – eine Strecke, die recht zügig zurückgelegt wurde.

Mit dem Kutter am neuen Unterseeboot vorbei – Gelegenheit für diverse Selfies … Foto: Jörn

Als der Kutter Richtung Hafen segelte, kam er auch am heimatlichen Vereinssteg vorbei. Dort hatten Dieter und Jens derweil die Varianta „Regulus“ festgemacht und schon den Mast gelegt. Der wurde wie eine Menge anderer Ausrüstung anschließend hoch ins Marineheim geschleppt, um dort dem „Winterschlaf“ überantwortet zu werden. Im Anschluss liefen die beiden zurück zum Hafenbecken, in dem unsere größeren Boote ihre Sommerliegeplätze haben, und holten das große Schlauchboot, um die „Regulus“ erneut in ihre Box zu schleppen. Denn am Freitag kommt ja der Kran … Klaas wiederum hatte inzwischen den Gruppenraum aufgeräumt und einen 420er auf den Haken genommen. Der bekommt auswärts eine Überwinterungsunterkunft. Wir brauchen ja Platz für die großen Boote, denn am Freitag … Ihr wisst ja schon. 😉
Liv

Der Mast ist schon gelegt: Jens und Dieter bereiten die „Regulus“ für die Einwinterung vor. Foto: Jörn
Stück für Stück kommt die Ausrüstung in die Bootshalle. Alles, was erledigt ist, muss am Tag des Kranens nicht mehr berücksichtigt werden. Foto: Klaas
Und tschüss bis zum Frühjahr! Der erste 420er rollt vom Hof. Aber er kommt wieder. Sagt ja schon der Bootsname: „A Question of Time“. Foto: Klaas

Und an Land kreischen Schaber und Schleifmaschine

Wenn man Corona-Vorsichtsmaßnahmen gewohnt ist, sind auch die Masken zum Antifouling- und Farbe-Schleifen keine große Aufregung mehr wert: Guido, Malte und Klaas (von rechts 😉 ) machen sich an Land an die Arbeit. Foto: har

Bald werden bei den größeren Booten, die noch im Wasser liegen, die Masten gelegt und die Winterpause vorbereitet. Dann kommt der Kran und hebt die teuren Stücke an Land. Dafür muss dort natürlich rechtzeitig Platz geschaffen werden. Und weil auch unser alter ZK-10-Kutter sein Eckchen auf dem Vereinsgelände benötigt, später sogar für Arbeiten in die Bootshalle geschoben werden muss, heißt es, Ärmel aufzukrempeln und schon mal bei den kleinen Booten Ausbesserungen vornehmen, damit die aus dem Weg kommen.

Im Spiegel soll man sich spiegeln können, oder nicht? Guido gibt einem 420er das passende Finish. Foto: har

Malte, Guido und Klaas haben sich am Morgen verabredet, um Hand anzulegen, damit zwei Boote so weit fertiggestellt werden können, dass sie in den kommenden Tagen eingepackt und auf ihren Trailern weggezogen werden können. Guido hatte sich bereits um den 420er „Jam Jam“ von Jörn bemüht, der in der ablaufenden Saison seine „Wiedergeburt“ gefeiert hatte. Da es schöner ist, wenn zwei Boote gleichen Typs aufs Wasser kommen, hatte auch Klaas seinen noch älteren „A Question of Time“ ausgegraben. Ganz nebenbei mit viel Liebe und Aufwand hatte Guido auch aus diesem Boot etwas Segelfertiges zusammengeklebt, gespachtelt, gemalt. Nun sind die letzten Arbeiten dran. Der Spiegel wird lackiert. Im Frühjahr muss dann nur noch eine kleine Dichtung an der Lenzklappe ersetzt werden. Dann geht es auch mit diesem 420er wieder auf die Förde.

Mit Schaber und Industriestaubsauger den dicken alten Antifouling-Schichten zu Leibe rücken. Foto: har

Auf dem Platz, den in den kommenden Monaten der Kutter „Fritjof“ beansprucht, liegt zurzeit noch ein „Pirat“. Die „Kassiopeia“ ist zwar zweieinhalb Meter kürzer als „Fritjof“; aber wenn man versucht, sie einmal anzuheben, stellt sich das Gefühl ein, dass die beiden Boote gleich schwer sind … Da die Jollen bei uns durch die Bank keine Wasserlieger in der Saison sind, sondern immer wieder zur Nutzung ins Wasser geslippt und anschließend herausgezogen werden, ist Antifouling, das den Bewuchs mit Algen und Meeresgetier verhindern soll, völlig überflüssig. Cathrines „Pirat“ hatte von den Voreigentümern allerdings eine dicke Schicht aus allerlei undefinierbaren Farben und Anstrichen erhalten, die deshalb nun herunter sollen. Da „Kassiopeia“ in der Saison 2019 durch die Nutzung auf der Förde und im Segelcamp Borgwedel richtig hatte leiden müssen, sind nun ein paar Ausbesserungen fällig.

