Mit dem Dickschiff in die Strander Bucht

Für die Jollen war es ein bisschen viel Wind … aber für dieses Kaliber genau richtig. Foto: Finja

Auf die Jollen hatte es gehen sollen; aber es war reichlich Wind, ein bisschen viel sogar. Und da unser Motorboot-Begleiter, der an diesem Tag eigentlich hätte auf die Seglerinnen und Segler aufpassen sollen, wegen Zahnschmerzen ausgefallen war (Gute Besserung, Dennis!!!), suchten wir nach einer Alternative – Wind ist ja schließlich allein kein Ausschlusskriterium beim Segeln. 😉

Peter hatte uns im Anschluss an die Kieler Woche angeboten, gern mit uns auf seiner Yacht zu segeln. Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach einem kurzen Gespräch wurde die Jollen-Gruppe „umgerüstet“: dicke Klamotten statt Neopren, wo vorhanden Automatik- statt Feststoffweste. Und so stiegen wir sehr spontan bei Peter aufs Boot.

Als ob ein Kreuzfahrtschiff ein „Match“ für uns wäre: Malte peilt am Ruder nach vorn. Foto: Finja

Peter Greve segelte mit uns raus in die Strander Bucht; jede und jeder durften (mussten 😉 ) abwechselnd ans Ruder – in der Welle vor Schilksee und Strande war das gar nicht so einfach. Und wir stellten fest, dass Surfer und Kiter mit ihren manchmal recht unvorhersehbaren Manövern für einen Rudergänger einer Yacht schon eine echte Herausforderung darstellen. Und wir lernten Einiges dazu. Alle möglichen Fragen wurden gestellt und beantwortet. Nun weiß auch ein Crew-Mitglied, wie es zum Hochseilgarten in Falkenstein kommt. Einiges Wissen blieb wohl allerdings eher im Kurzzeitgedächtnis haften, wenn mit Blick auf Heikendorf auf der Rücktour dann ernsthaft nachgefragt wurde, ob das nun Heikendorf oder Falkenstein sei. Nach der kurzweiligen Tour kamen wir rundum zufrieden im Hafen an – mit der Gewissheit, dass Dickschiff-Segeln eine echte Alternative ist. Ganz herzlichen Dank, Peter, dass Du uns das ermöglicht hast!

Gute Laune an Bord und wieder eine Menge gelernt. Foto: Finja
Fix aus der Kieler Förde heraus: Peter und Hannes behalten den Überblick. Foto: Finja

Am Tag zuvor hatte es noch anders auf der Förde ausgesehen: gutes Segelwetter für die Opti-Gruppe der Fortgeschrittenen. Der Wind hatte so gut gestanden, dass wir für Constantin, Louis und Ole die rote Fahrwassertonne gegenüber unserem Vereinssteg als Regattatonne nutzen konnten. Zwischen Steg-Kopf und großem Schlauchboot wurde die Startlinie gelegt – und dann wurden Starts geübt. Nach der ersten Rundung der Tonne fuhren alle wieder zum Steg, damit Janek noch einmal den Startvorgang erklären konnte und welche Signale von Malte wann zu erwarten sind. Dann wechselte ich vorsichtshalber noch ein Segel, das einen schlechteren Eindruck machte als die der anderen. Nach diesen Verbesserungen und Absprachen sprangen alle wieder in die Boote. Und erneut wurde der Start geübt. Damit verging auch dieser Nachmittag aber wie im Fluge.
Finja

Der letzte Tag bringt Wind … und Regen

Flottillenadmiral Christian Bock, der Kommandeur der Einsatzflottille 1, überreicht Finja die Plakette für die Steuerfrau und allen ihre jeweilige Urkunde für den 14. Platz. Foto: har

Als die Siegerehrung beginnt, hat der Regen wieder aufgehört. Aber niemand will das Risiko eingehen und die Feier wieder ins Freie verlegen. Zu sehr hat das Wetter in dieser Kieler Woche alle Beteiligten genarrt. Der 14. Platz ist der Marine-Jugend-Kiel-Crew geblieben. Angesichts der Tatsache, dass auch ein neunter, ein elfter und zwei zwölfte Plätze in den Wettfahrten zu Buche schlugen, ist das durchaus ein respektables Ergebnis. Gewonnen hat in diesem Jahr die Marine selbst – nicht nur durch ihre gute Organisation und die betont lässige Umsetzung der Regatta. Auch der erste Platz blieb bei der Marine, denn den segelte der Offiziernachwuchs von der Marineschule aus Mürwik ein. „Ich war diesmal ja nicht dabei“, frotzelte Kapitänleutnant Michael Woyna, der Chef-Organisator und Nachfolger von Kapitänleutnant Thomas Geburzky, der diese Organisation mehr als 30 Jahre betreut hatte. Woyna hatte im vergangenen Jahr noch selbst an der Pinne eines beteiligten Kutters gesessen und die Mannschaft aus Plön gesteuert – von der Marineunteroffizierschule.

Auf dem zweiten Platz landete eine zivile Truppe – die Crew der Butenplöner; auf Platz drei folgte eine, naja, fast zivile Mannschaft vom Bundesamt für Umweltschutz, Infrastruktur und Dienstleistungen … der Bundeswehr. 😉 Die beiden einzigen beteiligten Marine-Jugenden landeten eher auf der anderen Seite der Tabelle. Aber dafür war wenigstens mal wieder eine zweite MJ dabei, die aus Wertheim. Viele neue Bekannte wurden kennen gelernt. Der BC Eintracht Leipzig 02 lud uns sogar zum Segeln zu sich ein. Stefan erhielt von einem Bundespolizisten wortlos eine kleine rote Polizeikelle überreicht (wir wissen immer noch nicht, was sich da hinter den Kulissen abspielte), und die meisten Mannschaften haben sich gegenseitig versichert, zur 133. Marinekutterregatta wieder dabei zu sein.

Ölzeug statt T-Shirt: Am letzten Tag gibt es Wind; aber die Sonne ist dafür auch nicht mehr zu sehen. Foto: har

Morgens hatte es noch die Gelegenheit gegeben, zwei Wettfahrten auf die Haben-Seite zu bekommen. In der Nacht war das Wetter umgeschlagen. Der fehlende Wind hatte sich eingestellt, allerdings zogen auch Regenschauer auf. Rechtzeitig zog sich die gesamte Mannschaft im Kutter vor dem Start noch Ölzeug über.

Nach den Flautetagen zuvor fehlten zum Schluss insgesamt nur noch drei der geplanten zehn Durchgänge. Ein zwölfter und ein elfter Platz kamen dabei bei den letzten Fahrten für die MJK heraus. Was wir von den „normalen“ Kieler Wochen gewohnt sind, mit unserem ZK-10-Kutter „Fritjof“ hinterher zu segeln und zu hoffen, noch in der vorgegebenen Gesamtzeit über die Linie zu kommen, gab es in diesem Jahr nicht. Das Feld der Marinekutter lag deutlich dichter beieinander. Und es wurde in jedem Abschnitt des Feldes verbissen um jeden Meter und jede Position gekämpft.

Von links: Bundespolizei Ostholstein (13. Platz), Marine-Jugend Kieler Förde (14. Platz) und Marine-Jugend „Main“ Wertheim (16. Platz). Foto: har

Die Crew hatte deshalb zum Schluss auch eine bisher nicht gekannte Routine darin, sich an Wendemarken zu duellieren, taktisch zu segeln und ganz schnell neue Entschlüsse zu fällen, wenn die gewählte Taktik durch einen Winddreher nicht aufging. Unter dem Strich: eine sehr harmonische Truppe mit einer ganz steilen Lernkurve, die so auch gern weiter zusammen im Kutter segeln möchte. Im kommenden Jahr wird es wahrscheinlich wieder eine „große“ Ausgabe der Marinekutterregatta geben. Die Kapitänleutnante Michael Woyna und Michael Bauer sowie Oberstabsbootsmann Bodo von Reth möchten unerschütterlich optimistisch wieder eine Langfahrt auf dem Programm unterbringen – sowohl für INAT als auch für ZK 10. Nach den aktuellen Erlebnissen spekuliert die MJK-Crew ein bisschen darauf, dann wieder in einer Marinekutter-Klasse zu starten. Die Boote sind halt größer und schneller als zumindest unser ZK 10 und technisch sehr anspruchsvoll.

Die Einzelergebnisse der Woche 2021 finden sich auf www.marinekutterregatta.de.
Klaas

Im Folgenden ein paar Eindrücke von dieser denkwürdigen 132. Marinekutterregatta von Fe, Sönke, Sahand, Stefan und Klaas:

Sonnenbank statt Langfahrt

Andere geben viel Geld aus, um mal zweieinhalb Stunden auf dem Wasser in der Sonne zu liegen. Beim Warten auf die Langfahrt gab es das fantastische Ambiente gratis. Foto: har

Vierter Tag, zweiter Anlauf für eine Langfahrt aus der Innenförde nach Schilksee und zurück: Alle Kutter waren heute morgens rechtzeitig auf der Bahn und warteten wie die Wettfahrtleitung auch auf eine günstige Gelegenheit zu starten. Kutter „86“ war der Marine-Jugend-Kiel-Crew zugelost worden. Aber der „86er“ dümpelte wie alle anderen Boote auch in gleißender Sonne auf der Förde. Wind gab es nicht, dafür eine hervorragende Aussicht. Zweieinhalb Stunden war keine Brise zu spüren, nur ganz in der Ferne hinter dem Leuchtturm Friedrichsort schien die Wasserfärbung mehr Windbewegung zu verheißen. Der Blick in die entsprechenden Apps und auf die Homepage des Instituts Geomar bestätigten diese Vermutung. In der Strander Bucht gab es Windstärken von 2 bis 3 Bft. Auf der Innenförde gab es muntere Sprüche und leidlich gute Stimmung.

