„Land unter“ und „Bruch“ in Timor-Leste

Die extrem lange Liegezeit vor der Küstenstadt Dili in Timor-Leste macht der Crew der „Gegenwind“ und dem Material langsam zu schaffen. Foto: Asha/Helge

Asha und Helge auf ihrer Yacht „Gegenwind“ haben es wirklich nicht leicht. Seit fast anderthalb Jahren sitzt „Gegenwind“ vor Timor-Leste fest – nicht, weil es dort Probleme in diesem sehr gastfreundlichen Land gäbe. Die Länder, die als nächste Station möglich wären, haben ihre Häfen für Segler geschlossen. Das lange Warten geht inzwischen auch auf das Material des Bootes. Die Maschine, die mindestens zum Laden der Batterien immer wieder gebraucht wird, hat schon Ärger gemacht. Eine Pumpe hat den „Geist aufgegeben“, sprich: Es ist längst Zeit für eine Überholung.

In den Ostertagen kam nun auch noch das Wetter als erschwerender Faktor hinzu. Der Zyklon „Seroja“ zog über die Region hinweg. Die „Gegenwind“ hatte es dabei nur ungemütlich. Die Stadt Dili und das ganze Land selbst hingegen traf das Unwetter mit voller Wucht: Viele Tote, Verletzte und Obdachlose, zerstörte Infrastruktur – die Hilfs- und Rettungsmaßnahmen sind angelaufen; aber es wird dauern, bis die Wassermassen abgezogen sind und Helge und Asha wieder unbesorgt an Land können. Die ganze Geschichte dazu findet Ihr natürlich im Logbuch der „Gegenwind“.
Klaas

Ärmel hoch für neue Ziele

Ist das wirklich alles? Thomas und Janek schauen auf das verbliebene Zubehör eines 470ers. Foto: har

Seit mehreren Jahren diskutieren wir im Verein über die künftige Gestaltung unseres Bootsparks. Etliche Jollen, die in der Vergangenheit mit guten Vorsätzen und Ideen angeschafft wurden, treffen nicht mehr die Wünsche der „Zielgruppe“. Oder es sind „Orchideen“, die sich nicht mit gleichen Booten messen können, weil es die auf unserem Gewässer gar nicht gibt. Das Problem, wissen wir aus Gesprächen, trifft auch die meisten anderen Segelvereine rings um die Kieler Förde. Für uns lösen müssen wir es natürlich selbst. Sportwart Janek hatte sich mit mehreren Vereinsmitgliedern zusammengesetzt und Bestandsaufnahme gemacht. Denn neben den Crews für die größeren Boote gibt es durchaus auch Seglerinnen und Segler kleinerer Jollen, die in der kommenden Saison etwas mehr möchten, als nur auf der Innenförde um ein paar Tonnen zu kreuzen.

Sieht viel schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist. Aber die Lenzklappen und die Gummilippen des Schwerts müssen dennoch schnell ausgetauscht werden. Foto: har

Die daraus resultierenden Ideen verlangen nach bestimmten Booten mit bestimmten Fähigkeiten. Also werden unsere Zwei-Mann-Jollen jenseits unserer gemütlichen „Flöhe“ wieder instand gesetzt. Zu den 420ern wird ein 470er kommen, den wir eigentlich schon auf der Abgabeliste gehabt hatten. Janek, Finja und Malte haben sich allerdings nach einer eingehenden Begutachtung mit spitzem Bleistift ans Rechnen gemacht und eine Liste mit allen Fehl- und nötigen Ersatzteilen aufgestellt. Resultat: Das Boot ist viel zu schade zum Verkaufen. Es wird in diesem Frühjahr wieder schwimmen.

Einer unserer besten „Optimisten“ befand sich am Ende der vergangenen Saison in einem erbärmlichen Zustand: Nach vielen Arbeitsstunden ist er wieder fit – und kräftig dabei errötet … Fotos: Jörn/Guido/har

Takt zwei: die „Optimisten“-Flotte – etliche „Gebrauchsboote“, ein, zwei Ersatzteillager. Wenn es im Sommer vielleicht für zwei, drei Kinder zur Kieler Opti-Liga gehen soll, müssen aber wieder Kaliber her, die auf dem Wasser konkurrenzfähig sind. Vor allem Janek, Thomas, Malte und Guido krempelten deshalb die Ärmel hoch und sichteten die Flottille genauer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir bekommen ein paar unserer Kleinstjollen auf die Förde, ohne dass wir dabei erröten müssten. Das wiederum ist einem unserer Vorzeige-„Optis“ passiert, der in seiner Lebensgeschichte von weiß auf blau und nun auf rot gewechselt ist. Kann sich aber wirklich sehen lassen.

Thomas und Jörn nehmen sich den Lack von Kutter „Fritjof“ vor – unter und über der Wasserlinie. Foto: har

Auch wenn für das Thema Regattasegeln der Kuttercrew in diesem Jahr wieder die Deutsche Marine das schwimmende Material im Spätsommer stellt, muss unser guter alter ZK-10-Kutter „Fritjof“ zum Trainieren und für das Fahrtensegeln in einen ordentlichen Zustand versetzt werden. Die Holzteile sind bereits wieder am Glänzen. Jörn, Stephan und Thomas haben sich sogar daran gemacht, den kompletten Kutter zu schleifen und wieder mit den passenden Lacken zu versehen. Dazu müssen die noch die Eisenbeschläge des Ruders „verarztet“ werden, eine ziemlich anstrengende und langwierige Aufgabe. So langsam kommen wir in die Gänge. 😉
Klaas

Die Temperaturen sind vielleicht noch nichts für die erste Lackierung. Aber runter kann die alte Farbe in jedem Fall schon einmal. Thomas macht sich hier ans Werk. Foto: Jörn
Anmischen der Farbe: Gewichtsprozente oder Volumenprozente? Nicht nur Stephan muss vor jedem Arbeitsgang gewissenhaft die Beipackzettel der Chemie studieren. Foto: har
Bis die Beschläge des Kutter-Ruderblatts wieder in strahlendem Weiß scheinen, werden fast ein Dutzend Streich-Durchgänge erforderlich sein. Foto: har
Diese Pinsel sind wohl nur für den einmaligen Gebrauch gedacht: Guido und Stephan sind zu Recht nicht ganz zufrieden mit dem Streichwerkzeug, das wir eingekauft haben. Foto: har
Dieser „Opti“ hatte tatsächlich schon vor der Restaurierung einen roten Rand. Malte sorgt dafür, dass das auch künftig so bleibt. Foto: har

1. eSailing-Cup der Deutschen Marine-Jugend

Regatta-Koordination am heimischen Schreibtisch: Finja regelt den 1. DMJ-eSailing-Cup. Foto: Tina

Treffen sich zwei Stuttgarter, zwei Braunschweiger und vier Kieler zum Segeln. So ähnlich fangen häufig Witze an, und zugegebenermaßen klingt es  in der momentanen Situation wirklich wie ein Witz, aber an diesem Wochenende wurde es Wirklichkeit. Denn eigentlich beschreibt es nur das Teilnehmerfeld des 1. DMJ-eSailing-Cups. Von uns gingen Malte, Janek, Liv und Arne an den Start. Die Meldung von ihnen kam direkt nach der Ankündigung in der Samstagsgruppenstunde. So beliebt ist das eSailing inzwischen bei uns. Uhrzeit und Termin waren da schon eher zweitrangig, und in den nächsten Wochen wurde immer mal nachgefragt, wann das jetzt eigentlich nochmal war. Die Nennungen aus den anderen Marine-Jugend-Gruppen ließen leider noch etwas auf sich warten. Ob das mit dem langen Anmeldezeitraum zusammenhing oder die anderen einfach noch nicht um 10 Uhr an einem Sonnabend vor den Bildschirmen sitzen wollten, ist nicht überliefert. Ich frage mich aber auch immer noch, warum ich die Regatta für diese frühe Uhrzeit angesetzt hatte. 😉

Es geht zwar nicht auf dem Wasser der Kieler Förde rund; aber die Regeln auf dem virtuellen Wasser sind die gleichen. Finja behält den Überblick in ihrem „Cockpit“. Screenshot: Finja

Am Mittwochabend vor der Regatta gab es also insgesamt 13 Meldungen für die Idee, die beim Jugendworkshop Ende Januar entstanden war. Dort durften wir ja unsere Arbeit bei den anderen Marine-Jugenden vorstellen. Da das eSailing dazu gehört, waren wir damals gefragt worden, ob wir nicht eine verbandsinterne Regatta starten wollen. Wie es so üblich bei uns ist, haben wir auch da mal wieder nicht nein gesagt… So loggten wir uns am Samstag um 10 Uhr in unserem extra für die Regatta angelegten virtuellen Raum bei „BigBlueButton“ ein. Leider mussten einige der gemeldeten Teilnehmer dann doch kurzfristig absagen. Der erste Startschuss fiel dann um 10:05 Uhr. Schnell stellten wir bereits beim ersten Lauf fest, dass wir doch relativ starke Gegner hatten. Doch die ersten vier Plätze blieben in unserer Hand. In den nächsten Läufen war es dann oft nicht mehr so. Malte war bereits im nächsten Lauf der erste, der im Ziel hinter einem der beiden Braunschweiger landete und im dritten Lauf sogar hinter beiden. Doch er war nicht der einzige. Vorn hielten sich Liv und Arne stetig auf den ersten Plätzen. Nach acht Läufen hatten wir dann auch genügend Ergebnisse, und jeder bekam wie sonst auch einen „Streicher“. Nach dem Zusammenrechnen der Punkte belegte Malte dann Platz sechs, Janek Platz drei, Arne Platz zwei und Liv Platz eins. Wir hatten riesigen Spaß, unsere Mitstreiter aus Braunschweig und Stuttgart hoffentlich auch. Die nächste Regatta kann kommen! Hoffentlich dann „in echt“. Bis dahin werden wir aber noch vor dem Bildschirm üben. Denn Training zahlt sich aus, das haben wir nun wieder bemerkt.
Finja

