Wenig Wind – also viele Segel

Endlich wieder ein funktionierender Baumniederholer am Großbaum des Kutters: Jörn (links) und Stephan trimmen das Großsegel von „Fritjof“. Foto: har

Zweite Woche der Sommerferien in Schleswig-Holstein, aber für das Kuttersegeln bekommen wir noch immer genug begeisterte Seglerinnen und Segler zusammen. Auch heute liefen wir mit „Fritjof “ wieder zu unserer gewohnten Donnerstags-Tour in die Kieler Förde aus, zwar auf trockenen Duchten, aber mit feuchten Schoten in den Händen. Stephan hatte das Boot zuvor lenzen müssen; in den vergangenen Tagen hatte es kräftig geregnet, natürlich auch in den Kutter hinein.

Für den kleinen Flieger am Klüverbaum gab es heute zu wenig Wind über der Kieler Förde. Also wurde ein größeres zweites Vorsegel angeschlagen: Vor der Genua blies sich ein Klüver auf. Und es funktionierte. Foto: har

In dieser wegen der Corona-Pandemie sehr ungewöhnlichen Saison haben wir es uns angewöhnt, kräftig mit unserem ZK-10-Kutter zu experimentieren. Bei wenig Wind wagten wir uns heute daran, mal wieder unsere Segelfläche zu vergrößern. An unserem Klüverbaum, den es in dieser Kutterklasse gar nicht gibt, hatten wir bisher vor Fock oder Genua in luftiger Höhe einen so genannten Flieger gefahren – eine ehemalige Sturmfock, die an „Fritjof“ ein zweites Leben erhalten hat. Heute bogen wir vom Liegeplatz gleich wieder in Richtung Innenstadt ab, um Kurs auf unseren Vereinssteg zu nehmen und aus dem Vereinsheim noch ein Focksegel zu holen. Der Aufschießer vor dem Steg geriet uns so schwungvoll, dass wir in letzter Sekunde noch eine Wende fuhren, die schon den Charakter eines „Manöver des letzten Augenblicks“ hatte. Immerhin war Jörn in Erwartung des Anlegens schon auf den Steg gesprungen und musste nun von außen den zweiten Anlauf abwarten. Aber damit war schon jemand an Ort und Stelle, um die Leinen von Land aus anzunehmen. Auf dem Weg ins Vereinsheim sahen wir, dass – mal wieder – der örtliche Fischbrötchenstand geschlossen hatte. Komischweise stellte fast die gesamte Crew spontan fest, dass dringend und sofort Fischbrötchen-Bedarf bestand. Also wurde der Klüver-Aspirant samt Segelsack nur in den Kutter gelegt. Und die ganze Truppe machte sich auf in Richtung „Camp 24/7“, wo wir zu Recht eine weitere „Futterstation“ vermuteten.

Selfie beim Warten auf Fischbrötchen: Wenn die Crew spontan Hunger auf Matjes, Backfisch, Lachs und Fischfrikadellen entwickelt, sollte man dem Bedürfnis nachgeben. Sonst wird das nichts mit harmonischer Segelei. Wirklich nicht! Foto: har

Nachdem viele Fische in vielen unterschiedlichen Zubereitungen den Weg in hungrige Mägen gefunden hatten, wurde das zweite Vorsegel angeschlagen. Auch der lange schmerzlich vermisste Baumniederholer am Großsegel war repariert und funktionsfähig. Und so suchten und fanden wir den Weg zurück auf die Förde, an der Pinne wieder Liv, die es heute gar nicht so leicht hatte mit mehreren Kutterführern und Segellehrern an Bord, die auch wirklich alles besser wussten. Aber die Frau am Ruder zeigte, dass sie sich durchsetzen konnte. Wer nicht auf Kommandos hörte, merkte es eben, wenn spontan der Baum herumkam, das Segel ins Gesicht klatschte oder man plötzlich unten in Lee verdächtig nah am vorbeirauschenden Wasser saß. Allerdings konnte sie bei dem Segel-Berg, den wir heute mitführten, von achtern auch nicht immer alles gleich sehen – also so etwas wie Fördedampfer, Colorline-Frachtfähren, Fahrwassertonnen, kreuzende Drachen- und Ruderboote, Kinder in ihren kleinen Optimisten. Aber: Wir wurden nicht versenkt; wir versenkten niemanden. Und wir rammten auch nichts, nicht einmal ein klitzekleines bisschen … Wenn es dann ein wenig zu laut, frech oder unaufmerksam im Boot wurde, gab es rustikale Möglichkeiten, die Konzentration zu steigern. Da bekam Cathrine an der Besanschot von der Steuerfrau hinter ihr eben mal eine Kopfnuss, ganz leicht und vorsichtig wohlgemerkt, was dann eher zur Erheiterung auf dem Kutter führte. Stephan kommentierte die Kommunikationsfreude im Boot auch trocken mit: „Schnacken könnt Ihr in der Matrix (dem Sytem, das wir vereinsintern zur gegenseitigen Information nutzen). Beim Segeln ist Aufmerksamkeit gefragt!“

Harmonie im Achterschiff, auch wenn die Aufmerksamkeit schon mal mit einer angedeuteten Kopfnuss erheischt wird. Foto: har

In jedem Fall waren wir aufmerksam genug, um sicher und mit Schwung wieder zu unserem Liegeplatz zurückzukehren, und mittlerweile routiniert genug, um das Boot schon beim Rückwärtseinparken in die Box aufgeklart, die Segel abgeschlagen und das Tauwerk sorgfältig aufgeschossen zu haben. Allen äußeren Einschränkungen bisher zum Trotz ist die Seglerinnen- und Segler-Gruppe auf dem Kutter inzwischen wieder so mit der Materie vertraut, dass sie selbstbewusst auftritt. Und das zu Recht.
Klaas

Die Handgriffe sitzen, vorausgesetzt alle an Bord hören auch zu… Foto: har
Cara hat das Kuttersegeln für sich entdeckt. Kutterführer Jörn nimmt aber auch allen Einsteigern bei dieser Bootsklasse die erste Furcht. Foto: Krug
Christiane kümmert sich um ihre Großschot – auf die Vorfahrtsregelungen voraus muss sich die Steuerfrau kümmern. Foto: har
Stefan (links) und Stephan (rechts) behalten gemeinsam mit Jörn den Überblick an Bord. Foto: har
Die Wetterverhältnisse bei der heutigen Tour sind so angenehm, dass genug Raum und Zeit für Diskussion und Erklärungen im Kutter bleiben. Foto: har

Wasser von unten – Wasser von oben …

Noch ist draußen mehr Wasser als drinnen – und der Kutter läuft wie ein Häschen unter Segeln. Foto: Jörn

Noch gar nicht lange her, dass wir an dieser Stelle gemeckert haben, dass es uns ausgerechnet immer an unserem Segel-Sonnabend mit schlechtem Wetter erwischt. Das Schimpfen scheint irgendwie gewirkt zu haben, nur nicht so, wie wir es uns gewünscht hatten: Heute standen wir am frühen Nachmittag auf dem Steg und blickten erst prüfend in alle Himmelsrichtungen und dann auf die Wettervorhersagen. Leider war das Ergebnis überall das Gleiche: zu viel Wind bei gleichmäßigem Regen und mäßigen Temperaturen. Opti-Segeln war damit für heute gestorben, Jollen-Segeln gleichfalls. Dennis und Jörn, die eigentlich mit unserer Albin Vega „Johanna“ an einer 24-Stunden-Regatta hätten teilnehmen wollen, ließen ebenfalls Vernunft walten und ließen die Aktion bei Böen von sieben Beaufort lieber bleiben.

Was ziehen wir bei diesem Wetter hoch? Wenn alle anderen Boote drinnen bleiben müssen, hat ein Kutter immer noch Potential. Foto: Fe

Gewitter über und eine geschlossene Eisdecke auf der Förde sind die einzigen Begründungen, die das Segeln bei uns strikt verhindern. Solche Unbill war allerdings nicht in Sicht. Und was zieht uns in solchen Situationen immer aus dem Schlamassel und gleichzeitig auf das Wasser? Richtig. Unser Kutter. Die Bauweise eines klassischen Rettungsbootes bietet schließlich noch Möglichkeiten. Und da die Kutterführer Jörn und Stephan sowie unsere völlig unerschrockene Steuerfrau Liv bereit standen, war die Entscheidung getroffen: schnell ins große Motorboot und alle zum Liegeplatz von „Fritjof“. Emily zeigte sich erst etwas skeptisch, hatte sie sich schon so auf das Opti-Segeln gefreut und waren die äußeren Bedingungen doch recht „eindrucksvoll“; aber auch sie gab sich einen Ruck. Der große Kutter wurde seeklar gemacht.

Wer traut sich bei diesem Wetter raus? Robuste Schlepper und robuste Marinekutter – und wenn Emily sowie Liv am Ruder dabei sind, kann doch eh nichts passieren. Foto: Jörn

Es zeigte sich wieder einmal, dass diese uralte Boots-Klasse geradezu beneidenswert flexibel ist. Unter Besan und ein, zwei kleinen Vorsegeln – mehr war heute nicht nötig, aber ehrlicherweise auch nicht drin – glitt „Fritjof“ ins freie Wasser. Wer sich schon selbst unter Segeln auf den Weg gemacht hat, weiß um die Freude, die dabei entsteht. Fieser Nieselregen, Böen und schlechte Sicht? Egal. Auch Emily bekam schnell ihren Spaß an der Sache. Als die Tour vorbei war, kam die gesamte Crew tropfnass wieder an Land. Aber sie hatte sich vom Wetter nicht ins Bockshorn jagen lassen. Sagen wir doch einfach mal wieder mit einem Augenzwinkern: Danke, „Fritjof“! Natürlich waren die obligatorischen Fischbrötchen fällig, heute aber beim langsamen Trocknen von Segelkleidung und Insassen lieber im Gruppenraum …
Klaas

Arne und Louis zeigen ihren Fischbrötchen, was eine Harke ist. Nach der Kutter-Tour heute haben sie es sich aber auch redlich verdient. Foto: Jörn
Soweit man es bei diesen Bedingungen sehen kann, ist niemand so „irre“ und segelt heute auf der Förde … oder etwa doch? 😉 Gleich kommt hier ein Marine-Jugend-Kiel-Kutter vorbei. Foto: Fe
Yeah! Heute ist richtig Zug auf der Leine. Arne merkt die Windbedingungen in seiner Schot. Foto: Jörn

„Lasst uns mal Fischbrötchen holen …“

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen … Liv, Cathrine, Arne und Louis machen auch wirklich einen sehr ausgehungerten Eindruck … Foto: har

Ferienzeit war in den vergangenen Jahren eigentlich überwiegend Ruhezeit im Vereinsleben. Aber angesichts der Einschränkungen der vergangenen Monate lässt auch bei uns niemand freiwillig ein Boot am Liegeplatz dümpeln, wenn es nicht unbedingt sein muss. Und so hieß es für unseren Kutter „Fritjof“ eben auch heute wieder „Leinen los“. Kaum aus dem Hafen heraus stellte Steuerfrau Liv die sehr berechtigte Frage nach dem Wohin. Nicht, dass wir uns vorher darüber Gedanken gemacht hätten – Hauptsache erstmal weg. Der bequemste Kurs war der Richtung Norden. Also ließen wir den Kutter dorthin laufen.

