Zwei Klassen – zwei Crews: Marinekutterregatta 2022

Tag eins: Die „Fritjof“-Crew bereitet den Kutter für die ersten Wettfahrten vor. Foto: har
Das erste zugeloste Boot in der Offenen Klasse für die Jugend-Crew. Foto: har

Die beiden Mannschaften der Marine-Jugend Kieler Förde sind mal wieder gewohnt liebevoll von der Regatta-Organisation aufgenommen worden. Und die äußeren Umstände des ersten Wettfahrt-Tages ließen ebenfalls nichts zu wünschen übrig: Sonnenschein, Wind zwischen vier und fünf Beaufort. Genau die richtigen Gegebenheiten, um sich wieder ins Regatta-Geschehen einzufinden. In der Offenen Klasse gab es auch gleich ein großes Hallo: Viele bekannte Gesichter, gegenseitig gute Wünsche für den Verlauf der Veranstaltung, Austauschen von Anekdoten – die beiden vergangenen Pandemie-Jahre haben die Szene in dieser Klasse durchaus zusammenwachsen lassen. Man kennt sich; man mag sich. Alles gute Voraussetzungen, um nicht nur gegeneinander, sondern auch miteinander zu segeln.

So erwartbar der Umfang von 15 Crews in der Offenen Klasse gewesen war, so enttäuschend ist die Resonanz der ZK-10-Mannschaften auf das Spektakel Kieler Woche. Vier Kutter sind in diesem Jahr am Start, der gute alte „Fritjof“ ist bereits dabei. Man mag über die Gründe spekulieren, weshalb die zahlenmäßig umfangreichste Kutterklasse ausgerechnet das größte Segelspektakel der Welt links liegen lässt; so richtig nachzuvollziehen ist es nicht. Auf großes Interesse und Zustimmung stößt deswegen abseits der aktuellen Regatta unser Projekt, einen zweiten ZK-10-Kutter anzuschaffen.

Entspannte Gesichter beim Eingangs-Briefing für die Kutterregatta. Die familiäre Atmosphäre der Veranstaltung und das Vertrauen in die gewohnt gute Organisation nimmt den Druck heraus. Foto: har

„Ich mache hier keine Vorstellungen. Wir kennen untereinander unsere Gesichter,“ sagt Kapitänleutnant Michael Bauer beim Eingangs-Briefing für die Mannschafts-Vertreterinnen und -Vertreter im Foyer des ehemaligen Mannschaftsheims. Kurz und bündig arbeitet der Wettfahrtleiter die offenen Punkte ab, lässt geduldig Nachfragen zu. Dann gehen die Crews geruhsam zu ihren Booten, den eigenen oder den zugelosten, je nach Klasse. Und auch im Kutterhafen ist es wie nach Haus zu kommen, wenn die uns längst bekannte Sanitäterin scherzhaft mit dem Finger droht und lächelnd anmahnt, dass es dieses Jahr bitte ohne Unfälle ausgehen möge.

Finja und Arne holen sich im Kutterhafen das Zubehör für die ersten beiden Wettfahrten ab. Foto: har

Gleich zu Beginn wird aber deutlich, dass die beiden Pandemie-Regatten 2020 und 2021 ihre Wirkung zeigen, denn auch im „Normalbetrieb“ werden nun Langfahrten aus der Innenförde heraus verstetigt. Vier Bahnen zwischen 9 und 15 Seemeilen stehen je nach Wetterlage zur Verfügung, laminierte Karten mit allen Einzelheiten nehmen die Crews bereits bei der ersten Besprechung in Empfang.

Der Kutterhafen sieht wieder so aus, wie wir ihn uns vorstellen. 😉 Foto: har

Zum Eingewöhnen stehen aber zunächst zwei Wettfahrten über das gewohnte olympische Dreieck an. Die nicht mal eine Handvoll ZK-10-Boote bekommen zwar ihren jeweils eigenen Start, aber ganz dicht an den großen Marinekuttern hinten dran: Sobald diese über die Startlinie gehen, haben die ZK-10 noch genau fünf Minuten Zeit, um ebenfalls zu starten. So entwickelt sich ein gemeinsames Feld, das zwar getrennt gewertet wird, dennoch aber insgesamt richtig Zeit spart.