Wenn ab und zu ein anderer Segler auftauchte, hatte der meist nicht mal die Segel gesetzt, sondern motorte gleich. Foto: har

Gegen zwölf Uhr beendete die Wettfahrtleitung das Sonnenbad und schickte die Kutter wieder zurück in den Stützpunkt. Und, man ahnt es, kaum waren die Boote wieder drin, briste es auf. Aber erstens war nicht klar, wie lange der Segen hält, und zweitens war es für eine Tour in die Strander Bucht nun einfach zu spät. Während die Mehrheit der Kutterbesatzungen artig Richtung Bootshafen pullte, hielt man bei der MJK-Crew die Vorleine hoch und ließ sich vom Vorstand ganz bequem abschleppen. 😉

Nachmittags geht es auf den kurzen Bahnen auf der Innenförde wieder los. Die Norwegen-Fähre bezeugt den pünktlichen Start. Foto: Sönke

Da die Regatta bis zu diesem Zeitpunkt nur drei abgeschlossene Wettfahrten auf der Haben-Seite verbucht, muss die Flotte am Nachmittag wieder raus. Um 14 Uhr ertönt das Startsignal für die vierte Wettfahrt. Und erstaunlich: Der leichte Wind zwischen zwei und drei Beaufort hält dieses Mal. Natürlich gibt es die üblichen Dreher und Windlöcher; aber es reicht, das Rennen in einer guten Stunde zu Ende zu bringen. Die MJK-Mannschaft hat inzwischen den Bogen raus, weiß um ihre Schwächen, aber auch um ihre Stärken: Ausgerechnet mit den Laken platt vor dem Wind fällt das Boot immer wieder zurück. „Und wir haben wirklich noch nicht herausbekommen, woran es liegt“, sagt Stefan anschließend. Das Schwert ist oben; die Mannschaft hat das Gewicht nach vorn verlagert; ständig wandern die Blicke zu den Mitbewerbern, um die eigene Segelstellung zu hinterfragen. Aber es hilft nichts. Kommt der Wind von achtern, fährt auch die Marine-Jugend Kiel achtern. Glücklicherweise gehört zu jedem der Kurse auch die eine oder andere Kreuz und vor allem die Taktik an den Wendemarken. Und da kommt der Kutter tatsächlich immer wieder „aus dem Kreuz“. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sitzen die Regeln, manchmal zur Überraschung der anderen Crews, wenn das Marine-Jugend-Boot sich nicht mehr höflich von der Boje abdrängen lässt. Blicke in Richtung Schiedsrichter helfen da auch nichts. Die „86“ schiebt sich bei solchen Gelegenheiten wieder nach vorn.

Nur weil alle in die eine Richtung fahren, heißt es nicht, dass der Marine-Jugend-Kutter auch in diese Richtung fahren muss … Foto: har

Mit einem 9. und einem 13. Platz ist die Crew durchaus zufrieden; in „Duell-Situationen“ weiß sie sich inzwischen zu behaupten. Und an den anderen Dingen kann man ja in Zukunft arbeiten. Am Nachmittag war auch unsere Rekonvaleszentin Liv wieder im Stützpunkt, um die Mannschaft anfeuern zu können. Und die Wettfahrt-Organisatoren, die ja bekanntlich ein ganz großes Herz für die Jugendmannschaften haben, setzten sie gleich an Bord einer Barkasse, damit Liv die Wettfahrten auch aus der Nähe betrachten kann. Gerüchte besagen übrigens, dass sie dabei zeitweise selbst das Ruder in die Hand nahm … 🙂 Wieder an Land bekam sie dann gleich Gesellschaft: Arne und Cathrine hatten wie die anderen auch eine Menge Hitze abbekommen. Am Ende der letzten Wettfahrt des Tages kannten die Älteren an Bord kein Pardon und riefen ein Juryboot herbei. Arne und Liv stiegen in das große Motorschlauchboot der Marine um; deren Besatzung brachte die Beiden dann nicht nur schleunigst an Land und in den Schatten. Sie orderten auch gleich Flüssigkeitsnachschub. Am Ende des Tages waren dann alle wieder fröhlich auf den Beinen. Die Organisation dieser Regatta ist wirklich einsame Spitze. Morgen geht es in den Endspurt. Für die letzten Wettfahrten ist wieder Start um 10 Uhr angesetzt. Allerdings sagt der Wetterbericht nicht nur Wind voraus, sondern auch 20 Liter Starkregen in einer Stunde und Gewitter. Was man nicht alles geboten bekommt in einer Kieler Woche!
Klaas

Nicht übermäßig viel Wind, aber genug, um ordentlich über die Strecke zu kommen. Foto: har
Nein, Leute, jetzt ist genug Wind da. Ihr müsst Euch nicht abschleppen lassen. Foto: Fe

Etwas mehr Licht und ziemlicher Frust

Abgehängt! Mit der passenden Portion Coolness schiebt sich die MJK-Crew an der gespreizten Tonne einen Platz nach vorn. Foto: har

Es ist in diesem Fall das Wetter, nicht das Klima, das der Marinekutterregatta echten Ärger macht. Das Hochdruckgebiet, das uns die Windlosigkeit beschert hat, warf heute Morgen erstmal das Programm völlig um. Eigentlich hatte es heute ja auf die lange Strecke nach Schilksee gehen sollen. Aber dieses Unterfangen war der Regattaleitung angesichts der Flaute zu heikel. Und das sicher zu Recht. Also hieß es schon bei der Steuermannsbesprechung, dass wieder die üblichen Dreiecke auf der Innenförde gesegelt werden sollen. Nach dem Ausfall des vergangenen Tages waren ja auch dringend Wettfahrten aufzuholen. Unter der Voraussetzung, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ihre Zustimmung erteilt, könnte die Langfahrt auch morgen in Angriff genommen werden – passende Windverhältnisse vorausgesetzt.

Es kann losgehen: Die Crew takelt den Kutter auf. Am Vormittag ist ihr das Boot mit der Nummer 138 zugelost worden. Foto: har

Die erste Runde am Morgen fällt unter „gewagt, aber leider nicht gewonnen“. Tapfer segelte unsere Mannschaft jedem einzelnen Windfeld entgegen. Aber die Taktik zahlte sich nicht aus, weil die Windrichtung am Morgen wie ein irritierter Kreiselkompass drehte. So gut die Manöver zum großen Teil klappen mochten: Bei diesen Windverhältnissen war jede Wende eine zu viel und nahm Geschwindigkeit aus dem Kutter. Ergebnis: 15. Platz. Aber wie so oft: Eine Marine-Jugend kam noch hinterher. 😉

An den Tonnen wurde es in den Wettfahrten trotz des geringen Windes – oder gerade deshalb – manchmal dramatisch eng. Die MJK-Crew leistete sich aber kein einziges Ramming. Foto: har

Neue Wettfahrt, neues Glück: Und hier zeigte sich, dass man auch aus kleinen Fehlern lernen kann. Der „138er“ hatte es auch mit einer Besatzung in der ersten Wettfahrt der Regatta nicht unter die ersten Zehn geschafft. Aber mit Vorausschau und zusammengebissenen Zähnen an den Wendemarken konnte man von hinten einige Plätze gut machen. Finjas Truppe legte an der letzten Boje und der anschließend letzten Kreuz noch einmal zu, segelte tatsächlich noch zwei Kutter aus, die es der MJK-Besatzung wirklich nicht leicht machten – und ging immerhin als Zwölfte aus dieser Wettfahrt. Immer ein kleines bisschen mehr…

In der dritten Wettfahrt des Tages drängelt sich das Hauptfeld an einer Wendemarke. Eine kleine Gruppe hat sich derweil schon abgesetzt – ganz vorn das RBZ Technik aus Kiel, an Platz fünf die Marine-Jugend Kieler Förde (Bildmitte). Foto: har

Was am Nachmittag kam, war allerdings ein Tiefschlag für die Stimmung mehrerer Mannschaften – auch der Kieler MJ. Kurz nach 13 Uhr waren die Kutter wieder im Stützpunkt gewesen: kurz Verpflegung aufnehmen, vielleicht noch einmal zum „stillen Örtchen“ verschwinden und rasch wieder zum Kutter, der für den Nachmittag zugelost worden war. Die MJK-Crew stieg von „138“ auf „86“ um und machte schnell wieder los. Auf dem Weg zur Regattabahn stellte sich heraus, dass die Mannschaft, die zuvor in dem Kutter gesessen hatte, das Tau zum Schiften des Besans hatte „mitgehen“ lassen – oder ganz ohne ausgekommen war. Der Ersatzteilbeutel gab kein passendes Tauwerk für diese Spiere her. Und auch die Schiedsrichter konnten nicht helfen. Also wurde das lose Ende des Besanfalls kurzerhand umfunktioniert. Als Notbehelf klappte das sogar.

Nicht viel Wind, aber genug für Manövrierfähigkeit und Ruderdruck. Foto: har

Der Start zur Nachmittagswettfahrt funktionierte. Und diesmal blieb der MJK-Kutter vorne dran. Während sich das Hauptfeld an Wendemarken verhedderte, setzte sich eine kleine Spitzengruppe ab. Ganz weit vorn das Kieler RBZ Technik, schon an fünfter Stelle die Marine-Jugend Kieler Förde … Hätte so weitergehen können; die Verfolger waren zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich weit weg. Aber dann: Abbruch der Wettfahrt wegen Flaute. Es hatte zwar für einige Minuten einen Einbruch gegeben, aber bei den vorne liegenden Kuttern reichte der Wind zumindest, um langsam voranzukommen. Ungläubige Gesichter in den Booten und massiv wachsender Frust, die gute Platzierung nicht mitnehmen zu dürfen. Tatsächlich war der Wind auf ein knappes Beaufort abgesackt; aber er nahm nur kurz darauf wieder auf über zwei Beaufort zu, gleich nach dem Abbruch. Und so ergab sich das kuriose Bild, dass die Kutterflotte mit prall gefüllten Segeln zurück in den Marinestützpunkt zum Bootshafen rauschte.

Was wollen die denn schon wieder hier? Die Kutterflotte kommt nach dem Abbruch der Wettfahrt wieder in den Hafen zurück. Foto: har

An Land gab es dann noch heftige Diskussionen zu der Entscheidung, die Wettfahrt vorzeitig zu beenden. Die flatternden Flaggen im Hafen schienen den Kritikern Recht zu geben. Zumindest hätte es wahrscheinlich für ein ordnungsgemäßes Ende des Wettkampfs gereicht. Zur Ehrenrettung muss allerdings gesagt werden, dass sich die Windgeschwindigkeit auch in der folgenden Stunde wie bei einem Paternoster rauf und wieder runter bewegte.