Stephan balanciert auf dem Runzelbord, um den Verbandsstander mit einem Stopperstek wieder in Form zu bringen. In diesem Fall sind Stil und Form wichtiger als der Trimm des Kutters. Foto: har

In Sichtweite der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal stellte sich bei der Mehrheit der Besatzungsmitglieder ein unzähmbares Hungergefühl ein. Konsequent wurde die Diskussion um den weiteren Kurs an Bord ausschließlich unter dem Aspekt der Erreichbarkeit akzeptabler Fischbrötchen geführt. Qualitätsgesichtspunkte sowie die Möglichkeit, einen vorzeigbaren Aufschießer vor Publikum auszuführen, reduzierte die Auswahl auf den Tiessenkai in Holtenau. Ganz artig hielten wir uns mit „Fritjof“ von dem Zufahrtsgebiet des Kanals fern und schlugen einen weiten Haken, bis wir vor dem ehemaligen Gelände des Marinefliegergeschwaders 5 einschwenkten. Mit einigen deutlichen Anweisungen von Kutterführer Stephan gelang auch das Anlegemanöver wie erhofft. Unser kleiner Zweimaster machte in Sichtweite der Lokale des Tiessenkais fest – kurz vor einem etwas größeren Zweimaster, dem Marstal-Schoner „Zuversicht“, der ebenfalls am Kai festgemacht hatte. Aufklaren war überflüssig. Der Wind stand so gut, dass die Segel sogar oben bleiben durften. Und die ganze Truppe ließ sich vom inneren Kompass in Richtung Fischbrötchen ziehen.

Das Warten auf das Essen ist viel leichter, wenn man weiß, dass die ersehnten Fischbrötchen alle ganz frisch zubereitet werden. Foto: har

Das Crew-Abendbrot ließ dann noch etwas auf sich warten, denn unsere Bestellung wurde Stück für Stück frisch zubereitet. In der Gewissheit, dass das Grundbedürfnis Nahrungszunahme bald befriedigt wird, war die Zeit aber gut auszuhalten. Es war gutes Wetter, angenehmes Segeln, die Zeit drückte nicht. Also genossen alle die Pause. Cathrine und Liv machten sich zudem auf, mit der Besatzung des Schoners „Zuversicht“ zu schnacken, so von Zweimaster zu Zweimaster … naja, die „Zuversicht“ hat 22,5 Meter mehr Wasserlänge ….

Volle Mägen segeln besser: Liv steuert uns weder von Holtenau weg. Foto: har

Gestärkt legten wir in Holtenau wieder ab und gingen auf Heimatkurs. Den Weg um das Zufahrt-Sperrgebiet des Kanals nahmen wir (fast) so genau wie auf dem Hinweg. Es drängte niemand. Der Wind hatte abgenommen, sodass die Tour regelrechten Kaffeefahrt-Charakter annahm – Louis streckte sich mal eben auf einer Ducht aus und verkündete: „Ich chill hier mal eben.“ Aber auch mit wenig Wind standen die alten Segel wie eine Eins, der Kutter lief mal wieder „auf Schienen“. Zu unserem Erstaunen gelang es einer größeren Yacht auf Parallelkurs nicht, uns zu überholen. Dabei waren bei uns heute nicht mehr als fünfeinhalb Knoten drin.

Auch wenn Stefan so aussieht, als ob er gerade überlege, wie der Achtknoten in der Großschot funktioniert: Er kann ihn – und die übrigen nötigen Knoten in unserem Gewerbe ebenfalls. 😉 Foto: har

Die Heimfahrt verlief weitestgehend ereignislos. „Fritjof“ spulte die Distanz auf einem Bug klaglos ab. Nach einer letzten Wende in die Hafeneinfahrt war allerdings plötzlich nichts mehr mit Segeln. Nun stand der Wind in der engen Einfahrt direkt von vorn. Andere Boote werfen in solchen Momenten ihre Maschinen an. Auf einem Marinekutter dagegen werden die Klappen von den Runzeln gezogen und die Riemen ausgefahren. Sprich: Die letzten Meter bis zu unserem Liegeplatz pullten wir „Fritjof“. Da damit schon die Gelegenheit bestanden hatte, sich gleichzeitig um das Tuch an den Masten zu kümmern, hatten wir in der Box auch gar nicht mehr viel aufzuklaren. Das Boot sauber, die Crew satt und zufrieden – und der nächste Segeltermin ist auch schon vereinbart.
Klaas

Fachgespräche unter Gaffelsegler-Seglern: Cathrine und Liv schauen am Tiessenkai mal bei der TS „Zuversicht“ vorbei. Foto: har
Entspanntes Segeln: Louis und Arne teilen sich die Bedienung der Fock, Stephan hat ein wachsames Auge auf alles. Foto: har
Und wie herum drehte sich gleich noch einmal diese Winsch? Klaas bemüht sich von achtern um den Flieger ganz vorn. Foto: bü
Das übliche Duo im Heck: Liv an der Pinne, Cathrine am Besan. Foto: har

Kleines Paradies zwischen Gewitterschauern

Ein Gewitter ist gerade über die Kieler Förde gezogen. In der Ferne über dem Ostufer grummelt es noch; da sind die Jollen schon ganz schnell wieder auf dem Wasser. Foto: har

Der Wetterbericht war heute kurz davor gewesen, uns einen kleinen Hauch schlechter Laune zu verschaffen – durchziehende Gewitter, wie schwer und vor allem wie viele: unklar. Das hatten wir an den vergangenen Wochenenden häufig genug „genießen“ müssen. Da aber mittags noch die strahlende Sonne auf das Vereinsheim schien, beließen wir es bei den wöchentlichen Vorbereitungen mit jeweils einer Hand am Schiff und einer Hand am Smartphone, um die Aktualisierungen der Wettervorhersage im Auge zu behalten. Die Opti-Gruppe kam auch nach Plan in die Gänge. Emily betrat das Vereinsgelände mit der Forderung, die Ausbildung mit einem Kenter-Training zu beginnen. Es sei heute einfach zu heiß … Aber es blieb bei der trockenen Variante; der Wind hätte für unfreiwillige Abgänge über die Seite heute auch kaum ausgereicht. Eine Kleinjolle nach der anderen legte vom Steg ab und bewegte sich zügig auf die andere Seite der Förde, immer bewacht von der motorisierten „Glucke“, dem Aufpasser-Schlauchboot.

Vor dem Eingang der Schwentine in die Förde gondeln die Optis munter hin und her. Foto: har

Das Ende des Opti-Segelns beendete dann zunächst auch die Glücksträhne des Tages: Im Südwesten Kiel zog eine dunkelblaue Wand hoch, von der klar war, dass sie demnächst den Segelbetrieb treffen würde. Alle Optimisten und ihre Seglerinnen und Segler kamen glücklich aus dem Wasser. Allerdings musste auch ein Begleitboot heraus. Der frisch überholte Außenborder hatte angefangen zu mucken. Aus den sporadischen Aussetzern wurde schließlich Grabesstille, wenigstens erst im Moment des Anlegens.

Die älteren Jollen-Crews hatten derweil längst damit begonnen, ihre Boote an Land aufzuriggen. Die Blicke gen Himmel hatten allerdings zur Folge, dass sich die Geschwindigkeit der Vorbereitungen drastisch beschleunigte. Immerhin bestand doch die Hoffnung, vor dem ersten Regenguss noch eine kleine Runde zu drehen. Ein 420er schaffte es, vom Steg abzulegen. Ein „Floh“ sollte gerade vom selbigen geschoben werden. Aber dann kam ein heftiger Donnerschlag, und leichter Regen setzte ein. Also alles kehrt marsch, Boote aus dem Wasser, Besatzungen ins Vereinsheim. Aus dem vereinzelten Donner war das befürchtete Gewitter geworden.

Schnell die Leine annehmen – und alle raus aus den Booten, das befürchtete Gewitter ist da. Foto: har

Kaum waren alle unter dem festen Dach, die Heiß- und Kaltgetränke herumgereicht, stand bereits im Donnergrollen der Entschluss, auf der Rückseite des Gewitters die Boote umgehend wieder ins Wasser zu bringen. Und tatsächlich stürmten wir nach einer halben Stunde wieder ins Freie. Das Gewitter war noch über dem Osten Kiels zu sehen. Aber die Windrichtung stimmte. Die Jollen stießen ab. Auch das malade Begleitboot war wieder dabei. Den kaputten Motor hatten wir gegen ein Ersatz-Aggregat ausgetauscht. Das ließ sich zwar zunächst auch bitten. Aber nach einigem Ausprobieren und gutem Zureden sprang der kleine japanische Zweitakter an und ließ uns auch nicht mehr im Stich.

Trau, schau wem … Stephan dreht mit dem Ersatzmotor für unser kleines Schlauchboot einige Runden, um Gewissheit zu erlangen, ob wir der Maschine auch wirklich trauen dürfen. Foto: har

Was nun folgte, war ein kleiner paradiesischer Höhepunkt auf der Förde. Windstärke 1 bis 2, lauwarme Sommerluft und einfach pures Wassersport-Vergnügen. Es war keine Akrobatik gefordert; niemand musste auf „die Kante“. Es ging einfach nur um etwas Genuss am Segeln. „Haben wir nicht eine tolle Truppe beisammen?“, fragte Stephan auch eher rhetorisch. Wir dehnten die beabsichtigte Dauer des Gruppennachmittags einfach um die verlorene Zeit an Land aus und nahmen dann wieder unseren Heimatsteg ins Visier. Dort angekommen, wartete bereits Malte darauf, unsere Leinen anzunehmen. Er war gemeinsam mit Dennis zu einem ersten Ausflug in dieser Saison mit unserer Albin Vega „Johanna“ unterwegs gewesen. Die beiden hatten beim Gewitter auch im nächst liegenden Hafenbecken Schutz gesucht. Nun ist für das Vereinsleben ja eigentlich Sommerferien-Pause. Eigentlich. Denn wer will schon so lange auf das Segeln verzichten? Und das nach einem traumhaften Tag auf der Förde? Also werden wir weitermachen – auf Zuruf. Die Wege, um an Informationen und Zeiten heranzukommen, sind ja schließlich allen Beteiligten bekannt … 😉
Klaas

Gute Laune auf dem Schlauchboot: Das Selfie ist der Beweis. Jörn und Louis haben Spaß an Bord. Foto: jö
Eins von beiden gezeigten Wasserfahrzeugen ist auch ohne Werftüberholung betriebsbereit. Okay, das war jetzt ein bisschen gemein – aber die „Floh“-Besatzungen hatten heute keinerlei Maleschen. Foto: har
Jollensegeln ganz gemütlich. Bleibt sogar genug Zeit für einen kleinen Plausch. Foto: har
Nicht nur unsere Jollen waren heute unterwegs. Dennis und Malte gehen auf einen kleinen Testschlag mit der „Johanna“. Foto: har
Wenn hier gerade kein Wind ist, kann einen das Motorboot halt dahin ziehen, wo es Wind gibt. Foto: har
Das Turngerät forderte Liv und Simon heute nicht. Der 420er mochte es geruhsam. Foto: har
Arne und Louis packen ihren „Floh“ aus. Gleich wird es hier allerdings etwas hektischer. Der Himmel wird sich verfinstern. Foto: har
Liv, Sina, Louis und Arne nehmen im großen Schlauchboot Platz. Die beiden Mädchen sind demnächst dran mit dem Sportbootführerschein. Dann dürfen sie das Boot auch selbst fahren. Foto: har
Nebenbei befreien wir unseren Piraten „Kassiopeia“ vom Antifouling. Eine Jolle, die nicht ständig im Wasser liegt, benötigt schließlich keinen giftigen Anstrich. Foto: har
Saubermachen und Aufklaren. Die Boote sollen beim nächsten Ausflug schließlich fit sein. Foto: har

„Mach Dir da mal nicht ins Hemd!“

Das Kreuzen in die Schwentinemündung gerät heute zu einem „Zick-Zack-Stichmuster“. Aber Steuerfrau Liv lässt sich auch von kreuzenden Fährschiffen und Traditionsseglern nicht aus der Ruhe bringen. Foto: har

Heute hätte ins Logbuch des Segelkutters neben den üblichen Eintragungen zu Wetter, Windrichtung und Windstärke eigentlich auch noch die UV-Belastung gehört: Stundenlang strahlender Sonnenschein über der Kieler Förde! Mit einer neunköpfigen Crew ging es aus dem Liegeplatz zum regulären Wochentörn. Die Geschwindigkeit, mit der wir durch das geschützte Hafenbecken rauschten, machte uns klar, dass wir lieber erstmal abwarten sollten, ob wir heute das ganze Tuch an die Masten bringen. Tatsächlich blieb das Großsegel dann angesichts des steten Ostwinds mit vier bis sechs Beaufort unten. Aber „Fritjof“ kam dennoch mit Besan, kleiner Genua und Flieger auf 6,3 Knoten Geschwindigkeit über Grund.