Zwei Klassen, eine Bahn – bei leichtem Wind sind die kleineren ZK-10-Kutter vorn mit dabei. Und vor dem Wind ziehen sie einfach noch den Spinnaker… Foto: har

Bei den vier ZK-10-Kuttern bringt der am tiefsten im Wasser liegende „Fritjof“ das zu erwartende Ergebnis in den ersten beiden Wettfahrten. Er fährt halt, so schnell er eben kann, unabhängig von den durchdachten Bemühungen seiner Crew, möglichst eng am Feld zu bleiben. Und immerhin: Zwei vierte Plätze sind in der Vergangenheit bei Regatten eher selten gewesen. 😉

Und wenn es so richtig weht, kommt auch „Fritjof“ plötzlich richtig vom Fleck. Foto: har

Bei den 15 Crews der Offenen Klasse lieferte sich die MJK-Mannschaft in der ersten Wettfahrt ein unabsichtliches, aber sehr freundschaftliches „Scharmützel“ mit der Mannschaft von Schloss Salem. Die Berührung der beiden Kutter führte dann dazu, dass beide „kringeln“ mussten. Übrigens eine sehr elegante Aktion, wendeten beide Kutter doch nebeneinander völlig synchron um 360 Grad. Die unfreiwillige Unterbrechung ließ den Kutter dann vom zweiten auf den achten Platz zurückfallen. Von den Schiedsrichtern kam dann anschließend der Hinweis, sich nächstes Mal besser erst wieder freizusegeln und dann mit mehr Geschwindigkeit zu drehen. Es ist nicht so, dass wir bei diesen Regatten nicht noch richtig dazulernen.

K 60: Schloss Salem, K 9: MJK – und da geht gerade richtig etwas schief. Und die Schiedsrichter bekommen alles mit … wie immer. Foto: har

Ende vom Lied: ein vierter und ein achter Platz für die Offene Klasse, nicht schlecht als Start für diese Regatta. Und es zeigt, dass die Entscheidung richtig gewesen ist, es nach den Erfahrungen der beiden Vorjahre wieder hier zu starten.
Klaas

Zu Pfingsten mit Dickschiffen auf Tour

Und los geht’s: „Johanna“ und „Regulus“ stoßen im Düsternbrooker Hafen ab. Foto: har

Diesen Anblick gab es schon lange nicht mehr: Unsere Albin Vega „Johanna“ und die Dehler Varianta „Regulus“ liegen fertig bepackt und zur Abfahrt bereit an ihren Liegeplätzen im Sportboothafen an der Kieler Förde. An Land versammelt sich schon langsam die Crew, Gepäck liegt bereit. Alle warten darauf, dass es losgehen kann: die erste Pfingstfahrt seit Jahren. Für Einige ist es die erste seit langem. Andere waren noch nie dabei. Dennis, Jonas und Pushy steigen bei der „Johanna“ ein. Malte, Christiane und Finja machen machen sich auf der „Regulus“ bereit zum Ablegen. Die Fahrt kann beginnen.

Gepäck für die Pfingsttage wird an Bord gereicht: Den Rest hat Dennis schon längst vorbereitet. Foto: mor

Der erste Schlag geht am frühen Abend nach Schilksee – bei geradezu perfekten Bedingungen. Die Crews gewöhnen sich an die Boote und an das gemeinsame Arbeiten. Die „Regulus“ wird von den Wellen ganz schön herumgeschaukelt; die größere „Johanna“ spürt davon nicht so viel. Nach knapp vier Stunden kommen die Boote in Schilksee an, finden schnell einen freien Platz an einer Mole und legten sich dort ins Päckchen. Nach einer kurzen Erkundung des Hafens setzen sich alle zusammen auf die „Johanna“ und nehmen ihr erstes gemeinsames Abendbrot zu sich: Hotdogs – und alle genießen den Augenblick. Der Abend ist dann allerdings noch nicht ganz zu Ende. Die Crews spielen gemeinsam ein paar Runden „Uno“.

Glück gehabt: In Schilksee gibt es noch ein Plätzchen. Denn der Hafen ist voll. Am Pfingstwochenende laufen hier auch noch die Regatten zum  Young Europeans Sailing. Foto: mor

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen bricht die kleine Truppe wieder gegen zehn Uhr auf. Tagesziel ist Damp. Die „Johanna“ hängt die „Regulus“ irgendwann ab, klar, „Länge läuft“ zeigt sich auch hier. Kurz vor Damp wendet die „Johanna“, um sich wieder mit der „Regulus“ zusammenzuschließen. Aber die Standort-Übermittlung von dort klappt irgendwie nicht so ganz. Und so sucht die „Johanna“-Crew das andere Boot an einer falschen Stelle. Ergebnis: „Regulus“ läuft zuerst in Damp ein. So geht’s natürlich auch. 😉 Im Hafen gibt es großes Hallo, weil auch Dirk mit seinem Boot an diesem Wochenende dorthin gekommen ist. Ansonsten reichlich Trubel vor Ort – hatten in Schilksee Regatten das Bild bestimmt, sind es in Damp vor allem laute Feiern mit noch lauterer Musik.