Die Stimmung nach der abgebrochenen Wettfahrt ist bei vielen Crews eher mäßig. Hier werden die Boote ausgeräumt, die Segel und das Zubehör wieder abgegeben. Foto: har

Dennoch blieb das kleine gemeine Gefühl, trotz der sehr guten Segel-Leistung einer Chance beraubt worden zu sein, mal vorn mitsegeln zu können. Die MJK-Crew nahm es aber sehr professionell, übte durchaus Kritik an der eigenen „Performance“ und sprach Punkte an, die vielleicht in den nächsten Wettfahrten noch verbessert werden könnten – Segelstellung im Allgemeinen, das Backnehmen der Fock im Besonderen. Egal, wie der dritte Regattatag ausgegangen mag: Eine gute Lernkurve kann unserer Mannschaft mit Fug Recht bescheinigt werden. Kompliment „vom Beckenrand“ aus. 😉 Morgen startet die Flotte erneut, vielleicht sogar auf dem langen Kurs Richtung Schilksee. Die Ergebnisse der Wettfahrten finden sich alle auf www.marinekutterregatta.de.
Klaas

Der dritte Tag ist gelaufen – mit einem Abschluss, den sich die Crew ein bisschen besser vorgestellt hätte. Aber morgen geht es wieder von vorn los. Foto: har

Zweiter Tag: Flaute

Am Nachmittag schleppen sich die Kutter zur Bahn auf die Förde. Aber der Wind lässt die Wettfahrt im Stich: Foto: har

Die erste Nachricht des Morgens: Startverschiebung! Die beiden geplanten Wettfahrten am Vormittag sollten ausfallen; ab 14 Uhr, so die Hoffnung, könnte ein Versuch gestartet werden. Die Begründung für die Hoffnung ist eine Eigenheit der Kieler Innenförde: Selbst, wenn vor Schilksee keinerlei Lüftchen zu spüren ist, verursacht die Thermik über der Stadt auf der Innenförde gegen Nachmittag regelmäßig etwas Luftbewegung. Darauf setzten heute Regattaleitung und Mannschaften.

Die Stunden bis zum Auftakeln des Kutters müssen gefüllt sein: Kniffel, uno und Quiz-Duell bringen die MJK-Crew über die Runden. Haribo tut sein Übriges… 😉 Foto: har

Den Vorsitzenden erreicht nach kurzer Zeit der telefonische Hilferuf: Gibt es hier so etwas wie Gesellschaftsspiele? Kurze Antwort: nein. Aber dazu hat man ja die greisen Ehrenamtler, damit man sie zum benachbarten „famila“-Markt schicken und Abhilfe verschaffen kann. Ein Kniffel-, ein uno-Spiel und eine große Tüte Lebkuchen später (ist ja schließlich schon September, wenn auch bei 21° Celsius), ist die Truppe befriedet und kann sich die übrige Zeit vertreiben.

Der Versuch wird gewagt: Die Kutter werden für eine Wettfahrt vorbereitet. Foto: har

Kurz vor 13 Uhr wird es lebhaft im Kutterhafen: Die Mannschaften trudeln ein und setzen Segel. Um aus dem Stützpunkt herauszukommen, reicht das allerdings nicht. Eine Crew nach der anderen bringt Riemen aus, um sich pullend in Richtung Startlinie zu bewegen. Dort angekommen, machen kleine vereinzelte Windfelder sogar Hoffnung, dass man den Start wagen kann. Allerdings muss die Kutterflotte warten. Die Regattabahn befindet sich vor dem Stützpunkt. Und heute kommen mehrere Minenjagdboote zurück nach Kiel, die nicht auch noch stundenlang auf eine Regatta warten sollen. Die Kutterflotte verzieht sich ganz, ganz langsam ein Stück in Richtung Innenförde und wartet dort ab, bis die großen grauen Boote in den Hafen eingelaufen sind. Dann allerdings ist tatsächlich auch der letzte Windhauch wieder verschwunden.

Vorbildlich entspannt an der Pinne: Kutterführerin Finja. Foto: har
Wenn man schon nicht schnell ist, kann man wenigstens schnell aussehen. Der Leetrimm hilft. Foto: Fe

Kurz vor 15 Uhr flitzen erneut die Motorboote der Schiedsrichter und Regattahelfer durch die Kutterflotte. Abbruch. Endgültig. Ein Kutter nach dem anderen schwenkt mühsam den Bug zurück in Richtung Hafen. Viele nutzen erneut die Riemen, um überhaupt voran zu kommen. Kutter 138, auf dem die Marine-Jugend Kieler Förde vor sich hindümpelt. kommt in der Flaute kaum in die Wende. Da muss dann eben erneut die ehrenamtliche Abteilung aushelfen, die glücklicherweise dienstlich vor Ort ist: Vorleine an Achterleine – und schon helfen „Colombina“ und ihre fünf Außenborder-Pferdestärken dem MJK-Kutter bis kurz vor den Liegeplatz. Und das mit 2,9 Knoten – eine Geschwindigkeit, die heute aus eigener Kraft gar nicht möglich gewesen ist. Aber morgen ist auch ein Tag – und dann auch noch mit dem langen Schlag nach Schilksee. Aber wir haben uns ja nichts anderes vorgenommen.
Klaas

Wer sagt denn, dass fünf PS nicht ausreichen, um einen ausgewachsenen Marinekutter zu schleppen? Foto: har
Eine Seefahrt, die ist lustig … Naja, Hauptsache, es geht voran. Foto: Fe

Am ersten Tag wurde ausprobiert

Heute in der ersten Wettfahrt mit dem Kutter Nummer 8 unterwegs – die Boote waren selten allein auf weiter Flur. Foto: Fe

Am Ende des ersten Wettfahrt-Tages lässt sich sagen: Es ist eine richtig harmonische Truppe unterwegs: Finja, Liv, Ricarda, Cathrine, Stefan, Malte, Arne und Sahand, den wir für Fotos von Bord für diese Woche „ausgeliehen“ haben, waren schon am Schluss des Vormittagstrainings ein eingespieltes Team.

Die Organisation der Marinekutterregatta hatte sich nicht auf Experimente eingelassen. Was sich in der ersten Corona-Ausgabe der Regatta im vergangenen Jahr bewährt hatte, funktionierte auch 2021: Meldung im Regattabüro, Abgabe der Listen, Zelte für jede Mannschaft – und die Kutterverteilung, wie man es schon gewohnt war.

Team Marine-Jugend Kieler Förde: Trotz des jugendlichen Alters schon eine Menge „alter Hasen“ dabei. Foto: har

Bei der ersten Steuermanns-Besprechung machten die Cheforganisatoren Michael Woyna, Michael Bauer und Bodo von Reth klar, dass wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass die zugelosten Kutter alle gleich schnell unterwegs sein würden. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr werden die Boote tatsächlich auch nicht den jeweils ganzen Tag zugelost, sondern wo immer möglich auch nach den Vormittags-Wettfahrten neu zugeordnet. Frei nach Michael Woynas Motto „Bei starkem Wind kann jeder schnell segeln“ wurde diese Aussage bei der ersten Wettfahrt am Nachmittag gleich auf die Probe gestellt – und zumindest in Teilen zumindest in Zweifel gezogen: Der Wind war kaum vorhanden, und doch blieben die 16 Boote recht nah beieinander. Die Marine-Crew im Bootshafen hatte bei der Durchsicht und Ausstattung der Kutter offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Boote, bei denen die Masten in verschiedene Himmelsrichtungen zeigen, waren jedenfalls in der Flotte nicht zu sehen.

Steuermann/frau-Besprechung vor der ersten Wettfahrt: Das Organisationsteam ist so professionell und zugewandt wie gewohnt. Foto: har

Ein mächtiger Schreck fuhr aber allen direkt vor Beginn der ersten Wettfahrt in die Glieder: Liv war im Boot beim Auftakeln gefallen und hatte sich einen Knöchel böse verletzt. Die Rettungskette funktionierte allerdings tadellos. Nach einer sehr liebevollen Erstversorgung durch die Marinesanitäterin Christine Blank kam auch schon ein Rettungswagen der Feuerwehr in den Stützpunkt. Im Krankenhaus stellte sich dann heraus, dass Liv zwar Glück im Unglück gehabt hatte. Mit der Teilnahme an den weiteren Wettfahrten wird es aber nichts. Da sind die Ärzte vor. Also muss die Crew nun für Liv mitsegeln! Alle drücken ihr jedenfalls die Daumen, dass der Fuß schnell wieder in Ordnung kommt. Sie gehört schließlich fest zu dieser Kutter-Crew.

Auftakeln: Bei jedem übernommenen Boot müssen zunächst die Segel angeschlagen werden. Und nach Ende der Vormittags-/Nachmittags-Wettfahrten heißt es, die Kutter wieder abzurüsten und ordnungsgemäß zu übergeben. Foto: har

Auf dem Wasser mussten sich unsere Seglerinnen und Segler wieder an die Regatta-Bedingungen gewöhnen. Das vermeintliche Hupen der Fähren ringsum (die tatsächlich genau in diesem Moment ihre Tröten betätigten) war jedenfalls in einem speziellen Fall auch der „Startschuss“. Glücklicherweise erkannte die Crew das auch am Niederholen der Klassenflagge auf dem Startschiff – und los ging es. Ein taktisches Risiko im ersten Drittel der Wettfahrt zahlte sich leider nicht aus. Und so musste das Feld ganz vom Tampen angegangen werden. Das klappte sogar. Zeitweise kam der Kutter mit der Nummer 8 wieder bis auf den 12. Platz voran. Bei einem Tonnen-Gerangel hielt sich die Mannschaft dann aber berechtigterweise aus dem Wuhling heraus und zog den Bogen lieber etwas größer. Das bedeutete immerhin zum Schluss den 14. Nichts, wofür man sich hier schämen müsste. In diesem Jahr ist die Kieler Marine-Jugend auch nicht ganz allein mit diesem Namen unterwegs: Die MJ aus Wertheim ist ebenfalls dabei. Wenn man sich überlegt, wo überall bei Marine-Jugenden noch mit Kuttern gesegelt wird, bleibt aber noch mächtig Luft nach oben bei der Beteiligung. Morgen geht es weiter – mit den Wettfahrten 2, 3 und 4. Wer den Verlauf verfolgen und die Ergebnisse der Fahrten sehen möchte, findet diese übrigens auf: www.marinekutterregatta.de.

Klaas

Nach der morgendlichen Windstille kamen die Kutter am Nachmittag dann doch noch in Fahrt. Foto: har
Lob von der Bootshafen-Crew: Keine Mannschaft kann ihre Segel so gut zusammenlegen wie unsere. 😉 Foto: Blank

Theorie gleich in die Praxis umsetzen

Die Opti-Flotte geht zum Training wieder auf die gewohnte Kieler Förde. Foto: Christiane

Nun war die allgemeine Opti-Gruppe wieder dran mit Training. Die Förde war voller als gewohnt – klar: die Kieler Woche hatte begonnen –, aber es war ein schöner Spätsommertag mit gutem Wetter und reichlich Wind. Die Gruppe musste einige Dinge (wieder) lernen und üben. Und so fingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Halbwindkursen an und machten eine Wende nach der anderen, um mit den Booten vertraut zu werden.