Spannendes Rätsel in Sachen Ausweichregeln: Ein Binnenschiff dreht Vollkreise in der Schwentinemündung, bevor es dann doch zum Beladen anlegt. Foto: har

Kleine Aufgabe heute für Steuerfrau und Crew: Aufkreuzen in die Schwentinemündung – mit dem Wind platt von vorn ein nicht unsportliches Ansinnen. „Klar zur Wende!“ „Ist klar!“ „Reeee!“ Und noch mal und noch mal und noch mal. Die Abstände zu Spundwänden und Liegeplätzen der anliegenden Sportboothäfen wurden immer geringer, die Kommandos immer sparsamer. Zum Schluss reichte Livs „Re!“ von achtern, und alles sprang von einer auf die andere Seite – oder auch nicht … Nachdem wir auch noch der Schwentine-Fähre zweimal ausweichen mussten, drehten wir den Bug zurück zur Flussmündung. Genug geübt. Raumer Wind trieb uns zurück zur Förde. Den zaghaften Versuch, doch noch das Großsegel auszupacken, beendeten wir in Sichtweite der neuerlichen Böenfelder. Nach dem Anlegen waren dann später plötzlich doch viele im Nachhinein ganz mutig und fragten halblaut, warum wir nicht doch unter Vollzeug gesegelt waren …

Vereins-Stander im Backbord-, der Verbands-Stander hier im Steuerbord-Want: Nach einer kleinen Auffrischung in der Flaggenführung durch unseren Sportwart Dennis haben wir unseren Kutter heute komplettiert. Foto: har

Kaum wieder auf der Kieler Förde wurden wir mächtig Richtung Norden geschoben. Stephan als Kutterführer testete den Trimm von Rigg und Segeln und war sehr positiv überrascht. Das große Boot zeigte sich so ausgewogen getrimmt, dass unsere Steuerfrau zeitweise die Hände von der Pinne nehmen konnte. „Fritjof“ segelte aufrecht wie auf Schienen. Deutlich größere Yachten fuhren durch unseren Sichtkreis, zwar mit mehr Segelfläche, dafür allerdings auch mit größeren Schwierigkeiten. Als wir dann den Entschluss gefasst hatten, trotz des Windes nicht nach Laboe durchzusegeln, folgte die Wende Richtung Heimathafen. Liv an der Pinne zeigte sich als Ruhe selbst. Als ein erschrockener Ruf vom Vorschiff kam, der auf einen zweimastigen Traditionssegler auf Gegenkurs hinwies, warf unsere Steuerfrau nur einen kurzen Blick unter dem Besan nach vorn und reagierte mit einem coolen: „Mach Dir da mal nicht ins Hemd“. Sie blieb auf Kurs. Und es kam übrigens nicht zur Kollision …

Eingeschworene Gemeinschaft: Trotz eines manchmal rustikalen Umgangstons halten Kutterseglerinnen und -segler an Bord immer zusammen. Foto: har

Mit dem Heimatkurs hatten wir uns aber doch ein bisschen verschätzt: Als wir rückwärts in unsere Box eingeparkt, die Segel zusammengepackt und verstaut, die Schoten aufgeschossen hatten, blickten wir auf die Uhr und sahen, dass wir viel zu früh eingelaufen waren. „Fritjof“ wird immer schneller. Aber macht nichts: Fe hatte für die Besatzung einen riesigen Beutel Fischbrötchen eingekauft. Und Stephan holte einen großen Korb frischer Erdbeeren aus seinem Wagen. So endete unsere heutige Kutter-Tour mit einem ausgelassenen Picknick auf dem Steg. Darf so weitergehen diese Saison.
Klaas

Heimatlicher Liegeplatz: Glücklicherweise sind von hier aus Vereinsheim, Fischbrötchen-Bude und Speiseeis-Stand nicht so weit weg. Foto: har
Müde, doch sehr zufrieden sitzen wir mit Fischbrötchen und frischen Erdbeeren über unserem aufgeräumten Kutter und besprechen die Segelei der vergangenen Stunden. Foto: Fe
Und ganz nebenbei … war heute auch Red-Hat-Day: Mit den roten Rollmützen erinnern nicht nur Cathrine und Klaas an den legendären Jaques Cousteau, der sich mit seinem Schiff „Calypso“ über Jahrzehnte für den Erhalt der Meere einsetze. Foto: har

Ritt über die Wellen – mal außer der Reihe

Windstärke 3, aber schon niemand mehr in Lee. Unser Kutter hat sichtlich Spaß – seine Crew auch. Foto: har

Der Montag ist normalerweise nicht unbedingt unser Haupt-Segeltag in der Woche. In dieser Woche ist das ausnahmsweise anders. Denn eigentlich ist gerade Kieler Woche; eigentlich sind gerade Marinekutterregatten auf der Förde; eigentlich ist der letzte Tag der Wettfahrten der ZK-10-Klasse. Eigentlich… In jedem Fall ist an diesem Tag aber die Ehrung der Marinekutterregatta-Organisation durch das Land Schleswig-Holstein. Und da wir dort sowieso hinwollen, um den „Machern“ dieser Regatta zu applaudieren, können wir auch gleich unseren Kutter zu einem Ausflug über die Förde treiben.

An der Pinne platzieren wir wieder Liv. Erstens hat sie langsam Blut geleckt, was das Steuern des schweren Bootes angeht. Und zweitens sind wir der Meinung, dass sie nun aktiv in die Ausbildung zur Kutterführerin einsteigen soll. Und da sie das Anlegen am Steg vor unserem Landesparlament eh schon einmal geübt hat, darf sie das heute gleich noch einige Male exerzieren.

Leinenmanöver am Landeshaus – die Sache mit dem Wurfleinewerfen setzen wir demnächst mal wieder auf die Todo-Liste der zu übenden Fertigkeiten… 😉 Foto: har

Mit gutem Wetter und blendender Laune an Bord klappen auch alle Manöver, wenn nicht beim ersten, dann eben beim zweiten Mal. Obwohl es heute um nichts geht, passen alle mehr als sonst auf die Segelstellung auf. Am Wind wird per Winsch auch das letzte Quentchen Schot angezogen. Dazu werden Feinheiten geübt: Wie wirkt der Wind? Wie wirkt die Abtrift? Das Ganze testen wir, indem wir große Fahrwassertonnen auf der Förde anlaufen. Der Wind ist stetig. Wenn es Böen gibt, dann kommen sie in so großen Feldern, dass die gesamte Crew häufiger auf die Luv-Seite des Kutters steigen und dort sitzen bleiben muss. Wir haben das Gefühl, dass unser Boot den Ausflug genauso genießt wie wir selbst. Wenn nur nicht ausgerechnet für diesen Abend auch noch eine Vorstandssitzung anberaumt worden wäre. Dann hätten wir noch mehr Zeit auf dem Wasser gehabt …
Klaas

Ansteuern einer Tonne. Nun kommt es darauf an: Woher kommt der Wind? Wie stark ist die Abtrift? Fehler wären hier schmerzhaft. Foto: har
Kurbel in die Winsch: Die Vorsegel bekommen wir noch etwas dichter und damit das Boot einige Grad höher an den Wind. Foto: har
Nein, Jörn legt sich nicht zum Schlafen hin: Ein Holzblock in der Schotführung des Besansegels hat den Geist aufgegeben. Gut, dass man an Bord eines solchen Gefährts ganz zufälligerweise immer ein paar Teile dabei hat, mit denen es sich improvisieren lässt. Foto: har
Finja steht im Bug und weiß, dass hier jetzt niemand plötzlich bremsen kann, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. 😉 Foto: har
Und bist du nicht willig … Sagen wir es mal so: Stephan überzeugt das Großsegel mit etwas Nachdruck, dass es seinen Widerstand aufzugeben hat. Foto: har
Ablegen am Landeshaus: Die Kuttersegler nutzen die Gelegenheit, außer der Reihe einen Ausflug auf die Förde zu unternehmen. Foto: har

Das „Blaue Band“ für die Marinekutter-Regatta

Gute Laune an Bord des Marine-Jugend-Kutters „Fritjof“: Ministerpräsident Daniel Günther und der geehrte Marinekutterregatta-Organisator, Kapitänleutnant Thomas Geburzky, unterhalten sich mit Jörn und Stephan. Foto: mor

Es ist DIE Auszeichnung des Landes Schleswig-Holstein für Verdienste um den Wassersport: das „Blaue Band“. Äußeres Zeichen des 2007 geschaffenen Preises ist ein stilisiertes Segel aus durchsichtigem Acryl mit einem eingelassenen Band in den Farben des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Schriftzug „Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein“. Siebenmal wurde die Auszeichnung seit ihrer Stiftung verliehen. Nun kommt ein achter Preisträger hinzu – die Organisation der Marinekutter-Regatta zur Kieler Woche. Die der „Kutter-Community“ bestens bekannten Gesichter dieser Organisation gehören seit vielen Jahren einem eingespielten Duo: Kapitänleutnant Thomas Geburzky und Oberstabsbootsmann Bodo von Reth. Mit ihrem Team aus Helfern, Schiedsrichtern, Wettfahrtleitern müssen sie den Überblick über den Mastenwald im Bootshafen des Kieler Marinestützpunkts und die rund 1.400 Seglerinnen und Segler bei diesen Regatten behalten.

Der offizielle Akt: Ministerpräsident Daniel Günther übergibt Kapitänleutnant Thomas Geburzky die Ehrung „Blaues Band“ im Gästehaus der Landesregierung Schleswig-Holsteins. Foto: har

„Die Marinekutterregatta hat eine über 130-jährige Tradition in Kiel. Sie ist sozusagen der maritime Kern, um den herum sich die Kieler Woche seit ihrem Beginn entwickelt hat“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei der Verleihung der Auszeichnung im Gästehaus von Landtag und Staatskanzlei, das direkt neben dem Parlament an der Kieler Förde gelegen ist. Viele Menschen steckten ihre Kraft und Zeit in die Organisation der Wettfahrten, betonte der Ministerpräsident: „Die haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten eine ganze Menge: für die vielen begeisterten Kuttersegler, für Generationen mitfiebernder Zuschauer sowie für den Wassersport in Kiel und Schleswig-Holstein.“ Günther verwies auch auf die aktuellen Umstände, indem er sagte: „Den geplanten Rahmen aus Live-Regatta und buntem Kieler-Woche-Programm können wir heute leider nicht bieten. Die Regatta steht für viele Dinge, auf die wir wegen der Corona-Pandemie verzichten müssen: sportlicher Wettkampf mit treuen Fans, Austausch über Grenzen hinweg und gemeinsames Feiern.“ In ihrer langen und bewegten Geschichte habe die Marinekutterregatta schon manche Krise überstanden: „Sie werden mit Sicherheit auch diese Krise überstehen und uns noch viele spannende Segelwettbewerbe bieten“, so der Ministerpräsident.