Mannschaft ist komplett

An diesem Abend komplettiert sich auch die Mannschaft, denn Janek stößt hinzu. Und Finja wechselt von der „Regulus“ auf die „Johanna“. Beim nächsten Edeka-Markt wird dann für das abendliche Grillen eingekauft. Und nach einigem Herumfragen landen die Crews dann für diesen Zweck am Strand – wieder ein herrlicher Abend, der mit dem Essen nicht vorbei ist. Denn, richtig geraten, an Bord folgen vor dem Schlafengehen wieder einige Runden „Uno“.

Die „Johanna“ vor Schilksee: Die Wetterbedingungen für den Törn aus der Kieler Bucht sind ideal. Foto: har

Der kommende Morgen bringt erneut ein ausgiebiges Frühstück, nach dem dann gegen zehn Uhr abgelegt wird. Der gute Wind treibt die Boote zügig zurück in Richtung Schilksee, wo der Wasser bunt von Regattaseglern ist. Die „Regulus“ wurschelt sich selbstbewusst am Rande durch; die größere „Johanna“ muss wenden und braucht deshalb etwas länger. Auf diesem Schlag stellen Dennis, Finja und Jonas fest, dass sich an einem von drei Wanten ein Wantenspanner verabschiedet hat. Dennis repariert das Want aber umgehend provisorisch und läuft kurz nach der „Regulus“ in Schilksee ein.

In die Box – aus der Box

Während Dennis sich auf den Weg zu einem Geschäft für Segelzubehör aufmacht, um den abgängigen Wantenspanner zu ersetzen, taucht eine Yacht im Hafen auf, die den Platz der „Johanna“ für sich reklamiert. Malte, Finja und Pushy zerren, schieben, drücken die „Johanna“ also aus der Box heraus und in die nächste Box wieder hinein. Auf der wartenden Yacht beobachten unbeteiligt ein Mops sowie etliche Fender in Schonbezügen das Geschehen. Janek, der sich das Geschiebe gemütlich von der „Regulus“ aus ansieht, kommentiert es mit „Bestes Hafenkino heute!“.

Entscheidung: Wir segeln weiter

Um etwas abzudampfen, verziehen sich die Seglerinnen und Segler anschließend zum Eisessen in ein Café neben dem Segelzubehör-Geschäft. Dennis repariert derweil das Want und erledigt die Logbuch-Einträge. Die zurückgekehrten Crews legen das „Uno“-Spiel zur Seite und probieren es mit der Alternative „Tabu“. Janek, der sich mit dem Wetter des kommenden Tages befasst, schlägt vor, noch am selben Tag aus Schilksee wieder auszulaufen und den Heimathafen anzusteuern. Für Montag wird so viel Wind erwartet, dass es mit der „Regulus“ wahrscheinlich nicht mehr ganz so lustig sein könnte. Gesagt. Getan. Die Yacht mit Mops und umhäkelten Fendern bleibt also heute wohl ohne Nachbarn. Pushy wechselt für den nächsten Schlag auf die „Regulus“. Und die beiden Marine-Jugend-Boote machen sich auf den Weg nach Haus. Gegen zwanzig vor neun legen „Johanna“ und „Regulus“ wieder an. Damit ist die Tour aber noch nicht vorbei: Erst kommt das Abendbrot (Nudeln mit leckerer Soße); dann folgen diverse Runden „Tabu“ und – richtig – „Uno“ vor dem Sprung in die Kojen.