Auch der schönste Segeltag findet ein Ende. Es geht wieder an den Steg. Foto: Christiane

Die zwischendurch eingelegte Pause war nur eine Pause von der Praxis; denn wir nutzen sie, um eine kleine Theorie-Einheit einzulegen. Das Verhalten der Boote auf dem Wasser bedarf halt der einen oder anderen Erklärung. Das frisch Erlernte musste dann im Anschluss umgehend und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden. Eine durchaus schöne Erfahrung, wenn man bei einer solchen Lern-Einheit gleich eine steile Lern-Kurve feststellen kann. 😉

Kippelige Angelegenheit: Finja und Malte machen mit dem Rumpf des 420ers „Jam Jam“ eine Dichtigkeitsprüfung auf die harte Tour. Foto: Christiane

Für die Ausbilder war der Tag allerdings noch nicht ganz zu Ende. Guido hatte bei unserem Ausflug nach Sundsacker einige Zweifel an der Dichtigkeit unseres 420ers „Jam Jam“ bekommen. Die Wassermenge IM Boot war nach einer Nacht vielleicht nicht doch allein dem Regen zuzuschreiben. Und so warfen wir den Rumpf von „Jam Jam“ in die Förde, damit Finja und Malte sich die Bescherung von innen ansehen können. Sagen wir es mal so. Wir haben da noch ein, zwei, drei Baustellen, die der Nacharbeit bedürfen.
Christiane

Ein fantastisches Wochenende mit viel, viel Regen

Einige hatten schon losfahren müssen, um Material wegzubringen. Aber alle anderen großen und kleinen Teilnehmer des Segelwochenendes zeigen am Ende des Ausflugs noch einmal stolz und ziemlich müde die Erinnerungs-Armbänder, die die zweite Vorsitzende Tina angefertigt hatte. Foto: har

Was für ein Segel-Erlebnis! Mit gut zwei Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten wir uns auf den Weg nach Sundsacker an die Schlei gemacht. Die Logistik hatte es in sich gehabt. Über Wochen waren Boote vorbereitet, das Material gesichtet, Zugfahrzeuge und Anhänger organisiert worden. Dazu vorbereitende Besuche bei „Event Nature“, die Absprachen für die Verpflegung und … und … und … Und wie immer waren viele helfende Hände nötig gewesen, mehr Personen beteiligt als tatsächlich mitfahren konnten. Rolf hatte einen Laster gestellt, Dirk, Mirco und Heiko je einen Anhänger. Donnerstag vor dem Ausflugswochenende gab es ein Alle-Frau/Mann-Manöver, um Boote und Material einzupacken. Kati und Dörte kochten einen Abend lang in riesigen Töpfen vegetarische Bolognese, um eine warme Mahlzeit sicherzustellen. Auch in vielen anderen Familien wurde Salate und Brötchen für den ersten Abend vorbereitet. Und dann stellten wir am Freitag auch noch diverse kleine Hindernisse vor der eigentlichen Abfahrt fest. Kaum ein Anhänger konnte problemlos in Schlepp genommen werden. Hier funktionierte ein Blinklicht nicht; dort passte das Lichtkabel nicht an den Stecker, wenn ein Adapter der Kupplung selbst in den Weg geriet. Und doch wurde jedes einzelne Hindernis beseitigt oder umschifft. Und nach und nach polterte ein Bootsgespann langsam und mit Warnblinklicht über die Kiellinie.

Auspacken der Boote in Sundsacker, bevor die Sonne untergeht. Das Wetter hält noch … Foto: har

Als alle Fahrzeuge in Sundsacker angekommen waren, hieß es abzuladen und die Hütten zu beziehen. Ein Gebäude für die Mädchen und Frauen, eins für Jungen und Männer – und zwei Doppelzimmer in einer dritten Hütte gab es auch noch. Während am Schleiufer mehr oder weniger eilig die Boote aufgeriggt wurden, griff sich Tina die erste der eingeteilten Küchenmannschaften und bereitete das Abendessen vor. Der Grill wurde angeworfen. Und Stefan stellte sich in bewährter Weise an den Rost und wendete Fleisch und Würstchen.

Stefan meistert den Grill – neben ihm wird übrigens ein gewaltiges Büffet mit Salaten, Dips, Pizzabrötchen und vielen anderen Leckereien aufgebaut. Foto: har

Irgendwann war es dann zu Ende mit dem natürlichen Licht von oben. Das Vorbereiten der Boote wurde eingestellt. Und alle strömten auf den Platz vor den Hütten, wo schon Tische und Bänke aufgestellt worden waren. Beim Abendessen begann dann auch der Regen zu strömen – was er mit kurzen Unterbrechungen das gesamte Wochenende tun sollte. Aber wenn das Programm stimmt und alle die Lust auf das gemeinsame Erlebnis teilen, gerät das schlechte Wetter in den Hintergrund. Die Küchenmannschaft übernahm das Abräumen und Abwaschen in der kleinen Küche. Der Rest der Truppe verteilte sich zunächst auf die Hütten, um die mitgebrachten Gesellschaftsspiele auszupacken.

Das erste Abendessen beginnt. Noch ist nur der Rasen feucht. Eine Viertelstunde später kommt bereits der „Nachschub“ von oben. Foto: har

Andreas und Mirco hatten aber schon die große Grillhütte am Rand des Ferienlagers erkundet, die theoretisch allen offen steht. Da unser Verein allerdings der einzige Nutzer des Camps war, nahmen wir das kleine Holzgebäude in Beschlag. Bald prasselte in der Mitte ein wärmendes Feuer. Und nach und nach fanden sich die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein – viele mit Spielkarten, einige nur zum Klönen. Die meisten Jugendlichen verzogen sich nach ein, zwei Stunden freiwillig in die Kojen. Es war doch ein ziemlich anstrengender Tag gewesen.

Am späten Abend machten wir noch einmal eine Kontrollrunde bei den Booten am Schleiufer. Wind und Strömung hatten den Wasserpegel steigen lassen. Und da wir uns nicht ganz sicher waren, wie das in der Nacht weitergeht, zogen wir alle Boote vorsichtshalber noch ein Stück das Ufer hinauf.

Da sind wohl wirklich einige richtig müde … 😉 Foto: har

Neuer Tag, neues Glück: Der Regen hatte sich zwar über Nacht verstetigt; aber auch der Wind hatte aufgefrischt. Die Vorhersage hatte in den Tagen zuvor ständig geschwankt, aber zwischen 4 und 6 Beaufort war alles drin gewesen. Und da am Morgen nun in der Ferne auf der Schlei kleine weiße Kämme auf den Wellen zu sehen waren, wurde Malte mit einem Opti auf Erkundung geschickt. Ergebnis: Die begleitenden Schlauchboote und die Optimisten würden zunächst alle sein, die ernsthaft auf das Wasser könnten. Die großen Jollen, egal welcher Klasse, wären ernsthaft überfordert. Janek, Finja und Malte senkten jedenfalls einhellig die Daumen – und Erfahrung schlägt in Sicherheitsfragen jeden Enthusiasmus.

Hannes legt ab. Die Optimisten sind bei diesen Wetterverhältnissen die einzigen Segelboote, die genutzt werden dürfen. Foto: Andreas

Janek, Finja und Malte hatten sich auch auf ein Segelgebiet für dieses Wochenende geeinigt – von der Steganlage aus ausschließlich in Richtung Kappeln. Denn direkt neben der Ferienanlage befindet sich eine Fähre über die Schlei nach Arnis, die auch noch an einer Stahltrosse hin- und hergezogen wird. Freihalten hieß deshalb die Devise. Wie richtig diese Vorgabe war, zeigte sich auch jedes Mal, wenn die Strömung die Boote – ob mit oder ohne Motor – Richtung Mündung zog.

Opti-Flotte auf der Schlei – die kleinen Jollen zeigten wieder einmal ihren großen Spaß-Faktor. Deshalb stiegen auch die „Großen“ gern wieder ein. Foto: Andreas
Ohne die begleitenden Motorboote ging nichts. Und auch die schaukelten kräftig. Foto: mor
Die „gelben Engel“ von der Schlei 😉 – zum Glück gab es am gesamten Wochenende nur eine einzige Kenterung. Foto: har

Die Jollen, die wir am Vorabend schon ins Wasser an die Steganlage gebracht hatten, waren in der Nacht fast vollgelaufen. Mirco und Klaas mussten zudem ein schlagendes Want bei dem 420er „Jam Jam“ wieder bändigen und befestigen. Der Beschlag hatte sich in der Dunkelheit auf die Reise ins Nirgendwo gemacht. Jeweils mehr als 140 Liter Wasser mussten aus den Booten geschöpft werden …

Keine gute Idee bei diesem Wind: Ein Want hatte sich über Nacht gelöst. Mirco und Klaas befestigen es wieder. Natürlich geht bei den ersten Versuchen auch gleich der nächste Bolzen auf Grund. Foto: Stefan

Am Nachmittag mussten dann doch zumindest der mitgebrachte „Jeton“ und der „470er“ eine Runde auf der Schlei drehen. Unter Applaus wurden die Jollen nämlich in der Schlei getauft – der „Jeton“ auf den angesichts seiner Farbe sehr passenden Namen „MeerOrange“; der „470er“ hört nun auf den Namen „Snorre“. Im Schlepp des großen Motorboots wurde dann gleich eine Runde gedreht – länger als gedacht, denn nach der ersten Schleife kam eine Motoryacht in den Weg, nach dem Ausweichen der örtliche Rettungskreuzer.

Mit Schleiwasser von Finja und Janek getauft: „MeerOrange“ und „Snorre“. Foto: har
Nach der Taufe die erste offizielle Runde auf der Schlei – angesichts des Windes allerdings ohne Segel. Foto: har

Die meisten verbrachten fast den ganzen Tag auf dem Wasser, Wetter hin oder her, unterbrochen nur von dem Mittagessen und einer kurzen Pause. Als nur noch drei Optis mit Finja, Janek und Konstantin auf der Schlei unterwegs war, entschied Stefan nach kurzer Beobachtung doch mal auf die andere Seite der Fähre zu segeln. Mit hochgeholten Schwertern segelte und motorte die kleine Armada an der Fähre vorbei und rundete eine Befestigung in der Mitte der Schlei. Nachdem sich die Fähre dann erneut in Richtung Arnis aufgemacht hatte, fuhr besagte Armada erneut über die Haltetrosse und lief wieder in ihren kleinen Hafen ein.