Zum Kuttersegeln bei der Marine-Jugend gekommen

In der Tat ist die Arbeit an der Marinekutter-Regatta ein Jahres-Projekt und beginnt gleich nach Ende der aktuellen Wettfahrten. Ein Konzept muss aufgestellt werden, Befehle wollen geschrieben sein, Dienststellen und Verbände um Material und Personal gebeten werden. Der Schriftverkehr im Zusammenhang mit der Regatta-Vorbereitung könnte ausgedruckt ganze Aktenschränke füllen. Steht das Seglerlager? Sind die Einladungen rausgeschickt? Was ist mit der Verpflegung, dem Kranen der Boote, den Zufahrtsberechtigungen? Sind alle, die sich sonst auf den Schlips getreten fühlen könnten, informiert? Und Vieles mehr …

Beweisfoto… Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrtausends ist der kleine Thomas Geburzky (2. von links) schon mit der Marine-Jugend Braunschweig unterwegs. Hier geht es gerade mit der Bahn ins Sommer-Segellager nach Mittelschweden. Foto: Gunther Hartmann

Seit 30 Jahren ist Thomas Geburzky bei der Marinekutter-Regatta von der Partie – als Schiedsrichter, als Wettfahrtleiter, als Organisator. Seit 1995 ist auch Bodo von Reth dabei. Geburzky lernte bereits als Jugendlicher das Kutterpullen, das Kuttersegeln und alles, was so dazugehört. Wo? Bei der Marine-Jugend natürlich, in seinem Fall in Braunschweig. Als er sich seinen Berufswunsch, zur Marine zu gehen, erfüllte, holte ihn die Leidenschaft für das Segeln wieder ein. Mit allen Konsequenzen und einem Engagement, das nun das Land Schleswig-Holstein gewürdigt hat.

Preisverleihung um ein Jahr verschoben

Eigentlich hatte die Preisverleihung bereits im Zuge der Kieler Woche 2019 stattfinden sollen, zur 130. Jubiläums-Regatta. Allerdings wurde die Feier kurzfristig abgesagt. Bei einem Zusammenstoß zweier „Eurofighter“ über Mecklenburg-Vorpommern war ein Pilot ums Leben gekommen. Aus Rücksicht auf die Bundeswehr verschob die Kieler Staatskanzlei den Festakt – auf den theoretischen Kieler-Woche-Termin in diesem Jahr. Der ist zwar ausgefallen, dieses Mal wegen der Corona-Pandemie; aber wenigstens die Auszeichnung sollte in dieser Zeit übergeben werden.

Ihre gute Laune ist eins ihrer Markenzeichen. Und nun haben sie allen Grund, fröhlich zu sein: Thomas Geburzky (rechts) und Bodo von Reth erhalten stellvertretend für die Marinekutterregatta die Auszeichnung „Blaues Band“ des Landes Schleswig-Holstein. Foto: Junge

Kleine Schummeleien bei der Zählung

In diesem Jahr leidet auch die Marinekutter-Regatta massiv unter der Pandemie: Offiziell abgesagt, werden Anfang September innerhalb der ebenfalls verschobenen, übrigen Segelwettkämpfe nur einige Wettfahrten der Marinekutter stattfinden können. Dass 2020 die 131. Marinekutter-Regatta ansteht, aber die 138. Kieler Woche ist übrigens nichts anderes als eine kleine Kieler Schummelei. Denn ihren Ursprung hat die Kieler Woche tatsächlich in den Marinekutter-Regatten, deren Beobachtung 1881 zu den ersten Yacht-Wettfahrten ein Jahr später führte. In der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs fand die Kieler Woche nicht statt. Aber es wurde einfach munter durchgezählt. Die Marinekutter-Regatten legten ihrer Zählweise dagegen die tatsächlich stattgefundenen Veranstaltungen zugrunde… 😉

Ein Preis für die Organisation der Marinekutteregatta ohne Beteiligung eines Kutters? Unmöglich. Deshalb kam „Fritjof“ eigens zum Landeshaus gesegelt. Foto: har

Bei der Übergabe des „Blauen Bands“ war das „Auftauchen“ unseres Marine-Jugend-Kutters „Fritjof“ der Höhepunkt der Veranstaltung. Mit sichtlicher Begeisterung setzten sich Ministerpräsident Günther und Kapitänleutnant Geburzky in den blauen Kutter, um ein bisschen die Atmosphäre an Bord – direkt vor dem Landeshaus – zu genießen.
Klaas

Endlich mal wieder ein entspannter Segeltag!

Hurra, er schwimmt wieder! Ein alter 420er kommt nach Jahren wieder richtig in Fahrt: Liv und Simon verleihen ihm die nötigen Flügel. Foto: Finja
Eine „Floh“-Jolle mag eine Optik wie ein Schuhkarton haben: Aber Sina und Paul zeigen, dass das gute Stück sogar dem Begleit-Motorboot entkommen kann. Foto: bür

Na also, geht doch: Hatten wir in den vergangenen Wochen den Eindruck, dass das norddeutsche Wetter ausschließlich das Kuttersegeln bevorzugt, durften heute die Jollen-Segler endlich wieder für längere Zeit aufs Wasser – und dabei Spaß haben. Kein Gewitter, keine Sturmböen, kein Dauerregen, aber ruhiges und entspanntes Segeln auf der Kieler Innenförde. Optimisten vorneweg, ein „Laser“, ein „Floh“ und ein „420er“ hinterher. Die Betreuer auf den beiden Begleitbooten hatten nicht viel zu tun. Immerhin war der ständig drehende Wind stark genug, um die großen Jollen so schnell zu machen, dass die Betreuer kaum hinterherkamen.

Stefan gibt vom Motorboot aus dem Opti-Skipper Jan ein paar Tipps. Foto: Cathrine

Dabei hatte es mal wieder so ausgesehen, als ob der berühmte im Teufel im Detail zumindest ein Vorhaben baden gehen lassen könnte. Wir hatten in der Wintersaison an einem 420er gebastelt, eher an einem 420er-Veteranen. „Jam Jam“ hatte eine Generalüberholung gebraucht. Undicht am Schwertkasten, undicht am Lenzer, mit einem weichen Vordeck, zu erneuernden Schwertlippen. Ach ja, die gesamte Ruderanlage ließ sich auch nirgends auftreiben. Segel waren noch da, allerdings ohne Schoten und ohne Segellatten, wenigstens ohne größere Schäden. Hier und da musste laminiert werden. Und das waren nur die gröbsten Vorhaben. Andere Vereine hätten diesem Boot wahrscheinlich den Gnadenstoß versetzt. Aber so etwas kommt bei uns ja nicht in Frage, auch wenn es eben reichlich Arbeit, Frust, blutige Finger und Rückschläge bedeutet.

Diese Segellatte mag zwar nicht in dieses Großsegel gehören, aber Simon, Finja und Jörn (von links) bringen das widerspenstige Bauteil dennoch in Position. Und wo sonst nichts hilft, hilft Tape. Denn dieser 420er kommt heute ins Wasser, ob er will oder nicht … Foto: har

Mit vereinten Kräften und einigen kurzfristigen Lösungen – wenn Marine-Jugend etwas kann, dann ist es Improvisation – kam der 420er-Oldie doch noch ins Wasser. Liv und Simon übernahmen es, das antike Turngerät vom Steg und in Fahrt zu bringen. Der Großteil der übrigen Mannschaft blieb an Land und sah mit bangen Blicken hinterher. Die waren vergebens. Denn „Jam Jam“ machte Fahrt. Und wie. Irgendwo kam zwar noch ein bisschen Wasser ins Boot, das eindeutig kein Süßwasser war, aber was vorn reinläuft, kann man schließlich hinten wieder rauslaufen lassen. Premiere geglückt. Das darf gern so weitergehen.

„Jam Jam“ schwimmt wieder, zum ersten Mal seit langer Zeit. Viele Teile sind ergänzt, repariert oder völlig neu gebaut worden. Stephan (rechts) gibt Simon für die erste Ausfahrt noch einige Tipps. Foto: har

Und weil es heute keine echten Stress-Momente gab, konnte viel Alltagsgeschäft nebenbei abgearbeitet werden: Planen, Segel und Persennige sortieren und wegstauen, Boote am Vereinsheim umrangieren, umheben und vor allem richtig saubermachen, für das geplante Segelwochenende an der Schlei schon Gedanken sammeln. Und nicht zuletzt hatte der Fischbrötchen-Stand, der uns beim jüngsten Kuttersegeln so furchtbar enttäuscht hatte, geöffnet – und genug Vorräte, um uns satt werden zu lassen.
Klaas

Sina und Paul bereiten ihren „Floh“ für den Ausflug vor. Foto: har
Vereins-Schriftwart Dieter kümmert sich an Land darum, dass einige, heute ungenutzte Boote dennoch wieder richtig sauber werden. Foto: har
Haben heute ausnahmsweise nicht ganz so viel zu tun: Kai und Stefan in einem der Begleitboote. Foto: har
Muss mal durchpusten: Malte hat heute einen „Laser“ über die Förde getrieben. Foto: har
Kreativ-Pause: Kathrin, Cathrine, Tina und Guido „brainstormen“ für ein Segel-Wochenende an der Schlei in wenigen Monaten. Foto: har
Mit vereinten Kräften kommt bei uns jedes Boot ins Schwimmen … 😉 Foto: bür
Da hat jemand einen Optimisten am Haken – und Optimistin Cathrine gleich dabei. Foto: bür
Heute war auch ein guter Tag zum Opti-Segeln: Cara (vorn) und Jan (hinten) probieren es aus. Foto: Cathrine
Nach dem Segeln folgt das obligatorische Abtakeln sowie das Abspülen des Bootes mit Süßwasser. Foto: har
Man kann es den Gesichtern von Malte (links) und Guido ansehen: Einige Boote sind schwerer zu bewegen als andere. Foto: har

12.000 Kilometer von Kiel verhakt sich die Ankerkette

Die Ankerkette der „Gegenwind“ muss von Tauchern befreit werden – in 17 Metern Tiefe. Foto: Reich/Aßmann

Als Marine-Jugend-Mitglied kann man etwas erleben, auch außerhalb von Deutschland. Helge Aßmann und Asha Reich mit ihrer Yacht „Gegenwind“ haben wir hier ja bereits vorgestellt. Die „Drei“ sind schon seit Sommer 2014 unterwegs und hängen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie noch immer in Dili fest. Dili in Osttimor wohlgemerkt. Zur Orientierung: Das sind vom Kieler Heimathafen aus gemessen schlappe 12.000 Kilometer Luftlinie. Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob die Reise bald weitergehen könnte. Aber dann verfügte die Regierung in Osttimor, Hafen und Flughafen wegen der Infektionsgefahr noch bis 28. Juni dicht zu lassen.

„Bestehen bleibt weiterhin das Tragen von Masken in Läden und in öffentlichen Gebäuden, genauso wie die Händehygiene und das „social distancing“, wobei die Masken auch immer häufiger nur unter dem Kinn hängen und das Händewaschen ab und zu mal vergessen wird, oder gar nicht mehr möglich ist, weil man vergessen hat, den Wassertank aufzufüllen – aber so schlimm ist das ja nicht, solange keine Reisenden ins Land kommen, die das Virus wieder einschleppen“, schreiben Asha und Helge in ihrem Logbuch.