Unter der dicken roten Antifouling-Schicht kommt eine weiße Farbschicht. Unter der weißen Farbschicht kommt eine schwarze Schicht, die beim Schleifen wie Teer riecht, darunter … Kilogrammweise kommen Anstriche von dem Piraten herunter. Foto: har

Etliche Stunden hatten die „Landarbeiter“ schon investiert. Die Anstriche lassen sich allerdings nur mühsam entfernen. Exenter-Schleifer sind überfordert; der Bandschleifer bekommt es nur unwesentlich besser hin. Die Quälerei hat erst ein Ende, als Guido – hurra! – einen der Farbschaber wiederfindet. Das ist zwar nicht das zarteste Werkzeug in der Bootsbehandlung, aber es ist sehr, sehr effektiv. Mittags müssen die Bemühungen abgeschlossen sein. Das Restaurant im Vereinsheim nimmt seinen Betrieb auf. Da sind die Dezibel-Zahlen der Schleifmaschinen nicht mehr ganz angemessen.
Klaas

Kuttersegeln mit „Weißjacke“ von Melville

Dieter hat angesichts der ruhigen Wind- und Wellenverhältnisse ein bisschen literarische Bildung für die Crew auf dem Programm: Heute gibt es Gespräche über „Weißjacke“ von Herman Melville. Fortsetzung folgt hoffentlich bald! Foto: Jörn

Im Sommer und mit 3 Beaufort kann ja nun jeder segeln; es geht aber auch im Herbst mit knappen 2 Beaufort von Nord. Louisa, Arne, Jörn und Dieter haben’s gewagt. Und gewonnen – beschauliches Segeln, erst mit Louisa an der Pinne, dann Arne, teils hoch  am Wind (jedenfalls mehr oder weniger);  zuerst sind wir rausgekreuzt bis Höhe Kanaleinfahrt. Anschließend sind dann laaaaangsam vorm Wind wieder zurück gesegelt in Richtung Hafen – mit ausgebaumter Genua. Wir sahen dabei auch ein merkwürdiges Schiff: ganz vorne ein hoher  Aufbau, dann viel Schiff hintendran; und dazu der Name „N 35“… – Jörn hat’s gegoogelt; da war der Rumpf noch blau, jetzt ist er dunkelgrau – ein Versorgungsschiff unter panamanesicher Flagge.

Entspannt über die Förde bei wenig Wind. 😉 Foto: Jörn

Wichtiger waren unsere Gespräche in entspannter Stimmung – über Literatur! Dieter hat aus „Weißjacke“ von Herman Melville erzählt. Das Kapitel „Einige Gedanken über des Tollen Jack Art, die Befehle seines Vorgesetzten zu widerrufen“ will Dieter mal im Verein vorlesen – es geht darum: Anluven oder Abfallen in einer Bö! Ihr merkt – alles wirklich sehr entspannt. Um knapp nach 17 Uhr waren wir wieder im Hafen, empfangen von zwei Vätern. Und wir nehmen an: Dies war noch nicht der letzte Kuttertörn in diesem Jahr.
Dieter + Arne

Ganz entspannt über die Förde: Auch Mitte Oktober ist es noch richtig schön, in der warmen Sonne auf dem Wasser zu sein. Foto: Jörn
Jeder muss mal das Ruder in die Hand nehmen. Dieses Mal ist Arne an der Reihe. Foto: Jörn
Louisa wechselt ebenfalls die Positionen – Pinne, Schoten, alles dabei. Foto: Jörn

Zum Ende der Saison kommt das Wasser

Die Schwimmstege vor dem Vereinsheim sind noch zu sehen; der feste Steg hat sich allerdings schon unter die Wasseroberfläche verkrümelt. Foto: Jörn

Tief „Gisela“ und Böen um 8 bis 9 Beaufort haben das Wasser an unserem Teil der Ostseeküste aufgetürmt. Was morgens noch für Zuschauer an der Kiellinie ganz schick aussah, weil die grüne Bark „Alexander von Humboldt II“ unter Segeln in die Förde einlaufen konnte, machte vielen Bootsbesitzern Probleme; der Wind aus Nordost drückte eben das Wasser in den Fjord und kletterte über feste Stege und Molen – im Laufe des Tages stieg der Pegel um über einen Meter, ein Wert, der an der Nordsee nicht einmal ein müdes Lächeln hervorruft, auf „der anderen Seite“ an der Ostsee dagegen schon Sorgenfalten.