Anlauf auf den Bereich der Fähre – und reichlich Spaß dabei gibt es offensichtlich auch. Foto: har

Nach dem feuchten Tageserlebnis wanderten dann doch etliche Seglerinnen und Segler zu den Duschen, um sich wieder richtig aufzuwärmen. Die Boote wurden an Land gezogen und provisorisch abgeriggt – provisorisch deshalb, damit es am nächsten Morgen bei günstigen Bedingungen gleich wieder losgehen konnte. Derweil brodelte es in den Kochtöpfen. Immer wieder schauten hungrige Vertreter/innen 😉 in der Küche vorbei – nur mal so zum Probieren … Allerdings wurde die Restenergie bis zum Abendbrot noch auf dem Platz vor den Hütten verbraucht. Drei Wikinger-Schach-Spiele warteten dort aufgebaut auf ein Turnier. In Windeseile war die ganze Gruppe in sechs Mannschaften aufgeteilt und legte los. Dabei waren die vorhergehenden Anstrengungen durchaus zu spüren, flog der eine oder andere Holzscheit doch gefährlich hoch und weit…

Am Vorabend wurde hier noch gegrillt. Nun muss Platz sein für die klatschnassen Segel-Klamotten. Foto: har
Hätte es beim Wikinger-Schach auch Haltungsnoten gegeben, wäre diese Mannschaft ziemlich weit vorn gewesen… Foto: har
„Da hinten muss das Ding hin“ – noch mal volle Konzentration bitte. Foto: har
Mit dem letzten Elan dabei, aber Janek will schon gar nicht mehr wissen, wo die Würfe von Christiane und Malte landen werden. 🙂 Foto: har
Scheint zu schmecken: Liv und Cathrine wollen das Abendbrot nicht mehr so lange abwarten… Foto: mor

Dann wurde richtig getafelt. Da der Unterstand des Vorabends durch den Regen zur Hälfte klatschnass war, verzog sich die gesamte Truppe gleich ans lodernde Feuer in die Grillhütte, stillte den Hunger und streckte zum ersten Mal an diesem Tag die Beine aus. Was dann folgte, wird wohl landläufig als „Fresskoma“ bezeichnet. Aber auch das dauerte gar nicht so lange. Denn nun fanden sich in der wunderbaren Grillhütte wieder die Gruppen zum Klönen zusammen, was bis in den späten Abend andauern sollte.

Die Ruhe nach dem Sturm: Alle sitzen zufrieden beim Abendbrot in der Grillhütte. Foto: mor

Der Sonntag musste aber auch noch genutzt werden. Also schnell die Hütten aufklaren, aufräumen und ans Wasser, um zu sehen, was geht. Janek, Finja und Malte beschlossen, zumindest die beiden gutmütigen „Floh“-Jollen neben den Optimisten auf das Wasser zu schicken. Das klappte auch. Ein „Floh“ hatte zwar nach kurzer Zeit ein technisches Problem mit der Ruderanlage und musste wieder zum Steg zurück; aber die andere Jolle wurde für den Rest der Segel-Zeit noch intensiv genutzt und jagte über die Schlei. Überflüssig zu erwähnen, dass es fast die gesamte Zeit über immer wieder nieselte.

Der gutmütige „Floh“ verträgt eine Menge Wind – kein Wunder, dass so gut wie keine andere Jolle auf der Schlei zu sehen ist. Foto: Andreas
Der zweite „Floh“ macht zunächst auch „bella figura“, bis das Ruderblatt aus seiner Halterung springt und nicht mehr zuverlässig zu befestigen ist. Foto: Andreas

Irgendwann ist es dann leider soweit: Die Boote müssen mittags aus dem Wasser; die nächsten Gäste beziehen in der Ferne bereits die Hütten. Und mit verteilten Rollen werden die Gespanne beladen, die Boote verzurrt, Küche und Sanitäranlagen übergeben, die Vorräte wieder verstaut. Guido macht sich mit dem vollgeladenen Transporter von Rolf als erstes auf den Weg zurück nach Kiel. Ein Gespann nach dem anderen folgt. Etwa anderthalb Stunden später sind alle wieder am Vereinsheim an der Kiellinie angekommen. Und obwohl das Team eingespielt ist, braucht es ein paar Stunden, bis das ganze Material wieder verstaut ist. Denn Boote, Hänger und Schwimmwesten müssen zunächst gut mit Süßwasser gespült und getrocknet werden. Das große Schlauchboot kam wieder vom Trailer in die gewohnte Kieler Förde und wurde von Stefan an den Liegeplatz in den Sportboothafen gefahren. All das braucht halt seine Zeit. Muss man noch erwähnen, dass es in Kiel bei der Ankunft natürlich nicht regnete..? Dennoch war es ein richtig schönes Segel-Wochenende und ein gutes Gemeinschafts-Erlebnis. Wenn alles gesackt ist, werden wir mal herumfragen, wie die verschiedenen Eindrücke gewesen sind – um daraus folgern zu können, wie wir unsere nächste Reise gestalten.
Klaas

Vorbereitung auf die Weiterfahrt

Die „Gegenwind“-Crew sieht nach langer Zeit wieder Licht am Horizont und bereitet sich zum Aufbruch in Richtung Thailand vor. Foto: Asha & Helge

Sie sind zweimal gegen Covid 19 geimpft, haben den Motor repariert, ihrer Yacht von unten einen „Frühjahrsputz“ verpasst, die Vorräte aufgefrischt, das Boot gründlich inspiziert – und wo nichts anderes half: Tape drum rumgewickelt. Eigentlich könnte es nun endlich losgehen. Asha Reich, unser Mitglied Helge Aßmann und ihre Segelyacht „Gegenwind“ harren nunmehr seit 575 (!) Tagen an ihren Ankerplatz vor Dili in Osttimor aus. „Urlaubsreif“ nennen Asha und Helge ihren aktuellen Zustand. Phuket auf der gleichnamigen Insel in Thailand soll als nächstes angesteuert werden – ein Schlag von rund 2.000 Seemeilen. Doch einige Dinge fehlen noch zum Glück – für die muss die Crew an Land: Wasser, Restvorräte und das Ausklarieren. Das verhindert jedoch zurzeit das Wetter mit 5 bis 6 Bft aus der falschen Richtung. Wir drücken die Daumen, dass die „Gegenwind“ Fahrt aufnehmen kann. Über den aktuellen Stand informieren Asha und Helge wie immer in ihrem Logbuch.
Klaas

Warmlaufen für die Kieler Woche

Training im Marinekutter des Camps 24/7: Die Marine-Jugend-Crew hat sich das Boot ausgeliehen, um sowohl die technischen Eigenheiten als auch die Ausmaße dieser Klasse berücksichtigen zu können. Foto: har

In 18 Tagen beginnt die Kieler Woche, in 20 Tagen die Wettfahrten zur Marinekutterregatta 2021. Also wurde es höchste Zeit für die kleine Regatta-Crew, sich wieder an die besonderen Bedingungen der Einheitsklasse zu gewöhnen, mit der auch in diesem Jahr gesegelt wird. Zur Erinnerung: Normalerweise starten die Wettkämpfe in mehreren verschiedenen Klassen, die sich baulich und damit auch vom Handling deutlich voneinander unterscheiden. Die Marine-Jugend Kieler Förde hat einen betagten ZK-10-Kutter in ihrer Flotte, der zwar nicht mehr in seiner Klasse wettbewerbsfähig ist, der sich aber eben vor allem von Technik und Verhalten her von den anderen Kutter-Bootsklassen unterscheidet. Wie im vergangenen Jahr auch musste die ausrichtende Marine die Veranstaltung zur Kieler Woche den Corona-Umständen anpassen. Das heißt: Es gibt eine Einladungs-Regatta mit gestellten Booten, die täglich neu den Crews zugelost werden.

Spieren statt Gaffeln: Was im gewohnten ZK-10-Kutter enfällt, ist hier nötig: das Schiften nach Wende und Halse, um die Segel auf die „richtige“ Seite der Masten zu bekommen. Foto: har

Natürlich besteht die Kutter-Flotte der Marine aus den aktuellen GfK-Kuttern – ein Meter länger als ZK 10, 35 Zentimeter breiter – und in der Endgeschwindigkeit am Wind eine ganze Ecke fixer. Das ist ja erstmal kein Nachteil; aber diese Boote sind auch einfacher in der technischen Ausstattung. Denn es gibt keine Winschen, um darüber die Vorsegel zu fahren. Und statt der bequemen Gaffeln finden sich an Groß und Besan die Masten überlappende Spieren, die in jeder Wende und Halse am jeweiligen Mast vorbei gerissen werden müssen. Wehe, man verpasst da den günstigen Moment, wenn das Segel killt, und hat wieder Druck im Tuch. Dann helfen nur Glück und hohes Eigengewicht. 😉

Nutzen des Heimvorteils: Die Marinekutterregatten zur Kieler Woche werden auf der Innenförde ausgerichtet – bis auf eine Langfahrt in der Mitte der Regatta. Foto: har

Unsere Bootssteuerfrau Finja, die auch als Trainerin im benachbarten Camp 24/7 arbeitet, nutzte ihre Beziehungen, um nach dem Ende des Tagewerks im Camp den dort vorhandenen Marinekutter auszuleihen. Denn was könnte Besseres geschehen, als mit dem richtigen Material auf dem echten Revier zu üben? Über den Tag hinweg waren die Segelgruppen des Camps zurecht vorsichtig gewesen: Windstärke 5 bis 6, in Böen 7. Da sind bei Gästefahrten Fock und Besan mehr als ausreichend. Für Regattazwecke reicht das erfahrenen Kutterseglern natürlich nicht aus. Und so nahm die Marine-Jugend-Crew auch gleich das Großsegel hoch. Der Effekt zeigte sich umgehend: Der Kutter fuhr wie auf Schienen, ließ sich kaum unter sechs Knoten Geschwindigkeit drücken. Und offensichtlich ist es mit dem Kuttersegeln wie mit dem Fahrradfahren: Wenn man es einmal richtig gelernt hat … Nach zehn Minuten machte die Crew jedenfalls den Eindruck, als könne es sofort losgehen. Aber zu übermütig will sie nicht werden: Ein paar Trainingseinheiten stehen schon noch auf dem Programm.
Klaas

Ferienpass passt – und das Sommerfest auch

Teilnahme-Urkunden und ein kleines Knotenlern-Paket zum Abschluss verteilen Janek und Malte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Ferienpass-Aktion. Foto: mor

Zehn Kinder haben sich in den vergangenen Sommerferien für eine Woche das Segeln bei der Marine-Jugend in Kiel angeschaut – eine gute Gruppengröße, um sich in verschiedenen Disziplinen einen ersten Einblick verschaffen zu können. Vor allem Janek, Malte, Liv und Cathrine beschäftigten sich mit den jungen Gästen. Kuttersegeln wurde ausprobiert, klar, „Fritjof“ ist dafür ja auch wie geschaffen. Aber auch individuelles Segeln boten unsere Jugendlichen an. Und die Gruppe ließ sich auch sichtlich gern darauf ein. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten schon erste Erfahrungen gemacht, unter anderem „nebenan“ im Camp 24/7. Die „Optimisten“ wurden zu Wasser gelassen, zu zweit gepaddelt und dann auch richtig aufgeriggt.