Kieler Woche verschoben – Regatta verschoben

Stimmungsvolle Wettfahrt zur Kieler Woche 2020: Auch in diesem Jahr werden wir bis September warten müssen, um in die Marinekutter-Regatta einsteigen zu können. Foto: har

Es hatte wohl so kommen müssen: Als vor einigen Wochen die Ausschreibung zur diesjährigen Marinekutter-Regatta veröffentlicht wurde, war die Marine-Jugend Kieler Förde mit ihrer Anmeldung noch am selben Tag im Briefkasten der Veranstalter. Termin der Veranstaltung – wieder ganz traditionell in der letzten Juni-Woche. Der Stab der Regatta bei der Marine hatte schon zuvor klar gemacht, dass es in 2021 erneut Wettfahrten unter besonderen Hygiene-Bedingungen geben werde, mit einem Feld von 20 Booten in einer gemeinsamen Klasse. Nicht, dass uns das sonderlich gestört hätte: Der eigene, heiß geliebte ZK-10-Kutter „Fritjof“ ist beliebt und zuverlässig – aber ganz sicher nicht so schnell, dass er auch nur den Hauch einer Chance in seiner Klasse hätte. Neues Boot? Zumindest zurzeit unbezahlbar. Deshalb war schon im vergangenen Jahr das Einsteigen in gestellte Marine-Boote eine willkommene Gelegenheit zu zeigen, dass wir nicht nur hinterhersegeln müssen.

Ruppige Wetterverhältnisse bei der Windjammerparade zur Kieler Woche 2020: Unter solchen Bedingungen ist unser Kutter richtig gut dabei. Die normale Regatta dagegen ist nicht so seine große Stärke. Foto: har

Einen Tag nach der Entscheidung der Stadt Kiel, und das in Übereinstimmung mit den Regattaveranstaltern vor Schilksee, in diesem Jahr die Kieler Woche wieder in den September zu verschieben, kam auch die Mail der Marinekutter-Regatta-Veranstalter. Klar, Verschiebung. Auch unsere Veranstaltung bleibt damit Teil der Kieler Woche. Für Seglerinnen und Segler, die ihr Jahr langfristig um Familie, Beruf und gebuchte Urlaube herumplanen müssen, ist das natürlich ärgerlich. Hilft aber nichts. Der Termin im Juni wäre in der ersten Sommerferienwoche gewesen. Nun fällt die Regatta in die Schulzeit – vom 6. bis 10. September. Aber wir hoffen, dass wir alle Hardcore-Kutterseglerinnen und -segler dennoch an Bord bekommen. Die Schulen hatten wir zumindest bisher für unseren Sport immer an unserer Seite. Und die Marine hat versprochen, dass die eingegangenen Meldungen ihre Gültigkeit behalten. Wir sind also dabei, wenn nicht im Juni, dann eben im September.
Klaas

Jahreshauptversammlung funktioniert auch online

Kleiner Ausschnitt dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Der optische Eindruck mag etwas täuschen. Es ist Konzentration, nicht Langeweile, die sich in den Gesichtern widerspiegelt. 😉 Screenshot: har

Die Routine der vergangenen Monate hat sich gelohnt: Online lassen sich nicht nur Vorstandssitzungen, Gruppennachmittage und Führerschein-Unterrichte umsetzen, sondern auch ganze Jahreshauptversammlungen. Damit ist Marine-Jugend Kieler Förde auch administrativ wieder auf dem aktuellen Stand. Alle Berichte sind verteilt, alle Positionen wieder per Wahl verteilt. Der Haushaltsplan für das laufende Jahr ist bestätigt.

Vor allem Kontinuität

Die Zusammensetzung des Vorstands hat sich nur wenig geändert: Schon lange angekündigt, hat sich unser langjähriger Schriftwart und Betreuer der Varianta „Regulus“ aus seinem Amt zurückgezogen. Allerdings bleibt uns Dr. Dieter Hartwig in der Arbeit erhalten. Und die Mitglieder, die wissen, was sie an ihm haben, ließen es sich nicht nehmen, ihren scheidenden Schriftwart zum Ehrenmitglied zu wählen. Diese Ehre wurde auch Heinke Marholz zuteil, die der Marine-Jugend Kieler Förde schon seit 50 (!) Jahren die Treue hält und uns – wann immer gebraucht – fest zur Seite steht. Nachfolger als Schriftführer ist seit diesem Wochenende Kai Schumacher. Einen Wechsel gibt es zudem auf der Position des Sportwarts: Dennis Pfau, der sich bisher um dieses Thema bemüht hat, ist beruflich und familiär so eingespannt, dass er das Amt weitergibt – an Janek Balster, auch kein unbekanntes Gesicht im Kreis des erweiterten Vorstands. In der anschließenden Jahreshauptversammlung des Kieler Stützpunktes des Marine-Regattavereins (MRV) – natürlich auch online – wurde Dennis Pfau wieder zum ersten Vorsitzenden gewählt. Damit bleibt er qua Amt weiterhin Mitglied des erweiterten MJ-Vorstands.

Satzungsänderung

Der Gesetzgeber hatte den Vereinen in diesem Jahr noch einmal die Gelegenheit gegeben, Versammlungen aufgrund der Pandemie-Bedingungen online zu veranstalten. Da dieser Rechtsrahmen (bis jetzt) auf 2021 beschränkt ist, hat der Marine-Jugend-Vorstand der Mitgliederversammlung eine Änderung der Satzung vorgeschlagen, die den Verein in die Lage versetzt, auch künftig rechtssicher online zusammenzukommen. Damit, so wurde klar gemacht, werden die Präsenzveranstaltungen nicht abgeschafft. Aber es gibt dem Verein die Möglichkeit, im Fall der Fälle diese Online-Variante zu nutzen. Die einstimmige Bestätigung des Vorschlags bedeutet: Wir werden wohl in den kommenden Tagen einen Termin beim Notar unseres Vertrauens abmachen.
Klaas

Überraschung an der Haustür: Vor der Online-Versammlung bringt die zweite Vorsitzende Tina Hindersmann-Schmidt die Urkunde zum 50. Jubiläum und einen Blumenstrauß bei Heinke Marholz vorbei. Foto: Guido
Der scheidende Schriftwart und seine Frau spielen gern im Urlaub „Mensch ärgere dich nicht“. Aber zu Haus gibt es gar kein Spiel. Das hat der Verein für das neue Ehrenmitglied Dr. Dieter Hartwig nun geändert. 😉 Foto: Guido

Über den Tellerrand zu den anderen Vereinen schauen

Allgemeinwissen im Mannschafts-Wettkampf abgefragt – Jungen gegen Mädchen. Und die Jungen haben einen hervorragenden zweiten Platz gemacht … Screenshot: har

Die Tage werden länger, und in Schleswig-Holstein gelten ab diesem Montag einige Lockerungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Das betrifft natürlich alle Vereine; wir werden aber weiter in allen Belangen extreme Vorsicht walten lassen und sind im allgemeinen Betrieb ja auch ganz gut aufgestellt. Beispiel: Gruppennachmittag – Dass man trockenes Allgemeinwissen anschaulich und unterhaltsam verpacken kann, zeigte sich auch an diesem Wochenende. Fakten um unseren Sport, den Verein, die Stadt Kiel und andere Rubriken ließen Finja und Janek im Wettkampfmodus beantworten. Zufälligerweise bildeten sich je eine Mädchen- und eine Jungen-Mannschaft. Erstere behielten übrigens die Nasen im Endergebnis vorn. Aber auch die Jungen schlugen sich ganz tapfer. 😉 Im „Hintergrund“ arbeiteten fleißige „Werktätige“ in der Bootshalle. Vormittags hatten sich Bootswart Guido und Jugendsprecher Malte mehrere „Optimisten“ vorgenommen. Die Nachmittagsschicht übernahmen Kassenwart Stephan und Jugendwart Jörn. Die beiden verteilten Lack mit weit ausholenden Pinselschwüngen auf Kutter-Teilen. Wer wollte, konnte live dabei sein. Denn Stephan hatte seinen Laptop in der Bootshalle aufgebaut.