Fast lässt sich Kutter „Fritjof“ am langen Arm direkt auf den Steg ziehen. Die Sorgleinen sind nur noch für Heringe und Dorsche interessant. Und das Wasser steigt noch weiter. Foto: Jörn

Die Sporthafen-Betreiber hatten bereits am Vorabend darauf hingewiesen, dass die Bootseigentümer heute mal nach ihren schwimmenden „Perlen“ sehen müssen. Aber auch ohne diese Aufforderung machten sich Jugendwart Jörn Krug und Schriftwart Dr. Dieter Hartwig mehrmals auf den Weg an die Liegeplätze unserer größeren Boote, um Leinen und Fendern zu kontrollieren. Und in der Tat mussten Leinen gefiert und neu gezurrt werden, um Yachten und Kutter den nötigen Spielraum bei weiter steigendem Wasser und stetigem Wind zu geben. Am späten Nachmittag aber waren alle Vorbereitungen getroffen; die Kontrollgänge zeigten, dass die Vorsorge gereicht hatte. Morgen soll der Wind im Lauf des Tages nachlassen. Wir haben das erste Herbst-Hochwasser hinter uns.
Klaas

Normalerweise müssen wir nicht hochklettern, wenn wir in den Kutter steigen wollen, und wir bekommen dabei auch nicht nasse Füße – außer wir gucken nicht hin und treten daneben … Foto: Jörn
Eben war das Wasser noch vor der Mole; nun kommt es langsam über die Kante. Foto: Jörn

Wenn das Trinkwasser knapp ist

Was in Deutschland normal ist – Trinkwasser aus jedem Wasserhahn –, das ist in Dili in Timor-Leste eher die Ausnahme. Und dies stellt unsere Weltumsegler Asha und Helge vor echte Probleme. Foto: Aßmann/Reich

Die Yacht „Gegenwind“ von Asha Reich und Helge Aßmann sitzt mit ihrer kleinen Crew seit mittlerweile neun Monaten vor Dili in Timor-Leste fest, der Corona-Pandemie sei „Dank“. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten und den damit verbundenen Wetteränderungen drängt es zur Weiterfahrt. Doch alle erreichbaren Stationen „hinter dem Horizont“ winken ab: Australien, Indonesien, Thailand, Malaysia … niemand will den Durchreisenden vorläufiges Quartier geben. Und Südafrika ist ohne einen Werftaufenthalt für die „Gegenwind“ zu risikoreich.

Dazu kommen die alltäglichen Probleme: Die Beschaffung von Trinkwasser ist in einem Land, in dem das Regenwasser zu schmutzig zum Trinken ist und Wasserhähne entweder nicht vorhanden sind oder nur Brauchwasser liefern, ein ganz eigenes und durchaus kostspieliges Abenteuer. Wie Asha und Helge das lösen, erfahrt Ihr im aktuellen Beitrag ihres Logbuchs.
Klaas

Feriensegeln: Keks oder Kentern?

Kutterführer zur Steuerfrau: „Da hinten geht es zu den Keksen …“ 😉 Foto: Mirco

Es sind Herbstferien. Es ist Anfang Oktober, sogar „Tag der deutschen Einheit“; aber es ist auch Sonnabend, also Segel-Tag. Das Wetter ruft allerdings nicht gerade danach, „Optimisten“ und größere Jollen in die Förde zu werfen. Also ist wieder „Fritjof“ an der Reihe. Was täten wir nur ohne den guten alten Kutter? Nicht neu, nicht schnell, aber gutmütig, zuverlässig und immer für einen Ausflug bereit – auch bei fünf bis sieben Beaufort aus Ostnordost …

Alle mal zeigen, wie viele Kekse sie gegessen haben: Die Förde ist unser; allerdings ist es kein großes Wunder, dass bei diesem Wetter nicht viele andere Wassersportler raus wollen. Foto: Jörn

Zunächst muss es der Kutter aus dem Hafen selbst schaffen, gar nicht leicht unter diesen Bedingungen. Der Hilfsmotor wird angeworfen, also Muskelkraft an vier Riemen. Nur leider drückt der Wind das hohe Boot in Lee an die Wand; da ist kein Platz mehr zum Pullen. Also Plan B: immer an der Wand entlang ziehen, bis das freie Wasser erreicht ist. Und dann geht wie immer alles ganz schnell, und das nur unter Fock und Besan.