Reichlich geschafft, aber sehr zufrieden: Die Pfingsttour 2022 ist vorbei – und ruft nach Wiederholung. Foto: mor

Nach der nicht ganz so langen Nachtruhe gibt es zum letzten Mal ein schönes langes Frühstück an Bord. Und wie immer hat Dennis für frische Brötchen gesorgt, ist an diesem letzten Morgen sogar noch mit dem Auto losgefahren, weil es in der Nähe keinen Bäcker gibt. Frühstückseier hat er übrigens auch noch gezaubert. So gestärkt fallen Aufräumen und Packen recht leicht. Mittags verabschieden sich die Seglerinnen und Segler voneinander mit dem festen Vorsatz, möglichst bald wieder gemeinsam auf Tour zu gehen. Großer Dank noch einmal an Dennis, der dieses Wochenende so super vorbereitet hat und mit seiner Ruhe und Umsicht jede mögliche Aufregung vermeiden konnte. Alle teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben diese Pfingstfahrt rundum genossen!
Pushy

Die Lust am Segeln ist noch da

Nur Genua und Besan – und doch auf die Kante: Bei Böen bis 7 Bft legt sich auch ein Kutter zur Seite. Foto: har

Hurra, es ist Wind! Für Optis und Jollen sogar ein bisschen viel an diesem Nachmittag – damit hat die Wettervorhersage tatsächlich auf den Punkt gestimmt: Windstärken von 5 bis 6, in Böen 7. Das ist wirklich etwas für Kutter und ihre flexibel gestaltbare Besegelung. Damit war die Tagesordnung beschlossen. Ein kleines Häuflein blieb zurück am Vereinsheim, um sich mit Wartungsarbeiten zu beschäftigen. Die übrige Mannschaft machte sich schnurstracks auf den Weg zum Liegeplatz unseres Z-K-10-Kutters „Fritjof“. Dort arbeitete bereits die Pumpe; denn in der Nacht zuvor hatte es über Kiel eines der mittlerweile häufigeren „Starkregen-Ereignisse“ gegeben – Klimawandel live.

Auf der Innenförde war es wie meist etwas ruhiger als weiter „draußen“. Foto: har

Mit dem gelenzten Boot verlegte die Crew auf die Innenförde – und blieb dort auch. Denn weiter draußen war noch mehr „Hack“ zu erwarten. Und der behäbige Kutter „Fritjof“ lernte schon unter den aktuellen Bedingungen nur mit Genua und Besan das Fliegen. Wobei auch das natürlich relativ war – Kommentar von Johanna: „420er ist schneller.“ Für einen Kutter sah es dennoch ganz eindrucksvoll aus. Und die Mannschaft blieb immer auf der sicheren Seite. „Badewannen“ wie in der Woche zuvor (das Wasser kommt über die Seite ins Boot geschwappt) vermied die Truppe dieses Mal. 😉

Wir fürchten uns vor gar nix. Und das kann man auch sehen: Die Sonnabend-Crew auf dem Weg zurück zum Marineheim. Foto: har

Da Christiane zwischenzeitlich erfolgreich ihren Sportbootführerschein See bestanden hatte (Glückwunsch auch an dieser Stelle!), hatte sie auf unverschämtes Drängen hin sogar einen Kuchen aus diesem Anlass gebacken. Der musste selbstverständlich auch gewürdigt werden. Und so legte die „Fritjof“-Crew zwischenzeitlich am Vereinssteg an und nutzte eine adäquat lange Pause, um den Kuchen bis zum letzten Schokoladenkrümel zu vertilgen. Danach ging es umgehend wieder aufs Wasser. Der Wind hatte die gesamte Zeit über gehalten. Und Regen stellte sich trotz der drohenden Wolkenwand ebenfalls nicht an diesem Nachmittag ein. Besser konnte es also kaum sein.
Klaas

Erster Ausflug und Restarbeiten

Thomas und Malte bringen die „Regulus“ zurück zum Liegeplatz. Foto: har

Wenn die Boote erstmal im Wasser liegen, geht es los. Nein, weit gefehlt. Sie schwimmen. Aber das ist dann auch schon alles. Zur vollkommenen Glückseligkeit müssen diverse Feinarbeiten noch erledigt werden – ob an der Elektrik oder am Segeltrimm. Karsamstag ist da doch ein guter Tag, um Hand anzulegen. Die „Regulus“ bekam in diesem Zusammenhang ein elektrisches Update. Und auch der neue elektrische „Quirl“ durfte zeigen, was er drauf hat. Zusammenfassung: Gegen Wind und Welle geht es langsam, aber durchaus stetig. Und die Verbrauchswerte sind erstaunlich gering.