Nach der Theorie folgt immer die Praxis, wenn auch am Bildschirm. Immerhin stehen demnächst die eine oder andere Regatta im eSailing ins Haus. Screenshot: har

Da taktisches Können und Fingerfertigkeit für kommende eSailing-Regatten geübt werden müssen, rundete an diesem Nachmittag eine Reihe entsprechender Wettfahrten am Bildschirm die Gruppenstunde ab. Mit etwas Glück bekommen wir auch noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer für solche Veranstaltungen. Denn der Laboer Regatta Verein (LRV) hat sich mit der Frage an uns gewandt, ob die Marine-Jugend diese Art des eSailings auch betreibt … Ehrensache, dass sich Finja umgehend mit dem Jugendwart aus Laboe in Verbindung gesetzt hat, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

Online-Treffen der Kieler Segelvereine

Die Anfrage kam übrigens nicht einfach aus dem luftleeren Raum: Einige Tage zuvor hatten sich Vertreter etlicher Segelvereine rings um die Kieler Förde online getroffen – einerseits, um sich überhaupt einmal kennenzulernen, andererseits, um auszuloten, ob es vielleicht Interesse an Kooperationen gibt. Das hätte man vielleicht schon viel früher machen können, aber es war die Jugendwartin des Strander Yacht Clubs, Birte Hiller, die dankenswerterweise diesen Stein ins Wasser warf. Viele gute Anregungen wurden ausgetauscht, und es war spannend zu sehen, mit welchen Schwerpunkten – aber auch mit welchen Sorgen – die einzelnen Vereine an der Förde umgehen (müssen). Auf jeden Fall stehen einige spannende Ideen im Raum, mit denen wir uns befassen werden: Dazu gehört die Einladung zur so genannten „Opti-Liga“, in der gecoacht werden darf, jeder Seglerin und jeder Segler etwas durch das Mitmachen für sich lernen soll. Und auch die Idee, im Sommer vor Strande an einer Jollen-Regatta teilzunehmen, rief später in unserem eigenen virtuellen Vereinsheim leuchtende Augen hervor. Nicht zuletzt stellten wir fest, dass die Kieler Marine-Jugend nicht der einzige Kieler Verein ist, der im Spätsommer ein kleines Segellager an der Schlei veranstaltet. Da ist in der Zusammenarbeit wirklich noch Luft nach oben. Diesen guten Draht der Vereine untereinander möchten wir auf jeden Fall halten.

Online-Treffen der Nachbarvereine

Den Draht zu den direkten Nachbarvereinen an der Kiellinie gibt es zwar schon, aber auch der möchte gepflegt sein. Und so hatte die Marine-Jugend Kieler Förde ebenfalls online eingeladen. Erstmals dabei – neben der Rudergesellschaft Germania Kiel, dem Kieler Kanu Klub, der Marinekameradschaft Kiel und der Kanu-Vereinigung Kiel – das Camp 24/7. Natürlich ging es in dieser Runde, in der sich die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer lange kennen, auch um Termin-Abstimmungen und sogenannte „Hausmeister-Punkte“ wie Winterstreudienst und die gefahrlose Zufahrt zu den Vereinsgeländen. Aber wie überall ist es wichtig, sich in regelmäßigen Abständen persönlich zu sprechen und, wenn auch nur am Rechner, direkt in die Augen zu schauen.

Wer in der Gruppenstunde ein bisschen Abwechslung suchte, konnte den Erwachsenen in der Bootshalle bei den Arbeiten an den Jollen zuschauen – Stephan hatte seinen Laptop dorthin mitgebracht. In der Nachmittagsschicht war er mit Jörn zum Lackieren verschiedener Teile gekommen. Screenshot: Klaas

In der kommenden Saison werden wir jedenfalls häufiger auch Kurse von Camp 24/7 am Steg von „Germania“ und uns sehen. Das Camp braucht dringend ein bisschen mehr Platz, vor allem angesichts der ausgeweiteten Badezonen im eigenen Bereich.

Jugendversammlung und Jahreshauptversammlungen online

Am kommenden Sonnabend werden wir uns übrigens zur ersten Jahreshauptversammlung seit 2019 zusammenfinden – natürlich ebenfalls in einem virtuellen Raum, den Stephan für alle Mitglieder vorbereitet hat. Die Einladungen und Berichte sind schon seit langem verschickt. Das Programm wird recht umfangreich sein; zudem müssen auch die Jugendversammlung und die Versammlung des Stützpunkts des Marine-Regattavereins (MRV) an diesem Nachmittag bewältigt werden. Die Online-Variante unserer Versammlung hat übrigens einen weiteren Vorteil: Obwohl (wieder einmal) eine Demonstration an der Kiellinie für diesen Tag gleich in Hörweite angemeldet ist, werden wir dennoch ungestört miteinander in „Zimmerlautstärke“ sprechen können.
Klaas

Zwischendurch schauten Jörn und Stephan von der Bootshalle aus nach dem Rechten (2. Bild von links). Und auch Schriftwart Dieter (Mitte) loggte sich in die Gruppenstunde ein, um zu verfolgen, was die Jugendlichen da eigentlich so alles „anstellen“ – und zeigte sich beeindruckt. Screenshot: har

Welche Maus nagt denn unsere Schwerter an?

Eigentlich hätte man die Jolle gleich komplett neu bauen können. Nachdem der Boden dieses „Optimisten“ angebohrt und die Delaminierungen repariert worden sind, braucht das Boot auch noch ein neues Schwert und eine neue Pinne. Foto: Guido

„Es sieht aus wie Mäusefraß“, sagt Bootswart Guido kopfschüttelnd. Gemeint sind einige Schwerter und Pinnen von „Optimist“-Jollen, die gerade in der Bootshalle überholt werden. Wobei „Mäusefraß“ in diesem Zusammenhang eher ein furchteinflößender Begriff wäre. Die Dreiecke, die aus den Zubehörteilen gefräst scheinen, müssten zu Zähnen von riesigen Raubtieren gehören. Sprich: Die Schäden können wir wohl nicht armen Nagern zuschreiben, sondern eher mal wieder schlechter Behandlung des Materials. Wir werden in den kommenden Tagen also an die Reserve-Schwerter gehen und Anpassungen vornehmen beziehungsweise Aufmaß nehmen und neue Pinnen sägen, schleifen und lackieren. Fällt nach den Reparaturen an großen delaminierten Flächen überhaupt nicht mehr ins Gewicht, oder?

Der nächste „Patient“: Die Scheuerleiste ist wieder anlaminiert, die marode Mastducht ausgebessert, der Boden abgeschliffen. Fotos: Guido/har

Und das ist beileibe nicht die einzige Baustelle in Sichtweite. Gleich nebenan wartet das nächste „Schätzchen“. Der blaue Opti hat sich beim Abschleifen als weißer Opti herausgestellt. Die abgefahrene Scheuerleiste ist nun repariert, die neue Mastducht-Verstärkung eingeklebt und verschraubt. Auch dieses Boot ist mittlerweile über den Point of Return hinaus angesichts der Arbeit, die wir in den vergangenen Wochen hineingesteckt haben. Für „Fritjof“ gilt das sowieso: Die Duchten unseres heiß geliebten Kutters baumeln fröhlich von dünnen Leinen von der Decke in der Bootshalle, abgeschliffen und lackiert. Zumindest an diesen Bauteilen wird sich in den kommenden Monaten niemand mehr Splitter einziehen. Hoffentlich. 😉

Können demnächst wieder eingebaut werden: Duchten des ZK-Kutters „Fritjof“. Foto: har

Parallel zum wöchentlichen Arbeitseinsatz gestaltet sich das übrige Vereinsleben wie auf Schienen: Vorstandssitzungen in Vorbereitung auf unsere kommende Mitgliederversammlung (online natürlich), das vierzehntägige digitale Zusammentreffen zum Üben für den Sportbootführerschein – und der sonnabendliche Gruppenbetrieb. Finja und Janek sind weiterhin Dreh- und Angelpunkte in der Programmgestaltung. Bei der jüngsten Sitzung machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre heimischen Computerbildschirme auch zu Präsentationswänden, um sich Fotos von vergangenen gemeinsamen Touren, Feiern und Arbeitseinsätzen zu zeigen.

Glücklicherweise müssen wir uns nicht allein auf Erinnerungen verlassen, denn kommende Projekte sind inzwischen schon ganz konkret geworden. So hat unsere zweite Vorsitzende Tina das Segelwochenende im August in Sundsacker an der Schlei festgezurrt. Finja organisiert für die Deutsche Marine-Jugend eine eSailing-Regatta, die bald starten wird. Und seit kurzem wissen wir auch, dass es wieder zur Marinekutter-Regatta der Kieler Woche geht. Juni? September? Wer wei? Aber zehn Minuten nach dem Eintreffen der Ankündigung war unsere Anmeldung raus. Das heißt, dass es hoffentlich bald viele schöne neue Bilder gibt, an die wir uns in der kommenden Wintersaison gemeinsam erinnern dürfen.
Klaas

Hat vom heimischen Rechner aus alles im Griff: Finja „schmeisst“ gemeinsam mit Janek die wöchentliche Gruppenstunde. Foto: Tina
Einen Teil der jüngsten Gruppenstunde verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem gemeinsamen Anschauen von Bildern, die gemeinsame Erinnerungen zeigen. Screenshot: Finja

Lesestündchen und Baupläne beschriften

Draußen ist es zeitweise so kalt, dass die Kieler Förde bis zum Fahrwasser zufriert. Foto: har

Die Liebe zum Wassersport und zum Meer hat so viele Facetten, dass sie sich gar nicht alle im Vereins-Alltag abbilden lassen können. Der normale Winterbetrieb wäre gekennzeichnet von rastlosem Basteln an unseren fahrbaren Untersätzen, Schleifen, Hämmern, Bohren, Lackieren, Schrauben, Takeln. Die Pandemie macht all dem einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Arbeit an den Booten muss zwar trotzdem erledigt werden, aber eben anders organisiert, einzeln oder zu zweit. Damit können die Gruppennachmittage auch anders organisiert werden. Seit Mitte November 2020 kümmern sich ja vor allem Finja und Janek darum, ein inhaltlich interessantes und abwechslungsreiches Programm anzubieten. Und da sind wir wieder bei den Facetten.