Vor einigen Tagen mussten die beiden Segler sogar Taucher anrücken lassen. „Gegenwind“ hing im wahrsten Sinn des Wortes fest. Die Ankerkette hatte sich am Grund verhakt – in 17 Metern Tiefe. Eine straffe Leine ist für das Boot allerdings nicht ungefährlich. Die vorherrschenden Winde haben in der beginnenden Wintersaison gedreht und verursachen Wellen, die die Yacht „hüpfen“ lassen. Nach getaner Arbeit unter Wasser ist „Gegenwind“ aber zumindest am Ankerplatz wieder frei beweglich. Die gesamte Geschichte könnt Ihr im erwähnten und verlinkten Logbuch lesen!
Klaas

Nur um einmal einzuordnen, wo Asha und Helge seit einer ganzen Weile festhängen: Der Pfeil zeigt die Position bei Dili in Osttimor. Karte: OpenStreetMap / (Open Database Licence (ODbL) 1.0)

Quantenphysik – lieber nur theoretisch

Die Pinne fest im Griff, den Blick auf Segel und Umgebung gerichtet: Heute hatte Liv das Steuer an Bord von „Fritjof“ in der Hand. Foto: har

Strahlender Sonnenschein, stetig Wind in Stärke 3 bis 4 aus Nordost – da muss man einfach aufs Wasser, heute am Kuttersegeltag noch zusätzlich mit unserer Varianta „Regulus“. Während sich also Dieter und Kai mit der Varianta eigenständig aus dem Staub machten, beschloss die Kutter-Crew, erstmal wieder zum Marineheim zu segeln. Wenn es darum geht, in der Saison im laufenden Betrieb an unserem kleinen Zweimaster zu basteln, ist der lange niedrige Steg dort günstiger dafür. Heute wollten wir das Stampfstag ein wenig kürzen – eine Kette, die von der Spitze des Klüverbaums hinunter an den Bootsrumpf führt. Das Stag ist wichtig, um die Kräfte des zweiten Vorsegels, das von oben am Klüverbaum zerrt, aufzufangen. Bringt nur nicht viel, wenn das Ganze zu locker ist. Also fix zusammenziehen die Konstruktion. Und außerdem, so unser Hintergedanke, könnte man für die gesamte Besatzung an der nahen Bude Fischbrötchen kaufen ….

Auf eigenem Kurs: Kai und Dieter machen sich mit der „Regulus“ auf den Weg. Foto: har

… machen wir die traurige Geschichte kurz: Es gab keine Fischbrötchen mehr. Mit hängenden Schultern und nicht mehr ganz so guter Laune richteten wir den Kutter und legten mit dem gekürzten Stag so schnell wie möglich wieder ab. Die knurrenden Mägen blieben aber nicht lang ungesättigt, weil Jan aus der Tasche eine komplette Rolle Doppelkekse zauberte. Was ist das Leben schön!

Stephan (rechts) versucht Constantin und Cathrine davon zu überzeugen, dass die Quantenphysik erlaubt, durch massive Wände zu segeln – eine schöne Theorie, der die Beiden heute zum Glück nicht folgen wollen … Foto: har

Wenn der Kutterführer auch noch Physikdozent an der hiesigen Universität ist, darf man sich auf nautische Lektionen freuen, von denen andere Seglerinnen und Segler nur träumen können: So segelten wir vierkant auf den Steinwall zu, der den Hafen des Marinearsenals von der Kieler Förde trennt. Stephan versuchte uns glaubhaft davon zu überzeugen, dass der so genannte Tunnel-Effekt in der Quantenphysik es ermöglichen könnte, mit dem Kutter durch den massiven Wall zu segeln und schadlos auf der anderen Seite anzukommen. Wir glauben Stephan fast alles. Aber nach der Feststellung, dass wir gerade mit knapp fünf Knoten unterwegs sind, nahmen wir von dem Experiment lieber Abstand.

Mit gut getrimmtem Boot und vielen Doppelkeksen in den Mägen gleiten wir über die Kieler Förde. Foto: har

Nach zwei Stunden nahmen wir wieder Kurs auf unsere Hafeneinfahrt. Den Geschwindigkeitsrekord, den wir hatten einstellen wollen, erreichten wir nicht ganz. Aber knapp sechs Knoten sind ja auch ganz schön. Außerdem hatten wir die guten Bedingungen dazu genutzt, schon mal einen Probeanlauf an den Steg in der Nähe des Landeshauses zu versuchen. Warum wir da hin wollten? Das verraten wir heute noch nicht – aber am kommenden Montag erfahrt Ihr hier die Auflösung des Rätsels. In unserer Box angekommen, stellten wir fest, dass es auch die Varianta heil zurück in den Hafen geschafft hatte. Eine Viertelstunde später war dieser wunderschöne Segeltag vorbei, die Segel waren aufgetucht, die Leinen aufgeschossen, das Logbuch war säuberlich ausgefüllt. Aber am Sonnabend geht es ja weiter. Ein Glück.
Klaas

In Gedanken versunken: Jan passt auf die Achterleine von „Fritjof“ auf. Foto: har
Anlauf mit dem Kutter in Richtung Landeshaus: Wir haben demnächst in der Nähe einen besonderen Termin … Montag mehr. Foto: har

Marine-Jugend Kiel geht auf Warp …

Was wir so im Vereinsleben „erleben“, lässt sich auf vielen Kanälen nachvollziehen. Aber nun gibt es auch endlich einen gemeinsamen internen Weg, um miteinander zu kommunizieren. Foto: har

Was wir in unserem Verein erleben, unternehmen, in den Gruppenstunden alles so planen und dann umsetzen, ist kein Geheimnis. Wir erzählen davon – hier auf unserer Homepage und in verschiedenen Kanälen der so genannten sozialen Medien. Aber das ist nur ein Teil der in einem Verein nötigen Kommunikation. Die Corona-Pandemie hat es uns gezeigt. Von einem Tag auf den anderen war das persönliche Gespräch in gewohnter Form nicht mehr machbar. Allein über das gute alte Telefon lässt sich auch nicht alles regeln. Die legendäre „Telefonlawine“ funktioniert selbst in den Kinder- und Jugend-Krimis der „Drei ???“ nur über einen Zeitraum von mehreren Stunden. Für schnelle Absprachen ist das Instrument nicht (mehr) geeignet, schon gar nicht, wenn die Beteiligten entweder berufstätig sind oder in der Schule beziehungsweise in der Universität unterwegs.

„Eierlegende Wollmilchsau“ für das Seglervereinsleben

Die so gern im Alltag genutzten Messenger-Dienste und Angebote großer Internet-Konzerne haben alle gemeinsam einen riesigen Nachteil: den zweifelhaft geregelten Datenschutz, für verantwortungsvolle Arbeit ein absolutes NoGo. Zudem fehlt die „eierlegende Wollmilchsau“, das Tool, das wirklich alle erforderlichen Aspekte des Vereinslebens abdeckt. Welch Glück, wenn es die passenden Fachleute im Verein gibt, die mehrerlei können: zum Beispiel unausgegorene Schnellschüsse des Vorsitzenden mit guten Argumenten ausbremsen – und dann noch mit nachvollziehbaren Alternativen aufwarten, die sie auch gleich umsetzen. Denn die Ansprüche sind hoch:
•  interne Vereinskommunikation auf nur einem Kanal –
   und damit Ablösung zweifelhafter Messenger-Lösungen und diverser Email-Verteiler
•  ein „schwarzes Brett“ zur Information aller Mitglieder
•  feste Gruppen, die spezifische Informationen untereinander austauschen können
•  Möglichkeit direkter Kommunikation untereinander
•  Konferenz- und Whiteboard-Fähigkeit
•  Zugriff von mobilen Endgeräten als auch von PCs/Laptops
Sehr langer Vorrede kurzer Sinn: Kassenwart Stephan hat Nächte durchgearbeitet und der Marine-Jugend Kiel genau so ein System aufgesetzt – mit einem eigenen Server, einer dezentralen Lösung mit offener Software, das ausschließlich den Mitgliedern des Vereins zugänglich ist und sein wird.

Wenn man Fachleute im Verein hat … in diesem Fall hat uns „Schatzmeister“ Stephan in eine eigene soziale Sphäre gebeamt. Foto: har

Der Probetrieb läuft bereits mit einem Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die letzten Unwägbarkeiten und Fallstricke zu beseitigen. Immerhin muss das System für 8- wie für 78-Jährige leicht bedienbar sein. Nach ersten Erfahrungen ist unser neues Werkzeug im Matrix-Standard sogar so mächtig, dass es nicht nur herkömmliche Messenger-Dienste bei uns ablösen wird; es ist eine Überlegung wert, ob in künftigen Ausnahmesituationen wie in der aktuellen Pandemie-Lage nicht auch eine Hauptversammlung damit ermöglicht wird. Unserem Kassenwart Stephan, der uns in langen Nächten kommunikativ auf „Warp-Geschwindigkeit“ gebracht hat, sowie der Test-Crew, die sich auch diverse Haare ausgerupft hat, sei Dank!
Klaas

Das Wetter wollte uns nicht aufs Wasser lassen

Noch schwimmen die Bretter auf der Bilge nicht auf. Damit das auch gar nicht erst passiert, greift die Crew zu Ösgefäßen. Foto: har

Es war absehbar, dass die schönen Pläne für diesen Segeltag nichts werden. Bereits am Vortag hatte die Wettervorhersage wenig Gutes ahnen lassen. Optimistisch wie gewohnt waren die Opti- und die Jollen-Gruppe zwar pünktlich am Vereinsheim angerückt. Aber dort warteten schon die Betreuer mit der Hiobsbotschaft, dass die Segelei diesmal ausgeschlossen ist. Die ersten Gewitter waren schon am Morgen über die Kieler Förde gezogen. Nun folgten heftige Regengüsse, gepaart mit weiteren Gewittern und dem passende Starkwind. Was tun? Ohne Gewitter blieb ja wenigstens das Kuttersegeln als Alternative. Auf diese Möglichkeit hatten viele gehofft. Allein die absehbaren Pausen zwischen den Gewitterfeldern erschienen deutlich zu kurz. Immer wieder beugten sich besorgte Gesichter über die Bildschirme, um im Minutentakt das Wetterradar zu befragen. Es half alles nichts: In bedrohlichem Dunkelrot oder Lila rauschte tief gestaffelt ein Gewitter nach dem anderen durch die kurzfristigen Vorhersagen.

Die Masten in der Bootshalle lagern immer ganz weit oben. Ohne Leiter geht da gar nichts. Foto: har

Dieser Gruppennachmittag musste also irgendwie anders genutzt werden. Ein Boot aufzutakeln, wäre vergebliche Liebesmüh gewesen. Da Segeln jedoch pro Stunde Segeln jeweils etliche Stunden Basteln bedeutet – bei uns jedenfalls –, gab es durchaus Beschäftigungsmöglichkeiten im trockenen Vereinsheim. Einige holten mit Jugendwart Jörn Mast und Baum eines 420ers aus den Regalen, um diese durchzusehen und falls nötig zu reparieren. Andere machten sich in eine der so genannten Lasten auf, um Segel neu zusammenzulegen. Wieder andere setzten sich an Rechner, um technische Details zu klären. Niemand musste angesichts von Blitz und Donner die Zeit totschlagen, wenngleich alle lieber mit dem Wind draußen auf der Förde gewesen wären.

Wo wir gerade dabei sind … Der Flieger des Kutters hat eine viel zu schwere Schot. Die wird gleich mal eben ausgetauscht. Foto: har

Am späten Nachmittag tat sich dann doch ein Zeitfenster auf. Nicht zum Segeln, bei weitem nicht, dafür war es zu kurz. Aber es langte, die Kiellinie entlang zum Liegeplatz unseres Kutters zu laufen, um das Wasser auszuösen, das sich bis zu diesem Zeitpunkt darin angesammelt hatte. Und wenn wir schon mal dabei waren, konnten auch gleich Schoten getauscht werden, die Batterie geladen … Mit vielen Helferinnen und Helfern ging das alles ganz schnell – zum Glück, denn kaum mit diesen Aufgaben fertig, wurde es am Himmel wieder sehr, sehr dunkel.