Bei viel Wind wird einfach die Segelfläche halbiert. Dann klappt es auch mit dem Opti. Foto: Tina

So harmonisch die Gruppe, so gut das Material und die Vorbereitung durch die MJ-Trainer, so wenig freundlich war das begleitende Wetter. Aber auch dafür waren Janek, Malte und Co. gewappnet. Zum Segeln gehört eh ein theoretischer Anteil. Knoten muss auch jede/r können, wenn ein Boot eigenständig bewegt werden soll. Und selbst die spielerischen Stunden hatten sehr viel mit Verein und dem Segelsport zu tun. Das „Große-Preis“-Vergnügen, das schon in den vergangenen Winterzeit rauchende Köpfe und viel Gelächter produziert hatte, kam auch bei den Ferienpass-Gästen gut an – so gut, dass eine Wiederholung gefordert wurde. Die gab es dann auch am letzten Tag.

Zu guter Letzt gibt es noch eine Ladung Hot Dogs zur Stärkung. Foto: mor

Viel Wind, aber auch ein bisschen Sonnenschein gaben die Gelegenheit, die verbleibenden Stunden an der frischen Luft zu verbringen. Damit auch im Anschluss an die Ferienpass-Woche die gerade erlernten Knoten nicht zu schnell in Vergessenheit geraten, verteilten Janek und Malte noch die bei uns schon bekannten Knoten-Säckchen mit dem passenden Material für das Üben allein zu Haus. Teilnehmer-Urkunden gab es ebenfalls. Und dann ging es – endlich – an den provisorischen Tresen, um mit Röstzwiebeln, sauren Gurken, den einschlägigen Brötchen und Soßen individuelle Hotdogs zusammenzustellen und zu verzehren. Sagen wir es mal so: Es blieb nicht ganz so viel übrig, weder von den „normalen“ Würstchen noch von den veganen noch von denen mit Geflügelfleisch … 😉 Frische Luft macht eben hungrig. Janek und Malte vergaßen auch nicht, zu einer Wiederkehr einzuladen, um vielleicht dauerhaft an unserem Vereinsleben teilzuhaben..

Bedienung am Buffet geht nur mit Mund-Nasen-Schutz; aber draußen waren ja schon Tische und Bänke vorbereitet. Foto: Tina

Unser langjähriges Mitglied Rolf Mückenheim hatte vor einigen Wochen die berechtigte Frage gestellt, ob es nicht an der Zeit wäre, ein kleines Sommerfest mit Grillen auf die Beine zu stellen. Er selbst wollte sich auch gern um Grillgut bemühen. Gesagt. Getan. In Windeseile waren 35 Anmeldungen bei unserer zweiten Vorsitzenden Tina Hindersmann-Schmidt aufgelaufen – und vielen Ankündigungen, Salate und andere Leckereien zum Buffet beizutragen. Aber wie schon in der Ferienpass-Woche verlangte der Wetterbericht nach Alternativen zum alleinigen Beisammensein unter freiem Himmel. Und so kam der Grill nach draußen, Pavillons über die Sitzbänke und das Buffet nach drinnen in den Gruppenraum. Da hieß es beim Auffüllen der Speisen natürlich: verpflichtend Mund-Nasenschutz. Überhaupt wurden die Corona-Regeln natürlich ernst genommen. Tina hatte eigens die Luca-App für den Verein registriert. Und so konnten sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wahlweise bei der Luca-App, der Corona-App oder wie zuvor ganz herkömmlich schriftlich in der Anwesenheitsliste eintragen. Und mit dem Wetter hatte die große Runde sogar ein wenig Glück. Zwar gab es die erwarteten Schauer, aber auch einigen Sonnenschein. Mehr als seither an den folgenden „Herbsttagen“.
Klaas

Es kann losgehen: Und wider Erwarten ist das Wetter sogar (ein bisschen) besser, als es die Vorhersage vermuten ließ. Foto: Tina

Und nun nähert sich unweigerlich das Ferien-Ende

Tina und Malte machen „Reinschiff“. Morgen beginnt bei uns das Ferienpass-Segelangebot. Foto: har

In diesem Jahr ist der Verein in den Sommerferien nicht „abgeschlossen“ worden. Regelmäßig wurde jede Gelegenheit genutzt, Boote zu „bewegen“. Etliche Vereinsmitglieder waren nicht in den Urlaub gefahren, andere nur wenige Tage. Also bot es sich an, zwischendurch immer wieder nach Lust und Laune aufs Wasser zu gehen. Dabei fanden sich sogar neue Crews zusammen, die nun auch künftig gemeinsam segeln wollen.

Die Crew der „alten Herrn“ ist regelmäßig mit „Fritjof“ unterwegs. Foto: Fe

Bestes Beispiel ist eine „Alte-Herren-Mannschaft“, die nun regelmäßig auf unserem Kutter „Fritjof“ die Kieler Förde unsicher macht. Da sind dann viel Erfahrung und gegenseitiges Verständnis im Boot. Und wer von den jüngeren Mitgliedern einen kleinen „Fortgeschrittenen-Kursus“ belegen möchte, hat mit Sicherheit die Gelegenheit dazu und gleichzeitig eine Menge Spaß dabei. 😉

Jede Gelegenheit wird genutzt, auch wenn das Wetter mal nicht ganz so „perfekt“ ist: „Regulus“ und „Colombina“ treffen sich unverabredet am Vereinssteg. Foto: mor

Aber nicht nur der Kutter war in den vergangenen Wochen unterwegs; die anderen größeren Boote gingen auch immer wieder und regelmäßig auf Tour. Dennis machte sich mit Familie und der „Johanna“ sogar auf in Richtung dänische Südsee.

Nun bricht allerdings die letzte Phase der schleswig-holsteinischen Sommerferien an. Und das bedeutet für die Marine-Jugend Kieler Förde, sich auf das Angebot „Ferienpass-Segeln“ vorzubereiten. Tina, Guido und Malte haben schon Bootshalle und Gruppenraum aufgeräumt und „gefeudelt“, damit wir nicht gleich einen schlechten Eindruck abliefern. 😉 Eine ganze Reihe Kinder hat sich für diese verbleibende Ferienwoche angemeldet, um bei uns in den Segelsport hineinzuschnuppern. Vor allem das gemeinsame Kuttersegeln wird dabei im Vordergrund stehen. Eine Erweiterung des Programms ist allerdings je nach Neigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglich. Zudem wird auch Einiges auf der Förde zu sehen sein, denn die „Sailing Champions League“ wird Ende der Woche mitten in Kiel stattfinden!

Gut ausgestattet legen Christiane und Malte mit der „Regulus“ wieder ab. Foto: har

Das Ferienende ist aber erst der Anfang für den zweiten Teil der Saison: Am 31. Juli werden wir vereinsintern den großen Grill anwerfen – eine gute Gelegenheit für die angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich wieder von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten. Auch die Segelfreizeit an der Schlei kommt über den zeitlichen Horizont. Und nicht zu vergessen: Es sind nur noch 42 Tage bis zum Start der ersten Wettfahrt bei der Marinekutterregatta 2021.
Klaas

Endlich läuft es!

Woche um Woche daran gebastelt: Nun ist der 470er einsatzbereit. Malte und Janek holen sich auf der Förde den Lohn ihrer Arbeit ab. Foto: har

Gut gemeint heißt nicht reibungsloses Funktionieren: in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes. Janek und Malte hatten ihre ersten Versuche mit dem aufgearbeiteten 470er hinter sich, als sie schmerzlich feststellten, dass sie die Materialstärke des Großfalls überdimensioniert hatten. Also musste erneut die Leine ausgetauscht werden. Nach einem kurzen Blick auf das Smartphone rauschten Guido und Janek gen Schilksee, um Material in passender Stärke einzukaufen. Die übrigen Jugendlichen kümmerten sich derweil um die „Floh“-Jollen, die alle längst geprüft waren und nur noch aufgeriggt werden mussten.

Es folgte ein fantastischer Segelnachmittag mit Sonnenschein und lauen Lüften auf der Förde, der die Gelegenheit gab, das „Hintern-Gefühl“ für die „Flöhe“ wiederzuerlangen. Die Mädchen der Gruppe, die ein schweres und langsames Boot erwischt hatten, zeigten zudem, dass mit gutem Trimm und guten Manövern fast alle technischen Nachteile wettzumachen sind. So drehten sie ihren männlichen Mitstreitern einige Male eine lange Nase, wenn sie diese an Wendemarken hinter sich ließen. 😉 Und auch unser einziger 470er folgte in Rekordzeit auf die Bahn, nachdem das sperrige Fall ausgetauscht worden war.

Erstmal geradeaus. Die allgemeine Opti-Gruppe ist auch wieder auf dem Wasser. Foto: Malte

Ebenfalls gute Laune hatte es am Tag zuvor bei der allgemeinen Opti-Gruppe gegeben. Hervorragendes Wetter, nicht zu viel Wind – die richtigen Bedingungen, um sich wieder an den kippeligen Untersatz zu gewöhnen. Die Vorarbeiten hatten sich gelohnt, denn die Mädchen und Jungen hatten ihre Boote fix für den Start fertig bekommen. Und auch hier war natürlich alles viel zu schnell wieder vorbei. Finja hat allerdings inzwischen eine Terminübersicht zusammengestellt. So sollten nun wenigstens alle wissen, wann sie wieder dran sind. Unterm Strich: Das war ein wirklich guter Start in die Saison.
Klaas

Sie schwimmen wieder!