Wen interessiert denn schon das Wetter, wenn man segeln kann? Mirco und Arne halten die Schoten fest und fröhlich in den Händen. Foto: Jörn

Liv behält in der kommenden Zeit die Pinne fest im Griff; die Windstärke ist für die Steuerfrau kein Problem – außer in einem Moment, in dem sie von der Crew gemeinerweise mit dem Thema „Manöverkekse“ abgelenkt wird. So etwas macht man ja auch nicht; da ist die Truppe selbst schuld, dass Wasser an Backbord über das Runzelbord schwappt … 😉 Als es wieder ins Hafenbecken zurückgehen soll, ist die Besatzung schon wegen der Bedingungen dort gewahrschaut. Mit gefierten Segeln lässt die Truppe ihren „Fritjof“ ins Becken drücken. Dann folgt vor der richtigen Box der perfekte Aufschießer – und fertig. Mittlerweile ist so viel Routine und – Achtung, Selbstlob – Können im Spiel, dass die Saison gern wieder von vorn beginnen könnte.
Stephan + Klaas

Eigentlich darf es immer so weitergehen: Hannes, Arne, Michel, Stephan und Simon (von links) haben wieder mal richtig Spaß auf der Förde. Foto: Jörn

Und plötzlich war der Wind weg

Erst pustet es auf der Förde ganz ordentlich – so sehr, dass das Großsegel lieber mal wieder unten bleibt. Aber bei der Heimfahrt ist der Wind plötzlich weg. Foto: Malte

Es ist nicht zu leugnen: Der Herbst hat Einzug gehalten und mit ihm das für das Segeln oft nicht immer passende Wetter. Und wie immer, wenn der Wind zu stark ist – Regen zählt nicht –, muss unser Rettungsboot ran, der Kutter. So lief es auch an diesem Wochenende. Gegen 14.30 Uhr legten wir mit „Fritjof“ ab und segelten in die Förde hinaus. Dabei stießen wir auf Tonnen, die offensichtlich für eine Regatta ausgelegt worden waren – für Folkeboote, wie wir dann feststellten. Kieler-Woche-gestählt diskutierten wir noch die wahrscheinlichen Kurse der Wettfahrt, kamen aber zu dem Schluss, dass es sich wohl nicht um „olympische Dreiecke“ handeln könne. Wir entdeckten nämlich nur zwei der markanten Tonnen.

Spannung an der Hafeneinfahrt

Der Wind blies immerhin so kräftig, dass wir lieber auf das Großsegel verzichteten. Gegen 15.45 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück. Der erste Versuch, die Hafeneinfahrt zu nehmen, endete in einer kleinen Überraschung. Schön vor dem Wind wollten wir die Lücke in der Mauer nehmen … da war der Wind plötzlich weg. Allerdings nicht so, dass wir regungslos im Wasser gelegen hätten. Die Fock brachte uns langsam aber unbarmherzig vom Kurs ab. Also mussten wir wenden, ein Stück hinaussegeln und einen neuen Anlauf nehmen. Der klappte dann aber ohne weitere Probleme.

Wenn das Stabilisierungskreuz nicht mehr stabilisiert, muss es eben stabilisiert werden. Foto: Guido

Während sich die Segler munter den Wind um die Nasen wehen ließen, kümmerte sich derweil ein einsamer „Arbeiter“ in der Bootshalle um das Wohlergehen des Materials. Guido hatte inzwischen an einem 420er weiter gewerkelt – mit einem vergleichsweise heftigen Aufwand. Das Boot, Jahrgang 1974, hatte in den vergangenen Jahren nach und nach ein stabilisierendes Kunststoff-Kreuz, auf dem auch der Mast ruht, einfach „abgeworfen“. Im sehr engen Bug-Bereich der Jolle ist das eine undankbare Aufgabe, etwas zu reparieren. Guido hatte den gesamten Bereich gründlich gesäubert und durchgepustet, bevor er ans „Festkleben“ ging. Ein halbes Dutzend passgenau zugeschnittener Leisten brachten ihm dann den Druck, der nötig ist, um das abgängige Teil anzupressen. Mal wieder ein hervorragender Job im Hintergrund, ohne den wir nicht so lässig die Boote nutzen könnten. Das ist damit schon der zweite 420er, der in diesem Jahr aus dem Dornröschen-Schlaf erweckt werden kann.
Malte