99 Tage vor Kap Horn

Schriftwart Dieter hatte uns daran erinnert, dass es viele spannende Geschichten rund um das Segeln gibt. Und gerade im Zusammenhang mit der Regatta Vendée Globe und der Berichterstattung über die Tücken des Umrundens von Kap Horn zog Dieter ein Buch über Windjammer aus dem Regal. Auch wenn das Zuhören nur an den heimischen Rechnern stattfinden konnte – statt mit heißem Punsch und Keksen im Gruppenraum –, machten wir aus der Not eine Tugend. Und so lauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Geschichte von Kapitän Christian Jürgens von Föhr, der mit seinem Segelschiff „Susanna“ Mitte Oktober 1905 im Auftrag der Hamburger Reederei G.J.H. Siemers unterwegs war – und in Hagel und Orkanböen das Kap Horn rundete. 99 Tage wurde das Vollschiff, das wie die legendären Flying-P-Liner der Reederei F. Laeisz Salpeter transportierte, von Stürmen am Kap gebeutelt.

Die „Susanna“ hatte es 1905 nicht leicht bei ihrem Versuch, das Kap Horn zu umrunden. Eine Karte veranschaulicht die Geschichte, die Dieter beim Gruppennachmittag vorliest. Screenshot: har

Ein Gruppennachmittag ist aber lang. Und es ist nicht damit getan, dass einer sich anstrengt und alle anderen sich zurücklehnen. Deshalb war auch noch mehr im Programm als eine spannende Vorlesestunde: Finja und Janek forderten die Mitarbeit der Gruppe ein und nahmen sich die Begrifflichkeiten an einer Segeljolle vor. Nach und nach wurde das gezeichnete Modell eines Bootes mit den Bezeichnungen aller Einzelteile von Rumpf, Segeln, laufendem und stehendem Gut beschriftet. Wieder einmal zeigte sich die Stärke des virtuellen Gruppenraums: Denn alle Beteiligten können nicht nur gleichzeitig sprechen (nicht erwünscht 😉 ), sondern auch gleichzeitig an etwas arbeiten (sehr erwünscht 😉 ).

Zwar wissen (fast) alle, wo sie bei einem Boot ziehen oder drücken müssen, damit es das tut, was man will, wollen auch die Fachbegriffe gelernt sein. Screenshot: Finja

Und es reicht an einem Gruppennachmittag sogar noch zu einem dritten Abschnitt: die Segelpraxis. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten bereits in der Woche zuvor an einer eSailing-Regatta teilgenommen, die das Camp 24/7 ausgelobt hatte – klar, dass auch die Marine-Jugend Kieler Förde dabei war und gar nicht so schlecht abschnitt. Ergebisse gibt es hier: https://sailranks.com/v/regattas/3940 . Und so wurde auch an diesem Wochenende wieder intensiv um Sieg und Platz gesegelt. Bald wird es wohl Zeit für eine eigene Vereinssparte …

Latein-Hausaufgaben zur Seite: Jetzt wird am Bildschirm gesegelt – nicht nur bei Cathrine. Foto: har

Und in der kalten Bootshalle? Auch da geht es weiter, den aktuellen Temperaturen angemessen natürlich. So haben Guido und Malte zwischenzeitlich mit großer Leidensfähigkeit an einem Optimisten weitergearbeitet, der in anderen Vereinen wahrscheinlich angesichts seiner Schäden das Zeitliche gesegnet hätte. Aber das treue Boot macht Fortschritte. Und Guido und Malte haben sogar damit begonnen, die abgerissene Scheuerleiste im Bugbereich zu laminieren. Sieht man sich das Lastenheft an, kann man sich nicht vorstellten, dass sie zu Beginn der nächsten Saison nicht wirklich alles reparieren können.
Klaas

Nein, er hat es nicht hinter sich: Diesen Optimisten bauen wir tatsächlich wieder komplett auf. Foto: har

In jedem Fall schon einmal planen

Im vergangenen Jahr hat die Pandemie unsere Spätsommerfahrt verhindert. In diesem Jahr wollen wir aber in jedem Fall für ein Segelwochenende an die Schlei. Es geht nach Sundsacker – gegenüber Foto: har

Auch wenn wir noch nicht genau wissen, wohin es in Sachen Pandemie in der kommenden Saison gehen mag, was wir im kommenden Sommer dürfen und was nicht, fangen wir zumindest ganz optimistisch mit unseren Planungen an. Schließlich soll es etwas geben, worauf wir uns freuen dürfen. Die großen Eckpunkte stehen immerhin. In diesem Februar soll die Nachricht kommen, wie die Marinekutter-Regatta im Juni (?) gestaltet wird. Dass die Kieler Marine-Jugend dabei sein will, steht außer Frage. Und dass wir wahrscheinlich wieder mit zentral gestellten Booten antreten müssen, sollte angesichts unseres nicht so ganz wettkampftauglichen Materials in diesem Bereich kein Nachteil sein.

Die Jugend- und Sportwarte haben schon ihren Aufruf an die Jugendlichen gestartet: Über die Pfingstfeiertage steht endlich wieder eine Langfahrt an. Drücken wir die Daumen, dass sich die Situation so gestaltet, dass solche Ausflüge möglich sind.

Und dann geht es im August ebenfalls für ein Wochenende erneut an die Schlei. Was pandemiebedingt im vergangenen Jahr ausfallen musste, nehmen wir 2021 erneut in Angriff. Mit einer kleinen Vereins-Delegation fuhren wir am Wochenende gen Norden und schauten uns ein Gelände gegenüber von Arnis an, das die Eine oder der Andere schon kannten. Die Infrastruktur und die Landschaft ringsum zeigten sich wirklich sehr ansprechend. Und so hat unsere zweite Vorsitzende Tina Hindersmann-Schmidt in Sundsacker zugesagt. Wir sind und sicher: Das wird richtig prima.

Nach den ersten Jollen ist das Zubehör des Kutters an der Reihe, wieder überholt zu werden. Foto: Andreas

Aber vor dem Vergnügen kommt eben die Vorbereitung: Andreas und Dieter nahmen sich Spieren und Bäume von Kutter „Fritjof“ vor, befreiten sie von den Beschlägen und bringen das Holz nach und nach auf Hochglanz. Vor der Bootshalle werkelten Tinka und Stephan, um im betroffenen Kutter die Holzduchten abzuschrauben. Die hatten im vergangenen Jahr doch einige tiefere Kratzer abbekommen. An den „Optimist“-Jollen geht die Arbeit ebenfalls weiter. Die Experimente mit Lack und nicht ganz passendem Härter waren bisher noch nicht in Gänze zufriedenstellend. Aber wir bleiben dran.

Diese Mastducht an einem Opti hat es leider hinter sich. Sie muss sowohl von oben als auch unten wieder verstärkt werden. Foto: har

Der Gruppennachmittag bei den Jugendlichen war auch an diesem Wochenende wie inzwischen gewohnt ein virtueller: Wichtig dabei war die Feedback-Runde, die Finja und Janek immer wieder einfordern, um abzufragen, wie das Programm in nächster Zeit gestaltet werden muss. Mitdenken und Mitmachen sind gefragt, nicht Nörgeln und Konsumieren. Aber Letzeres ist sowieso nicht mal in Ansätzen erkennbar. Taktik und Fingerfertigkeit beim eSailing nehmen übrigens immer weiter zu. Mal sehen, ob diese Eigenschaften durchhaltefähig sind, wenn es nachher draußen wieder nass und windig ist. 😉 Wie gesagt: Wir bleiben optimistisch!
Klaas

Beim Online-Gruppennachmittag wurde wie immer an Theorie und eSailing gearbeitet. Aber zuerst musste selbstverständlich ein bisschen über das grandiose Ergebnis von Boris Herrmann bei der Vendée Globe gesprochen werden. Screenshot: har

Mit Bohrmaschine und Säge an die Boote

Wer nicht mit seinem Boot „absaufen“ möchte, muss manchmal zusätzliche Löcher hineinbohren. Foto: Malte

Die süßen Klänge der Winterarbeit: Bohren, Schleifen, Hämmern … Wer das sorgfältig geführte Anwesenheitsbuch im Marineheim studiert, stellt fest, dass zurzeit mehr Bewegung im Verein ist als in manchen Wochen der Saison. Streng nach Corona-Regeln selbstverständlich – und genau deshalb muss die Arbeit auf unterschiedliche Tage verteilt werden. Vor allem Guido, Thomas und Malte haben schon kräftig hingelangt. Die „Floh“- und die „Laser“-Jollen sind schon wieder aus der Halle geschoben worden und im Außenlager unter Planen verpackt. Die Bootshalle sieht zurzeit aus wie eine Fachwerkstatt für „Optimisten“ aller Alters- und Güteklassen. Sauber auf Holzböcken verteilt warten die „Patienten“ auf die jeweils individuell abgestimmte Versorgung.