Stephan nutzt die Regenpause dazu, die Batterie auf unserem Kutter „Fritjof“ ans Ladegerät anzuschließen. Foto: bür

Lustigerweise dauerte der Gruppennachmittag ohne das Segeln sogar länger als mit. Auf der Suche nach möglichen „Indoor“-Tätigkeiten hatten sich mehr Aufgaben aufgetan als erwartet. Selbstverständlich blieb auch Zeit für eine ausgiebige Pause an diesem trüben Tag, um Tee, Kaffee, Schorle und viele Kekse „abzuarbeiten“. Aber immerhin hatten wir nicht mittags nach einem traurigen Blick zum Himmel umdrehen und wieder nach Haus fahren müssen. Und die nächsten Segeltermine stehen ja schon. In wenigen Tagen geht es erneut los. Und dieses Mal ist die Wettervorhersage auch sehr günstig.
Klaas

Pause: Auch Nichtsegeln kann anstrengend sein – also raus aus den dicken Klamotten und ein paar Kekse in Angriff genommen. Foto: har

Ein Kutter lernt zu fliegen …

Lasst die Kiste laufen … „Fritjof“ legte heute auf der Kieler Förde richtig los. Foto: har

Windstärke 4 bis 5, in Böen 6 bis 7, bedeckter Himmel, ab und zu leichter Nieselregen – also ideales Wetter für einen Marinekutter: Im Boot saßen heute überwiegend erfahrene Seglerinnen und Segler. Und alle hatten richtig Lust auf einen Nachmittag, der auch ein bisschen feucht werden durfte. Als der Wind vor der Hafeneinfahrt in die Segel griff, war klar, dass es heute ein bisschen schneller zugehen würde. Aber vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Zunächst führte uns der Weg etwas tiefer in die Innenförde, um noch einmal am Vereinssteg anzulegen. Für die Sommersaison gehört ein wenig Auftriebsmaterial in die ansonsten hohlen Schwimmkörper des Bootes. In unsererm Fall sind das – kein Witz – Dutzende „Schwimmnudeln“, die sich nicht mit Wasser vollsaugen können. Nach einem zügigen Anlegemanöver wurde der Kutter schnell festgebändselt. Dann schleppten Arne und Cathrine die quietschbunten Schwimmhilfen aus dem Marineheim zum Boot. Rosa, gelbe, grüne, blaue Schwimmnudeln verschwanden nach und nach in den Inspektions-Öffnungen des Bootes, bis aus den Hohlräumen im wahrsten Sinn des Wortes die Luft raus war.

Alle Segel hoch: Der Boot und Wind verlangten geradezu danach. Foto: har

Dann ging es schleunigst wieder Richtung Norden. „Alle Segel hoch?“ Ein Blick in die Runde, allgemeines Grinsen – und nach Fock, Flieger und Besan stieg auch noch das Großsegel auf. Wer die Konturen eines Marinekutters im Hinterkopf hat, weiß, dass es bei dieser Konstruktion um Sicherheit, nicht um Geschwindigkeit geht. Aber „Fritjof“ wollte uns heute zeigen, dass er beides drauf hat: Die Segel standen wie Bretter, das Brummen des großen Stahlschwerts unter dem Boot übertrug sich als Vibrieren auf die Bordwand, und in Lee kam ab und zu auch ein bisschen Wasser über das Runzelbord.

Eine alte Sturmfock als Flieger: Das zweite Vorsegel gibt dem schweren Marinekutter auf Amwind-Kursen spürbar die Sporen. Foto: har

Klar, dass wir wissen wollten, was der Kutter so kann. Stetige Blicke auf die GPS-Logge ließen uns auch staunen: 5,4 Knoten, 5,7 … 6,0 … Bei 6,7 Knoten Fahrt über Grund war heute dann Schluss. „Mehr als 7,2 Knoten sind auch nicht rauszuholen“, bremste Kassenwart und Kutterführer Stephan unseren Enthusiasmus. Aber wir waren zumindest nahe dran heute. Zwei Stunden vergingen wie im Flug. Malte, der bei diesem Ritt tapfer die Pinne gehalten hatte, wurde auch zum Logbuch-Eintrag verdonnert: War aber nicht schlimm. Denn wer kann schon nach einer Tour mit einem ZK-10-Kutter solche Geschwindigkeiten niederschreiben? Und, darauf legen wir Wert: Wir waren mit unseren uralten Segeln auf Fahrt gegangen. Die frischen, neu gefertigten Tücher sind aber fertig und werden bald vom Segelmacher unseres Vertrauens abgeholt. Und dann, dann gibt es auch die 7,2 auf der Logge!
Klaas

Stefan hält Ausguck, wahrscheinlich auf der Suche nach einem offenen Fischbrötchen-Stand. Aber damit hatten wir heute leider Pech. Foto: har

Zu viel Wind für kleine Boote

Boot auf der Seite? Kein Problem – Konstantin und Louisa behalten ihre gute Laune. Foto: har

Was für ein Segeltag! Regen, heftige Böen, zwischendrin wieder Sonnenschein und dazu ein paar Fischbrötchen zur Stärkung … Zumindest hat das Wetter etwas anderes gehalten, als die diversen Wetter-Apps versprachen. Die schönen Pläne, die wir für heute gemacht hatten, waren nach einer Stunde Vorbereitung zu Beginn der Segelausbildung jedenfalls komplett hinfällig.

Schon beim Auftakeln der Optis an Land gibt es viel mehr frische Luft aus einer Richtung, als den Teilnehmern lieb ist. Foto: har

Beim Auftakeln der Optis für die erste Gruppe des Tages pfiff es schon ganz ordentlich an Land. Aber – haha – der Optimismus blieb, jedenfalls so lange, bis wir alle Jollen auf den Steg gestellt hatten. Eine Böe, und die Boote bewegten sich alle von allein in Richtung Wasser. Zum Glück griffen die Umstehenden zu, sodass die Jollen direkt an der Wasserkante zum Stoppen gebracht werden konnten. Was folgte, waren etwas unsichere Überlegungen und einige verzweifelte Blicke auf die Wetternachrichten auf den Smartphones sowie der Anzeigen des benachbarten Geomar-Instituts. Die Diskrepanz zwischen den elektronischen Anzeigen und der Realität war allerdings so offensichtlich, dass wir das Segeln mit den Optimisten abbrechen mussten, bevor es begonnen hatte.

Es sieht so harmlos und entspannt aus; doch wenige Augenblicke später versucht die gesamte Reihe Boote, sich ruckartig in Richtung Wasser zu verabschieden. Foto: har

Schatzmeister Stephan hatte in der Not aber die rettende Idee, den sichtlich enttäuschten Optimist-Seglern eine Alternative anzubieten: Die Truppe machte sich nach dem Abriggen und Verstauen der kleinen Jollen gemeinsam mit Stephan, Tinka und Kai zum Liegeplatz des Kutters auf – „Rettungsboot-Segeln“ geht schließlich (fast) immer. Auf das Großsegel verzichtete die „Fritjof“-Besatzung dann aber lieber doch. Es hatte ja wohl seinen Grund, dass außer unseren Booten mal wieder nicht viele andere Segler auf der Förde zu sichten waren.

Aufräumen in der „Jungen-Last“

Während die meisten anderen MJK-Mitglieder sich irgendwie um das praktische Segeln kümmerten, bewegte derweil Sportwart Dennis im Hintergrund geradezu Berge: Das Malheur mit dem Rattenbesuch vor einigen Tagen hatte noch nicht die Möglichkeit einer weiteren Heimsuchung durch die findigen Vierbeiner ausgeschlossen. Also räumte Dennis den Umkleideraum für die Jungen, die so genannte „Jungen-Last“, aus. Denn dort ist einiges Bootszubehör gestaut: Persennige, Segel und viele andere schwere Dinge. Die stapelten sich kurz darauf in der Bootshalle. Und nachdem Dennis dann auch noch mit dem Besen durch die Umkleide gefegt hatte, Wände und Decke abgesucht hatte, brachte er alles ordentlich wieder an Ort und Stelle.

Wind, Regen – für einen Marinekutter sind das nicht echte Herausforderungen. Foto: har

Auf dem Wasser waren in der zweiten Gruppe die größeren Jollen mit den Teilnehmern unterwegs, die es trotz der äußeren Bedingungen wissen wollten. Schriftwart Dieter warf einen prüfenden Blick zum Himmel, drehte sich zu den anderen Betreuern um und fragte ganz trocken: „Wie lange gebt Ihr ihnen – bis zum ersten Kentern?“ Die Antwort war: nicht lange. Und so war es auch. Malte machte sich auf dem Laser mit einem kleineren Segel auf den Weg. Aber irgendwann erwischte ihn eine Regenböe mit voller Wucht und legte sein Gefährt auf die Seite. Routiniert stieg er kurz darauf wieder ein. In dieser Stunde erwischte es ihn noch ein zweites Mal. Dann zog er vernünftigerweise die Reißleine und steuerte den Steg an.

Da ist beim besten Willen nichts mehr zu machen. Malte steigt aus – aber gleich wieder ein. Foto: har

Sehr tapfer hielten sich auch Louisa und Konstantin in dem sonst sehr gutmütigen „Floh“. Aber selbst der gab irgendwann auf. Und so gutmütig diese Jolle beim Segeln ist, so zickig benimmt sie sich, wenn sie nach dem Durchkentern wieder aufgerichtet werden muss. Die beiden Besatzungsmitglieder verloren in keinem Moment den Humor. Lachend drehten sie mit dem gekenterten „Floh“ Runden im Wasser, bis sich die Jolle tatsächlich endgültig wieder aufrichtete. Nach dem Leersegeln ging es noch eine ganze Weile zügig über die Förde, bis Kälte und Nässe auch dieses Boot wieder Richtung Heimatsteg führte.

Auch eine konventionelle Jolle verlangt ab und zu nach ein bisschen Akrobatik. Foto: har

„Zu Haus“ hatte auch der Kutter angelegt. Die Crew verlangte nach einer Stärkung. In Marine-Jugend-Kiel-Kreisen bedeutet das in der Saison Schlange stehen vor dem nächsten Fischbrötchen-Stand. Glücklicherweise machte der Regen genau in dieser Zeit ebenfalls Pause. Die Seglerinnen und Segler hatten also die Gelegenheit zu essen – und ein bisschen zu trocknen. Nach einer halben Stunde ging es wieder los, um „Fritjof“ sowie das große Motorboot zu den Hafenliegeplätzen zurückzubringen. Natürlich fing es dann wieder kräftig zu regnen an. Ein richtig schöner Segeltag eben.
Klaas

Muss sein: Aufklaren, Saubermachen, Trockenlegen – des Materials, nicht der Segler. Foto: har

Mit Klüverbaum und Flieger

Der Klüverbaum weist die Richtung: Donnerstag-Tour mit „Fritjof“ auf der Förde. Foto: har

Ein Marinekutter mit Klüverbaum, Stampfstag und zusätzlichem Vorsegel? Ungewöhnlich, aber auf der Kieler Förde seglerische Realität. Heute waren wir zum ersten Mal in dieser Saison mit vier statt mit drei Segeln unterwegs. Bei Nieselregen wurde das zusätzliche stehende Gut aufgeriggt. Und nach einer halben Stunde Bastelarbeit glitt „Fritjof“ bei wenig Wind aus dem Hafenbecken, über der Fock ein so genannter Flieger.