Nachdenkliche Gesichter: Wo genau kommt jetzt das ganze Wasser her – das im Boot wohlgemerkt, nicht das drumherum? Foto: har

Eine kleine Runde mit Kutter „Fritjof“ zeigte ebenfalls ein paar Mängel auf, die noch behoben werden müssen. Zu Beginn stand die Bilge mit Wasser voll. Hatte es geregnet? Da die Ostsee kein Salz-, sondern Brackwasser beherbergt, half auch der „Lecktest“ zunächst nichts. Zwanzig Minuten Pumpen später – die Handpumpe muss nun auch repariert werden – war der Boden wieder sichtbar, und es konnte gesegelt werden. Beim Einlaufen war die Bilge dann allerdings wieder randvoll. Nachdem die Elektropumpe ihren Dienst verrichtet hatte, wurde der Übeltäter sichtbar: Am Schwertbolzen leckte es. Mit dem Einsatz von Schraubenschlüsseln und Rohrzangen wurde dem Problem zu Leibe gerückt; aber das Misstrauen blieb. Der Kutter soll zu Regatten antreten und eine Pfingstfahrt überstehen. Also muss eventuell der Kran wieder ran? Den Ostersonntag schlug sich deshalb unser Kassenwart Stephan um die Ohren und arbeitete nach. Erste Einschätzung: Die Notreparatur hält besser als zunächst gedacht. Wir werden es mit Argusaugen beobachten. Was allerdings bereits am Karsamstag aufgefallen war: Die Masten des Kutters wiesen beide Schräglage auf – in unterschiedliche Richtungen. Verwunderlich bei gleich langen Wanten und gleicher Einstellung der Wantenspanner. Und auch der auffälligen Biegung des Besanmastes werden wir noch auf den Grund gehen müssen. Aber die Saison fängt ja erst an.
Klaas

Ostseewasser unter dem Kiel

„Fritjof“ schwebt ganz elegant vom Parkplatz des Marineheims über die Kiellinie direkt in die Förde. Foto: Fe

Manchmal muss man flexibel sein: Den Krantermin für unsere größeren Boote hatten wir mehrfach umgeworfen. Der traditionelle Freitagnachmittag musste in diesem Jahr zugunsten des Gründonnerstags weichen. Einige Konstanten ließen sich allerdings nicht verändern. Wie in den Vorjahren lagen zum verabredeten Beginn der Aktion bereits die ersten beiden Boote in der Förde. Kranführer Peer und sein Vorgänger Thomas, der sich in diesem Winter ausgiebig um den Außenborder des großen Schlauchboots bemüht hatte, waren wie immer rasend fix. Und so schwebten nacheinander Kutter und Motorboot über die Flaniermeile Kiellinie.

Erster Test für den Motor: Nils, Jörn, Guido und Thomas werden den Außenborder an. Foto: Fe

Die zweite Konstante war die Varianta „Regulus“: Wie im Vorjahr und im Vorvorjahr und im Vorvorvorjahr … zickte das Kielschwert. Alles lag bereit, um die Yacht aufzutakeln. Nur was hilft es, wenn sich das Schwert weder mit gutem Zureden, Streicheleinheiten oder Hammerschlägen dazu bewegen lässt, sich zu bewegen? So kam das Boot in seinen Hebegurten gerade mal vom Parkplatz bis zur davor liegenden Wiese. Erst musste dieses unwillige Stück Blech aus dem Kielkasten heraus. Nach stundenlangem Gezerre und Gehämmere, begleitet von wohlmeinenden Hinweisen durch Spaziergänger, kam das Schwert dann millimeterweise ans Sonnenlicht.

Nein, wir versuchen es nicht mit Gebeten, das Schwert aus dem Kasten zu holen. Es war – wie immer – stundenlange und mühevolle Anstrengung. Foto: Fe

Das gute Wetter hielt dann aber noch lange genug, um die Boote so weit fertig zu machen, dass es möglich war, sie zu ihren Boxen im Sportboothafen unweit des Instituts für Weltwirtschaft zu überführen. Nach den Osterfeiertagen bleibt noch genug zu tun: Gruppenraum und Lasten, die aussehen, als wäre dort eingebrochen worden, sowie die Bootshalle müssen aufgeräumt werden, um wieder einen normalen Betrieb aufnehmen zu können. Und es muss Platz geschaffen werden, um die kleineren Boote, die diversen Jollen, aus dem Winterlager in Bokel zurückholen zu können. Segeln ist eben nicht nur Spaß auf dem Wasser. 😉
Klaas