Kleine Auswahl von „Optis“, die in der Vergangenheit durch etwas sehr „robuste“ Nutzung durch die jüngeren Seglerinnen und Segler gelitten haben. Foto: Guido

Im vereinseigenen Sozialen Netzwerk listet Guido akribisch auf, was den einzelnen Booten fehlt. Von oben nach unten gelesen klingt es eher so, als sei die gesamte Flotte in eine Art Gefechtshandlung verwickelt gewesen – oder in „Stock-Car“-Rennen auf dem Wasser. Beispiele: abgerissene Dollborde, augerissene Schotblöcke, tiefe Furchen im Laminat, zerstörte Mastduchten, delaminierte Bodenbereiche, zerstörte Verklickerbeschläge, eingekerbte Ruder und Schwerter usw. usw. Zur – wenn auch nur teilweisen – Ehrenrettung der Seglertruppe muss wenigstens gesagt werden, dass nicht alle Schäden aus der vergangenen Saison stammen. Guido, Malte, Finja, Thomas und Janek hatten den gesamten Bootsbestand gründlich durchforstet und dabei auch die Jollen von der Wand geholt, die schon mehrere Jahre auf ihre Überholung warteten.

„Flöhe“ und „Laser“ kommen wieder ins Außenlager. Der Platz in der Halle wird für die Grundüberholung etlicher „Optimisten“ gebraucht. Foto: Guido

In mehr als einem Fall hatte Guido Boote auf der Liste mit einem großen roten Fragezeichen im Hinterkopf versehen. Denn so sehr wir an jeder Jolle hängen, muss letztlich immer die Frage beantwortet werden, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. So ist unter den „Europe“-Jollen ein Boot, das äußerlich so aussieht, als ob es frisch aus der Werft geliefert worden ist. Nur wenn es bewegt wird, fängt es überall im Inneren an zu knistern und zu klicken wie ein Kniffel-Würfelspiel. Da mussten wir nicht lange raten, um zum traurigen Schluss zu kommen, dass sich der Rumpf im Lauf der Zeit völlig delaminiert hat – Urteil: Totalschaden.

Auch einer unserer vermeintlich besten „Optis“ lieferte bei seiner Inspektion ein sehr trauriges Bild: tiefer Riss durch das Laminat, umlaufend abgerissenes Dollbord, Mastducht regelrecht zerstört … Und ärgerlicherweise zeigte sich zudem, dass einige Schäden nicht zum ersten Mal ausgebessert werden müssen. Also was tun?

Dieses Dollbord hat sich nicht von allein in diesen Zustand versetzt. Die Reparatur wird eher ein Fall für einen geduldigen Restaurator. Foto: Guido

Nach reiflicher Überlegung entschlossen wir uns dann doch dazu, die Reparatur in Angriff zu nehmen, die man in diesem Fall guten Gewissens eine Restaurierung nennen kann. Formen müssen gebaut, es muss laminiert, Epoxid gegossen, Holz bearbeitet werden. Eigentlich wäre das eine gute Aufgabe für ein ganzes Team, das sich gegenseitig unterstützen und mal eine Hand „ausleihen“ kann. Geht aber nicht. Also ist dieser „Optimist“ ein Fall für eine Aufteilung in viele kleine Aufgaben, die in einer Art Staffel abgearbeitet werden. Die Einkaufsliste für das fehlende Material wird derweil länger und länger.

Die Mastducht dieses „Optimisten“ hat sich in sämtliche Bestandteile aufgelöst. Guido hat die Ducht für die Sanierung vorbereitet. Klaas sägt eine neue Holzverstärkung zurecht. Foto: mor

Das ist nur eine Baustelle: Die übrigen „Optimisten“ wollen ebenfalls gebührende Aufmerksamkeit. Thomas und Guido hatten in einer Jolle eine delaminierte Stelle im Boden entdeckt. Viele kleine Löcher mit dem Bohrer in diesem Bereich machten den Zugang frei, um Epoxid in die Hohlräume spritzen zu können und dem Bootsboden wieder die nötige Stabilität zu verschaffen. Eine Jolle weiter war wieder ein ganz eigenes Problem zu bewältigen: Der Schotblock war aus dem Boden herausgerissen. Auch hier musste abgedichtet, laminiert und verstärkt werden. Nach erfolgter Operation künden nun Leisten und Steine zur Beschwerung bei der Aushärtung von dem erfolgten Arbeitsschritt.

Der Schotblock sitzt wieder dort, wo er hingehört. Mit Leisten und Steinen wird die reparierte Stelle beschwert, bis der Bereich wieder durchgetrocknet ist. Foto: Guido
Thomas verschafft den Seglerinnen und Seglern in diesem „Optimisten“ wieder etwas mehr Halt und wechselt die beschädigten Ausreitgurte aus. Foto: Guido

Und die jüngeren Mitglieder? Auch für die geht der Betrieb weiter. An diesem Wochenende hatten Finja und Janek erneut zur virtuellen Gruppenstunde eingeladen: auf dem Programm weniger Spiel und Spaß, sondern vielmehr harte Theorie. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übten per Webcam und Bildschirm diverse wichtige Knoten, erläuterten, wozu sie die jeweiligen „Geflechte“ einsetzen. Danach ging es an die Computer-Tafel. Wie fahre ich einen Aufschießer? Wie einen Fast-Aufschießer? Wozu brauche ich das überhaupt? Und als diese Fragen geklärt waren, kam es zur Kür – Finja und Janek besprachen mit der Gruppe die Mensch-über-Bord-Manöver in allen Einzelheiten. Im Sommer, so Finja, werde das auch reichlich in der Praxis mit ausgeworfenen Bojen geübt. Janek versprach sogar: „Wenn das dann gut klappt, lasse ich mich auch selbst ins Wasser fallen und von Euch retten.“ An diese Aussage wird sich die kleine Segler-Gemeinde mit Sicherheit bei passender Gelegenheit erinnern … Da reichte wahrscheinlich auch nicht die übliche Runde eSailing vor den Bildschirmen als Ablenkung aus. 😉
Klaas

Aufschießer – die Technik zunächst in der Theorie. Aber auch die sollte vor der praktischen Umsetzung wieder aufgefrischt werden. Screenshot: har

Jahreswechsel mit Wein und „Dinner for One“

Blick von der Segelyacht „Gegenwind“: Über Dili in Ost-Timor feieren die Menschen das neue Jahr mit einem Feuerwerk. Foto: Asha Reich und Helge Aßmann

In der Zeit, in der wir in Deutschland auf recht hohem Niveau über die Corona-Einschränkungen jammern, sitzen unser Mitglied Helge Aßmann gemeinsam mit Asha Reich und der Segelyacht „Gegenwind“ noch immer vor Dili in Timor-Leste fest. Nicht einmal an Heiligabend konnten die Beiden von Bord. Das Wetter war zu schlecht. Und so bestand das Festessen aus Linsenbratlingen, Kartoffelpüree-Knödeln und dem seit einem Jahr gebunkerten Rotkohl. Immerhin: Die legendäre Sendung „Gruß an Bord“ konnten Asha und Helge hören. Und zu Silvester gab es auf dem Bildschirm „Dinner for One“ und dazu eine Flasche Wein. Die ganze Geschichte findet Ihr wie immer im Logbuch der „Gegenwind“.
Klaas

Wiederauferstehung für den „Großen Preis“

Gute Quizformate kann man durchaus für den vereinsinternen Unterricht recyclen. Foto: Finja

„Ich glaube, dass wohl jeder weiß, es läuft jetzt hier der große Preis. Es geht mal wieder um Moneten. Mal hat man sie, mal gehen sie flöten.“ Diesen Spruch kennen wohl einige der Älteren. Und doch passte er diesmal zum samstäglichen Treffen im virtuellen Vereinsheim, wo auch Mitglieder einschalteten, die durch ihr Studium momentan in Niedersachsen wohnen. Zwar ging es nur um den Spaß und nicht um Moneten, aber etwas Wissen mitbringen sollte man trotzdem.

Ohje, wie ist die Lösung zu dem Rätsel an der Wand? Auch wenn die „grauen Zellen“ qualmten, machte es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Riesenspaß. Foto: Finja

Ich hatte mir überlegt, mal wieder „der Große Preis“ zu spielen, um die Theorie in Teilen zu wiederholen. Das jüngste Mal hatten wir es im Vereinsheim gespielt, und ich hatte die Multivisionswand an unsere Tafel gemalt; doch dieses mal gab es eine digitale Variante. Nach der Erklärung, wie diese Wand mit den sechs Kategorien funktioniert, konnten wir auch schon starten. Drei Teams traten gegeneinander an. Jagd wurde als erstes auf die 50-Punkte-Fragen gemacht, wobei allerdings auch taktisch vorgegangen wurde. Letztes Mal gab es bei „Kiel 50“ die Frage: „Wann war die erste Kieler Woche?“, wusste Janek noch und schloss diese Kategorie systematisch für sein Team aus. Deswegen wurde es dann „Allgemeinwissen 40“, und das Team musste überlegen, wie viele Stacheln ein Igel ungefähr hat. Ob diese Frage so viel besser war als die Frage bei „Kiel 50“, wo es um das Baujahr des Bülker Leuchtturms ging, blieb offen. Nach der Frage „Marine Jugend 50“ wurde erstmal gerechnet. Wer war jetzt eigentlich schon wie lange im Verein? Zudem habe ich bereits beim Erstellen der Fragen festgestellt: Die Marine-Jugend Kieler Förde wird in diesem Jahr im Dezember schon 65 Jahre alt. Somit ist unser Stiftungsfest bereits fünf Jahre her.