Laune hui, Wetter pfui: „Fritjof“ pflügt mit seiner Crew über die Kieler Förde. Foto: har

Da die Besatzung aus Hygieneschutz-Gründen auch beim Kuttersegeln zurzeit personell reduziert werden muss, war es ein glücklicher Umstand, dass statt der angesagten Böen bis Bft. 6 nur laue Lüftchen über der Förde wehten. Das machte das Experiment, wieder mit vier statt drei Segeln zu fahren, deutlich einfacher. Die zum Flieger umgewidmete alte Sturmfock, die ihren Platz hoch vor dem Großmast fand, machte ihre Sache gut und zog den alten ZK-10-Kutter mit durchs Wasser. Diesige Sicht, aufziehender Seenebel und immer wiederkehrender Regen wurden schlicht ignoriert. Allerdings hatte „Fritjof“ die Förde weitestgehend für sich allein. Kein einziges Segelboot außer dem Marine-Jugend-Kutter traute sich in dieser Zeit auf das Wasser. Was blieb, waren ein wunderschöner ruhiger Segelnachmittag, eine Ladung völlig durchweichter Bekleidung – und das zwangsweise „Rückwärts-Einparken“ in die Box im Hafen. Denn so ein Klüverbaum macht nicht nur ganz schön was her; er will auch beim Anlegen geschont werden.
Klaas

Nicht jedes Haustier ist willkommen …

Tausch: Die Opti-Gruppe hat ihre Runde auf der Förde hinter sich. Nun sind die größeren Jollen an der Reihe. Foto: cat

Es könnte sich ja so etwas wie Routine einstellen, selbst unter den Bedingungen, die die Corona-Epidemie den Wassersportlern im Alltag aufzwingt … aber nein, bei der Marine-Jugend in Kiel bleibt es jede Woche aufs Neue spannend. Mit zeitlichem Vorlauf hatten sich diverse Betreuer Stunden vor Beginn des Segelnachmittages am Marineheim eingefunden, um die beiden Gruppen an diesem Tag vorzubereiten. Optimisten wurden auferiggt, ein „Floh“, ein „Laser“. Die beiden Schlauchboote schaukelten am Steg. Die Kinder und Jugendlichen, die an diesem Tag eingeteilt waren, trafen pünktlich ein. Aber es kam etwas dazwischen, das absolut nichts mit Sport zu tun hatte.

Beißender Geruch im Vereinsheim

Bereits einige Tage zuvor hatte sich nach und nach ein immer beißenderer Geruch in den Räumen des Vereinsheims ausgebreitet, der zunächst nicht richtig einzuordnen und auch nicht mit kräftigem Lüften zu beseitigen war. Innerhalb einer Woche entwickelte sich der „Houtgout“ von „Wäsche, die in die Waschmaschine muss“ über „lange vergessenes Wurstbrot“ zu „Fall für Tatortreiniger“. Die durch die Pandemie-Bestimmungen weitgehende Sperrung der Räumlichkeiten hatte zudem dazu geführt, dass kaum noch jemand da war, der diese Entwicklung hätte intensiv verfolgen können. Während die übrige Crew sich um die Segelvorbereitungen kümmerte, rüsteten sich Stefan und Klaas, begleitet von Cathrine (ja, es gibt Bilder, aber die wollt Ihr nicht sehen), mit Gummihandschuhen, Masken, japanischem Heilpflanzenöl unter den Nasen und weiteren Gerätschaften aus – und machten sich auf die Suche. Sie wurden schnell fündig: In einem Regal unter der Decke in der Jungenumkleide hatten sich zwei Ratten zwischen Persenningen und Pavillon-Planen zum Sterben verkrochen. Es dauerte längere Zeit, diese Spuren zu beseitigen. Und danach waren unsere Müll-Container voll. Kanalarbeiten in der Nähe hatten die flinken Tiere in die Flucht geschlagen. Die Nähe zum Wasser hat halt nicht nur Vorteile. Nun drücken wir die Daumen, dass diese Arbeiten bald ihr Ende finden. Bis dahin werden wir wohl oder übel regelmäßige Patrouillen durch unsere Räume laufen müssen …

Formationsfahren leicht gemacht … Gleich kommt noch ein vierter Opti dazu. Foto: cat

Die erste Segel-Gruppe kam dennoch einigermaßen pünktlich auf das Wasser: Vier „Optimisten“ durften eine gute Stunde wieder die grundlegenden Manöver üben, dazu Fahren in Formation. Bei gutem Wind ging diese Zeit wie im Flug vorbei. Und als die Segler nacheinander ins Vereinsheim zum Umziehen gingen, roch es dort auch wieder ein bisschen besser …

Pauls erster Ausflug in einer „Laser“-Jolle – Premiere gelungen. Foto: cat

Mit ein paar Minuten Verspätung ging dann die zweite Gruppe mit den größeren Jollen an den Start. Paul hatte sich einen ersten Ausflug im „Laser“ vorgenommen, bei Sonne und Windstärke 4 genau die richtigen Bedingungen, um dieses Boot ein wenig kennenzulernen. Nach einigen Schlägen unter enger Aufsicht vom Motorboot aus konnte er die fixe Jolle schon laufen lassen.

Sina passt auf den gekenterten „Floh“ auf – dass sich die Kiste in dieser Situation befindet, ist nicht Schuld der Crew … Foto: cat

Nicht ganz so viel Glück hatten gleichzeitig Sina und Louisa mit ihrem „Floh“. In einer Wende ging die große kantige Jolle über Seite. Und das hatte nicht an den Segelkünsten ihrer Besatzung gelegen, sondern an einer Nachlässigkeit bei der Vorbereitung des Bootes. Wie andere Jollen hat auch der „Floh“ einen Stopfen, der die Auftriebskörper des Bootes verschließt. Zum Entlüften an Land wird dieser winzige Verschluss herausgedreht. Im Wasser hat er natürlich fest an seiner Stelle zu sitzen – in diesem Falle tat er es nicht. Und so lief der „Floh“ unweigerlich beim Segeln voll, zunächst unbemerkt von seiner Crew. Auf der dem Vereinsheim abgewandten Seite der Kieler Förde war dann eben Schluss. Das Boot kenterte nicht nur; es streckte auch nur noch seinen Bug aus dem Wasser.

Segeln in die Sonne: So macht Kieler Förde richtig Spaß. Foto: cat

Was dann folgte, war seglerische Ruhe: Das gekenterte Boot wurde so gedreht, dass es von einem Motorboot aus möglich war, den Mast an der Wasseroberfläche zu halten. Dann wechselte Louisa aus dem Wasser in ein Schlauchboot; der „Floh“ wurde in den Wind gedreht und mit Schwung aufgerichtet. Sina nahm am Mastfuß Platz, zog auch noch auf der kippeligen Angelegenheit das Schwert. Und mit dem größeren Motorboot nahmen wir den Havaristen an die Schleppleine. Als beim Schleppen klar wurde, dass das Ruder des „Flohs“ durch sein Hin- und Herschlagen nicht gerade zum Fortkommen beitrug, musste das auch noch abmontiert werden. Eine gute Viertelstunde später war der geflutete „Floh“ dank Sinas gutem Gleichgewichtssinn wieder am Steg. Es dauerte allerdings deutlich länger, das aufgenommene Wasser über den offenen Stopfen wieder in die Förde zurückfließen zu lassen. Dieser Fehler wird wahrscheinlich so schnell nicht noch einmal passieren – zumindest nicht denen, die an diesem Segeltag dabei waren. Das Aufklaren und Säubern der genutzten Boote ging dann flüssig von der Hand. Und müde gesegelt trotteten der Eine oder die Andere anschließend vom Platz. 😉
Klaas

Betrieb unter verschärften Regeln funktioniert

Am Wind Richtung Tonne – der zweite Segel-Sonnabend in dieser Saison. Foto: bü

An diesem Wochenende sollte es schon wieder massig Wind geben; aber alle hatten sich darauf eingestellt, genauso wie auf die verschärften „Corona-Regeln“. Also durften heute zwei kleine Opti-Gruppen nacheinander auf die Kieler Förde, teils mit reduzierter, teils mit voller Segelfläche. Stephan sah im Anschluss an den heutigen Segeltag die „Alten“ fröhlich auf dem Rückzug – denn es wurde nicht nur die Gelegenheit zum Segeln genutzt, sondern auch die Möglichkeit, Jugendliche an die Motorboot-Führung und die Unterstützung bei der Segel-Ausbildung weiter heranzuführen. O-Ton unseres Kassenwarts: „Bald können wir alten Herrschaften das Feld der Jugend komplett überlassen.“

Es funktionierte heute überall gut auf dem Wasser: Sina und Janek leiten die Optis sicher über die Förde. Foto: bü

So viel Wind es heute beim Jollen-Segeln gegeben hat, so wenig war es am Donnerstag für die Kuttersegler. Bei denen hieß es zu guter Letzt, den Alternativ-Antrieb des Kutters „Fritjof“ zu nutzen: Muskelkraft. Die Crew pullte tapfer wieder zum Hafen zurück. Kurz vor der Einfahrt gab es noch einen kurzen Schreck, als die Wasserschutzpolizei mit einem Boot auf den Kutter zurauschte, Fender schon zum Längseitsgehen außenbords gehängt. Die „Fritjof“-Besatzung schaute sich kurz im eigenen Schiff um. Corona-Regeln eingehalten? Genug Abstand untereinander? Als die Crew sich dessen versichert hatte, war das Polizeiboot schon vorbeigefahren. Die wachsamen Augen der Beamten hatten sich nicht auf „Fritjof“ gerichtet, sondern auf ein dahinter fahrendes Motorboot. Nach dem Anlegen und Aufklaren am Liegeplatz waren dann die Fischbrötchen redlich verdient.
Klaas

… und die Polizei bittet alle Wassersportler um Vorsicht

Dichtes Gedränge bei Marinekutterregatten auf der Kieler Innenförde. Foto: har

Der Weg auf das Wasser ist wieder frei; die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind (zurzeit) so gelockert, dass Wassersport wieder ausgeübt werden kann. Dennoch ist die Gefahr nicht vorbei. Und deshalb bittet die Wasserschutzpolizei darum, dass im freudigen Überschwang nicht alle Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden. Dem sollten alle verantwortungsvollen Segler, Paddler, Kiter und Ruderer natürlich folgen. Wir dokumentieren den Aufruf der Polizei hier noch einmal in Gänze.
Klaas

„Kiel (ots) Die Lockerungen von Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen in der Corona-Krise haben dazu geführt, dass nun auch die Sportbootfahrer wieder landesweit mit ihren Booten auf das Wasser kommen können. Die Wasserschutzpolizei (WSP) appelliert an die Sportbootfahrer, sich angesichts der Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verantwortungsbewusst zu verhalten. Dazu gehöre auch, die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin konsequent einzuhalten, damit die Infektionszahlen nicht wieder steigen. Hier trägt jeder Einzelne große Verantwortung und trägt mit seinem Verhalten an Bord, in den Häfen und auf allen übrigen Gewässern dazu bei, die ersehnte Freizügigkeit zu bewahren. Daneben ist es der Wasserschutzpolizei erneut ein wichtiges Anliegen, auf die geltenden Promille-Vorschriften hinzuweisen. Grundsätzlich gilt für jeden Schiffsführer auf See- und Binnenschifffahrtstraßen sowie im deutschen Küstenmeer die 0,5 Promille-Grenze. Das heißt, ab 0,5 Promille Alkohol im Blut ist das Führen eines Wasserfahrzeuges verboten! Das Verbot betrifft das Führen von See- und Binnenschiffen, Sportbooten aller Art sowie Wassermotorrädern, Kite- und Segelsurfern. Für Besatzungsmitglieder auf Sportbooten, die aktiv im Dienst (u. a. Festmachen, Rudergänger, Ausguck, Segel bedienen) eingesetzt sind, gilt die 0,5 Promille-Grenze ebenso. Insbesondere an den bevorstehenden Feiertagen wird die Wasserschutzpolizei hier ein besonderes Augenmerk auf den Sportboot- und übrigen Schiffsverkehr richten. Von großer Bedeutung ist es aus Sicht der WSP zudem, für eine gute Seemannschaft zu werben. Neben vielen anderen Verhaltensregeln auf dem Wasser ist hier das Anlegen von Rettungswesten für alle an Bord befindlichen Personen hervorzuheben. Seien Sie Vorbild und tragen mit Ihrem Verhalten dazu bei, dass die Sicherheit auf dem Wasser für alle an Bord an erster Stelle steht und Sie auf diese Weise nach Ende des Törns stets sicher in Ihren Heimathafen einlaufen.“

Es geht los: mit viel Wind auf das Wasser!