Ist es die Lenzklappe? Ist es ein Stopfen? Nein – es ist die Dichtung vom Schwertbolzen, die noch Wasser ins Innere lässt. Foto: Cathrine

Ein Regenguss nach dem anderen – und nur ein kleines Zeitfenster mit ein paar trockenen Stunden: Das musste reichen, um die Arbeit von etlichen Wochen zu prüfen. Ein 470er und ein „Jeton“ sollten nach Jahren auf dem Trockenen in der Innenförde wieder Bekanntschaft mit Wasser unter den Rümpfen machen. Werkzeug und Zubehör ausgebreitet, die Jollen auf den Trailern – und los ging’s. Tina, Finja, Malte, Guido, Janek, Cathrine und Klaas packten mit an. Denn so ganz leicht waren die Boote auf der steilen Rampe zum Wasser hinab nicht zu halten. Zudem sind die großen Jollen andere Kaliber als die gewohnten „Laser“, „Flöhe“ und „Optimisten“.

Der Schwertbolzen lässt die Förde ins Bootsinnere – nichts, was sich nicht mit zwei 13er Schlüsseln beheben ließe. Foto: Cathrine

Kandidat Nummer eins war unser überarbeiteter 470er. Janek, Finja und Malte hatten lange an dem Boot basteln müssen, um es wieder in einen akzeptablen Zustand zu versetzen. Die einzige Schwachstelle, so glaubten sie, waren die beiden Lenzklappen, von denen nicht sicher war, ob ihre Dichtungen wirklich ihren Zweck erfüllen. Beim „Sprung“ ins Wasser nahm das Boot auch erstmal Selbiges über das Heck. Aber als das ordentlich ausgeöst und die Reste mit einem Schwamm weggetupft waren, kam tatsächlich immer noch Wasser nachgelaufen. Nicht wie befürchtet an den Rändern der Lenzer, sondern vom Schwertkasten. Rings um den Schwertbolzen pladderte es munter nach – zum Glück ein Problem, das ganz schnell behoben werden konnte, mit zwei 13er Schlüsseln. Danach war der 470er tatsächlich dicht. Kann also losgehen mit dem Segeln … dachten wir. Aber davon später.

Alt aber fit: Das 70er-Jahre-Orange des „Jetons“ leuchtete auf der Förde. Den ersten Test absolvierte die alte Jolle ohne Ausfälle. Foto: Cathrine

Tina, Guido, Finja und Malte hatten einen zweiten Kandidaten mitgebracht, den sie bislang zu Haus bearbeitet hatten. Auch der sollte zeigen, ob er wieder segeltauglich ist. 25 Zentimeter länger als der 470er, ist das Boot dennoch ein bisschen leichter als dieser. Allerdings kam es dem Team, das den „Jeton“ die Rampe zur Förde herunterbringen musste, wirklich nicht so vor … Stopfen, Lenzventile, alles dicht – und so zog die kleine Truppe auch diese Jolle nach erfolgreichem Experiment wieder aus dem Wasser und brachte sie über die im Sonnenschein bedenklich bevölkerte Kiellinie wieder zurück zum Vereinsheim.

Rigg drauf. Und damit ist der 470er fertig? Nein, nicht ganz. Auf der Zielgeraden machte sich noch ein klitzekleiner Haken bemerkbar. Foto: Cathrine

Frohgemut wurde der 470er gleich mit seinem Rigg versehen, um ihn endgültig segelfertig zu bekommen. Und dann … riss der Schotblock für die Großschot aus seiner Verankerung. Am Beschlag baumelten vier nun nutzlose Schrauben in der Luft, und am Schwertkasten taten sich vier passende Löcher auf. Was nun folgte, waren große Anstrengungen, die Schrauben wieder zu befestigen, was aufgrund des nicht einsehbaren Untergrunds zunächst nur teilweise gelang und Guido schier zur Verzweiflung brachte. Aber Ihr kennt uns: ein, zwei Nächte darüber schlafen. Bisher ist uns immer eine passende Lösung eingefallen. Irgendwie … 😉
Klaas

Nun ist es Zeit für die Jollen

Aufriggen der „Floh“-Jollen: Die gutmütigen Sperrholzboote sind gut geeignet dafür, um nach langer Segelabstinzenz wieder ein Gefühl für den Sport zu bekommen. Foto: har

Die Sonnabende gehören den beiden Opti-Gruppen; der Donnerstag ist der traditionelle Tag des Kuttersegelns. Und nun sind die Jollen-Seglerinnen und -segler in die Gruppenarbeit am Sonntag eingestiegen. Was diesen Beginn sehr erleichterte, war das sonnige warme Wetter. Denn es gilt: Gruppenarbeit in geschlossenen Räumen findet zurzeit nicht statt. Auch bei den Jugendlichen begann das Saison-Programm mit der Bestandsaufnahme des Sportgeräts. Die Masten kamen aus dem Lager, wurden vorbereitet und noch einmal geputzt. Anschließend zogen die Jugendlichen die Bootsrümpfe auf die Wiese vor dem Vereinsgelände, um die Jollen mit dem jeweils passenden Rigg zu vereinen. Ein Mast nach dem anderen wurde gestellt. Der Jollen-Park wurde immer stattlicher. Im Hintergrund arbeitete Kassenwart Stephan die letzten Beschläge für den Kutter ab, lackierte ein letztes Mal eine aufbereitete Stelle am Großmast. Damit ist auch unser „Fritjof“ von seinem Material her segelklar. Hier fehlt nur noch der rechtliche Rahmen der „Pandemie-Vorgaben“, um mit dem Kuttersegeln zu beginnen.

Vor dem Maststellen werden die Riggs feinsäuberlich geputzt. Foto: har

Die Vorbereitungen in der Winterarbeit und das unermüdliche Engagement von Janek, Finja und Malte hatten sich sehr bezahlt gemacht. Alle Jollen konnten ohne substantielle Fehlbestände segelfertig gemacht werden. Vor dem abschließenden Aufklaren – die ersten Tropfen deuteten das Ende des sonnigen Wetters an – wurden die kleine Flotte so verteilt und verstaut, dass am kommenden Wochenende das eigentliche Segeln ohne weitere Verzögerungen starten kann. Kompliment ans Trainer-Team: So gut vorbereitet ging es seit vielen Jahren nicht mehr in eine Saison.
Klaas

Die Jollen-Flottille kommt vor dem Vereinsheim nach und nach ans Tageslicht. Foto: har
Refit: Beschäftigung nach dem sonntäglichen Gruppennachmittag: Janek (links) und Malte „tunen“ auf dem Vereinsgelände den 470er. Foto: har

Ab ins Wasser!

Noch fehlen die Masten: Aber Kutter „Fritjof“ befindet sich zumindest schon wieder in Kieler Förde und lässt sich gemächlich zu seinem Liegeplatz schleppen. Foto: Malte

Normalerweise ist das Kranen der großen Vereinsboote bei der Marine-Jugend Kieler Förde ein kleines „gesellschaftliches Ereignis“; wenn nach langer Vorbereitung und Winterpause Kutter, Yachten und großes Motorboot wieder zu Wasser gelassen werden, soll nicht nur gearbeitet werden, sondern auch ein fröhlicher Austausch stattfinden. Dieses Jahr: Pustekuchen. Auch hier geben natürlich die Corona-Regeln den Takt vor. Kleine (Familien-) Teams waren gebildet worden, um das sichere Zuwasserlassen zu gewährleisten. Mehr ging eben leider nicht.

Kranführer Thomas und Bootswart Guido – ein seit Jahren aufeinander eingespieltes Team. Foto: Malte

Wenigstens ist im Verein so große langjährige Routine vorhanden, dass es bei den auch gut eingespielten Teams völlig glatt ging. Das Wetter spielte mit. Der Regen hörte rechtzeitig auf. Thomas und sein mächtiger Kranwagen waren superpünktlich auf der Kiellinie. Einzig ein paar heftige Böen mischten sich ein, was das Maststellen auf der Varianta „Regulus“ etwas kitzelig machte. Und – „täglich grüßt das Murmeltier“ – wollte selbstverständlich auch das Schwert des Kielschwerters „Regulus“ nicht ans Tageslicht kommen, ein Phänomen, das uns nach Jahren immer des selben Ärgers nicht mehr sonderlich überrascht. Aber auch damit wurde die fleißige Truppe fertig. Wenn in den kommenden Tagen die Masten des Kutters gestellt worden sind, darf es also auch mit den größeren Booten wieder mit dem Segelbetrieb starten – wenn die Pandemie-Regeln es denn zulassen…
Dieter + Klaas

Die Boote liegen wieder da, wo sie natürlich hingehören: in der Förde. Foto: Malte

Wo war hier gleich noch mal vorn?

Wenn man ein halbes Jahr nur noch am Computer gesegelt hat, müssen ein paar Begriffe und Handgriffe zunächst wiederholt werden. Foto: Finja

Endlich. Es geht wieder los. Zugegeben, es ist nicht so locker, wie wir es aus den vergangenen Jahren gewohnt sind; aber für die Segel-Leidenschaft und die Gelegenheit, endlich Freundinnen und Freunde „live und in Farbe“ wiedersehen zu dürfen, müssen diese Opfer schließlich gebracht werden. Die große Trainingsgruppe ist der Corona-Regeln wegen in drei Gruppen aufgeteilt worden – eine kleine Opti-Gruppe, die sich auf die Opti-Liga vorbereitet, wechselt sich mit der größeren Opti-Gruppe im Wochenwechsel ab. Die Jollenseglerinnen und -segler haben sich online zusammengesetzt und beschlossen, vom üblichen Sonnabend-Treffen abzurücken und den Sonntag für ihr Segeln zu nutzen. So verhindern wir große Wulings auf dem Vereinsgelände. Und nach dem ersten Durchgang lässt sich sagen: Läuft! 😉

Kniffs und Tricks beim Auftakeln: Sportwart Janek gibt eine grundlegende Einführung in die Optimisten-Takelage. Foto: Finja

Die ersten Minuten der Gruppenstunden waren für die Beteiligten noch etwas ungewohnt – auch weil die Räumlichkeiten des Vereinsheims weitestgehend tabu bleiben. Aber die Gruppen gewöhnten sich schnell daran. Da Finja, Malte und Janek in dieser Saison ein durchaus anspruchsvolles Programm aufgelegt haben, blieb auch nicht viel Zeit zum Diskutieren und Nachdenken: Segeltheorie und Praxis werden von Anfang an vereint. Die lange Abstinenz vom Freiluft-Sport muss eingefangen werden. Und nun weiß auch jede/r, wo beim eigenen Boot vorn und hinten sind. Es kann also wieder aufs Wasser gehen.
Klaas

Material-Kontrolle vom kleinsten Schäkel bis zur Mastspitze: Zum Spaß gehört auch die Verantwortung für das Material. Foto: Finja

Es kann losgehen – eigentlich jedenfalls …

Wenn man es nicht sehen kann, wird eben nach Gefühl geschraubt: Schriftwart Kai befestigt Beschläge am ZK-10-Kutter „Fritjof“. Foto: har

Das Corona-Winterhalbjahr ist ziemlich gut gelaufen. Viele Mitglieder aller Altersklassen haben sich an den Online-Veranstaltungen in den vergangenen Monaten regelmäßig beteiligt. Aber ganz ehrlich: Langsam ist die Luft raus. Und es drängt alle wieder nach draußen, ans und auf das Wasser. Der „kleine“ Fuhrpark der Jollen ist weitestgehend fit; unter Einhaltung der einschlägigen Regeln wollen wir deshalb nach und nach das praktische Segeltraining wieder aufnehmen. Ein Teil der „Opti-Kids“ wird den Beginn machen, denn in dieser Saison möchten wir gern den Regatta-Hungrigen dieser Gruppe die Gelegenheit geben, an den Veranstaltungen der Opti-Liga teilzunehmen, die von mehreren Kieler Segelvereinen angeboten wird.