Aaaah, das sollte man mit einigem Überlegen herausbekommen … Antwort d ist richtig. Foto: Finja

Schnell waren alle 50-Punkte-Fragen beantwortet, und die nächsten Punkte wurden in Angriff genommen. Ein Team wollte die komplette Kategorie „Knoten“ nehmen. Ein großer Bogen wurden erst um die Kategorien „Kiel“ und „Marine-Jugend“ gemacht. Die Ausreden waren: „Ich komme nicht direkt aus Kiel, deswegen kenne ich mich da nicht aus!“, „Marine-Jugend kann ich nicht, da kenne ich mich nicht aus“. Letzter Satz stammt von dem Vereinsmitglied, welches am längsten von den anwesenden Jugendlichen im Verein ist. Doch irgendwann mussten auch diese Fragen beantwortet werden, um Punkte zu bekommen. Und siehe da, so schlimm waren die Fragen nicht. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, machten wir uns auf, um noch etwas zu segeln. Von Dubai über Kiel, Frankreich und New York war alles dabei, und wir hatten noch einige lustige Wettfahrten. Und schnell war es dann auch schon halb sechs … und wir beendeten den Tag.

Zum Abschluss wird gesegelt – zurzeit natürlich leider ebenfalls nur am Rechner. aber dafür sitzen die Manöver nach einigem Üben auch schon sehr gut. Foto: Finja

Im Vereinsheim wurde währenddessen unter Einhaltung der Corona-Regeln auch gearbeitet. Unsere Rollläden wurden wieder gangbar gemacht. Nach dem letzten Herunterlassen hatte man sie plötzlich nicht mehr so nutzen können, wie es sich gehört. Doch Thomas und Guido behoben dieses ärgerliche mechanische Problem. Nun kommt wieder Tageslicht in unseren Gruppenraum. Nächstens werden wieder Schleifmaschinen heulen und Lacke gemischt. Denn auch unter Corona-Bedingungen müssen die „echten“ Segelboote fit gemacht werden für die nächste Saison.
Finja

Neues Jahr – neues Glück – und viele Vorhaben

Was ist über Weihnachten hängengeblieben? Finja lässt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gruppennachmittags den Diamantknoten üben. Screenshot: har

Länger als bis zum 2. Januar dauerte es bei der Kieler Marine-Jugend nicht in 2021, bis der erste Gruppennachmittag des neuen Jahres gestartet wurde. Nach Weihnachtsbraten und Silvesterfeier loggten sich ganz tapfer knapp 20 Mitglieder pünktlich gegen 14 Uhr ins Online-Vereinssystem ein, um die Vorhaben der kommenden Saison zu besprechen. Finja und Janek hatten sich für den heutigen Tag vorgenommen, bei den jüngeren Mitgliedern die Wünsche für mögliche Projekte abzufragen. Einhellige Zustimmung gab es bei dem Punkt, erstens mit größeren Booten längere Touren zu machen und zweitens diese Segelausflüge ohne die Begleitung der üblichen älteren Erwachsenen und – vor allem – ohne die Eltern zu gestalten … 😉 Da kommt die aktuell laufende Führerschein-Ausbildung gerade zur rechten Zeit, um diesen Wunsch hoffentlich bald auch erfüllen zu können.

Stephan hatte Material besorgt und Knotensets gebastelt, die rechtzeitig vor Weihnachten von Tina, Tinka und Stephan verpackt und am Marineheim verteilt worden waren. Nun werden die Sets in der Gruppenarbeit auch benutzt. Fotos: Stephan/Tina

Damit heute nicht nur geredet, sondern auch praktisch etwas umgesetzt wird, ließ Finja die Tau-Enden hervorholen, die vor Weihnachten verteilt worden waren. Und wieder hieß es, Gebrauchs- und Zierknoten zu üben. Die Weihnachtstage hatten nicht ausgereicht, um die wichtigen Knoten wie Weblein- oder Palstek zu vergessen; nach kurzer Erfolgskontrolle machten sich die Kinder und Jugendlichen dann an etwas Anspruchsvolleres wie den Diamantknoten.

Wo kommt das Wasser her, und warum kann es nicht abfließen? Diese „Floh“-Jolle gab schon in der vergangenen Saison Rätsel auf. Guido, Malte und Finja machen sich an die Erkundung. Foto: har

Noch kurz vor den Feiertagen hatten sich Finja, Malte und Guido an ein Rätsel in der Bootshalle gemacht. Eine unserer robusten „Floh“-Jollen hatte beim Bewegen an Land durch Geräusche ganz deutlich zu erkennen gegeben, dass sich Wasser im Boot befinden muss – das aber trotz geöffneter Lenzstopfen und Inspektionsluken nicht weniger zu werden schien. Das ist kein Zustand, den unser Bootswart auf sich sitzen lässt. Also rückte der kleine Erkundungstrupp der Jolle mit moderner Technik auf die Pelle: Mit einer an ein Laptop angeschlossenen Endoskop-Kamera und viel Licht wurde Hohlraum für Hohlraum untersucht. Fündig wurden die Drei wie von ihnen vermutet im Bugbereich, wo sich Wasser gestaut und wegen eines Querschotts nicht abgelaufen war. Der Geschmackstest verschaffte Erleichterung: Süß-, nicht Brackwasser. Also war die Feuchtigkeit von oben gekommen, nicht von unten, wahrscheinlich bei einer Kenterung durch die Stecköffnung des Mastes. Mit langem Arm und Schwamm reduzierte Malte die Nässe im Sperrholzboot so weit wie möglich. Der Rest muss nun bei geöffneten Inspektionsluken von allein verfliegen.

Das Schott ist dicht; das Wasser kann hier nicht heraus. Aber die gute Nachricht: Das getränkte Sperrholz hat trotz der stehenden Nässe keinen Schaden genommen. Foto: har

Und der heutige Gruppennachmittag? Der war inzwischen beim sportlich-gemütlichen Teil angekommen. Die Mitglieder hatten sich schon im ersten Abschnitt des Nachmittags geeinigt, in der kommenden Saison vermehrt Regatten angehen zu wollen. Bis das möglich ist, bleibt eben nur das eSailing. Und so versammelten sich auf den Bildschirmen etliche virtuelle Katamarane auf der virtuellen Regattabahn. Die verbissenen Duelle an den Tonnen waren übrigens zu Redaktionsschluss noch nicht beendet. Also: Schon am 2. Januar sind Enthusiasmus und Elan wieder zu hundert Prozent vorhanden. Es wird ein gutes Wassersport-Jahr. Bestimmt.
Klaas

Konzentration auf dem dritten von sechs Teilabschnitten des Regattakurses. Screenshot: har

Zu Weihnachten seit fast einem Jahr vor Timor-Leste

Da waren Asha, Helge und die „Gegenwind“ noch in Grenada: Aber seit fast einem Jahr dümpeln sie wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie über 10.000 Seemeilen von hier entfernt vor Dili in Timor-Leste und warten auf die Gelegenheit zur Weiterfahrt. Foto: Assmann/Reich

In der legendären Sendung „Gruß an Bord“ des Norddeutschen Rundfunks konnte man sie hören, als sie „vom anderen Ende der Welt“ Grüße an weitere befreundete Segler schickten: Asha Reich und Helge Assmann von der Marine-Jugend Kieler Förde auf ihrer Segelyacht „Gegenwind“. Seit fast einem Jahr liegen die drei vor der Stadt Dili auf Timor-Leste und warten darauf, dass sie wieder Anker lichten dürfen. Die Corona-Pandemie hält sie noch immer in ihrem freundlichen Gastland fest. Und so müssen sie dort das Weihnachtsfest feiern – wenigstens schwächte sich der angekündigte Zyklon ab; aber eine kräftige Schaukelei an Bord war es wohl trotzdem. Und der Aufenthalt wird noch eine Weile dauern: Günstige Winde für ihre nächste Etappe nach Malaysia erwarten Asha und Helge frühestens im Mai. Und wann die möglichen nächsten Gastländer ihre Häfen wieder für ausländische Segler öffnen, steht ebenfalls noch in den Sternen. So bleibt es nur, den Dreien von Kiel aus ein frohes Fest und einen guten Rutsch zu wünschen. Wer über die Reise der „Gegenwind“ auf dem Laufenden bleiben möchte, schaut einfach zwischendurch in das Logbuch der Fernsegler.
Klaas