Lieber nur zwei Optis mit halbierter Segelfläche: Mehr lässt der Wind nicht zu – aber egal, es geht auf das Wasser. Wir haben lang genug gewartet. Foto: mor

Was waren das für Monate! Wochenlang im Halbdunkel der Bootshalle geschuftet, ohne zu wissen, ob es in dieser Saison überhaupt zum Segeln kommt, immer wieder Gespräche geführt, „Ohr an Masse gelegt“, um mögliche Neuigkeiten schnell aufnehmen zu können, im Verein gegenseitig die Rücken gestärkt und Pläne für den Fall der Fälle gemacht, teils abstruse Vorschläge aus „dem politischen Raum“ zur Kenntnis genommen. Und nun? Es ist soweit. Die ersten Jollen haben Fördewasser „gekostet“; ein mächtiger Kran hat die großen Boote in die Kieler Förde gehoben. Und alle haben die ersten Kabellängen zurückgelegt. Strahlende Augen, Herzklopfen, Jubel – wir haben die Segelsaison eröffnet, und das mit einem echten Kraftakt vieler Mitglieder und Freunde. Danke!

Ehrlich, es ist noch gar nicht richtig zwischen den Ohren angekommen. Wir segeln wieder! Foto: har

Dieser erste Segeltag war vor allem ein Tag der letzten Vorbereitungen, bei dem noch einmal richtig geschuftet werden musste. Zu unser aller Entsetzen spielte ausgerechnet das Wetter nicht mit. Zwei Opti-Gruppen hatten wir in Motorboot-Begleitung beginnen lassen wollen. Aber dann? Windstärke 5, in Böen 6 bis 7 – nach einem halben Jahr ohne Boot unter den Füßen? Kaum denkbar. Stefan und Janek als erfahrenste Jollen- und Regatta-Segler schüttelten (zu Recht) nur die Köpfe. Die bereits aufgetakelten Jollen wurden wieder abgetakelt und sorgsam in der Bootshalle verstaut, den Kindern, die wegen der Corona-Pandemie in Kleingruppen zu festen Terminen bestellt und noch nicht eingetrudelt waren, wurde abgesagt.

Das ist mal ein Ausleger. Kranführer Thomas nutzt sein Gerät so, dass die Boote gar nicht so sehr bewegt werden müssen. Foto: fe

Aber es gab keine Zeit zum Nachdenken. Die großen Eimer mussten in Position gebracht werden, damit der Kran sie greifen und ins Wasser bringen konnte. Diverse Jollen wurden umgehoben und „sortiert“. Hier kam ein 420er zur Dichtigkeitsprüfung an den Steg, danach gestapelt mit einem anderen 420er huckepack zurück in die Halle. Dort wurde ein „Floh“ auf einen 470er gepackt. Ein „Pirat“ musste um die Längsachse gedreht werden. Machen wir mal eben aus der Hand, dachten wir. Wie schwer war noch mal diese altertümliche Jolle? 230 Kilogramm, Holla, die Waldfee.

Es ist endlich leerer in der Bootshalle. Die „Insassen“ sind wieder da, wo sie eigentlich hingehören. Foto: har

Zwischendrin gab es eine Stärkung, Maikringel von Jörn, knusprige Knoblauch-Ecken von Dörte und Cathrine – alles im Vorbeilaufen mit der Würstchenzange überreicht. Corona-Bestimmungen machen erfinderisch. Thomas, der Kranfahrer, kam nicht nur pünktlich, sondern sogar eine Stunde früher als erwartet. Der erfahrene Maschinenführer gibt uns immer viel Sicherheit, wenn es um die Verladung der großen Boote geht. Und da er nicht mehr Ansprüche stellte als einen großen Becher Kaffee, hatte Tina, die 2. Vorsitzende, eine Überraschung für ihn vorbereitet, einen schicken Mund-Nasen-Schutz im Marine-Jugend-Kiel-Look mit „Personalisierung“.

Futterstation für zwischendurch. Emily und Cathrine verteilen die Stärkungsmittel. Foto: mor

Nicht nur das Wetter wollte nicht so, wie wir wollten; auch einige Boote stellten sich extrem störrisch an. Kutter „Fritjof“ muckte zuerst auf. Von erwartungsvollen Seglern mit Pinseln und Rollen voll Antifouling umringt, sollte er – vom Kran etwas geliftet – sein Schwert zeigen, damit das noch schnell gestrichen werden konnte. Aber mit Rütteln und Klopfen und Zerren am Geschirr war es nicht getan. Das Schwert fiel nicht aus dem Rumpf. Bis … ja bis jemandem einfiel, dass es da ja auch noch einen Sicherungsbolzen gibt. Der Rest war Schweigen.

Einer arbeitet, einer lässt arbeiten … 😉 Foto: har

Gleiches Spiel, anderes Boot: Die Varianta „Regulus“ weigerte sich ebenfalls, ihr Kielschwert der wartenden Öffentlichkeit zu präsentieren. Von dieser „Dame“ waren wir das Spiel aus den vergangenen Jahren aber schon gewohnt. Und da gab es auch keinen Bolzen, der als Ausrede hätte dienen können. Da ging es wie immer nur mit Tricks und roher Gewalt.

Gleich kommt das Schwert heraus. Bestimmt … Foto: har

Als kaum noch damit jemand rechnete, flaute der Wind über der Kieler Förde ab. So kamen sehr spontan doch noch zwei Optis zur Saisoneröffnung ins Wasser. Mit einem Schlauchboot hinterher und mit reduzierter Besegelung durften ganz überraschend Louis und Arne stellvertretend für die anderen Mädchen und Jungen „ansegeln“. Das war natürlich nicht die optimale Lösung; schließlich hatten sich auch andere Kinder sehnsüchtig Hoffnungen auf den Wiedereinstieg gemacht. Die kommenden Wochenenden werden hoffentlich auch der übrigen Truppe reichlich Gelegenheit zum Segeln verschaffen.

Wildes Wetter und viele Wolken für die beiden ersten Optimist-Segler des Jahres. Foto: Jörn

Dennoch: Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Auch wenn vielen Helferinnen und Helfern alle Knochen nach diesem Wochenende weh tun, ist der Saisonstart geschafft. Und die entwickelten Regeln und Pläne für diese unruhigen Zeiten sollten gewährleisten, dass wir in den kommenden Wochen wieder regelmäßig Jollen- und Dickschiff-Segler an den Start bringen können. Arbeiten wir weiter daran. 😉
Klaas

Aufgetakelt – nächstes Wochenende geht es los

Was auf das Wasser muss, wird schon einmal probehalber aufgetakelt. Alles da? Ruder? Schwert? Kleinigkeiten wie Baumniederholer? Foto: har

Das war noch einmal ein Wochenende, nach dem alle Knochen im Leib weh tun: Die übliche kleine Truppe fand sich vor und in der Bootshalle sowie an den Winterliegeplätzen ein, um das erste Segeln am kommenden Wochenende vorzubereiten. Jollen ins Freie schleppen, probehalber komplett auftakeln, Auftriebskörper aufblasen, Fehlteile ergänzen, Bootswagen aus dem Winterschlaf wecken und schon an Ort und Stelle aufstellen … das war nur ein Gewerk von mehreren Aufgaben, die vor allem Tinka, Jan und Cathrine abarbeiteten.

Auch die Schlauchboote bekamen ihren letzten Schliff. Jörn und Helmut strichen Antifouling, prüften die Schwimmkörper, reinigten den Außenborder am Konsolenboot. Tinka, Kai und Stephan bauten zudem ein weiteres Schlauchboot zusammen, pumpten es auf und versahen es auf seinem Slipwagen mit dem passenden Außenborder. Damit ist auch die Begleitung für die ersten Segler gesichert.

Ein 420er bekam endlich seinen fehlenden Lenzer eingbaut; mit selbst geschnittener Dichtung und ein bisschen handfestem Zureden ließ sich das letzte Loch im Rumpf schließen. Gut, dass ältere Boote rustikales Eingreifen besser wegstecken als so mancher schicker „Neuling“.

Letzte Arbeiten am Außenborder: Helmut kümmert sich um die Maschine unseres Konsolenbootes. Foto: har

Aber auch die größeren Segler erhielten ihren letzten Schliff. Das Ruder unseres ZK-10-Kutters „Fritjof“ ist eingehängt und sah wahrscheinlich das letzte Mal bei Werftauslieferung so schick aus wie heute. Das stehende Gut des Kutters ist ebenfalls wieder zusammengebaut. In der vergangenen Saison dauerte es nach dem Kranen knapp 20 Minuten, bis „Fritjof“ wieder segeln konnte. Wir werden dieses Jahr sicherlich nicht länger brauchen … Dennis und Mirco kümmerten sich derweil am Winterliegeplatz um unsere Albin Vega „Johanna“. Bei dem guten Wetter gestern war es sogar möglich, mit hervorragender Laune das Antifouling auszubessern. Auch hier kam ein grüner Haken dran.

Strike! Dennis (links) und Mirco haben sich um die Albin Vega „Johanna“ gekümmert. Wasserpass und Antifouling sind erledigt. Auch diese Yacht darf nun wieder schwimmen. Foto: Mirco

Stefan hatte sich derweil um die Überholung mehrere Außenborder gekümmert. Einer kann nach Durchsicht diese Woche schon wieder zurück; der letzte kommt hoffentlich kurz darauf – denn er gehört zu einer der Yachten, die man zwar durchaus ausschließlich unter Segeln bewegen kann; aber ein Sicherheitsfaktor wäre es schon, den Quirl wieder am Heck zu wissen.

Das Wassern der großen Boote werden wir trotz des fröhlichen Happenings, das immer damit verbunden ist, in ganz kleinem Rahmen umsetzen, vielleicht nur mit drei bis vier Erwachsenen, um Aufsicht und Abstandsregeln gewährleisten zu können. Beim nächsten Mal dürfen hoffentlich wieder alle dabei sein – mit dem verbundenen kleinen Fest, das uns sonst immer so viel Spaß macht.

Zehn Minuten Fischbrötchen-Pause: Kassenwart Stephan hat eine Runde vom benachbarten Fischstand spendiert. Foto: har

Kommenden Sonnabend jedoch fangen wir ganz langsam wieder mit dem Segeln an – einzeln in Optis und vielleicht auch der einen oder anderen größeren Jolle, mit jeweils drei Kindern in einer Gruppe und nur zwei Gruppen insgesamt. Wir wollen auf keinen Fall etwas riskieren. Der Deutsche Seglerverband (DSV) hat Richtlinien zum Wiedereinstieg in den Segelsport veröffentlicht, an die wir uns (weitestgehend) halten werden. Das betrifft sowohl die Abstände, Hygienemaßnahmen als auch die Gruppengrößen. Allerdings werden wir nicht das Vereinsheim komplett schließen, weil es einzelnen Seglerinnen und Seglern möglich sein muss, sich den Gruppenräumen umzuziehen. Wir werden kein Kind und keinen Jugendlichen zwingen, in nassen Neoprenanzügen nach Haus zu fahren. Und niemand muss Angst haben, die Toilette nicht aufsuchen zu können. Allerdings werden wir beide Umkleiden nur abwechselnd und nacheinander betreten lassen, ohne dass sich zwei Segler dabei begegnen können. Und im Sinne aller unserer Mitglieder werden wir da auch keine Ausnahmen machen. Wer das kommende Wochenende dabei sein möchte, hat die Gelegenheit, sich in die bereits verteilten Listen einzutragen. Und so langsam steigt die Aufregung, dass es tatsächlich wieder losgeht.
Klaas