Malte und Janek kümmern sich um den Lieblings-470er des Vereins. Der wird in dieser Saison erstmals seit langem wieder richtig zu Ehren kommen. Foto: har

In diesen Tagen rauchen im Vorstand übrigens die Köpfe, weil wir für den Verein ein den geänderten Bedingungen angepasstes Hygienekonzept erstellen. Der Landessportverband hat dankenswerterweise eine umfängliche Online-Tagung angeboten, der sich mit genau diesen Fragen befasst hat. Nun müssen wir die gewonnenen Erkenntnisse und Anregungen umsetzen, damit wir rechtssicher in den nassen Teil des Jahres starten können. Eins ist aber absehbar: Die Verordnungen werden in nächster Zeit nicht lockerer. Und wir werden uns noch lange mit Desinfektionsmitteln und Masken abfinden müssen.

Antifouling ist wieder aufgetragen. Nun kümmert sich Dieter noch um den Wasserpass an der Varianta „Regulus“. Foto: har

Für die „dicken“ Boote haben wir mittlerweile den 7. Mai als Krantermin ins Auge gefasst. Am weitesten in den Vorbereitungen ist bei den großen Booten der Kutter „Fritjof“ gediehen. Er strahlt in frischem Blau, die Holzteile sind wieder an Ort und Stelle, die Beschläge angeschraubt. Die Albin Vega „Johanna“ hat ihre leider inzwischen üblichen Probleme mit der Maschine. Das wird aber mit einem Außenborder überbrückt. Spannend auf der letzten Gerade erweist sich die gute alte Varianta „Regulus“, bei der (Süß-) Wasser zwischen Laminatschichten hin- und herschwappt, dessen Herkunft noch nicht genau bestimmt werden konnte. Zumindest besteht keine Gefahr im Betrieb. Und wenn wir die „Regulus“ auf Elektro-Antrieb umgerüstet haben, kann sie loslegen. Bis dahin werden wir aber noch ein paar Abende mit Corona-Theorie verbringen. 😉
Klaas

Stephan verteilt die passenden „Eisen“ auf die Runzeln. Foto: har
Sport im Freien kann auch Navigations-Unterricht sein: Nicola holt sich für die Vorbereitung des Sportbootführerscheins noch Tipps und Hinweise von Stephan. Foto: har
Der Wasserpass ist fertig: Malte prüft, ob das Maling auch zufriedenstellend gelungen ist. Foto: har
Hier soll noch ein Ruderblatt hin: Glücklicherweise trocknet es gerade in der Bootshalle und muss nicht noch beschafft werden. Foto: har
Die Segelgarderobe ist komplett. Wenn noch ein paar Blöcke ergänzt sind, kann der Schwimmtest starten. Foto: har

„Land unter“ und „Bruch“ in Timor-Leste

Die extrem lange Liegezeit vor der Küstenstadt Dili in Timor-Leste macht der Crew der „Gegenwind“ und dem Material langsam zu schaffen. Foto: Asha/Helge

Asha und Helge auf ihrer Yacht „Gegenwind“ haben es wirklich nicht leicht. Seit fast anderthalb Jahren sitzt „Gegenwind“ vor Timor-Leste fest – nicht, weil es dort Probleme in diesem sehr gastfreundlichen Land gäbe. Die Länder, die als nächste Station möglich wären, haben ihre Häfen für Segler geschlossen. Das lange Warten geht inzwischen auch auf das Material des Bootes. Die Maschine, die mindestens zum Laden der Batterien immer wieder gebraucht wird, hat schon Ärger gemacht. Eine Pumpe hat den „Geist aufgegeben“, sprich: Es ist längst Zeit für eine Überholung.

In den Ostertagen kam nun auch noch das Wetter als erschwerender Faktor hinzu. Der Zyklon „Seroja“ zog über die Region hinweg. Die „Gegenwind“ hatte es dabei nur ungemütlich. Die Stadt Dili und das ganze Land selbst hingegen traf das Unwetter mit voller Wucht: Viele Tote, Verletzte und Obdachlose, zerstörte Infrastruktur – die Hilfs- und Rettungsmaßnahmen sind angelaufen; aber es wird dauern, bis die Wassermassen abgezogen sind und Helge und Asha wieder unbesorgt an Land können. Die ganze Geschichte dazu findet Ihr natürlich im Logbuch der „Gegenwind“.
Klaas

Ärmel hoch für neue Ziele

Ist das wirklich alles? Thomas und Janek schauen auf das verbliebene Zubehör eines 470ers. Foto: har

Seit mehreren Jahren diskutieren wir im Verein über die künftige Gestaltung unseres Bootsparks. Etliche Jollen, die in der Vergangenheit mit guten Vorsätzen und Ideen angeschafft wurden, treffen nicht mehr die Wünsche der „Zielgruppe“. Oder es sind „Orchideen“, die sich nicht mit gleichen Booten messen können, weil es die auf unserem Gewässer gar nicht gibt. Das Problem, wissen wir aus Gesprächen, trifft auch die meisten anderen Segelvereine rings um die Kieler Förde. Für uns lösen müssen wir es natürlich selbst. Sportwart Janek hatte sich mit mehreren Vereinsmitgliedern zusammengesetzt und Bestandsaufnahme gemacht. Denn neben den Crews für die größeren Boote gibt es durchaus auch Seglerinnen und Segler kleinerer Jollen, die in der kommenden Saison etwas mehr möchten, als nur auf der Innenförde um ein paar Tonnen zu kreuzen.

Sieht viel schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist. Aber die Lenzklappen und die Gummilippen des Schwerts müssen dennoch schnell ausgetauscht werden. Foto: har

Die daraus resultierenden Ideen verlangen nach bestimmten Booten mit bestimmten Fähigkeiten. Also werden unsere Zwei-Mann-Jollen jenseits unserer gemütlichen „Flöhe“ wieder instand gesetzt. Zu den 420ern wird ein 470er kommen, den wir eigentlich schon auf der Abgabeliste gehabt hatten. Janek, Finja und Malte haben sich allerdings nach einer eingehenden Begutachtung mit spitzem Bleistift ans Rechnen gemacht und eine Liste mit allen Fehl- und nötigen Ersatzteilen aufgestellt. Resultat: Das Boot ist viel zu schade zum Verkaufen. Es wird in diesem Frühjahr wieder schwimmen.

Einer unserer besten „Optimisten“ befand sich am Ende der vergangenen Saison in einem erbärmlichen Zustand: Nach vielen Arbeitsstunden ist er wieder fit – und kräftig dabei errötet … Fotos: Jörn/Guido/har

Takt zwei: die „Optimisten“-Flotte – etliche „Gebrauchsboote“, ein, zwei Ersatzteillager. Wenn es im Sommer vielleicht für zwei, drei Kinder zur Kieler Opti-Liga gehen soll, müssen aber wieder Kaliber her, die auf dem Wasser konkurrenzfähig sind. Vor allem Janek, Thomas, Malte und Guido krempelten deshalb die Ärmel hoch und sichteten die Flottille genauer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir bekommen ein paar unserer Kleinstjollen auf die Förde, ohne dass wir dabei erröten müssten. Das wiederum ist einem unserer Vorzeige-„Optis“ passiert, der in seiner Lebensgeschichte von weiß auf blau und nun auf rot gewechselt ist. Kann sich aber wirklich sehen lassen.

Thomas und Jörn nehmen sich den Lack von Kutter „Fritjof“ vor – unter und über der Wasserlinie. Foto: har

Auch wenn für das Thema Regattasegeln der Kuttercrew in diesem Jahr wieder die Deutsche Marine das schwimmende Material im Spätsommer stellt, muss unser guter alter ZK-10-Kutter „Fritjof“ zum Trainieren und für das Fahrtensegeln in einen ordentlichen Zustand versetzt werden. Die Holzteile sind bereits wieder am Glänzen. Jörn, Stephan und Thomas haben sich sogar daran gemacht, den kompletten Kutter zu schleifen und wieder mit den passenden Lacken zu versehen. Dazu müssen die noch die Eisenbeschläge des Ruders „verarztet“ werden, eine ziemlich anstrengende und langwierige Aufgabe. So langsam kommen wir in die Gänge. 😉
Klaas

Die Temperaturen sind vielleicht noch nichts für die erste Lackierung. Aber runter kann die alte Farbe in jedem Fall schon einmal. Thomas macht sich hier ans Werk. Foto: Jörn
Anmischen der Farbe: Gewichtsprozente oder Volumenprozente? Nicht nur Stephan muss vor jedem Arbeitsgang gewissenhaft die Beipackzettel der Chemie studieren. Foto: har
Bis die Beschläge des Kutter-Ruderblatts wieder in strahlendem Weiß scheinen, werden fast ein Dutzend Streich-Durchgänge erforderlich sein. Foto: har
Diese Pinsel sind wohl nur für den einmaligen Gebrauch gedacht: Guido und Stephan sind zu Recht nicht ganz zufrieden mit dem Streichwerkzeug, das wir eingekauft haben. Foto: har
Dieser „Opti“ hatte tatsächlich schon vor der Restaurierung einen roten Rand. Malte sorgt dafür, dass das auch künftig so bleibt. Foto: har