Knoten üben auf Distanz

Auf dem Programm stehen „Gebrauchsknoten“ – und selbst dieses eher nicht so unterhaltsame Thema funktioniert mit guter Laune. Screenshot: har

Das Land ist im Lockdown – na und? Der Gruppennachmittag bei der Marine-Jugend Kieler Förde findet dennoch statt. Und unter Finjas Anleitung machten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das, was sie sonst auch im Marineheim gemacht hätten – Ausbildung für die kommende Saison und/oder den Sportbootführerschein See. In diesem Fall bedeutet das: Knoten üben, also Handwerkszeug für den Alltag: An diesem Weihnachts-Segelnachmittag war, wie an jedem unser Online-Treffen, mal wieder viel los. Vor einiger Zeit hatten wir alle ein paar Tampen, je einen dicken und einen dünnen, bekommen. Und ich war schon gespannt, was wir damit machen würden. Ganz schnell wurde uns klar, das unsere „Fachkentnisse“ gefragt waren. Als allererstes sollten wir aufschreiben, welche Knoten wir kennen. Danach mussten wir alle tatkräftig erklären, wofür diese Knoten überhaupt gedacht sind. Zier- oder Nutzknoten. Und wenn Nutzknoten, dann wofür ist er da? Alle wussten aber irgendetwas, und so kamen wir schnell voran. Als nächstes kam der praktische Teil. Wir sollten die Knoten mit unseren Tampen nachmachen. Für wen das zu einfach war, tat dies mit einer Hand hinter dem Rücken. Dann ging es mit Vorfahrtsregeln weiter. Wer darf zuerst, wer ist im Recht? Und schließlich durften wir segeln – wieder am Computer natürlich. Die Meisten konnten es schon. Die, die es noch lernen mussten, hatten den Dreh beim eSailing ganz schnell raus. Zwar war ich am Ende nie besser als auf dem vorletzten Platz; aber es machte dennoch richtig Spaß. Jedenfalls freue mich schon auf die nächste Runde nach den Feiertagen.
Cathrine

Draußen ist es kalt – drinnen läuft die Regatta

„Virtual Regatta“ macht es möglich: Nach dem Theorie-Teil können die Wettfahrt-Regeln in einer Regatta am Bildschirm nachvollzogen werden. Screenshot: har

Wir bekommen immer mehr das Gefühl, dass wir alle zu Profis werden – nicht nur, was seglerische Inhalte angeht, sondern auch in der Technik: Durch super aufgebaute Online-Treffen bleiben wir gut im Bilde und können trotz Coronas immer noch sehr viel lernen. Auch in der jüngsten Gruppenstunde war es wieder fantastisch: Emily, Hannes, Michel, Jan, Simon, Malte, Liv und ich haben von Janek und Finja Einiges erfahren. Stephan, Klaas, Dieter und Kai guckten uns dabei ein bisschen über die virtuelle Schulter.

Draußen ist es lausig kalt. Aber Cathrine sitzt in ihrem warmen Zimmer und beschäftigt sich online in der Gruppenstunde mit Begriffen aus der Regatta. Foto: har

Unser aktuelles Thema war diesmal die Regatta. Als Erstes sollten wir aufschreiben, welche Begriffe wir bezüglich einer Regatta kennen. Da wurde das „Blatt“ auf dem Schirm plötzlich ziemlich bunt. Jede/r durfte online gleichzeitig im Team seine oder ihre Begriffe „loswerden“. Anschließend sollten alle ihre jeweiligen Begriffe, die sie beigetragen hatten, erläutern. Jeder von uns wusste etwas, sodass wir uns gut ergänzten und alle Teilnehmer etwas Neues lernen konnten.

Der Einstieg – eine „Begriffswolke“ zum Thema Regatta. Screenshot: har

Danach gingen Janek und Finja ins Detail. Wir lernten, auf welchen Strecken man segeln kann, und wie die einzelnen Formen heißen. Außerdem erklärten sie uns, warum man welche Technik benutzt (Weshalb drängeln sich vor dem Start die Boote meistens auf der Steuerbordseite an der Linie und Anderes?) und welche Startsignale es gibt. Das war nicht unkompliziert, aber sehr spannend.

Wie funktioniert bei einer Wettfahrt ein Start, wie segele ich das olympische Dreieck, wie laufen „Up and Down“ und andere Feinheiten der Regatta? Foto: Cathrine

Danach haben wir das Gelernte gleich in die Praxis umgesetzt – nach dem Absegeln und unter Corona-Bedingungen natürlich nicht selbst auf der Kieler Förde, sondern in mehreren E-Sailing-Wettfahrten auf der virtuellen Innenförde. Das hat super viel Spaß gemacht, aber es ist sehr, sehr schwer so zu segeln, wenn man es sonst gewohnt ist, Pinne und Schot selbst in der Hand zu halten. Man hat am Bildschirm aber zumindest die gleichen Probleme wie auf dem echten Wasser und muss lernen, diese zu bewältigen. Natürlich ist es nicht ganz so wie in „echten Booten“; vor allem ist E-Sailing nicht so nass. Aber: Es ist das Beste, was wir zurzeit tun können, um „im Stoff zu bleiben“. Und wir Kinder haben jedenfalls viel Freude daran. 😉
Pushy

Der Start ist schon mal gelungen. Nun müssen die virtuellen „Laser“-Jollen möglichst unfallfrei die ausgelegte Bahn absegeln. Foto: Cathrine
Wo es mit einem Segel je Boot schon ganz gut geklappt hat, probieren es einige Teilnehmer zum Schluss noch in einer größeren Klasse… Foto: Cathrine

Segeln aus dem heimischen Cockpit

Michel und Hannes (vorn) sind in der Gruppenstunde sogar mit unterschiedlichen Themen gleichzeitig im virtuellen Marineheim unterwegs. Wenn die beiden Jungen nicht am „Ruder“ stehen, ist Papa Mirco hier dabei, den Sportbootführerschein zu lernen. Foto: Mirco

An diesem Vereinsnachmittag waren Jörni, Liv, Arne, Michel, Stephan, teilweise Dieter, n kurz Pushy und Klaas dabei – und natürlich ich selbst. Ich habe mich sehr darüber gefreut , endlich mal wieder einige Freundinnen und Freunde aus dem Verein zu sehen. So konnten wir mal wieder ein bisschen quatschen und Späße miteinander machen. Es hat alles sehr gut geklappt und hat mir wieder viel Spaß gemacht. Zwischendurch brachte Papa uns – Michel und mir – auch unser verspätetes Mittagessen; da hab ich mal eben den Ton und die Kamera ausgestellt. War echt lecker… 😊

Aufbau eines „Optimisten“ besprochen

Wir haben den Aufbau eines Optis besprochen. Da war dann auch Michel gefragt und musste – mit meiner Hilfe – schon mal ein paar Fragen von Jörni beantworten. Später hatte Michel aber keine Geduld mehr, und das darf er als Siebenjähriger dann ja auch. Da ist er doch lieber eine Regatta am Laptop gesegelt. Wir Größeren haben noch Anlegemanöver besprochen und uns außerdem Ausschnitte von Regatten wie der „Vendée Globe“ angeguckt. Um kurz nach 16 Uhr war dann leider schon wieder Schluss. Aber ich freue mich schon aufs nächste Mal.
Hannes

Den Kutter auch von innen trockenlegen

Die Einzelteile des Gestells für den Kutter „Fritjof“ sind noch von der vergangenen Wintersaison vorhanden – zum großen Teil jedenfalls. Foto: har

Die Pandemie-Vereinswochenenden ruckeln sich wieder langsam zurecht: Die Kinder und Jugendlichen büffeln bei sich jeweils zu Haus – aber gemeinsam am Bildschirm – Segeltheorie. Derweil findet sich die kleine Werkstatt-Gemeinschaft im Marineheim ein, um mit der „praktischen Winterarbeit“ voranzukommen. Auch wenn die Personenzahl vor Ort gering scheint, ist es erstaunlich, wie viele Gewerke sich gleichzeitig bearbeiten lassen, wenn nur genug Ellenbogen-Freiheit vorhanden ist.

Stephan hat die Pumpen in Betrieb genommen. Nun wird der Kutter gelenzt, lustig angesichts der Tatsache, dass er hoch und trocken an Land weilt … der Kutter, Stephan natürlich auch. 😉 Foto: har

Sehr spontan haben sich die Kutterführer verabredet, um sich „Fritjof“ an diesem Tage vorzunehmen. Der Winterplan sieht vor, den Kutter trockenzulegen, um dann zu Beginn des neuen Jahres mit den vergleichsweise geringen Ausbesserungsarbeiten weiterzumachen. Gesagt. Getan. Unter den Bodenbrettern ist reichlich Flüssigkeit vorhanden – Süßwasser zum Glück, denn der Kutter steht seit dem Kranen wie ein Regenfass vor dem Vereinsheim. Das Lenzen mit Ösgefäßen erweist sich für Jörn und Stephan als recht mühsam. Also wirft letzterer eine Elektropumpe an und befördert reichlich klares Wasser außenbords. Anschließend zimmern und sägen die Beiden das robuste Holzgestell passend zusammen, das anschließend die großen Winterplanen über dem Boot hält.

Guidos hervorragende Feinmotorik verhilft einer „Floh“-Jolle nach der anderen wieder zu einer glatten Oberfläche. Foto: har

Guido nimmt sich inzwischen erneut die „Floh“-Jollen vor. Sorgfältig werden die Schrammen der vergangenen Saison ausgebessert, gefüllt, geschliffen, lackiert. Inzwischen könnte man auf den Bootsrümpfen wieder ausrutschen, so glatt sind sie. Allerdings soll sich ja niemand beim Klettern auf den Jollen erwischen lassen … 😉 Im Lauf der kommenden Woche werden zwei von drei „Flöhen“ fertig sein; dann können sie die Halle räumen und zum verdienten Winterschlaf unter einer dicken Persenning in unserem kleinen Außenlager Platz nehmen. Der dritte „Floh“ macht uns dagegen Sorgen. Beim ersten Begutachten hatten wir festgestellt, dass sich Wasser im Bugbereich der Jolle gesammelt hat. Leider ist durch die durchaus vorhandenen Inspektionsluken nichts festzustellen. Alles trocken. Aber das leise Hin- und Herschwappen des Wassers ist dummerweise eindeutig zu hören. Also werden wir in den nächsten Wochen dem Geheimnis wohl mit Laptop und Endoskop-Kamera auf die Spur kommen müssen. Die Version „einfach ein paar Löcher reinbohren“ kommt jedenfalls nicht in Frage.

Nirgends ist man sicher: Mit den Worten „Hier näht der Chef selbst“ überrascht Guido Klaas bei seinen Versuchen, einen kleinen Vorrat an Segeltaschen zu nähen. Foto: Guido

Bei den vergangenen Arbeitseinsätzen hatten Janek und Malte endlich einmal Grund in unser Zubehör gebracht. Eins ihrer Ergebnisse: Wir haben mehr Segel im Bestand, als wir gedacht hatten – zumindest für Jollen aller Größen; allerdings ist ein Teil der Tücher ausgeweht und hat mehr Beulen als ein Fahrzeug nach einem Stock-Car-Rennen. Also wurde aussortiert – die Guten auf die eine Seite und die nicht so Guten … Zum Wegschmeißen sind auch die zu schade. Denn uns fehlen noch einige Segelsäcke, in denen die besseren Tücher schonend aufbewahrt werden können. Also hat sich der Vorsitzende mal selbst an die Nähmaschine gesetzt, damit wir nicht mehr mit Stapeln lose gefalteter Segel, die ständig verrutschen, leben müssen. Prompt kommen auch Sonderwünsche. „Kannst Du nicht mal einen 2.2 Meter langen Beutel nähen, in dem wir ein ganzes Rigg unterbringen können?“ Ja, geht – aber nicht heute. Der Winter kommt ja erst noch …

Zumindest reicht es, um die „verwaisten Segel“ wieder halbwegs adäquat unterzubringen. Foto: har

Derweil hat es sich der seglerische Nachwuchs der Marine-Jugend Kieler Förde in Teilen wieder jeweils zu Haus am Rechner gemütlich gemacht. Finja und Janek unterhalten die muntere Truppe aber nicht nur, sondern fordern sie auch. Mit dem BigBlueButton-System lässt sich ja mehr erreichen, als nur ein bisschen zu daddeln. Diesmal ist also Segeltheorie dran. Wie war das doch gleich mit den Vorfahrts- und Ausweich-Regeln? Da wird durchaus gewusst, aber auch kräftig drauflos geraten. Einige Dinge muss man eben immer wieder ins Gedächtnis rufen. Einen Vorteil hat das „Homeoffice“ allerdings. Es lässt sich gut nebenher verpflegen. Cathrine bekommt Sandwiches geliefert. Kuttersteuerin Liv holt sich zwischendurch die gewohnten „Manöverkekse“.

Gruppennachmittag online: Wer es theoretisch nicht beherrscht, bekommt nachher auch auf dem Wasser Schwierigkeiten. Also werden mal wieder Vorfahrt- und Ausweich-Regeln gebüffelt. Screenshot: Finja

Das Online-System muss aber nicht nur zum Lernen genutzt werden, obwohl es sich inzwischen selbst bei der Führerschein-Vorbereitung bewährt. Auch Kreativität ist möglich. Schon mal eine Optimist-Jolle gezeichnet? Am Bildschirm? Gemeinsam? Und das alle gleichzeitig? Das Ergebnis sieht sehr gut aus, beweist zumindest, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer schon bewusst einen „Opti“ angeguckt hat. Und nächstes Mal malen wir unseren Kutter „Fritjof“ … oder so … 😉 Die neuen medialen Errungenschaften helfen dabei, ein wenig zusammenzukommen, ohne die rechtlichen Vorgaben zu verletzten. Und das ist doch wirklich etwas Feines.
Klaas

Zur Entspannung muss auch ein bisschen kreativer Spaß erlaubt sein: einen Opti zu zeichnen, ist eine Sache. Aber wenn es alle gleichzeitig am selben Bild machen … 😉 Foto: Cathrine

Kann man damit noch segeln oder soll es weg?

Guido und Dieter machen eine Jolle nach der anderen noch einmal gründlich sauber, bevor die Boote unter einer dicken Plane in den Winterschlaf geschickt werden. Foto: Malte

Während das Gruppenleben im Verein in virtuelle Sphären ausgelagert werden kann, bleiben in der Realität Aufgaben übrig, die sich leider nicht am Bildschirm erledigen lassen: die Arbeit an den Booten und der Ausrüstung, die im Winterhalbjahr anfällt. Und da wir ganz positiv gestimmt davon ausgehen, dass in der kommenden Saison wieder gesegelt wird, müssen diese Aufgaben abgearbeitet werden – auch unter Corona-Bedingungen. Praktisch bedeutet dies, dass nur noch nach Anmeldung im Vereinsheim gearbeitet werden darf, um die Zahl der Personen dort in geforderter Weise begrenzen und die nötigen Abstände einhalten zu können.

Mühsam: Janek und Malte sichten und sortieren Dutzende Segel, bevor sie sorgfältig zusammengelegt in Segelsäcken sortiert abgelegt werden. Foto: har

An diesem Wochenende hatten sich Malte, Janek, Guido und Dieter am Marineheim getroffen, um die in der Vorwoche schon begonnenen Arbeiten weiterzuführen. In den Monaten, in denen das praktische Segeln den absoluten Vorrang genießt, bleiben etliche Dinge liegen. Und so machten sich Malte und Janek daran, unsere Lasten von Grund auf aufzuräumen, Segel und Riggs zu sichten und zu sortieren, neue Träger an den Wänden zu befestigen, um Spieren, Masten und Bäume vernünftig zu stauen. Dabei fielen den Beiden etliche Dinge beim Begutachten auf, deren weitere Verwendung erstmal zu klären war – frei nach dem Motto: „Kann man damit noch segeln oder soll es gleich weg?“ So fanden sie beispielsweise Segel von Booten, die schon längst den Weg alles Irdischen gegangen waren, und Tücher, die beim besten Willen nicht mehr an einem Mast hochgezogen werden sollten. Nach kurzer Diskussion stopften Janek und Malte die alten Tücher in einen brüchigen Beutel. Uns fehlen noch etliche Segelsäcke; dafür wiederum sollten die Alt-Segel nach einer Umarbeitung mit der Nähmascheine noch zu gebrauchen sein.

Guido, der Herr der Werkstatt, nimmt sich zu ersten Ausbesserungsarbeiten gleich drei „Floh“-Jollen auf einmal vor. Frisch angerührt ist halb gewonnen. Foto: har

In der Bootshalle hatte sich derweil wieder Guido an die Arbeit gemacht. Am Tag des Kranens hatten wir drei „Floh“-Jollen in die Bootshalle geschoben. An diesen Booten sind diverse Ausbesserungen zu machen – nichts Grundsätzliches wie im Winter zuvor, aber immerhin. Und so nahm Guido alle drei Boote auf einmal in Angriff. Schleifen, Epoxy anrühren, ausbessern – der nächste „Kahn“. Unser Boots- und Werkstatt-Meister durfte/musste in der Stille der weitestgehend menschenleeren Halle arbeiten. Andererseits: Es stand ihm auch nicht ständig jemand mit Fragen „auf den Füßen“. 😉

Knoten rein, aber den richtigen: Dieter legt noch Hand an die Abdeckplanen an. Dann sind die Boote in unserem „Außenlager“ verstaut. Foto: har

Vor dem Vereinsheim machte die kleine Truppe gemeinsam mit Schriftwart Dieter das draußen liegende Material noch einmal gründlich sauber. Mit Schrubbern und Hochdruck-Reiniger kam nach und nach der ganze Modder, der von den herbstlichen Bäumen abgeworfen worden war, von Jollen und Persennigen. Erst nach dieser Reinigung packten Dieter, Guido, Janek und Malte die gesamte „Außenlast“ in dicke Planen und verzurrten sie winterfest. Und nächste Woche geht es wieder drinnen weiter. Wir bekommen die dunkle Jahreszeit schon herum.
Klaas

Na? Na? Na???? Das sieht doch wohl so gut aus wie lange nicht mehr. Einen langen Arbeitsnachmittag später sind Janek und Malte einen gehörigen Schritt weitergekommen mit unseren „Sortier-Einheiten“. Foto: Malte